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Im ganzen Land schön Die Schweiz mit der Tageskarte Ein Reisenbuch mit Jochen Jung, Manfred Papst, Bruno Steiger, Isolde Schaad, Daniel Zahno, Guido Magnaguagno, Mascha Kurtz, Klaus Merz, Peter Weber, Peter Höner, Peter K. Wehrli, Christoph Kuhn, Balz Theus und Sibylle Mulot Herausgegeben von Dieter Bachmann 2006, 208 Seiten, gebunden ISBN 3 85791 499 8 |
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Fünfzehn Autorinnen und Autoren, angestiftet von Dieter Bachmann, unternehmen eine Tagesfahrt mit den sbb. Es geht in alle Himmelsrichtungen, so wie es Tausende tun an jedem schönen Tag. Zugelassen sind Bahn, Postauto, Schiff und Bergbahnen. Als Basis ein Streckennetz von 24500 Kilometern. Die fünfzehn Reisenden sind von so verschiedener Neigung, dass fünfzehn Mal ein anderes Erlebnis, eine ganz andere Erzählung entsteht. Ein Reisenbuch—ein literarischer Panoramawagen. «Ich gehe aus dem Haus, steige ein, freigesetzt. Das Generalabonnement lenkt den öffentlichen Verkehr um, jedes Tram fährt zum Hauptbahnhof. Man weiss als Besitzer dieser Entgrenzungskarte im begrenzten Raum nie, wohin es einen treibt und verschlägt, man reist aufs Geratewohl. Freier Reisefluss, öffentliche Improvisation, jeder Aufbruch eine Reise ins Unvorhersehbare.» Peter Weber |
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Dieter Bachmann, geboren 1940 in Basel, war 1988–1998 Chefredaktor der Zeitschrift «Du», ist Autor dreier Romane, zuletzt «Grimsels Zeit», und Herausgeber zahlreicher Sachbücher. Im Limmat Verlag sind die beiden von Dieter Bachmann herausgegebenen Fotobände «Il lungo addio – Der lange Abschied. 138 Fotografien zur italienischen Emigration in die Schweiz» und «Der Körper der Photographie. Eine Welterzählung in Aufnahmen der Sammlung Herzog» lieferbar. |
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Inhalt |
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Vorwort. Dieter Bachmann Ringelspiel Eine Runde Schweiz. Jochen Jung
Zürich—Lugano—Basel—Genf—Rorschach—Zürich Geschützte Werkstätte. Manfred Papst
Zürich—Genf—Uetliberg Endstation Edmund ermässigt. Bruno Steiger
Richtung Romandie Müllers Lust. Isolde Schaad
Fribourg—Bundtels Müüchgaffibrunn. Daniel Zahno
In Courgenay Ein Unrat. Dieter Bachmann
Täglich Basel Begrenzte Aussichten. Guido Magnaguagno
Nach Interlaken! Niemandsland. Mascha Kurtz
Olten, ostwärts In Olten. Klaus Merz
Luzern—Wattwil—Romanshorn Magical Mystery Tour. Peter Weber
Effretikon—Illnau und zurück Zum Sonnenbad der Seele. Peter Höner
Speisewagen nach Bellinzona Drei Schweizerkarten. Peter K. Wehrli
Um den Bodensee S’isch Rorschach. Christoph Kuhn
Nach Poschiavo Bernina-Express. Balz Theus
Burgunderpforte—Bern und zurück6 Bern sehen. Sibylle Mulot
Die Autoren |
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Vorwort. Dieter Bachmann Dies möchte ein freundliches Buch sein, Leser. Es rechnet mit deinem Sinn für die lichteren Momente des Daseins. Es ist die Verneigung vor einer guten Idee, und sei sie auch aus dem Geiste des Kommerzes geboren. Es sind ja nun jeden schönen Tag Legionen unterwegs. Man sieht sie am frühen Morgen in ihren Windjacken am Prellbock aufeinander warten. Manch einer schwingt drohend den Wanderstock, weil er den Golden Rail von Montreux nach Château d’Oex oder den Glacier nach Zermatt vorhat. Um neun Uhr ist es still im Bahnhof. Die Pendler sind an der Arbeit, und die Tageskärtler sind dort, wo sie hinwollten, wo es am schönsten ist an einem schönen Tag, im «fahrenden Abteil». Eine freies Abteil zweiter Klasse: Sie legen den Rucksack, die Tasche auf die freien Plätze, da kommt ihnen kein andrer mehr hin. Ist das nicht die beste Art, unterwegs zu sein? Draussen ziehen die Bundesbahnen die Schweiz am Fenster vorbei, und drinnen kommt bald der Mann mit dem Buffetwagen. Ist das nicht der gemütlichste Kaffee, auch wenn er medioker ist: eine Brühe? Da sitzen sie, schauen und fahren in ihre Schweiz hinein. Sie fahren auf die Berge und schauen hinunter in ihr Land, den Seen entlang, und staunen über die Weite. Wie das plötzlich auftut, wenn man nach dem einsamen Freiburgerland zum Loch herauskommt! So ein Eisenbahnwagen ist ein Stück Stube. Sagt eine Frau im Cisalpino: «Über eine Milliarde Einwohner hats jetzt dort hinten in Indien.» Sie lehnt sich in ihrem Sitz zurück. In Luino wird man eine Flasche Grappa kaufen. Manche zwitschern jetzt den ersten Dézaley. Bei der Tür sitzt ein stiller Einzelgänger, das faltige Rucksäcklein an seiner Seite. Dies ist ihre Schweiz. Sie verwandeln das Land in Bahnkilometer, loten diese aus nach den schönsten Zügen, den längsten Strecken, auf Aussichten und Entdeckungen scharf, auf ihr ganz besonderes Erlebnis der Schweiz. Vor dem Zugfenster lassen sie ihr Land antreten, stolz, gerührt, manche gleichmütig (wenn sie nur nicht zu Hause sein müssen). Ihre Schweiz? Die Schweiz ist klein genug, damit die SBB ein Netz bauen können, auf dem man in einem Tag an alle Enden und wieder zurück kann. Es hat genau die Grösse einer voll ausgefahrenen Tageskarte. «Warum hält er jetzt?» Die Swissair war dazu da, das Schweizerkreuz und das Schweizergefühl in die Welt zu tragen. Darauf müssen wir verzichten. Es bleiben die Bundesbahnen, die weiter so heissen, auch wenn sie kein Bundesbetrieb mehr sind. Die Schweizer Bahn vermittelt für einen, der in Mailand aus Trenitalia in einen Schweizer Zug umsteigt, das gleiche Heimatgefühl wie damals die Swissair, wenn man nach drei Wochen afrikanischem Busch an Bord kam. Es fällt einem ein Stein von der Brust, von dem man noch nicht einmal wusste, dass er da war. Heimat auf Rädern. Draussen das Land, als wär es vom Trassee aus nach rechts und links hingebaut, bis auf die Gipfel dort drüben. Wo keine Eisenbahn fährt, ist nichts mehr, terrain vague. Zwei Männer, Gespräch über Europa. Der eine schaut zum Fenster hinaus und sagt nachdenklich: «Und wenn wir eines Tages drin sind - was machen sie dann mit dem Rütli?» (…) |
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«Die Schweiz aus ungewohnter Perspektive – wohltuend anders.» Tages-Anzeiger «Ein erstklassiges Lesebuch mit Geschichten quer durch die Schweiz.» St. Galler Tagblatt «Die Autoren des Bandes pflegen einen entspannt-ironischen Umgang mit der Schweiz und ihren Mythen. Sie zeigen dabei durchaus nicht nur die Schokoladenseiten des Landes, und beim Blick aus dem Zugfenster sehen auch sie Umweltzerstörung, architektonische Zumutungen und monokulturelle Öde. In der Summe der Beiträge erscheint die Alpenrepublik nicht gerade als Mutter- oder Vaterland langweiliger Wohlanständigkeit, eher als ein Land von ungeahnter kultureller Vielfalt. Man sitzt drei oder vier Stunden im Zug – und ist irgendwie immer auch unterwegs nach Italien oder Frankreich. Jochen Jung, der Verleger aus Salzburg, gesteht als Stimme aus dem befreundeten Ausland unumwunden seine Bewunderung: ‹Wir haben sie vielleicht nicht gern, aber wir lieben sie. Sie ist zwar jungfräulich, mönchisch und sehr eigen, aber sie hat auch so etwas Altmodisch-Modernes, Knorrig-Elegantes, Verbohrt-Fanatisches. (..) Sie ist auch so solipsistisch, so genügsam und egophil, und ach, sie will uns nicht, sie, die das Loch ist mitten im Kontinent, in dem sie nun womöglich zu verschwinden droht.›» Norddeutscher Rundfunk NDR «Die Idee: 15 Autoren reisen mit dem Eintages-Generalabo auf SBB-Strecken und berichten. Die Umsetzung: sehr gelungen.» Basler Zeitung «Das Buch besticht durch seine Idee und durch die leuchtenden Texte der 14 Journalisten und Autorinnen, die subtil beobachten und brilliant schreiben können, ganz ohne dabei, wie manch andere, manieriert oder pseudocool werden zu müssen. Es sind leuchtende Eintages-Eskapaden von Menschen, die ausgetretene Pfade zu umgehen suchen - geographisch wie in ihrer Schreibe. Ein subtiles, schnelles, tief- und abgründiges Reisebuch in die Schweiz, die wir zu kennen glauben.» Journalists.ch «Das Buch macht eine Menge Lust auf Reisen im Zug. Nicht nur in der Schweiz.» Der Tagesspiegel «Es ist ein ganz besonderes Reisebuch geworden.» Zürichsee-Zeitung «Ein prächtiges, erfreuliches Buch.» Münstergass-Buchhandlung «Ein Band, der mehr von Land und Leuten verrät als manches herkömmliche Reisebuch.» Programm-Zeitung «Ein hin- und fortreissendes Reisenbuch: hellwach, inspiriert, versponnen, köstlich kauzig, literarisch.» Buchjournal «15 Autorinnen und Autoren geben ein detailliertes Bild der Schweiz von heute.» 20 minuten «Die Schweizer Bahn ist eine Heimat auf Rädern.» Alpenjournal |
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