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Unruhige Verhältnisse Frauen und Männer im Zeitalter der Gleichberechtigung 15 Porträts aus dem Kanton Zürich Herausgegeben von Heidi Witzig, Felix Müller und Kathrin Arioli Mit Texten von Rea Brändle, Barbara Bürer, Beat Grossrieder, Christine Lötscher, Paula Lanfranconi, Marc Zollinger und Fotoporträts von Susi Lindig Ein Buch der Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen des Kantons Zürich 2002, 200 Seiten, Pappband, etwa 20 Fotografien ISBN 3-85791-413-0
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Frauen und Männer im Zeitalter der Gleichberechtigung Wie erfahren Frauen und Männer ihr Verhältnis heute – im Alltag, bei der Arbeit, in der Freizeit? Hat sich in den letzten Jahrzehnten etwas verändert? Ist «Gleichberechtigung» gelebte Wirklichkeit? Konkret: Wie hat sich das Frauen- und Männerbild im Lauf des eigenen Lebens verändert, zeigen sich Unterschiede zwischen den Generationen? Welche Themen werden im Berufsalltag offen diskutiert, und welche Konflikte bleiben versteckt? Wie verändern sich die Perspektiven im Spannungsfeld Beruf-Familie für beide Geschlechter, und wie gehen Frauen und Männer mit Machtproblemen um? Was heisst heute weibliche und männliche Attraktivität, und wie verhalten sich alte und junge Menschen zu diesen Normen? Gibt es bei den Jungen überhaupt noch Probleme zwischen den Geschlechtern? 15 Porträts von Frauen und Männern – quer durch die Bevölkerung des Kantons Zürich – gehen diesen Fragen nach. Eine Serie von Fotoporträts dokumentiert eine Vielfalt weiblicher und männlicher Lebensrealitäten. Heidi Witzig, geboren 1944, Mutter einer erwachsenen Tochter, selbständige Historikerin und Autorin. Felix Müller, geboren 1949, Historiker und Mittelschullehrer. Kathrin Arioli, geboren 1963, promovierte Juristin und Mutter von zwei Kindern, Leiterin der Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen des Kantons Zürich. |
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Inhalt Frauen und Männer im Bild von Susi Lindig«Zusammenleben ist Schwerarbeit» Lisbeth und Andreas Ulrich-Eichholzer, 42 und 43, Bäuerin und Bauer von Paula Lanfranconi «Als Aerobic-Presenter ist man Objekt der Begierde» Cyrill Lüthi, 27,
Ausbilder für Aerobic und Fitness
«Abstumpfung kann keine Alternative sein» Brigitte Schülke, 51, Krankenschwester
«Wir haben beide einfach immer gearbeitet» Aldo Roldo, 79, pensionierter Fabrikarbeiter
«Unter Männern» Anna Loser, 80, pensionierte Fabrikarbeiterin
«Wer sich geschätzt fühlt, ist auch gleichberechtigt»
Fritz und Rosmarie Feldmann, 54 und 49, Garagisten-Ehepaar
«Natürlich wäre es cool, einmal eine Familie zu haben»
Oliver Fries, 19, KV-Lehrling
«Mich fasziniert, wenn Frau und Mann ihre Geschlechterrollen sprengen» Anja Suter, 22, studiert Geschichte
«Ich finde die Zweifler die Interessantesten. Und die Zweiflerinnen genauso» Berthold Rothschild, 65, Psychoanalytiker
«Heiraten und Kinderkriegen lag einfach nicht drin»
Caterina Nägeli, 45, Anwältin
«Wir arbeiten darauf hin, dass die Kinder die Religion weitergeben»
Esther, 36, Claude, 34, Awi, 9 und Dina, 6, Leuchter,
eine jüdische Familie
«Zwischen zwei Welten» Thomas Baumann, 35, EDV-Projektleiter
«Als Frau und Migrantin habe ich ein doppeltes Problem» Josefina Lorayes, 45, Ergotherapeutin
«Eine gesunde Familie vermittelt Heimat» Jürg Buchegger, 46, reformierter Pfarrer
«Das Patriarchat ist mächtiger, als wir alle gemeint haben» Monika und Franz Stocker, 54 und 59, Stadträtin und Asylkoordinator Ein Blick ins Kaleidoskop von Lisa Schmuckli
Statistische Informationen zur Gleichstellung von Frau und Mann im Kanton Zürich von Monique Dupuis |
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Die Gleichstellung von Frau und Mann in Politik und Wirtschaft ist seit der Einführung des Frauenstimmrechts 1971, der Einfügung des Gleichberechtigungsartikels in die Bundesverfassung 1981 und dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes 1996 festgeschrieben. Frauen haben auf allen Ebenen der Politik Einzug gehalten und die Themen der politischen Agenda beeinflusst. Indessen bleiben im Erwerbsleben geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich Karrieremöglichkeiten und Lohnniveau bestehen. Und die ausserfamiliäre Kinderbetreuung ist erst seit kurzem ein öffentlich diskutiertes Thema. Aus den gesellschaftspolitischen Debatten ist die Geschlechterfrage kaum mehr wegzudenken. Dazu haben die globalen Uno-Frauenkonferenzen mit Schweizer Beteiligung ebenso beigetragen wie die innerschweizerischen Bemühungen, den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Gleichstellung von Mann und Frau voranzubringen. So wurden frauenpolitisch relevante Themen im Auftrag der Eidgenössischen Frauenkommission wissenschaftlich erschlossen und öffentlich diskutiert. An einigen Fachhochschulen und Universitäten sind heute gender studies etabliert. Und die seit Beginn der neunziger Jahre eingerichteten Gleichstellungsbüros machten bisher tabuisierte Bereiche wie die häusliche Gewalt zum öffentlichen Thema. Doch obwohl heute die gesetzlich verankerte Gleichstellung von Frauen und Männern mehrheitlich als Selbstverständlichkeit akzeptiert wird, bleiben die unbezahlte Familien- und die bezahlte Erwerbsarbeit nach wie vor sehr ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt, und es zeigt sich immer wieder, wie tief geschlechtstypische Rollenbilder verwurzelt sind. Das Bewusstsein über Erreichtes und Unerreichtes scheint auf der individuellen Ebene sehr unterschiedlich zu sein. Während sich viele jüngere Frauen heute kaum mehr unterdrückt fühlen, ärgern sich manche gleichstellungspolitisch engagierten Frauen und Männer der mittleren Generation über den mühsamen Lauf der Dinge. Wie aber nehmen einzelne Menschen diese widersprüchliche gesellschaftliche Realität wahr? Und wie gehen sie in ihrem Alltag damit um? Haben die unbestrittenen Erfolge auf der gesetzlichen Ebene das Leben von Frauen und Männern tatsächlich beeinflusst? Wie entwickeln sich ihre Vorstellungen, Wahrnehmungen und Wünsche in Partnerschaft und Familie, in der Berufswelt und im öffentlichen Leben? Die Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen des Kantons Zürich, zu deren Auftrag es gehört, über den Stand der Gleichstellung im Kanton Zürich zu berichten, hat zur Beantwortung dieser Fragen eine Methode gewählt, die der grossen Vielfalt von Lebensentwürfen und Erfahrungen der einzelnen Menschen Rechnung trägt. Die 15 in diesem Band versammelten Porträts gewähren Einblick in den Alltag von Frauen und Männern aus verschiedenen sozialen Schichten, aus Stadt und Land, vom Jugend- bis zum Pensioniertenalter. Die Journalistinnen und Journalisten Rea Brändle, Barbara Bürer, Beat Grossrieder, Paula Lanfranconi, Christine Lötscher und Marc Zollinger haben die Personen für die hier vorliegenden Porträts ausgewählt. Die Philosophin Lisa Schmuckli schrieb dazu einen Kommentar mit ihren Eindrücken und Reflexionen. Die Fotografin Susi Lindig gestaltete einen Bildteil mit Blicken auf Frauen und Männer, die absichtlich nicht mit den porträtierten Personen identisch sind. Monique Dupuis, eine mit den statistischen Daten des Kantons Zürich vertraute Soziologin, trug aussagekräftige Zahlen über Entwicklungen der letzten dreissig Jahre zusammen; diese ergänzen die von den Porträtierten geäusserten Wahrnehmungen und setzen Bezüge zu den individuellen Lebensentwürfen. Bei allen, die an diesem Buch mitgearbeitet haben, bedanken wir uns herzlich. Ohne die bereitwillige Mitwirkung der Porträtierten wäre unser Projekt gar nicht denkbar gewesen, auch ihnen gebührt unser herzlicher Dank. Kathrin Arioli, Felix Müller, Heidi Witzig |
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