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Föhngeflüster Glarnerinnen erzählen Geschrieben von Monika Glavac, Olivia Kleinknecht, Claudia Kock Marti, Karin Marti-Weissenbach, Melanie Müller, Regula Nowak-Speich, Susanne Peter-Kubli, Maya Rhyner, fotografiert von Barbara Beglinger, herausgegeben von der Stiftung Freulerpalast/Georg Müller-Harder 240 Seiten, 65 Fotografien, fadengehefteter Pappband ISBN 978 3 85791 509 3 |
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Geprägt vom Föhn sind sie alle. Wenn der warme Südwind Richtung Norden bläst, trägt er ihre Botschaften aus dem Tal, in dem die Berge steil in den Himmel ragen und die Menschen schon früh im 20. Jahrhundert den Industriealltag erlebten. Die Glarner Frauen von heute erzählen aus ihrem Leben, blicken zurück und in die Zukunft. Da ist die Fabrikarbeiterin, die sommers auf der Alp ihren Verdienst mit Heuen aufbessert. Oder die Kabarettistin aus einer Musikerfamilie, die sich mit ihrer einzigartigen Kleinkunst einen Namen macht. Da ist aber auch die Volkskundlerin und langjährige Lehrerin an der Kantonsschule Glarus, die weit herum als «Tanti» bekannt ist, die Tibeterin, die seit Jahrzehnten im Glarner Hinterland ihre Kultur weiterpflegt, und die italienische Ordensschwester, die sich mit liebevoller Hingabe um Heimkinder kümmert. Die Glarnerinnen zeigen das Glarnerland von einer anderen Seite – emotional, tiefgehend, aufrüttelnd, lebensnah. Die AutorInnen |
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Inhalt Glarnerinnen – gestern – heute – morgen Olga Winteler, Glarus, 1924 Elisabeth Thomann-Arbenz, Ennenda, 1914 Biggi Slongo, Ennenda, 1946 Silvia Schindler, Diesbach, 1953 Barbara Rhyner, Elm, 1966 Eva Oertli, Ennenda, 1964 Susi Mazzolini-Trümpy, Mitlödi, 1936 Elisabeth Marti, Schwanden, 1933 Dolores Maccari, Näfels, 1951 Ruth Kobelt-Jenny, Ennenda, 1944 Sibyll Kindlimann, Schwanden, 1933 Annemai Kamm-Elmer, Filzbach, 1944 Olga Jutzeler, Näfels, 1937 Susanne Jenny Wiederkehr, Ziegelbrücke, 1966 Tina Hauser, Mühlehorn, 1967 Maria Grüninger-Hauser, Näfels, 1936 Anni Elmer, Elm, 1916 Elisabeth Dahler, Glarus, 1935 Kesang Changten, Diesbach, 1935 Adelheid Baumgartner, Sool, 1930 Die Fotografin und die Autorinnen |
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Glarnerinnen – gestern – heute – morgen Die Glarnerin – sie bummelt die Zürcher Bahnhofstrasse entlang, die rote Navyboot-Tasche locker über die Schulter geworfen, darauf geschrieben «Glarnerin» und unverkennbar der Fridolin des Glarner Wappens – Assoziationen von ihr mit dem Glarnerland werden hervorgerufen. Sie ist selbstbewusst, behände und zielstrebig. Ihre Identifikation mit der Heimat trägt sie offen zur Schau. Ist es Stolz, Zufall oder Absicht? Es gibt auch die «Zürcherin», die «Bernerin» oder die «Zugerin». Die Glarnerin ist gleich, aber doch anders. Sie ist geprägt durch das enge Tal der Linth, die steil abfallenden Felswände, die überschaubaren Dorfkerne, die sanft geschwungenen Alpweiden in der Höhe und natürlich durch den Föhn. Der warme Südwind ist ihr häufiger Begleiter, nämlich dann, wenn sich die Wolken hinter dem Tödi auftürmen und die Föhnlage sichtbar machen. Der Föhn kann sich als angenehmes, warmes Lüftchen oder aber als stürmischer Orkan zeigen, der Zerstörung und Leid verursacht, wie damals beim Brand in Glarus im Jahr 1861. Seine Botschaften trägt er seit jeher aus dem Glarnerland heraus, nordwärts Richtung Talausgang, indem er flüstert, erzählt, schreit oder jauchzt. Schon manche Glarnerin hat sich dem Föhn entgegen gestellt, ihr Haar zerzausen lassen und sich über die kraftvollen Windböen gefreut. So ist der Name des vorliegenden Buches entstanden: «Föhngeflüster». Eingebettet ist das Buch in das Jahresthema 2006 des Freulerpalastes, des Museums des Landes Glarus: «Glarnerinnen – gestern – heute – morgen». Fünf verschiedene Veranstaltungen beschäftigten sich mit den Glarnerinnen auf unterschiedlichste Art und Weise: durch eine Sonderausstellung über die Glarnerinnen in verschiedenen Lebens- und Tätigkeitsbereichen vom 17. bis 21. Jahrhundert, in Momentaufnahmen an einem Podiumsgespräch mit Glarner Politikerinnen dreier Generationen, an einem Künstlerinnen-Wochenende, an einer Ballnacht, zu der Glarnerinnen zum Tanz luden, und an einem Literaturabend mit bildhaften Erzählungen von Glarnerinnen aus drei Jahrhunderten. Die Glarner Frau wurde in den genannten Veranstaltungen des Freulerpalastes beziehungsweise wird im vorliegenden Buch in den Mittelpunkt gestellt, ungeachtet der dominanten Männerwelt, in der sie sich zu behaupten hat. Zwanzig Glarnerinnen erzählen aus ihrem Leben und ihrem Alltag, von ihren Erfahrungen und Träumen. Sie stehen stellvertretend für alle Glarnerinnen, die nicht zu Worte gekommen sind. Es sind zwanzig unabhängige, eigenständige und selbstbewusste Glarner Frauen, die ihr Leben meistern und fest in der Hand haben. Unterschiedlich sind sie, einige sind im Kanton Glarus aufgewachsen, ausgeschwärmt in die Fremde und wieder zurückgekehrt, andere kamen der Liebe wegen ins Tal der Linth, sind eingewandert aus anderen Kulturkreisen und haben sich im engen Tal niedergelassen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie im Glarnerland wohnen, zuhinterst im Sernftal, in der kleinsten Hauptstadt der Schweiz, in Glarus oder im Glarner Unterland, wo die Berge sich öffnen in die Linthebene hinein. Sie alle geben dank ihren Erzählungen reizvolle Einblicke in unterschiedlichste Frauenleben im Kanton Glarus. Auch dies sind Momentaufnahmen, welche persönlich geprägt sind, aber trotzdem das soziale, kulturelle und historische Gefüge des Glarnerlandes für die Lesenrinnen und Leser aufzeichnen wollen. Den porträtierten Glarnerinnen gebührt ein herzliches Dankeschön. Durch ihre Offenheit und Natürlichkeit in den Gesprächen mit den Autorinnen haben sie dazu beigetragen, das Buch «Föhngeflüster» lebendig, emotional und facettenreich zu gestalten. Auch Dank aussprechen möchten wir den Autorinnen, die alle auf ihre Art mit dem Glarnerland verwurzelt sind und die sich in langen Gesprächen mit den Leben der Porträtierten auseinander gesetzt und diese Lebensgeschichten niedergeschrieben haben. Die im Buch veröffentlichten Fotoaufnahmen der porträtierten Glarnerinnen erzeugen Spannung, stellen die Frauen bildhaft dar, in ihrem Beruf, bei einer spezifischen Tätigkeit, an ihrem Lieblingsort, nachdenklich, spontan, gelöst in die Kamera lachend, träumerisch oder aufmerksam. Der Fotografin ist es gelungen, dem Buch einen roten Faden einzuflechten, die Frauen in ihrer Umgebung natürlich abzulichten und die Bilder neben dem Text sprechen zu lassen. Die Herausgabe eines Buches mit zwanzig Porträts von Glarnerinnen wurde nicht zuletzt ermöglicht dank der grosszügigen Unterstützung der Jubiläumsstiftung der Credit Suisse Group, die sich spontan dazu bereit erklärt hat, für das nun vorliegende Buch einen namhaften Beitrag zur Verfügung zu stellen. Lauschen Sie dem Föhngeflüster der Glarnerinnen, lesen Sie sich in das Leben unterschiedlichster Glarner Frauen-Persönlichkeiten hinein und vergessen Sie auch die Botschaften zwischen den Zeilen nicht. Sie werden feststellen, dass aus dem Föhngeflüster ein aufmüpfiges Raunen, ein heller Klang oder auch ein verzweifelter Schrei herauszuhören ist. Melanie Brunner-Müller |
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| Pressestimmen / Rezensionen | |||
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«Am liebsten würde man gleich aufbrechen und all diese Frauen persönlich kennenlernen, vielleicht dem Glarner Industrieweg entlangfahren und immer wieder einen Blick auf Tödi und Glärnisch werfen. Das schmale Tal der Linth, die Felswände, aber auch die sanften Alpweiden und der südliche Föhn haben einen Frauentypus geprägt, der sich durchzusetzen weiss und dennoch empfindsam geblieben ist. (…) Spannend lesen sich diese Lebensbilder auch deswegen, weil nicht nur Licht auf die Individualgeschichte fällt, sondern auch auf die Mentalitäts- und Kulturgeschichte eines Bergkantons, der als einstiger hochentwickelter Textilindustrie-Standort ohnehin einen Sonderfall darstellt.» Neue Zürcher Zeitung «Die besten Geschichten schreibt eben das Leben selbst.» Surprise «Ein ganz heisser Geschenk-Tipp für einheimische und auswärtige Glarner/innen.» Fridolin |
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