Daniel de Roulet: Double

 

Bild Margareta Sommer (WochenZeitung WoZ)Die Verwechslung mit Bezwirksanwalt Peter Gasser

rd_tri.gif (899 Byte) Peter Gasser in der WochenZeitung WoZvom 1. Oktober 1998
rd_tri.gif (899 Byte) Bericht in Le Temps vom 19. Oktober 1998
rd_tri.gif (899 Byte) Daniel de Roulet zur Begegnung
Der Doppelgänger
Von Peter Gasser

Unglücklicherweise hat Detektivwachtmeister (Det.Wm.) Alfred Heim von der Kantonspolizei Zürich am 25. Oktober l980 anlässlich einer bewilligten Demonstration an der Zürcher Sihlporte den Westschweizer Schriftsteller Daniel de Roulet, den er für mich, den Bezirksanwalt (BA) Peter Gasser, hielt, nicht angesprochen. Sonst hätte er für sein «Grüezi, Herr Bezirksanwalt» ein verdutztes «Pardon, Monsieur?» zur Antwort bekommen, und mein Leben wäre ganz anders verlaufen.
Die Verwechslung der beiden Doppelgänger durch den Fahnder Heim beschreibt de Roulet in seinem neuen Buch «Double» - auch, dass er damals nicht den Mut hatte, sich mit mir zusammen fotografieren zu lassen, um die Polizeiaussagen zu widerlegen. Für mich kommt es siebzehn Jahre zu spät. Dennoch hätte ich jetzt gerne das Bild, das damals nicht gemacht wurde.
De Roulet ist einverstanden. Wir treffen uns Mitte September 1998 vor dem «Federal», dem alten Zweitklassbuffet im Zürcher Hauptbahnhof - einer der wenigen Orte hier, wo ich mich als Klaustrophobiker wohl fühle. Eine riesige, ausgeräumte Halle, hohe Fluchtportale nach drei Seiten und vorn die Schienenstränge, die wegführen aus dieser Stadt.
Die Zürcher Kantonspolizei hat jene Verwechslung bis heute nicht eingestanden. Da ist ein schwarzes Loch in meiner Biografie geblieben, ein gestohlenes Jahr voller Angst und Demütigung. Ich verdrängte es jahrelang, machte Karriere - schliesslich holte es mich ein. Sie haben mich pensioniert deswegen. Jahre zu früh. Depressionen, Angstzustände, Klaustrophobie. Seinerzeit hätte ich die Aufnahme der beiden Doppelgänger benötigt, um meinen Job zu behalten; heute brauche ich sie als Therapie.

1980: Det.Wm. Heim bespitzelt BA Gasser
Als Daniel de Roulet sich am 18. Oktober 1980 anlässlich einer Demonstration gegen den Winterthurer Sulzer-Konzern im Restaurant «Schützenhaus» erfrischt, beachtet er wohl kaum den Det.Wm. Alfred Heim von der Zürcher Kantonspolizei. Dieser seinerseits beobachtet den Demonstranten de Roulet sehr wohl. Wetzt auf seinen Turnschuhen herein und hinaus, jedes Mal einen andern Zivilpolizisten im Schlepptau, dem er verstohlen den de Roulet zeigt: «Lueg det, dasch doch de BA Gasser, lueg än ah, dä kännsch doch no vo früehner!»
Und als Daniel de Roulet am 25. Oktober 1980 anlässlich einer weiteren Demonstration von der Zürcher Sihlporte über die Bahnhofstrasse zum Löwenplatz schlendert, ahnt er keineswegs, dass ihm Aussenfahnder Heim und Kollegen, nun mit verdeckter Kamera ausgerüstet, folgen. Bis unglücklicherweise eine Dienstpistole auf das Pflaster tschättert, worauf die Verfolgung und Observierung des trotz «Demo-Look» erkannten Bezirksanwalts Gasser wegen eventueller Enttarnung der verdeckten Polizisten abgebrochen werden muss.
Die damalige Performance findet am nächsten Tag Niederschlag in einem «vertraulichen Informationsbericht» von Fahnder Heim zuhanden Gassers vorgesetzter Staatsanwaltschaft: «Aufgrund seines Verhaltens in Winterthur und Zürich ist offensichtlich, dass er (Gasser) nicht nur Sympathisant oder blosser Zuschauer sein kann.»
Heute glaube ich, es war wirklich nur Wichtigtuerei eines kleinen Unteroffiziers, dem Adrenalin und Ehrgeiz gleichermassen zu Kopf gestiegen sind. Damals aber, als der «Fall Gasser» immer kafkaeskere Dimensionen annahm und schliesslich damit endete, dass ich stempeln gehen musste, konnte ich mir das schlicht nicht vorstellen. Es musste doch etwas anderes dahinterstecken

Es war Kalter Krieg. Halbstaatliche Geheimorganisationen führten Geheimoperationen durch. War ich unabsichtlich in eine solche Sache gestolpert? Hing es mit dem «Fall Cincera» (vgl. Kasten links) zusammen?
Ich hatte 1976 die Strafuntersuchung im Fall Cincera aus reiner Loyalität übernommen. Ich hätte ablehnen können. Es war klar, dass ich mich damit verheizte. Aber als sich herausstellte, dass Bezirksanwalt Hans Nüssli, der gegen die Einbrecher vom «Demokratischen Manifest» ermittelte, früher Ortsgruppenleiter der Nationalen Front gewesen war, musste die Justiz ein glaubwürdiges Gegengewicht in die Waagschale werfen. Und da hatten sie wohl nur mich. Für die «andere Schweiz» sozusagen - die Kulturschaffenden, die PazifistInnen, die linken Pfarrer, die liberalen Medienleute: Opfer allesamt des paranoiden «Cincerismus» (Kurt Marti). Meine Untersuchung gegen die Denunzianten (nicht gegen Cincera selbst) beschränkte sich zwar strikt auf Dokumente, die unter strafbarer Verletzung des Amts-, Bank- oder Arztgeheimnisses in das private Archiv des «Subversivenjägers» gelangt waren. Doch im simplen Weltbild des Kalten Kriegs war ich der «Kryptokommunist», der den Patrioten Cincera «kriminalisierte». Und die Polizeiorgane, derer ich mich dabei bediente, fühlten sich «politisch missbraucht». Im Korps wurde ich zum bestgehassten Untersuchungsrichter.
Tatsächlich bedeutete das auch das Ende des Cincera-Archivs: Wo das Denunzieren nicht mehr gefahrlos ist, kriegen Denunzianten kalte Füsse. Er verschenkte sein Archiv an zwei ehemalige Stadtpolizisten (!).

1981: «Diese Sache» kommt ans Licht
Beim folgenden Kesseltreiben in Rechtspresse und Kantonsrat (Gasser ist Kommunist, Gasser missbraucht sein Amt zu politischen Zwecken, Gasser gehört sofort aus dem Staatsdienst entfernt …) lässt mich die SP, der ich seit fünfzehn Jahren angehöre, im Stich. Im Zorn trete ich aus. Da mich die Genossen bei der nächsten Wahl nun nicht mehr als ordentlichen (vom Volk gewählten) Bezirksanwalt aufstellen werden, bewerbe ich mich beim Zürcher Regierungsrat frühzeitig um eine Stelle als ausserordentlicher (ao) Bezirksanwalt - eine Formsache, zumal an solchen stets chronischer Mangel herrscht. Der Geschäftsleiter der Bezirksanwaltschaft, Dr. Jakob Müller, und mein Inspizient, Staatsanwalt Dr. Bruno Trinkler, sind beide der Meinung: «… lic. iur. Gasser solle aufgrund seiner guten Leistungen der BAZ als Bezirksanwalt erhalten bleiben. Demgemäss sei seine allfällige Bewerbung als ao BA zu unterstützen.» Das kommt faktisch einer Wahl gleich.

Am 15. Januar 1981 lässt mich der Justizdirektor Arthur Bachmann kommen: Er würde aufgrund der eingeholten Amtsberichte meine Bewerbung unterstützen, erklärt er, wenn da nicht «diese Sache» wäre. So begegne ich erstmals dem «Informationsbericht» von Fahnder Heim. Er ist bereits angereichert durch eine Stellungnahme des Ersten Staatsanwaltes, Oskar Birch, eines altgedienten Bürokraten der Polizeidirektion, der als Quereinsteiger bei der Staatsanwaltschaft landete: «Ein Bezirksanwalt, der nun teilnimmt an derartigen Demonstrationen (...), bekundet schlicht und einfach eine Einstellung, die ihn für das Amt eines Bezirksanwaltes untauglich macht.»
Was, zum Teufel, geht hier vor? Ich bin seit Jahren nicht mehr an einer Demo gewesen! Ich verlange umgehend eine Disziplinaruntersuchung gegen mich, um den Vorwurf zu widerlegen. Damit hat Birch nicht gerechnet, und er schreibt: «Ich glaube nicht, dass sich unter dem Gesichtspunkt der Beamtenverordnung die Durchführung einer Disziplinaruntersuchung vertreten liesse, weil sich kaum sagen liesse, der Beamte habe sich durch die blosse Teilnahme an einer behördlich bewilligten Demonstration der Achtung und des Vertrauens nicht mehr würdig erwiesen, wie dies seiner amtlichen Stellung gebührt.» Aber: «Ich komme zum Schluss, dass Bezirksanwalt Gasser zu Unrecht die Angaben der vier Polizeifunktionäre als unrichtig bezeichnet. Dieses Abstreiten, nicht die Belastung durch die vorgenannten Polizeifunktionäre, ist nun meines Erachtens aber geeignet, die Zutrauenswürdigkeit von Bezirksanwalt Gasser in Zweifel zu ziehen.»
Aus dem Juristischen übersetzt heisst das: Man kann Gasser zwar nichts vorwerfen, mithin braucht es keine Disziplinaruntersuchung, aber der Umstand, dass er bestreitet, was man ihm nicht vorwerfen kann, ist ein Charakterfehler, weshalb man ihn ebenfalls nicht weiterbeschäftigen kann.
Die bizarre Logik jagt mir Angst ein. Das kommt in Diktaturen vor oder bei Kafka. Aber doch nicht bei uns! Ich erzwinge die Disziplinaruntersuchung schliesslich, indem ich öffentlich behaupte, die Fahndungspanne werde aus Gründen der Staatsräson unterdrückt, weshalb die Herren Detektivwachtmeister munter weiterlügen dürften. Damit haben sie meine disziplinarische Verfehlung. Das Verfahren wird durchgeführt vom neuen Ersten Staatsanwalt Bruno Trinkler. Er stellt es nach penibel durchgeführter Untersuchung «mangels Disziplinartatbestandes» ein: «Die Aussagen der von Peter Gasser genannten Gewährspersonen schliessen die Anwesenheit von Peter Gasser an einer Demonstration in Winterthur aus. Damit fiele ebenfalls eine Teilnahme am Rande der Demonstration vom 25. Oktober in Zürich weg.»
«Gewährspersonen» gegen vier Polizisten: Mehr als ein müdes Lächeln vermag dieser «Verdachtsfreispruch» beim Zürcher Regierungsrat nicht zu wecken. Am 15. Juli l981 berichtet mir Justizdirektor Arthur Bachmann, meine Stellenbewerbung sei erneut gescheitert. Ich würde im Kanton Zürich nie mehr eine Staatsstelle bekommen, solange «diese Sache» nicht vom Tisch sei.

1998: Die Polizei wusste es
Erst siebzehn Jahre später sollte ich im Roman «Double» auf folgenden Ficheneintrag der Bundespolizei über den Buchautor Daniel de Roulet stossen: «14. 4. 1981. Interne Aktennotiz: Bezirksanwalt G. hat angeblich an diversen Demos teilgenommen. Er bestreitet dies: es müsse sich um einen Doppelgänger gehandelt haben. XXX eruiert nun diesen Doppelgänger als R. [de Roulet].» Es ist schwer vorstellbar, dass die Bundespolizei bereits am 14. April 1981 mehr wusste als die Zürcher Kantonspolizei. Die aber hat ihre Panne bis heute vertuscht - und ich war das Bauernopfer.
Der 31. Juli 1981 ist mein letzter Arbeitstag. Dann gehe ich stempeln. Für neun Monate. Es gibt nicht viele arbeitslose Akademiker: An der Flössergasse, zweimal wöchentlich, sind es eigentlich bloss der Exbezirksanwalt mit dem Berufsverbot und ein doch recht exzentrischer ungarischer Erfinder. Meine Frau arbeitet als Texterin-Praktikantin in einer kleinen Werbeagentur. Man erlaubt mir, dort als unbezahlter Unterpraktikant der Praktikantin zu arbeiten.Mir war damals klar: Wenn ich je wieder einen Neustart im Leben wollte, musste ich nochmals Bezirksanwalt werden. Dafür musste ich wieder in die SP eintreten. Die Genossen waren nicht nachtragend. Rückständige Beiträge abstottern, Schwamm drüber. Die «stille Volks-Wahl» durch die Interparteiliche Konferenz (IPK) am 25. April 1982 war knapp. Obgleich einziger Kandidat, stimmten für mich nur gerade die SP - und die FDP! Ich wurde wieder Bezirksanwalt.
Im September 1987 bewarb ich mich um die Stelle als Leiter der Abteilung Rechtshilfe in Strafsachen bei der Bezirksanwaltschaft Zürich. Das hätte eigentlich eine Formsache sein sollen: Schliesslich hatte ich den Laden aufgebaut und galt mittlerweile intern wie öffentlich als der Zürcher Experte für internationale Rechtshilfe und Geldwäscherei. Justizdirektorin Hedi Lang liess mich kommen: Aufgrund der eingeholten Amtsberichte würde sie meine Bewerbung unterstützen, wenn da nicht noch «diese Sache» wäre … Ich verwies sie an Staatsanwalt Trinkler, der bestätigte, dass ich 1981 einer Verwechslung zum Opfer gefallen sei.
Ich erhielt die Beförderung. Später auch jene zum Geschäftsleiter, als die Abteilung in den Rang einer kantonalen Bezirksanwaltschaft (für Internationale Rechtshilfe und Geldwäscherei) erhoben wurde.
Aber nun kam hoch, was ich jahrelang verdrängt hatte. Das traumatische Kafka-Jahr. Ich konnte nicht mehr ausweichen. Ende Februar 1993 wurde ich krankheitshalber und unter Verdankung der geleisteten Dienste aus dem Staatsdienst entlassen.

© WochenZeitung WoZ

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Le Temps berichtet
IMBROGLIO. Dans «Double», Daniel de Roulet décrit comment il a été fiché par la police entre 1964 et 1981. Et comment son sosie, ex-procureur à Zurich, a été pris pour lui. Son «double», Peter Gasser, vit retiré dans le sud de l'Italie depuis 1993. Il a décidé aujourd'hui de sortir momentanément de son silence pour raconter comment son destin a été brisé

Après avoir lu «Double», le sosie fiché de l'écrivain Daniel de Roulet témoigne


Faut-il aujourd'hui encore parler de l'affaire des fiches? La Suisse semble sur ce point divisée. Du moins, c'est de cette façon que s'est manifestée la critique à l'occasion de la parution de Double (lire Le Temps du 5 août 1998), le «rapport» autobiographique dans lequel Daniel de Roulet raconte son passé et notamment comment il a perdu ses différents emplois, coupable d'avoir été fiché de 1964 à 1981. Double est sorti parallèlement en allemand (chez Limmat) et en français (chez Canevas). La critique alémanique a salué cette tentative de traiter de façon littéraire le scandale des fiches, rappelant, à l'instar de l'auteur, que Max Frisch et Niklaus Meienberg s'y étaient essayé et avaient échoué. Un journaliste romand a par contre estimé que l'affaire était close, qu'elle relevait d'un passé déjà accompli. On peut se perdre en conjectures sur ces différences d'appréciation.
Mais on peut surtout constater que la publication de Double a aujourd'hui des conséquences prouvant que l'affaire n'est pas close pour tout le monde. Car, après avoir lu le livre, une personne aujourd'hui souhaite se faire entendre. Il s'agit de Peter Gasser, ex-procureur à Zurich et membre du Parti socialiste. C'est lui le double et sosie de Daniel de Roulet, lui qui a été fiché à la place de l'écrivain. Depuis des années, il vit retiré dans une maison du sud de l'Italie, toutes portes ouvertes parce qu'il est devenu claustrophobe. Après un long silence, il a décidé de parler. Il est sorti – brièvement – de son exil, le temps de se rendre sur les bords de la Limmat pour y rencontrer Daniel de Roulet, se faire – enfin – photographier avec lui et témoigner. Il vient de publier dans la Wochenzeitung (1er octobre 1998) une première partie de son histoire, prélude à un futur livre. Une histoire avec laquelle il aurait probablement continué à vivre dans la solitude et le désespoir, s'il n'avait lu Double.
Que s'est-il passé? Daniel de Roulet décrit dans son livre les événements tels qu'il les a vécus de son point de vue et sans en connaître toutes les suites dramatiques. En 1980, pendant les événements de «Zurich brûle», alors qu'il se promène avec sa compagne enceinte, il est suivi et photographié. Tous ses déplacements sont consciencieusement consignés par des fonctionnaires de la police. Mais, lorsque, le 15 janvier 1981, «Gasser se rend chez le ministre de la Justice pour lui parler de sa candidature au poste du procureur extraordinaire», on lui montre un rapport et des photos qui, en réalité, concernent de Roulet, avec qui il avait été confondu. Sur le rapport, on peut lire: «[…] samedi dernier, G*** se trouvait, avec son look de manifestant, en compagnie d'une amie ou d'une connaissance puisqu'il lui est même arrivé de l'embrasser, voire de lui donner la main.» La posture est bien anodine, même si cela se passait dans les parages d'une manifestation contre Sulzer…
Ayant appris la méprise, l'écrivain entre en contact avec le procureur, qui lui demande de se rendre avec lui chez le chef de la police et de passer au journal télévisé. De Roulet refuse, lorsqu'il découvre que le policier qui le suit est armé – il pense à son fils qui vient de naître, il craint pour sa carrière en informatique. Mais il apprendra que le même policier tirera sur un jeune militant de «Zurich brûle», Renato, qui tombera dans le coma et sera tué par sa compagne Barbara – son destin tragique est rappelé dans le film de Richard Dindo, Dani, Michi, Renato et Max.
Dans son livre, Daniel de Roulet présente ses excuses au procureur pour avoir refusé de témoigner. Il écrit aussi: «Peut-être que si j'avais osé risquer ma carrière informatique, Renato ne serait pas mort. […] Je dis que j'étais un lâche…» L'affaire du sosie se clôt – provisoirement – ainsi: «A fin juin, et bien que notre police fédérale note dans mon dossier dès le 14 avril que j'ai été confondu avec G***, celui-ci perd son emploi. Commence une campagne de presse en sa faveur. En première page de l'hebdomadaire Beobachter paraît la photo du sosie de G***, diffusée par la télévision dans l'émission Blickpunkt.» Après neuf mois de chômage, Gasser devait retrouver un poste de procureur. Pour Daniel de Roulet, la découverte du sosie «s'avère positive»: la police interrompt dix-sept années de surveillance.
La suite, jusque-là inconnue, de l'histoire est en partie racontée par Peter Gasser dans la Wochenzeitung. L'ex-procureur tente d'expliquer – sur fond de guerre froide – la cabale dont il avait été victime, alors même que la police savait qu'il avait un sosie. Là, il confie comment, des années après les événements et après être devenu administrateur de la section cantonale pour l'assistance juridique et le blanchiment d'argent sale, quelque chose s'est brisé en lui.

Parce qu'il avait trop longtemps refoulé «son année kafkaïenne», «année volée, pleine de peur et d'humiliation», il tombe en dépression fin février 1993, devient claustrophobe, éprouve la peur de se sentir sans cesse surveillé. Il perd définitivement son emploi. C'est alors qu'il choisit l'exil. Ainsi que le silence, dans lequel il se tient jusqu'à aujourd'hui, jusqu'à ce qu'il lise Double et qu'il rencontre Daniel de Roulet: «En son temps, j'aurais eu besoin de la photo des deux sosies pour pouvoir conserver mon job; aujourd'hui, j'en ai besoin en tant que thérapie.»

Sandrine Fabbri, Zurich
© Le Temps

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Daniel de Roulet

Daniel de Roulet raconte sa rencontre avec son double

Où l'on s'aperçoit que l'affaire des fiches a pu créer de terribles souffrances.« J'ai rencontré mon double à la gare de Zurich, le 9 septembre dernier. Aujourd'hui, Peter Gasser ne me ressemble plus autant qu'auparavant. Mais il parle avec ma bouche. Il attendait la photo qui devait être prise de nous comme un communiant. L'histoire des fiches a été une affaire risible pour beaucoup. Mais certains en ont terriblement souffert. Pour Peter Gasser, cela a été dramatique. Pas pour moi. Peut-être parce que je ne crois pas en l'Etat, alors que lui y croyait. Il m'a raconté comment il était devenu claustrophobe et alcoolique, comment il vit aujourd'hui dans les Marches, seul avec son chien dans sa maison, toutes portes ouvertes. Il va bientôt obtenir la nationalité italienne.
J'avais essayé de le contacter il y a quelques mois, mais il avait refusé de me voir. La lecture de Double l'a fait changer d'avis, j'en suis heureux. Il m'a dit que le livre l'a bouleversé, qu'il transforme sa vie. Maintenant, il remonte la pente. J'aurais pu cacher le fait que j'avais refusé de l'aider, à l'époque. Mais je pense qu'il vaut mieux un courage intermittent plutôt que pas de courage du tout. Si j'avais dénoncé le policier qui me suivait, j'aurais pu sauver Gasser, Renato ne serait pas mort. Je le regrette et je présente mes excuses. Sans vouloir être grandiloquent, je peux dire que, grâce à mon livre, je sauve mon psychisme. Parce que les gens s'y reconnaissent, parce qu'il est devenu une voie de salut pour Gasser.»

Propos recueillis par Sandrine Fabbri, Zurich
© Le Temps

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