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Frauengeschichte(n)
Dokumente aus zwei Jahrhunderten Herausgegeben von Elisabeth Joris und Heidi Witzig
Neuauflage 2001, gebunden, zahlreiche Dokumente,
Illustrationen und Fotografien, ca. 600 Seiten
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Dokumente subtiler Unterdrückung und Widerständigkeit Eines der grundlegendsten Werke über die Geschichte der Frauen in der Schweiz, das die wichtigsten Aspekte ihres Lebens beleuchtet: Erwerbstätigkeit, Familie, Frauenorganisationen und -aktivitäten. Dokumente aus zwei Jahrhunderten wie Zeitungsberichte, Briefe, Lebenserinnerungen, Gerichtsakten, ofizielle Enquêten, Bilder und Fotografien erschliessen einen breiten Zugang zur Geschichte der unbekannteren Hälfte der Schweizer Bevölkerung. |
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Nachtrag: Die Jahre 1985 bis 2000 Seit der ersten Auflage der Frauengeschichte(n) bis zur Jahrtausendwende hat sich nicht nur die Stellung der Frau in der Schweiz wesentlich verändert, auch der Diskurs und damit zusammenhängend die Ausrichtung der Frauenbewegung haben sich differenziert. Dieser Entwicklung Rechnung zu tragen ist das Anliegen dieses Nachtrags. Familienstrukturen im Umbruch Die langfristigen demographischen Veränderungen wie Rückgang der Geburtenrate, steigende Lebenserwartung und massiv steigende Scheidungsrate setzten sich in den 80er und 90er Jahren fort. Die Trends zu Einkindfamilien, zu sogenannten Patchworkfamilien, zu allein haushaltenden Ehepaaren und zu Einpersonenhaushalten hielten unvermindert an. Im internationalen Vergleich ist die Schweiz Spitzenreiterin punkto hoher Ledigenanteile, hohen Heirats- und Erstgeburtsalters und auch punkto Kinderlosigkeit. Diese Trends wurden 1994 im Internationalen Jahr der Familie breit diskutiert und traten stark ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die ungleiche Belastung durch Haus- und Betreuungsarbeit wurde seit den 90er Jahren statistisch belegt. 1995 wurden in der schweizerischen Arbeitskräfteerhebung SAKE erstmals Fragebogen zur Aufteilung der Verantwortung in Paarhaushalten beigelegt. Die Resultate zeigten, dass Frauen doppelt so viel wie Männer im Haushalt arbeiteten (1995 durchschnittlich 23,4 Std., Männer 10,1 Std.). Diese Rollenteilung galt nicht nur für Paare mit Kindern, wo der Ehemann vollzeitlich erwerbstätig war. Auch junge Männer, die vor der Heirat ihren Haushalt selbst betreut hatten, gaben diese Arbeit nach der Heirat grossmehrheitlich an ihre Partnerin ab, auch wenn keine Kinder vorhanden waren. Relativ konstant waren zwischen 50% und 60% der Frauen allein für den Haushalt zuständig – allerdings zeigte sich ein Gefälle je nach Bildungsniveau. Frauen ohne weiterführende Berufsbildung arbeiteten 1995 23,6 Std. im Haushalt, solche mit einer höheren Ausbildung 19,5 Std. Vergegenwärtigen wir uns den rasanten Anstieg der Frauenquote in der Erwerbswelt in den 90er Jahren (+17%), können wir schliessen, dass Frauen in den meist prekären, ungeschützten Teilzeit- Erwerbsverhältnissen durchschnittlich am meisten zusätzliche Haus- und Betreuungsarbeit zu leisten hatten. Die kontinuierlich sinkende Kinderzahl hing mit der traditionell verbleibenden Rollenteilung zwischen den Geschlechtern und dem steigenden Bildungsniveau der Frauen eng zusammen. Dazu gesellten sich die in der deutschen und französischen Schweiz absolut ungenügenden Möglichkeiten der familienexternen Kinderbetreuung – dies das Fazit der ersten, von der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen 1991 veröffentlichten Untersuchung. Auch die längst fälligen Umstrukturierungen im Kindergarten- und Schulsystem (Tagesschulen, Blockzeiten, Mittagsverpflegung, Auffangzeiten usw.) sind unter dem Druck der Spardebatten der 90er Jahre aufs Eis gelegt worden. So entschieden sich laut Untersuchungen Ende der 90er Jahre gutausgebildete Frauen gegen Kinder, weil sie in der Schweiz keine Möglichkeit sahen, Berufs- und Familienarbeit miteinander zu verbinden. Eine international einmalig hohe Quote von 20% der jüngeren Schweizerinnen wollten aus diesem Grund auf Kinder verzichten. Die alten, uneingelösten Forderungen wie Mutterschaftsversicherung, bezahlter Elternurlaub, angemessene Kinderzulagen und Steuerabzüge, aber auch familiengerechte Arbeits- und Schulzeiten, Förderung von Kinderhorten und Tagesschulen, Erleichterung von Teilzeitarbeit und Job-sharing durch eine entsprechende Anpassung der Sozialversicherung standen weiterhin auf der Traktandenliste. Vielleicht rücken sie im neuen Jahrhundert mit dem Abflauen der Krise und unter dem Druck der verschiedenen Frauennetzwerke wieder nach oben. Auch der in den 90er Jahren gegen jegliche Art des Sozialausbaus kämpfende Arbeitgeberverband trat im Jahr 2000 für bessere Infrastrukturleistungen der Firmen im Bereich der Kinderbetreuung ein. Die gestiegene Sensibilität für die ökonomische Bedeutung und ungleiche Verteilung der gratis geleisteten Arbeit sowie die Verteilungskämpfe um den Kuchen der entlöhnten Arbeit mündeten in den 90er Jahren in politische Forderungen nach der sogenannten Grossen Umverteilung, d.h. einer gleichmässigen Aufteilung der gesamten Arbeit zwischen den Geschlechtern. Die 1997 lancierte GeGAV-Initiative (Gesellschaft zur gerechten Arbeitsverteilung) wurde nach einem Jahr aufgrund der mangelnden Resonanz abgebrochen. ... |
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«Ein Werk von Frauen, das anspornt zum Nachdenken und Neudenken.» Der Bund «Es sind Namen, Ereignisse aus der Schweizer Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte, von denen wir im Schulunterricht nichts erfuhren. Dies im Gegensatz zu den zahllosen Schlachten, Siegen und Niederlagen der Eidgenossen, im Gegensatz zur offiziellen Geschichte der Helden.» Berner Zeitung «Es geht um fast 600 Seiten ‹Frauengeschichte(n)›, um 600 Seiten packendste Dokumentation über 200 Jahre Kampf der Frauen gegen Rechtlosigkeit, Unrecht, Tabus, ideologische Zwänge und Schranken, gegen Ausbeutung, Beherrschung und Willkür.» Die Weltwoche «Das ist Frauengeschichte nicht nur ‹von unten›, sondern gewissermassen bis in alle Ritzen des Alltags hinein.» Basler Zeitung «Die Quellensammlung ist eine wahre Fundgrube für jede Frau und jeden Mann, die sich für Schweizer Sozialgeschichte der Moderne interessiert.» Neue Zürcher Zeitung Die Herausgeberinnen Heidi Witzig, geboren 1944 in Frauenfeld und Elisabeth Joris, geboren 1946 in Visp, sind freischaffende Historikerinnen und Spezialistinnen für Frauen-, Geschlechter- und Alltagsgeschichte. |
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