Anne Cuneo

«Sie hat mehr hervorgebracht als eine interessante Biographie, mehr als einen vielschichtigen Roman: ein literarisches Ereignis!» Tages-Anzeiger

Foto Jacqueline Monnat

Werke

Zur Biographie

Geboren in Paris kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Kind italienischer Eltern, ihre Familie verlässt Frankreich 1940. Kindheit in Norditalien. Nach dem Tod ihres Vaters in den letzten Kriegstagen, lebt sie mehrere Jahre in katholischen Waisenheimen und Internaten in Italien und später in Lausanne in der Schweiz, wo sie die französische Sprache lernen und sich in die neue Umgebung einleben muss. Nach dieser schwierigen Zeit verbringt sie ein Jahr in England, in Plymouth und London, und entdeckt die angelsächsische Kultur. Sehr viel später schöpft sie aus der Erinnerung an diesen wichtigen Lebensabschnitt für ihren Roman Station Victoria (1989). Zurück in Lausanne arbeitet sie zunächst als Telefonistin und Sekretärin, studiert anschliessend an der Universität Lausanne Geschichte, Englisch und Italienisch, arbeitet in der Werbung, unterrichtet Sprachen und reist quer durch Europa. 

Sie beschäftigt sich mit nahezu allen Möglichkeiten der Literatur, mit Journalismus und Übersetzungen. Ihr Werk, sehr oft autobiographisch, ist geprägt von der Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen. Sie bewundert Breton, den Surrealismus, die Tradition der grossen amerikanischen Romane, und versucht all ihre Vorlieben in ihr Werk einzubringen. Beispiele für ihre ästhetischen Neigungen werden sichtbar in Gravé au Diamant, Mortelle Maladie, Passage des Panoramas, Hotel Venus. In La Vermine ist sie Fürsprecherin für Menschen, die am Rande leben, und mit ihrer Autobiographie Portrait der Autorin als gewöhnlicher Frau führt sie die Welt der Emigranten in die schweizer Literatur ein. Sie schildert den Einbruch einer Krankheit in Eine Messerspitze Blau, nachdem sie eine schwere Krebserkrankung überwunden hatte. Als Essayistin zeichnet sie die Welt des Theaters und des Films, der sie sich verbunden fühlt: Le Piano du Pauvre, La Machine fantaisie, Le Monde des Forains, Benno Besson et Hamlet.

Nachdem sie während mehrerer Jahre vor allem für Theaterproduktionen gearbeitet und eigene und fremde Theaterstücke inszeniert und produziert hat, beschäftigt sie sich heute wiederum mit Literatur. Dabei steht ihre Biographie nicht mehr im Mittelpunkt des Schreibens. Sie fügt allerdings hinzu: «Ich empfinde, das, was ich erzähle immer noch als autobiographisch, allerdings vertieft und stärker verarbeitet, möglicherweise auch weniger anekdotisch geschildert.«

Ihre Hauptfiguren, mit denen sie sich zutiefst verbunden fühlt, drücken sich immer in der Ich-Form aus, zum Beispiel Francis Tregian in ihrem letzten Roman Der Lauf des Flusses. Durch Francis Tregian erleben wir das Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts, die gerkrönten Häupter, die Wirren und Kriege, die Künstler und die einfachen Menschen, aber auch die Ursprünge unserer Kultur.

Anne Cuneo lebt in Zürich und arbeitet für die Tagesschau des Westschweizer Fernsehens in Genf und Zürich.

Die Werke von Anne Cuneo im Limmat Verlag

Gesamtbibliographie

Hotel Herzschlag

Ein Doping-Fall für Marie Machiavelli

Garamonds Lehrmeister

Antoine Augereau – Schriftenschneider, Drucker, Verleger und Buchhändler

Lisas Lächeln

Marie Machiavellis dritter Fall

Vergessen ist Gold

Marie Machiavellis zweiter Fall

Herz aus Eisen

Marie Machiavellis erster Fall

Dark Lady

Ein Roman um Shakespeares große Liebe

Der Lauf des Flusses

Das Leben und die Abenteuer des Francis Tregian, Gentleman und Musiker

Station Victoria

Hotel Venus

Portrait der Autorin als gewöhnlicher Frau: Die Zeit der weissen Wölfe

Portrait der Autorin als gewöhnlicher Frau: Vor Tau und Tag

Eine Messerspitze Blau

Gesamtbibliographie Anne Cuneo

Romane

Originalausgaben

Gravé au diamant (Lausanne, L'Aire, 1967); Mortelle Maladie (id., 1969); La Vermine (Lausanne, cedips, 1970); Poussière du réveil (Lausanne, Bertil Galland, 1972); Le Piano du pauvre (id., 1975); La Machine fantaisie (id., 1976); Passage des Panoramas (id., 1978); Une Cuillerée de bleu (id., et Paris, Eric Losfeld, 1979); Portrait de l'auteur en femme ordinaire (id., 2 tomes, 1980/1982); Hôtel Vénus (Lausanne, Favre, 1984); Station Victoria (Yvonand, Bernard Campiche, 1989); Prague aux doigts de feu (id., 1990); Le Trajet d'une Rivière (id., 1993); Objets de Splendeur (id.,1996). Ame de Bronze. (id., 1998); D’or et d’oublis. (id.,1999); Le Sourire de Lisa. (id., 2000); Le Maître de Garamond. Antoine Augereau, graveur, imprimeur, éditeur, libraire (id., 2002); Entre Lumière et Ombres: Loyse de Savoie, Théâtre (Vevey, Atelier du Cadratin, 2003); Hôtel des Coeurs Brisés. (Orbe, Bernard Campiche, 2004); Les Corbeaux sur nos Plaines (id., 2005); Lacunes de la Mémoire (id., 2006)

Übersetzungen ins Deutsche

Dinge bedeckt mit Schatten (Zürich, Benziger Verlag, 1975, Übersetzung von Pierre Imhasly); Passage des Panoramas (Frankfurt, Suhrkamp Verlag, 1979, Übersetzung von Erich Liebi); Eine Messerspitze Blau (Zürich, Limmat Verlag, 1979, Übersetzung von Erich Liebi); Portrait der Autorin als gewöhnlicher Frau: Vor Tau und Tag (id., 1980, Übersetzung von Peter Sidler); Portrait der Autorin als gewöhnlicher Frau: Die Zeit der weissen Wölfe (id., 1982, Übersetzung von Peter Sidler); Hotel Venus (id., 1984, Übersetzung von Tobias Wyss); Station Victoria (id., 1991, Übersetzung von Maria Helena Nyberg); Der Lauf des Flusses (id. 1995, Übersetzung von Peter Sidler); Dark Lady (1998, Übersetzung von Peter Sidler), Herz aus Eisen (übersetzt von Peter Sidler, Limmat Verlag, 2000); Vergessen ist Gold (Übersetzt von Peter Sidler, 2001); Lisas Lächeln (übersetzt von Erich Liebi, 2003); Garamonds Lehrmeister (übersetzt von Erich Liebi, 2004); Hotel Herzschlag (übersetzt von Erich Liebi, 2007), alle Limmat Verlag.

Essays

Art, rupture et résistance (Moutier, Ed. de la Prévôté, 1978); Le Monde des forains: frères humains qui avec nous vivez (Lausanne, 3 Continents, 1985); Benno Besson et Hamlet (Lausanne, Favre, 1987).

Theater, Radio und Fernsehen

Les Bourreaux ordinaires, 1971; Jours du chat, 1972; Le Piano du pauvre, 1975; Cessez de m'appeler Grand-Père, 1976; Une fenêtre sur le 9 novembre, 1979; Le Grand Jeu de la vie courante, 1980; Le Joueur de flûte d'Argen, 1980; L'Aigle de la montagne noire, 1981; Au Sud des nuages, 1981; Lorelay, 1985; Scènes de la vie d'un pavé, 1986; Ophélie des bas quartiers, 1986; La Plainte d'Elvira, 1987; Madame Paradis, 1988; Les Enfants de Saxo, 1990; Omnibus, 1997; D’or et d’oublis, 1998; Entre Lumière et Ombres: Loyse de Savoie, 2003.

Filme

Cinéjournal au féminin, 1981; Wenn die City kommt, 1982; Les Sept Vies, 1983; Signes de terre, signes de chair, 1984; Basta, 1986; Durchdringende Welten (Le peintre Cenek Prazak), 1992; Francis Tregian, gentleman et musicien, 1996; Friedrich Glauser, La Dernière Carte, 1996; Adrian Frutiger, Schriftengestalter, 1998;Anne-Marie Blanc, La Petite Gilberte, 2000; Ettore Cella, Ein Künstlerleben 2002; Médiation, Naissance d’une Nation (Napoléon et la Suisse ) 2003; Ferdy «National» Kübler, 2003; Opération Shakespeare à la Vallée de Joux, 2005; Max Bollag, Galeriste, un Hommage, 2007.

Preise

Anti-Prix de la Radio Romande, 1968; Schillerpreis, 1979; Werkjahr der Stadt Zürich, 1988; Prix Bibliothèque pour tous, 1990;Prix Alpes-Jura, 1990; Prix des Auditeurs, 1994; Grand Prix de la Fondation vaudoise pour la promotion et la création artistiques, 1994; Prix des Libraires, 1995; Madame Europe, 1995, Prix des Libraires 1995.

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