Jean-Robert Probst

Chicky

Wie Eugen Altenburger seinen Bubentraum verwirklichte und Clown beim grössten Circus von Europa wurde

Aus dem Französischen von Filip Vincenz

 

Titel der Originalausgabe: Chicky. Une vie de clown. Légende vivante du cirque.

2011, 170 Seiten, 40 s/w-Abbildungen, Pappband
sFr. 29.80, € 22.80

ISBN 978-3-85791-626-7

 

 

 

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Kurze Inhaltsangabe

 
 
Sein Vater war Hutmacher in Jona, seine Mutter Verkäuferin. Schon früh trieb sich der kleine Eugen Altenburger beim Circus Knie im benachbarten Rapperswil herum. Und da er kein Geld hatte, ergriff er die Hand einer fremden Frau und spazierte mit ihr ohne Billett ins Zelt.

Er suchte die Nähe der Artisten und begann mit ihnen zu üben, wann immer er freie Zeit hatte. Dann arbeitete er ohne Bezahlung in einer Arena, einem Circus ohne Zelt, zog mit diesem durchs Land und fand allmählich seinen Platz in der Circuswelt: Er brachte die Leute zum Lachen.

Mit der Zeit wurden die Zelte grösser, Engagements in ganz Europa folgten, auch beim Circus Knie, bis er schliesslich zum Hausclown des Circus Krone wurde. Mit viel Gespür für das sprechende Detail erzählt Jean-Robert Probst die ungewöhnliche Geschichte des Clowns «Chicky» und lässt dabei das faszinierende und zugleich harte Leben der Circusleute lebendig werden.

Eugen Altenburger, geboren 1928 in Jona, ging direkt nach der Schule zum Zirkus. Während sechzig Jahren arbeitete er als Clown «Chicky» in den prestigeträchtigsten Zirkusunternehmen Europas, von «Pinder» über «Knie» bis zu «Krone».
Jean-Robert Probst, geboren 1946 in Neuchâtel, ist Journalist und Schriftsteller. Er war 16 Jahre Chefredaktor der Zeitschrift «Générations», arbeitete ein Jahr beim Zirkus Knie und trat als Amateurclown auf. Er hat mehrere Bücher über den Zirkus publiziert.

Textprobe

INHALT

7 GELEITWORT

11 CIRCUS IM BLUT
15 ARENA-ZEIT
20 DIE LEGENDE DES AUGUST

24 LEHRJAHRE IM CIRCUS
28 DAS CLOWN-ENTRÉE
31 DER KLEINE TRITTBRETTFAHRER

36 JAHRE VOLLER SCHINDEREI
40 AUF NACH SPANIEN
44 EINE ENTSCHEIDENDE BEGEGNUNG

50 RUF AUS DEM HOHEN NORDEN
54 DER PARTNER GROCKS
59 EIN DREI-MANEGEN-CIRCUS

65 DIE BLINDE DIREKTORIN
69 AUF DEM STROH
72 EIN MUSEUM AUF RÄDERN

75 DIE GROSSE CIRCUSFAMILIE
79 SAISONENDE
85 DIE GOLDENEN JAHRE

90 KNIE, DIE KRÖNUNG
94 EIN ROMANTISCHER PATRON
98 DER BESUCH VON CHARLIE CHAPLIN

103 DOKTOR CHICKY UND MISTER CLOWN
107 DIE CIRCUSFREUNDE
111 MIT CLAUDIA CARDINALE IN DER MANEGE
115 DAS REPERTOIRE:
WER DIE WAHL HAT, HAT DIE QUAL
118 EIFERSUCHT UNTER DEN CLOWNS
123 DAS RADIO GAB DEM CIRCUS DEN
TODESSTOSS

128 DER ZERBROCHENE SPIEGEL
132 PATY ALS NEUE PARTNERIN
138 DRAMATISCHE ZEITEN

142 CIRCUS IN SCHWARZ-WEISS
145 MITTEN IM NIEMANDSLAND
149 ZURÜCK IN DER HEIMAT

155 ABSCHIED VON DER MANEGE
158 DIE LETZTE VORSTELLUNG
164 EIN WUNDERBARES LEBEN
 

Geleitwort

 

Eugen Altenburger alias Clown Chicky Rapperswil-Jona Knie … Namen, die eng mit Circus verbunden sind.

Meine Erinnerungen an Eugen Altenburger reichen bis ins Jahr 1956 zurück. Damals war ich zehn Jahre alt und konnte leider nur während der Schulferien mit dem Circus reisen. In diesem Jahr gab es in unseren Vorstellungen viel zu lachen. Das Publikum staunte über Borra, den König der Taschendiebe, und bejubelte herzhaft die Dummheiten von Knies Schimpansen. Zwei der besten Clowntruppen waren im Programm vertreten: die Rastellis mit «Les Chocolats & Compagnie» sowie die Cavallinis, Cousins des berühmten Rodolfo Cavallini, der ab 1920 mit meinem Grossvater in der Manege des Circus Knie gearbeitet hatte.

Daneben gab es aber auch einen jungen, sympathischen Mann in roter Kostümierung und mit weissen Handschuhen. Mein Onkel Rolf Knie und mein Vater Fredy engagierten ihn als Monsieur Loyal, eine Schlüsselfigur im Programm, die zwischen den einzelnen Nummern in Erscheinung tritt, die einzelnen Darbietungen ansagt und Regie führt. In der Circussprache wird diese Funktion oft als Sprechstallmeister bezeichnet. Eugen Altenburger aus Jona bewältigte diese anspruchsvolle Tätigkeit auf wunderbare Weise. Es war der Beginn einer engen Freundschaft, welche die Familie Knie noch heute mit ihm verbindet.

Für die Tournee von 1963 engagierte der Schweizer Nationalcircus das Clowntrio «Chicky & Co.», bestehend aus dem Weissclown Bruno Stutz und den beiden Augusten «Alfredo» (Roland Brunisholz) und «Chicky». Bruno reiste mit einer hübschen jungen Frau an, Patricia De Jonghe, einer vielseitig talentierten belgischen Circusartistin. In ihr fand ich eine Tänzerin, wie ich sie für meine Pferdenummer «Schneewittchen und die sieben Zwerge» suchte. Im Prinzenkostüm ritt ich auf dem portugie-sischen Schimmel Jason die Hohe Schule, während uns die junge Frau – unter dem Künstlernamen Patricia Percelly – in der Rolle des Schneewittchens mit tänzerischen -Figuren von einer unbeschreiblichen Geschmeidigkeit begleitete.

Zwischen 1964 und 1973 habe ich die Chickys in verschiedenen Circussen gesehen, die ich jeweils aus beruflichen Gründen besucht habe. Patricia, die inzwischen mit Bruno verheiratet war, nahm im Trio fortan den Platz von Alfredo ein. 1974 und 1975 nahmen wir sie im Circus Knie erneut unter Vertrag. Während der ganzen Tournee hatte ich so das grosse Vergnügen, neben diesen herausragenden Artisten aufzutreten, die sich auch durch eine ausgesprochen grosse Freundlichkeit auszeichneten. Von dieser Zeit blieb mir eine Reihe von lustigen Anekdoten in Erinnerung.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass Jean-Robert Probst das Leben von Eugen Altenburger in einem amüsanten und interessanten Buch niedergeschrieben und damit eine Hommage an die Chickys verfasst hat.

Jean-Robert Probst ist nicht irgendein Autor: Seiner grossen Faszination für die Welt des Circus folgend, arbeitete er während eines Jahres im Pressebüro des Circus Knie und sammelte in unserer kleinen Stadt auf Rädern, in der es nicht immer einfach zu und her geht, viele Erfahrungen aus erster Hand. Zudem übte er sich auch in der Kunst der Clownerie. Unter dem Namen «Robi» trat er als Amateurclown in verschiedenen Reprisen auf. Er weiss zu gut, wie schwierig es für einen Komiker ist, das Publikum zu unterhalten. Nach meinem Dafürhalten ist er die ideale Person, um das Leben eines Clowns aufzuzeichnen und ins rechte Licht zu rücken.

Fredy Knie junior

Pressestimmen / Rezensionen

Rd_tri.gif (202 Byte) Obersee Nachrichten, 19. Mai 2011
Rd_tri.gif (202 Byte) Tages-Anzeiger, 24. Mai 2011
Rd_tri.gif (202 Byte) Der Komet, 10.Juni 2011
Rd_tri.gif (202 Byte) Circus Zeitung, Juni 2011
«Er verlor seine große Liebe Loneli Gasser, die Tochter des Zirkusdirektors, an einen Oberrequisiteur. Er machte Karriere: Bei den Gassers, im Royal, im Nock, im Knie und schliesslich als Hausclown des grossen Zirkus Krone in München. Chicky hat vor der monegassischen Fürstenfamilie gespielt und Charlie Chaplin zum Lachen gebracht.Und er hat es geschafft, dass seine Familie stolz auf seinen missratenen Sohn ist: Als sein Vater Josef Altenburger ihn das erste Mal in der Manege sahm sagte er den Tränen nah: ‹Mein Sohn, ich bin stolz auf dich›» Tages-Anzeiger

«Mit viel Gespür für das entsprechende Detail erzält Circus-Fachmann Jean Robert Probst die ungewöhnliche Geschichte des Clowns ‹Chicky› und lässt dabei das faszinierende und zugleich harte Leben der Zirkusleute lebendgig werden.» Der Komet

«Die Schweiz hat zahlreiche weltweit berühmte Clowns hervorgebracht. Zu ihnen zählt auch Eugen Altenburger, besser bekannt als Chicky.» Circus Zeitung

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