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Der Rede wert 15 Porträts aus dem Kanton Luzern Herausgegeben von Christina Niederer, Kathrin Spring und Jutta Vogel 2002, 220 Seiten, gebunden, etwa 40 Fotografien,
Duoton, 21x24 cm |
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15 Luzerner Autorinnen porträtieren 15 Zeitzeuginnen des 20. Jahrhunderts Klara Ritter hatte den Traum, Lehrerin zu werden. Doch weder zu Hause noch in der Schule war je von beruflichen Plänen für Mädchen die Rede. «Jetzt oder nie», dachte sie, als der Pfarrer am allerletzten Schultag die Zukunft zum Thema machte. Sie wurde Klosterfrau. Josy Eggenberger war 66 Jahre lang Arbeiterin in einer Tabakfabrik. Am Anfang reichte der Lohn nicht einmal für Kost und Logis. «Das Wichtigste gibt es nicht. Das gibt es vielleicht im Moment. Aber nicht, wenn man zurückschaut», sagt die 87-jährige Lisa Meyerlist zu ihrem Leben als Fotografin und Bohemienne. Frauen aus dem Kanton Luzern erzählen von ihrer Kindheit und ihrem Alltag, von Arbeit, Beziehungen und Schicksalsschlägen, von Genugtuungen und Stolz. Es sind ganz gewöhnliche Leben, die bei näherem Hinsehen speziell und ungewöhnlich sind. Die 15 Porträts zeigen, was Frauen im letzten Jahrhundert erfahren und geleistet haben. Und wie viel sich in dieser Zeit im Leben von Frauen verändert hat.
Die Autorinnen: Susanne Birrer, Hedy Bühlmann, Sylvia Egli von Matt, Monika Fischer Abt, Franziska Greising, Lydia Guyer-Bucher, Brigitte Hürlimann, Renate Metzger-Breitenfellner, Rahel Röllin, Marlène Schnieper, Kathrin Spring, Barbara Stöckli, Silvia Strahm Bernet, Regula Weber, Gisela Widmer. Die Fotografinnen: Christina Niederer, Jutta Vogel. Die Historikerin: Evelyn Boesch |
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Inhaltsverzeichnis «Alle versuchten, mit mir zu machen, was sie wollten» von Lydia Guyer Ein Leben für die Gleichstellung Zwischen Freiheiten und Autoritäten, Kunst und Familie Von Pavarotti, Bettlern und anderen Engeln «Ich habe viel gebetet, und es hat geholfen» «Für bedrohte Menschen da zu sein, war mir ein
Anliegen» «Ich habe ein Leben lang gedient» Sie arbeitete und betete und wurde reichlich mit
Kindern gesegnet Das Leben in seiner ganzen Pracht Auf dem «Wellberg» nach eigener Weise wirtschaften «Alles hat eine Geschichte B ich natürlich auch» Die Puppen liess sie in Deutschland «Die ewig Zufriedenen sind die Schlimmsten» Das Geschäft brachte das Brot, das Theater das
Vergnügen «Frei Frau» unterwegs mit Justitia «Nicht Nachlassen gewinnt» |
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| Pressestimmen / Rezensionen | |||
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| Stimmen | |||
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| Rezensionen | |||
Neue Zürcher Zeitung vom 8. Juni
2002
Weibliche LebensabenteuerB. En. Der Blick fällt auf Frauen aus dem Kanton Luzern, und er fällt sorgsam und liebevoll. Mit ihren Porträts von Zeitzeuginnen des 20. Jahrhunderts - zwischen 1900 und 1930 geboren - fügen die Herausgeberinnen der schweizerischen Frauengeschichtsschreibung einen lesens- und staunenswerten Beitrag hinzu. Der Alltag einer Fabrikarbeiterin, Hausangestellten oder Bäuerin entfaltet sich hier genauso selbstverständlich wie jener der Ärztin, Wirtin, Klosterfrau, Juristin oder Photographin - bunt und präzis festgehalten von den Autorinnen der einzelnen Lebensbilder. Sprechende Details erfährt man von diesen ebenso kämpferischen wie sensiblen Frauen über (heute fast unglaublich klingende) finanzielle Begrenzungen in Haushalt und frauenspezifischer Ausbildung, über religiös-gesellschaftliche Restriktionen oder die Auswirkungen zweier Weltkriege. Schön nachzulesen ist der Einklang der porträtierten Frauen mit sich selbst, bedenkenswert die Kraft von weiblichen Vorbildern, eindrücklich der Durchhaltewille, denn die dargestellten Lebenswege sind voller Stolpersteine. (...) |
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Neue
Luzerner Zeitung vom 4. Mai 2002
Der Kanton Luzern aus FrauenaugenWie man wird, was man ist: Fünfzehn Luzerner Autorinnen und zwei Fotografinnen porträtieren alte Frauen aus dem Kanton Luzern. Alles Erzählen beginnt mit dem eigenen Erleben. Einen Menschen zu porträtieren ist daher eine der kreativsten Möglichkeiten, Geschichte zu schreiben: Jemand öffnet Mund und Herz, sein Gegenüber spitzt Ohr und Feder. Das Konzept des neuen Porträtbuchs «Der Rede wert», das in diesen Tagen im Limmat Verlag erscheint, ist deshalb besonders gelungen. Fünfzehn Luzerner Journalistinnen und Autorinnen spiegeln fünfzehn Lebensgeschichten alter Luzerner Frauen. Die Erinnerung ans eigene Leben steht nicht wie ein alter Schrank im Zimmer, sondern tanzt im Gespräch zwischen zwei Menschen. Wie die Autorinnen die Tanzschritte ihrer Gesprächspartnerinnen aufnehmen, ist ebenso spannend wie die Erinnerungen selber. Die einen bündeln das Gehörte säuberlich, andere köcheln die Erinnerungen in eigenen Beobachtungen und Stimmungen und verleihen ihnen dadurch Würze, die dritten schaffen wahre literarische Kleinode mit Witz und Charme. Emanzipation und anderes Das Porträtbuch als Ganzes offenbart den
ungeheuren Reichtum des Luzerner Frauenalltags querbeet durchs letzte Jahrhundert. Innerhalb der Luzerner Grenzen lebten im 20. Jahrhundert
gottesfürchtige Bauersfrauen, hochbescheidene Hausangestellte, sinnenfreudige
Bohemienne, Klosterfrauen, Frauenrechtlerinnen (wohl die einzige Form von
Politikerinnen, die für Frauen vor 1970 möglich war). Diese Lebenswege (...) von Pascale Müller |
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© Limmat Verlag |