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Zugehört Elf Lebensgeschichten von Zuger Frauen Herausgegeben von Mirjam Weiss, Felicitas Oehler Weiss und Tanja Plüss-Milovic Mit Fotografien von Alexandra Wey 2007, 208 Seiten, 38 s/w-Fotografien, Pappband ISBN 978-3-85791–527-7 |
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Elf Frauen aus dem Kanton Zug – aus jeder Gemeinde eine – erzählen aus ihrem Leben. Sie sind Bäuerin, Arztfrau, Verkäuferin, Schneiderin, Handarbeitslehrerin, Magd, Ordensfrau, Spinnereiarbeiterin, Hausfrau, Mutter. Die Zugerinnen blicken zurück auf ihre Kindheit und Jugend, die viele nicht im Kanton Zug verbracht haben – Zug ist ein typischer Einwanderungskanton. Sie erzählen von den Kriegsjahren, als Entbehrungen, aber auch Hilfeleistungen Alltag waren, sie berichten von wirtschaftlichem Aufschwung und technischen Innovationen, von Hochs und Tiefs im Familien- und Berufsleben, und schliesslich sinnieren sie übers Älterwerden, das manchmal nicht einfach ist. |
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Vorwort von Annemarie Huber-Hotz
Hilda Elsener-Zehnder, Neuheim, 1911 von Beatrice Scheurer
Alice Weibel-Keller, Hünenberg, 1917 von Therese Marty
Emma Schleiss-Portmann, Steinhausen, 1921 von Tanja Plüss-Milovic
Gret Henggeler-Kyburz, Oberägeri, 1924 von Theres Roth-Hunkeler
Vreni Hasler-Ammann, Unterägeri, 1925 von Heidi Hess
Emma Fähndrich-Zihlmann, Cham, 1925 von Brigitte Aschwanden
Suzanne Mijnssen-Gyr, Zug, 1925 von Felicitas Oehler Weiss
Schwester Maria Regula, Menzingen, 1925 von Mirjam Weiss
Ursula Hürlimann-Sinniger, Walchwil, 1928 von Eliane Winiger
Therese Wismer-Heggli, Rotkreuz, 1929 von Barbara Schmutz
Trudi Gauch, Baar, 1929 von Judith Stadlin
Die nächste Perle auf der Kette Nachwort der Herausgeberinnen
Die Fotografin und die Autorinnen |
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Der Kanton Zug ist der kleinste der Schweizer Vollkantone. Trotz seiner räumlichen Kleinheit ist er ein komplexes und vielfältiges Gebilde – ein «Kleinstaat im Kleinstaat», wie ihn Fritz René Allemann 1977 in seinem Buch über die Schweiz beschreibt. Diese Vielfalt des Kantons Zug war, zumindest bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts, geprägt von der städtisch-bürgerlichen Hauptstadt Zug einerseits und der ländlich-bäuerlichen Landschaft anderseits; es war ein fruchtbares Wechselspiel zwischen dem Zentrum und den selbstbewussten Rändern «ennet» dem See, im Norden und auf den Anhöhen. Diese «Zweiteilung» spiegelt sich auch in den elf Lebensgeschichten – auf der einen Seite die Geschichte der Zuger Industriellentochter und Arztfrau Suzanne Mijnssen-Gyr und auf der anderen Seite jene der aus dem Kanton Zürich stammenden Walchwiler Bäuerin Ursula Hürlimann. So präsentierte sich der Kanton Zug noch, als die Frauen, die in diesem Buch erzählen, ins Berufs- und Familienleben einstiegen. Heute haben sich das Zentrum und die Ränder angeglichen. Sie sind nicht nur baulich zusammengewachsen, sondern auch mental und in der Lebensweise. Der Kanton Zug ist, von der historischen Entwicklung her, ein Kanton des Übergangs, des Übergangs von der Urschweiz, der er von den Traditionen her nahe steht, zu den urbanen Zentren Luzern und Zürich, mit denen er wirtschaftlich eng verbunden ist. Über diese Zentren hinaus öffnete sich der Kanton schon früh hin zur Welt. Man zögerte nicht, Impulse und Anregungen von aussen aufzunehmen und Menschen aus anderen Kantonen und dem Ausland Gelegenheit zur Entfaltung zu bieten. Die Zuger und Zugerinnen hatten es schon immer gerne mit tüchtigen, erfinderischen und unternehmerischen Menschen zu tun, von denen man lernen konnte. Ihre Gastfreundschaft war und ist ja auch nicht ganz uneigennützig; man war sich bewusst, dass sich eine solche Offenheit lohnt, wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich. So ist es denn auch nicht erstaunlich, dass der Kanton Zug zu denjenigen Kantonen gehört, in denen Zuzüger und Zuzügerinnen aus anderen Kantonen und aus dem Ausland die grosse Mehrheit ausmachen. Nur gerade ein Viertel besass bzw. besitzt einen Zuger Heimatschein – und nur gerade zwei der im Buch porträtierten Frauen sind im Kanton Zug geboren. Ich selbst bin im konservativ-ländlichen Teil des Kantons Zug aufgewachsen – in Baar, der zweitgrössten Gemeinde des Kantons, die sich auch heute noch «Gemeinde» nennt, obwohl sie seit 1962 eine Stadt ist und heute über 22000 Einwohner zählt. Damals, in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts, prägte ein ausgesprochen kloster- und ordensfreundlicher Katholizismus das gesellschaftliche Leben: Mädchen und Buben, Katholiken und Protestanten gingen getrennt zur Schule, die katholischen Mädchen in Baar ausschliesslich zu Ordensschwestern. Im Jahre 1952 beschäftigte die Frage, ob die Schulklassen den Film über das Eidgenössische Turnfest in Lausanne trotz der nackten Mädchenbeine besuchen dürfen! Für die katholischen Baarer Mädchen gab es in der Schule jedoch eine grosse Ausnahme: die junge, lebenslustige Handarbeitslehrerin Trudi Gauch, die in diesem Buch so hervorragend porträtiert wird. Sie kam – wie die meisten der elf beschriebenen Zuger Frauen – von aussen. Ich kann es gut nachvollziehen, dass für meine «Arbeitslehrerin», wie dies damals hiess, die erste Zeit im konservativen Baar schwer gewesen sein muss. Dass Trudi Gauch dann aber in Baar heimisch geworden ist und sich entfalten konnte, hat viel mit dem erwähnten zugerischen Doppelwesen zu tun, zu dem eben auch eine weltoffene und auf Ausgleich bedachte Haltung sowie ein unternehmerischer Geist gehörten. Die zugerische Toleranz widerspiegelt sich auch im politischen Gefüge des Kantons, in dem den Minderheiten seit der Verfassungsrevision von 1894 ein grosszügiges Mitspracherecht eingeräumt wurde. Das Proporzverfahren gilt nicht nur für den Kantonsrat, sondern auch für die Regierung und selbst für richterliche Behörden und andere Gremien. Die Zuger Bevölkerung zieht – auch in der Politik – den Ausgleich dem verbissenen und emotionsgeladenen Kampf vor, und sie schätzt ihre Politiker und Politikerinnen, weil sie bescheiden, fleissig, höflich und tüchtig sind. Und «sollte jemand den Kopf etwas höher tragen wollen, dann wird er es bei den Wahlen schon spüren», schreibt der ehemalige Regierungs- und Ständerat Andreas Iten 1991. Nicht nur mit den Minderheiten ging man in Zug pfleglich um. Auch die Frauen hatten nicht unter der gesellschaftlichen Zurücksetzung zu leiden wie anderswo. Viele von ihnen konnten sich in der Gesellschaft Respekt und Ansehen verschaffen. Ich habe in meinem Umfeld viele tüchtige, engagierte Frauen erlebt, die zum gesellschaftlichen Leben Wesentliches beigetragen haben. Vorbilder waren zum Beispiel Adelheid Page-Schwerzmann (1853–1925), die mit ihrem Mann den Weltkonzern «Anglo-Swiss and Co.», die spätere Nestlé, aufbaute und die für die Gleichstellung nicht kämpfte, sondern sie mit ihrer unglaublichen Tüchtigkeit einfach lebte, oder die Pädagogin Josephine Zehnder-Stadlin (1806–1875), die sich für die gleichberechtigte Erziehung und Ausbildung der Frauen zu Staats- und Weltbürgerinnen einsetzte. Die hier vorgestellten elf Frauen zeigen auf, wie Frauen im Kanton Zug im Grossen und im Kleinen, vor und hinter den Kulissen wirkten, wie sie Neues in Angriff nahmen, aus dem Gewohnten heraustraten und Grenzen überschritten und so auch für das Fundament des oben umschriebenen, in der Art der Leute bescheidenen und zurückhaltenden, im Geist aber weltoffenen und fortschrittlichen Kantons Zug stehen. Annemarie Huber-Hotz |
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«Auch politisch aktive Figuren wie Gret Henggeler oder Emma Schleiss, die das erste weibliche Fasnachtsoberhaupt im Kanton war, erzählen von Dingen, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann. Damit machen sie Zeiten wieder lebendig, die viele Leser nicht mehr aus erster Hand kennen werden.» Neue Zuger Zeitung «Man nimmt ein Stück Lebensgeschichte, ein Stück Lebenserfahrung und ein Stück Schweizer Geschichte mit.» Zuger Presse «Die frühere Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz, selbst auch eine Zugerin, steuert ein informatives Vorwort bei, in dem sie das fruchtbare Wechselspiel zwischen städtischem Zentrum und bäuerlich geprägter Landschaft erwähnt, das sich in diesen Lebensgeschichten spiegelt. Auch der von ihr gerühmte offene, auf Ausgleich bedachte Zuger Geist spielt in den Erinnerungen seine Rolle.» Neue Zürcher Zeitung «Entstanden sind Lebensgeschichten, die mehr sind als ein Zeitdokument des vergangenen Jahrhunderts. Entstanden sind Geschichten, welche gelebtes Leben darstellen. Gefasst in Fakten und Tatsachen, in Jahreszahlen und Ereignissen scheinen Lebensbilder auf, die berührend, bewegend und tröstlich sind. Geschichten, die bei der Leserin, beim Leser Emotionen auslösen.» Pfarreiblatt für die katholischen Gemeinden des Kantons Zug |
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