|
Geleitwort
Eugen Altenburger alias Clown Chicky
– Rapperswil-Jona
– Knie … Namen, die eng mit
Circus verbunden sind.
Meine Erinnerungen an Eugen Altenburger reichen bis
ins Jahr 1956 zurück. Damals war ich zehn Jahre alt und konnte leider nur
während der Schulferien mit dem Circus reisen. In diesem Jahr gab es in
unseren Vorstellungen viel zu lachen. Das Publikum staunte über Borra, den
König der Taschendiebe, und bejubelte herzhaft die Dummheiten von Knies
Schimpansen. Zwei der besten Clowntruppen waren im Programm vertreten: die
Rastellis mit «Les Chocolats & Compagnie» sowie die Cavallinis, Cousins des
berühmten Rodolfo Cavallini, der ab 1920 mit meinem Grossvater in der Manege
des Circus Knie gearbeitet hatte.
Daneben gab es aber auch einen jungen, sympathischen
Mann in roter Kostümierung und mit weissen Handschuhen. Mein Onkel Rolf Knie
und mein Vater Fredy engagierten ihn als Monsieur Loyal, eine Schlüsselfigur
im Programm, die zwischen den einzelnen Nummern in Erscheinung tritt, die
einzelnen Darbietungen ansagt und Regie führt. In der Circussprache wird
diese Funktion oft als Sprechstallmeister bezeichnet. Eugen Altenburger aus
Jona bewältigte diese anspruchsvolle Tätigkeit auf wunderbare Weise. Es war
der Beginn einer engen Freundschaft, welche die Familie Knie noch heute mit
ihm verbindet.
Für die Tournee von 1963 engagierte der Schweizer
Nationalcircus das Clowntrio «Chicky & Co.», bestehend aus dem Weissclown
Bruno Stutz und den beiden Augusten «Alfredo» (Roland Brunisholz) und «Chicky».
Bruno reiste mit einer hübschen jungen Frau an, Patricia De Jonghe, einer
vielseitig talentierten belgischen Circusartistin. In ihr fand ich eine
Tänzerin, wie ich sie für meine Pferdenummer «Schneewittchen und die sieben
Zwerge» suchte. Im Prinzenkostüm ritt ich auf dem portugie-sischen Schimmel
Jason die Hohe Schule, während uns die junge Frau – unter dem Künstlernamen
Patricia Percelly – in der Rolle des Schneewittchens mit tänzerischen
-Figuren von einer unbeschreiblichen Geschmeidigkeit begleitete.
Zwischen 1964 und 1973 habe ich die Chickys in
verschiedenen Circussen gesehen, die ich jeweils aus beruflichen Gründen
besucht habe. Patricia, die inzwischen mit Bruno verheiratet war, nahm im
Trio fortan den Platz von Alfredo ein. 1974 und 1975 nahmen wir sie im
Circus Knie erneut unter Vertrag. Während der ganzen Tournee hatte ich so
das grosse Vergnügen, neben diesen herausragenden Artisten aufzutreten, die
sich auch durch eine ausgesprochen grosse Freundlichkeit auszeichneten. Von
dieser Zeit blieb mir eine Reihe von lustigen Anekdoten in Erinnerung.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass Jean-Robert
Probst das Leben von Eugen Altenburger in einem amüsanten und interessanten
Buch niedergeschrieben und damit eine Hommage an die Chickys verfasst hat.
Jean-Robert Probst ist nicht irgendein Autor: Seiner
grossen Faszination für die Welt des Circus folgend, arbeitete er während
eines Jahres im Pressebüro des Circus Knie und sammelte in unserer kleinen
Stadt auf Rädern, in der es nicht immer einfach zu und her geht, viele
Erfahrungen aus erster Hand. Zudem übte er sich auch in der Kunst der
Clownerie. Unter dem Namen «Robi» trat er als Amateurclown in verschiedenen
Reprisen auf. Er weiss zu gut, wie schwierig es für einen Komiker ist, das
Publikum zu unterhalten. Nach meinem Dafürhalten ist er die ideale Person,
um das Leben eines Clowns aufzuzeichnen und ins rechte Licht zu rücken.
Fredy Knie junior |