Ansichtssache
Neun Frauenstadtrundgänge durch Basel

Herausgegeben vom Verein Frauenstadtrundgang Basel

2001, 180 Seiten, Format 15 x 15 cm, über 80 Bilder, durchgehend mehrfarbig, Wirobindung
ISBN 3-85791-354-1

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Kurze Inhaltsangabe
Die sichtbaren und die unsichtbaren Frauen von Basel

Wer verbirgt sich hinter dem Weiberregiment von 1691? Wer waren die Beginen, und warum wurden sie im 15. Jahrhundert aus Basel vertrieben? Wofür stehen Namen wie Salomé Schönauer, Ida Schmid-Binder oder Anna Maria Preiswerk-Iselin?

In neun Rundgängen durch Basel erzählt «Ansichtssache» von aufmüpfigen, unerschrockenen, gebildeten, armen, religiösen, fremden, kriminellen, bekannten und unbekannten Frauen. Der handliche Stadtführer sichtet Spuren weiblicher Vergangenheit und Gegenwart. Er schickt auf abwechslungsreiche Zeitreisen durch die Stadt und ihre Quartiere, die dabei neu entdeckt werden können. Die Rundgänge greifen Themen wie Bildung und Arbeit, Delinquenz, Religion und Hygiene, Kultur und andere auf. Neue Blicke auf und hinter die Fassaden eröffnen eine unkonventionelle Sichtweise auf (historische) Arbeits- und Lebenswelten einer Stadt.

Herausgegeben wird der Stadtführer vom Verein Frauenstadtrundgang Basel, der seit über zehn Jahren stadtgeschichtliche Rundgänge aus geschlechterspezifischer Sicht anbietet und verschiedene Publikationen sowie die Serie «Quergängerin I–VI» veröffentlicht hat.

Textprobe
Pressestimmen / Rezensionen
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Rezensionen
Basler Zeitung vom 21.06.2001

Vor der eigenen Haustür in die Ferne schweifen

Basel steckt voller unbekannter, vergessener Geschichten. Das Buch «Ansichtssache» des Vereins Frauenstadtrundgang Basel erzählt solche Geschichten - aus dem Blickwinkel der Frauen: neun Stadtrundgänge für ein etwas anderes Sommerprogramm.

Bald ist Ferienzeit: Sommer, Badi und Glace locken, vielleicht Italien oder Mallorca. Die Stadt leert sich - für die, die daheim bleiben, eine gute Gelegenheit, sie neu zu entdecken. Das neue Buch «Ansichtssache» des Vereins Frauenstadtrundgang machts möglich. Seit über zehn Jahren bietet der Verein geführte Rundgänge an, mit «Ansichtssache» kann man sich auch allein auf Erkundungstour machen.

Ob etwas schön, hässlich, interessant oder langweilig sei, sei eine Frage des Blickfeldes, schreiben die Autorinnen in ihrem Vorwort. Sie wollen den Blick öffnen für die Rolle, die die Frauen in der Stadt Basel gespielt haben. Die neun Rundgänge, die in «Ansichtssache» zusammengefasst sind, sind nach Themen geordnet - und die Routen auf übersichtlichen Karten dargestellt. Das handliche Ringbuch ist beim Streifzug durch die Stadt rasch aus der Tasche gezogen oder wieder dort verstaut.

Die Rundgänge auf den Spuren bekannter und unbekannter Frauen bieten interessante, zum Teil auch schockierende Einblicke in das Leben früherer Zeiten. Zum Beispiel der Rundgang zum Thema «Delinquenz»: Er beginnt am Bahnhof SBB, wo der «Basler Frauenverein zur Hebung der Sittlichkeit» junge Frauen vom Land in Empfang nahm, die auf der Suche nach Arbeit in die Stadt kamen. Die Bahnhofshelferinnen vermittelten den Frauen günstige Übernachtungsmöglichkeiten, um zu verhindern, dass sie in die Prostitution abglitten. Der «Delinquenz»-Weg führt über den Barfüsserplatz und die Spalenvorstadt in die Schneidergasse, wo eine gewisse Emma R. einen Zigarrenladen betrieb, der in Wahrheit ein Bordell war. Der Rundgang endet im Hof der Barfüsserkirche, genauer im «Hinteren Almosen», wo bis ins 19. Jahrhundert «Geisteskranke, ekelhafte und unreinliche Kranke und verkommene Subjekte» sowie der Hexerei verdächtigte Personen verwahrt wurden. In Basel fanden laut den Autorinnen zwar nur wenige Hexenprozesse statt, doch auch hier wurden Frauen, die mit dem Teufel paktiert haben sollen, im Rhein ertränkt. - Nicht alle Rundgänge sind so düster. Das Kapitel «Freizeitgestaltung» zeigt, wie man früher die Abende ohne Fernseher verbrachte und sich Neuigkeiten ohne Handy, aber fast ebenso schnell durch Klatsch am Brunnen verbreiteten. «Zwiebeln, Zoll und CO2» führt durch das St. Johann, unter anderem ins Brausebad: Bis 1983 war das ein Ort, an dem man nicht nur badete, sondern auch Bekannte traf und Kontakte pflegte - auch, als längst jede Wohnung ein privates Badezimmer hatte. - Die geführten Rundgänge finden ausser im Juli auch während der Sommermonate statt. Geplant sind «NetzGeschichten», eine Führung, die dem sozialen Netz für Frauen, Kinder und Familien in Basel nachspürt, der Landrundgang «Gift und Galle» sowie «Schimpf und Schande in der Stadt», ein Streifzug durch die Stadt und die 500 Jahre seit ihrem Beitritt zur Eidgenossenschaft. 

© Basler Zeitung

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Swissinfo vom 1. Juni 2001

Ansichtssache – Frauen entdecken Basel neu

Eine Stadt mit Frauenaugen sehen, ein Stadt neu oder wieder entdecken: Dies tut das neue kleine Buch «Ansichtssache» – Neun Frauenstadtrundgänge durch Basel.

 Frauen-Stadtrundgang Basel. Der Verein bietet seit 1990 Stadt-, Land- und Museumsrundgänge zu historischen, kunsthistorischen, geografischen und theologischen Themen an. Mit den Rundgängen und Publikationen will der Verein Erkenntnisse aus der Frauen- und Geschlechter-Forschung einem breiten Publikum zugänglich machen.

Basel neu oder wieder entdecken

In neun kombinierbaren Rundgängen bietet «Ansichtssache» die Gelegenheit, einzelne Geschichten, Räume, Darstellungen und das Wirken von Frauen in Basel durch verschiedene Jahrhunderte bis in die Gegenwart kennen zu lernen.

Wer verbirgt sich hinter dem Weiberregiment von 1691? Was hat es mit dem Sandhandel und der Einführung öffentlicher Brausebäder auf sich? Wieviele Strassen der Stadt sind nach bekannten Frauen benannt? Wo trifft man sich im Quartier? Seit wann gibt es eine Mädchenschule in Kleinbasel? Mit dem Stadtführer lassen sich Plätze, Häuserfassaden, Denkmäler und ganze Quartiere der Stadt Basel neu oder wieder entdecken.

Eine Frage des Blickfeldes

Es sei Ansichtssache, ob etwas als schön oder hässlich, interessant oder langweilig, wichtig oder unwichtig gesehen werde, schreiben die fünf Autorinnen des kleinen Buches. Und es sei eine Frage des Blickfeldes, wie die Stadt betrachtet werde. «Es hängt von unserer Perspektive ab, was wir vor und hinter Hausfassaden und Portalen sehen», schreiben die Autorinnen im Vorwort.

«Ansichtssache» – Neun Frauenstadtrundgänge durch Basel ist im Limmat Verlag Zürich erschienen. Der Verlag publizierte 1995 ein ähnliches Buch über die Stadt Zürich: «Chratz und quer», herausgegeben vom Verein Frauenstadtrundgang Zürich.

Erfolgreiche Buchform

Das Thema Frau, Frauenleben, Frausein sei seit vielen Jahren ein wichtiger Bereich im Verlagsprogramm, sagt Limmat-Verleger Jürg Zimmerli gegenüber swissinfo. Und eine erfolgreiche Buchform, die sich mit Frauenleben beschäftige, seien Frauenstadtrundgänge. «Chratz und quer» sei schon vergriffen, sagt Zimmerli. Jetzt plane der Limmat Verlag einen Zürcher Frauenstadtplan.

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