Appetit statt Transit
70 Rezepte aus den Alpen

Herausgeben von der Alpen-Initiative
1997, 144 Seiten mit vielen Fotos und Karikaturen,
broschiert, Großformat
ISBN 3-85791-287-1

vergriffen

Rd_tri.gif (202 Byte) Es kocht in den Alpen Rd_tri.gif (202 Byte) Zum Buch Rd_tri.gif (202 Byte) Rezept Rd_tri.gif (202 Byte) Stimmen
Kurze Inhaltsangabe
Das Alpen-Kochbuch Nummer 2: Überraschendes, Deftiges und Pikantes für die Alltagsküche und für festliche Einladungen 70 Rezepte, sorgfältig zubereitet und gemischt mit Highlights aus der Geschichte der Alpen-Initiative und Infos aus der Teufelsküche des Transitverkehrs. 

Nach dem phänomenalen Erfolg von «Es kocht in den Alpen» köchelt es wieder in den Töpfen und Köpfen versierter Köchinnen und Köchen. Neue währschafte Originalrezepte von den slowenischen Alpen bis zu den französischen Seealpen werden sorgfältig aufbereitet: Focaccia all'olio, Alpbacher Weinsuppe, Slowenischer Gersteneintopf, Brasato alla Bresciana, Épaule d'agneau à la Boulangère, Bozner Schokoladekuchen, Brandteig-Marillenknödel und noch vieles mehr.

Und um die Wartezeiten bei der Zubereitung dieser Köstlichkeiten zu verkürzen, sind einige Portionen brisante Informationen zur zehnjährigen Geschichte der Alpen-Initiative beigemischt.

Zu den Autorinnen und Autoren

1987 beschließt ein kleines Grüppchen von Umweltaktivistinnnen und -aktivisten in Andermatt die Lancierung der Volksinitiative «Zum Schutz der Alpengebiete vor dem Transitverkehr». Sieben Jahre später, am 20. Februar 1994: Über-schäumende Freude auf dem Altdorfer Lehnplatz – die Alpen-Initiative feiert ihren Abstimmungssieg. Das Echo in den internationalen Medien ist groß, der Schutz der Alpen wird zu einem europäischen Thema.

1997: Der Verkehrsdruck auf die Alpen nimmt weiterhin zu, die Alpen-Initiative, vom Volk gutgeheißen, droht im zunehmenden Gestank der Lastwagen zu verpuffen. Der Kampf für die Umsetzung des Alpenschutz-Artikels geht weiter.

10 Jahre Alpen-Initiative – 10 Jahre intelligente und politisch effektive Widerstandsarbeit mit Kundgebungen, Blockaden, Mahnfeuern, Festen und Ballon-Berg haben diese Bewegung populär gemacht. Zeit, über Vergangenes nachzudenken und Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.

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Rezept
Ossola
Gnocchi all'ossolana
Kürbis-Kastanien-Gnocchi
Zeitaufwand
1 Std.
Ruhezeit des Teigs:
1 Std.

Zutaten
200 g Mehl oder gemahlenes altes Brot
50 g Kastanienmehl
300 g Kartoffeln
300 g gelber Kürbis
1 Eigelb
7 getrocknete Salbeiblätter
2 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer

Vorbereitung
Die Kartoffeln in der Schale sieden (45 Min.). Den Kürbis schälen und im Dampf weich garen (ca. 15 Min.) Das Mehl mit dem Kastanienmehl vermischen und auf der Arbeitsfläche verteilen. Die Kartoffeln und den Kürbis leicht auskühlen. Die Kartoffeln schälen und zusammen mit dem Kürbis bis auf das Mehl passieren. Das Eigelb beifügen und alle Zutaten zu einem Teig kneten. Der Teig sollte klebrig bleiben. Wenn der Teig zu feucht ist, Mehl hinzugeben, bis der Teig die richtige Konsistenz hat. Die Zugabe von zuviel Mehl ergibt zähe Gnocchi! Eine Stunde ruhen lassen.

Zubereitung
Mit einem bemehlten Messer vom Teig Portionen abscheiden und diese auf einer grosszügig bemehlten Unterlage zu den Rollen haselnussgrosse Stückchen abschneiden. Die Stückchen mit einer bemehlten Gabel leicht andrücken. Die Gnocchi in siedendes und gesalzenes Wasser geben und etwa 5 Minuten - ohne dass sie sieden - ziehen lassen. In einer Bratpfanne die Salbeiblätter in heissem Olivenöl kurz wenden. Die Gnocchi mit einer Schöpfkelle herausnehmen, gut abtropfen lassen und in der Bratpfanne kurz schwenken.

Bemerkungen
Am Schluss können die Gnocchi mit Käsewürfelchen bestreut werden. Dazu wird ein ossolanischer Halbhartkäse - in Ossola «Formaggio nostrano» genannt - verwendet, der aber durch Käsesorten mit ähnlichen Schmelzeigenschaften ersetzt werden kann (Freiburger Vacherin, Raclettekäse, Fontina).

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Stimmen zum Buch
ORF, Landesstudio Salzburg, 14. Dezember 1997

Einkochen möchte uns auch das Kochbuch «Appetit statt Transit» – es präsentiert 70 Rezepte aus den unterschieddlichsten Alpenregionen zwischen Frankreich und Österreich. Herausgegeben hat es die Alpen-Initiative, die vor 10 Jahren in der Schweiz gegründet wurde und sich mittlerweile zwischen Pyrenäen und Pyhrn für eine vernünftige Verkehrspolitik einsetzt. Ihr Ziel: die Alpen als lebenswerten Lebensraum zu erhalten.

Wer mit Lebensmitteln aus der Region kocht und nicht unbedingt auf Rindfleisch aus Argentinien oder Lammfleisch aus Neuseeland besteht, vermeidet auch Transporte und damit stinkende Brummer.

Das Weltanschauliche ist in diesem originellen Kochbuch aber nur Beiwerk – im Mittelpunkt stehen natürlich Kochanleitungen.

 

Facts, Nr. 51 1997

Das ist das Buch zum Transitverkehr. Es ist ein kulinarisches Bollwerk gegen die Lastwagenlawine. In den Tälern, wo die Vierzigtonner bald gratis stinken würden, hätte das Schweizer Volk nicht die Alpen-Initiative angenommen, in diesen Tälern wird gekocht. Und wie. Die Alpen-lnitiativier haben die köstlichsten Rezepte mit frechen Geschichten und sachlicher Information gewürzt, um «Appetit statt Transit» zu wecken.

 

Süddeutsche Zeitung vom 26. Januar 1998

Gebratener Brummi an Biersauce
Vom Essen und der Umweltpolitik

Was kann ein unerfahrener Hausmann gegen einen 28 oder 40 Tonnen schweren Lastwagen unternehmen? Er kann ihn beispielsweise zubereiten als «Gschtopfta Laschti», das schlägt jedenfalls das Kochbuch «Appetit statt Transit», herausgegeben von der Schweizer Alpen-Initiative vor. «An der A 13 (Bündner San-Bernardino-Route) ist es üblich, den gedämpften Laschti mit einer kräftigen Polenta aus Bramata-Mais zu servieren, auf kalorienreichere Art auch im Aostatal (‹Polenta grassa›). Genauso stilecht ist der gebratene Brummi an Biersauce (Südtirol und Alpennordseite).» Kann eine Bürgerinitiative, die nichts Geringeres anstrebt als die Verlagerung des alpenquerenden Transitgüterverkehrs auf die Schiene und das Verbot eines weiteren Ausbaus der Transitstraßen, es sich leisten, mit so offensichtlichem Unernst eine so ernste Sache anzugehen?

Sie kann. Und zwar sehr erfolgreich. Im Dezember 1997 feierte die Alpen-Initiative ihr zehnjähriges Bestehen. Mit Unterschriftensammlungen, Aufklärungsarbeit, Druck auf Politiker, Pressearbeit und immer wieder spektakulären Aktionen, oft von grimmigem Humor geprägt, erreichten «Umweltbewegte und Linke aus den Bergkantonen» – eine Kombination, die speziell den Bayern sehr fremd vorkommen muss –, dass am 20. Februar 1994 in einer Volksabstimmung 52 Prozent der SchweizerInnen der Alpen-Initiative zustimmten. Das nun vorliegende zweite Kochbuch dieser währschaften Vereinigung (das erste Buch «Es kocht in den Alpen» erschien 1992) bietet nicht nur Daten und Fakten, skurrile Geschichten und Schilderungen ausgefallener Aktionen, sondern selbstverständlich auch Rezepte aus dem gesamten Alpenbereich – von den Julischen bis zu den Seealpen. Sie sind von der Sorte, die man sonst nicht so leicht in Kochbüchern findet, einfache Gerichte zumeist, überliefert oft von Generation zu Generation. «Härpfilverdämpf» gibt es, «Enoloncnica», «Tourta d'toumat» oder auch «Alpacher Steffelsnidei».

Wer wissen will, was das bedeutet, muss sich schon näher mit «Appetit statt Transit» beschäftigen. Schliesslich handelt es sich um «ein Kochbuch, ums Hirni zu füttern, die Seele zu kitzeln und lustvoll den Magen zu füllen».

Gertrud Fein

© Süddeutsche Zeitung

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