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Mein Leben und ich Schweizer Lebensgeschichten seit 1800 Ausgewählt aus Büchern des Limmat Verlags von Corina Lanfranchi und mit einem Vorwort von Jakob Tanner 2005, 320 Seiten, 48 Fotos,
Pappband Das Buch erscheint zum 30-jährigen Verlagsjubiläum und wurde ergänzt mit einer Verlagsbibliografie 1975–2005 |
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«Alle Personen in diesem Buch haben gelebt» Der gemeinsame Nenner der Texte dieser Anthologie ist, dass ihre «Heldinnen und Helden» leben oder gelebt haben. Versammelt sind Auszüge aus Büchern, die in den letzten dreissig Jahren im Limmat Verlag erschienen sind, und sie repräsentieren einen wichtigen Programmschwerpunkt dieses Verlags: die Lebensgeschichte. 56 Texte erzählen aus ebenso vielen Lebensläufen eine kurze Episode. Wir haben eine «Gastkuratorin» gebeten, sich durch rund 150 lebensgeschichtliche Bücher zu lesen und eine Auswahl zu treffen. Das Resultat ist eine Sammlung, die Wert legt auf den Reichtum, die Abwechslung, die Vielfältigkeit und damit nicht zuletzt auf das Lesevergnügen beim Streifen durch die 200 Jahre Schweizer Leben. Die Vielfalt betrifft dabei alles: soziale Milieus, geografische Orte und Sprachregionen, Lebensumstände, Ereignisse biografischer wie weltpolitischer Art. Aber auch die Textarten: Von Tagebüchern und Briefen über Porträts, Biografien und Lebenserinnerungen bis zu historischen Romanen zeugen die Texte vom Bemühen, Übersicht über das (eigene) Leben zu bekommen (und ein Teil von ihnen auch vom Bedürfnis, anderen zu berichten, wie es einem ergangen ist). Diese Vielfalt im Erzählen von Lebensgeschichten weist darauf hin, dass man über jedes Leben auch ganz anders berichten kann. Aber wichtig ist, dass man es tut, mündlich wie schriftlich. Es erzeugt die Erkenntnis, dass auch das Leben anders sein kann, als es ist. Auch die Anthologie könnte anders sein, mit 56 Auszügen aus rund 150 Büchern hätten sich leicht auch 56 andere Bücher zusammenstellen lassen. Unser Gang durch 200 Jahre Lebenswelt ist sowohl geprägt durch eine gewisse Willkür, die aus der Qual der Wahl entstanden ist, aber auch durch die Interessen und die Ausrichtung des Limmat Verlags, der kleinen Leuten und Benachteiligten immer viel Sympathien entgegengebracht hat und entgegenbringt. Die Anordnung ist chronologisch, Zeit und Ort der Handlung sind jeweils am unteren Seitenrand angegeben. Die Verlagsbibliografie führt alle Titel des Limmat Verlags in seinen ersten dreissig Jahren auf. Das Personenregister erschliesst Texte und Bibliografie und verweist auf den lebensgeschichtlichen Hintergrund des Verlags selbst, auf alle, die als Autoren, Herausgeberinnen, Übersetzer, Fotografinnen, Zeichner, Vorleserinnen gewirkt haben. Auch die Anthologie könnte anders sein, mit 56 Auszügen aus rund 150 Büchern hätten sich leicht auch 56 andere Bücher zusammenstellen lassen. Unser Gang durch 200 Jahre Lebenswelt ist sowohl geprägt durch eine gewisse Willkür, die aus der Qual der Wahl entstanden ist, aber auch durch die Interessen und die Ausrichtung des Limmat Verlags, der kleinen Leuten und Benachteiligten immer viel Sympathien entgegengebracht hat und entgegenbringt. Die Anordnung ist chronologisch, Zeit und Ort der Handlung sind jeweils am unteren Seitenrand angegeben. Die Verlagsbibliografie führt alle Titel des Limmat Verlags in seinen ersten dreissig Jahren auf. Das Personenregister erschliesst Texte und Bibliografie und verweist auf den lebensgeschichtlichen Hintergrund des Verlags selbst, auf alle, die als Autoren, Herausgeberinnen, Übersetzer, Fotografinnen, Zeichner, Vorleserinnen gewirkt haben. |
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Inhalt |
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9 Vom bewegten Leben der Lebensgeschichten Hans Melchior Vögeli Regula Engel Clara Wendel Friedrich Kubli Emma Herwegh Andreas Dietsch Samuel Fässler P. Matthäus Keust Bernhart Matter Farinet Jakob Otto Wyss Emil Wälti Olga Frey Charlotte Louise Staehelin-Burckhardt |
Tonio Friedrich Glauser Adeline Favre Ich-Erzähler Fritz Bär Kathrin Engler Katharina Berta Urech Ich-Erzählerin Max Hutter Alfredo Dalla Riva A. Samariterin Walter |
Max Wickart Marthe Gosteli Max Frisch Lisa Meyerlist Paula Korn Kinder Ernst Halter Marcel Lévy Anne Cuneo Otto Scherer Niklaus Meienberg Edith Kopf-Schwestermann Martha Farner Judith M. Pauline M.–H.
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Gertrud Mosimann Marie-Rose De Donno Daniel de Roulet Amalie Pinkus-De Sassi Monika S. Paula Charles Grazia Pergoletti Adifete Reka Regula Sonja Levitán Bianca May Katrin Huber Elif
Bibliografie des Limmat Verlags 1975–2005 Personenregister
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Vom bewegten Leben der Lebensgeschichten von Jakob Tanner Solange Menschen leben, gestalten sie ihre Gegenwart. Sie pflegen Bilder der Vergangenheit und stellen Überlegungen über ihre Zukunft an. Sie hinterlassen vielfältige Spuren, zufällig überlieferte Dokumente wie Aufzeichnungen und Notizen oder im Hinblick auf die Nachwelt verfasste Berichte, Briefe und Tagebücher, teils auch gehaltvolle Memoiren und ausgeklügelte Autobiografien. Die Vorstellungen darüber, was im Leben Sinn macht, bleiben auf diese Weise im Fluss. Sie wandeln sich mit der Persönlichkeitsentwicklung. Menschen nehmen nicht nur auf ihre Geschichte Einfluss, indem sie selber handeln, biografische Entwürfe zu realisieren versuchen, ihren Träumen nachrennen oder ihren Wünschen nachhängen. Sie wirken vielmehr auch darauf ein, wie die Mixtur aus Erinnern und Vergessen aussieht, aus der das Selbst- und Fremdbild besteht. Am Ende des Lebens triumphiert mit dem Tod auch die Geschichte, genauer: Es bleiben viele Geschichten zurück. Das Sprechen über ein Leben im Singular ist schon deswegen unangemessen, weil die Erzählungen über einen Menschen äusserst plastisch und facettenreich sind. Tote sind als Subjekt ihrer Geschichte nicht mehr präsent, so werden sie zum Objekt von Geschichten, was schon bei der Beerdigung mit dem Nachruf beginnt, der im Wortsinne ein «Nachruf» ist, das heisst etwas, was in die Leere, die ein Verstorbener hinterlässt, hineingerufen wird und ihm dann als Fama nachgeht. Nun dominieren die Geschichten der Überlebenden und Nachgeborenen, die sich einen Reim auf diese Entschwundenen zu machen versuchen, die ihnen als Menschen nahe standen oder für die sie sich aus anderen Gründen interessieren. Tote wären den Projektionen, dem wertenden Zugriff anderer wehrlos ausgesetzt, gäbe es nicht noch Lebende, die eine Version «in ihrem Sinne» verteidigen und damit die Deutungswillkür einschränken würden. Doch mit der Zeit erlahmen diese Energien, und die vergangenen Leben erfahren ihre Freisetzung für historische Interpretationen ebenso wie für literarische Aneignungen. In freien Erzählungen wird die Zeit auf neue Weise verfügbar. So kann es – wie im vorliegenden Band S. 51ff. – passieren, dass der vor 150 Jahren hingerichtete «Ein- und Ausbrecherkönig» Bernhart Matter aus Muhen (Aargau) auf das zurückblickt, was mit seinem Haupt passierte, nachdem es vom Rumpf abgetrennt worden war. Diese imaginäre Retrospektive auf das eigene Ende wird durch einen Autor ermöglicht, der sich viel später zum Komplizen des Gauners macht, indem er ihm eine Stimme verleiht. Der Protagonist erfährt hier eine lebensgeschichtliche Rehabilitation post festum, der Leser wird Zeuge einer Wiederauferstehung eines in die Illegalität abgedrängten und schliesslich in den Tod beförderten Verbrechers als Mensch, der auf listige Weise ein klein wenig ausgleichende Gerechtigkeit zu wirklichen vermochte. (…) |
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| Pressestimmen / Rezensionen | |||
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«56 Lebensgeschichten von bekannten (wie Glauser, Frisch) und unbekannten Schweizern, die sich kritisch an der Heimat reiben. Eine schöne Anthologie zu 30 Jahren Limmat Verlag. Wir grautulieren!» SonntagsZeitung «Männer, Frauen, Arme, Reiche, Junge, Alte, Berühmte und Unbekannte: Alle kommen zu Wort und gebenMüsterchen aus ihrem Leben preis. Das Buch eignet sich hervorragend als Nachtischlektüre.» kath.ch «Der Reader ist ein vorzügliches Geschenk auch an die Buchhändler, um sich in fremde Lebenswelten einzulesen.» Schweizer Buchhandel «Viele, ja die meisten der vorgestellten Lebensschicksale berühren einem beim Lesen.» kath.ch |
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