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Thomas David, Bouda Etemad, Janick Marina Schaufelbuehl Schwarze Geschäfte Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert Aus dem Französischen von Birgit Althaler 2005, 200 Seiten, 14 Abbildungen, Pappband ISBN 3 85791 490 4
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Erstmals liegt eine umfassende Studie vor, die die Verflechtungen von Schweizer Firmen und Investoren mit der Sklaverei im 18. und 19. Jahrhundert aufzeigt. In Frankreich waren Schweizer in nahezu hundert Schiffsexpeditionen involviert, die bunt bedruckte, vor allem von (Ausland-)Schweizern hergestellte Indienne-Tücher nach Afrika führten und dort gegen Sklaven eintauschten. Schweizer besassen Aktien von Gesellschaften, die über 172000 Afrikaner im Rahmen dieser Handelswege in die Karibik brachten. Schwarze Sklaven waren aber auch auf Plantagen von Schweizern zu finden. Und nicht zuletzt halfen Schweizer Söldner und Offiziere bei der Niederschlagung von Sklavenaufständen in der Karibik. «Ein ausgezeichnetes Buch, das Epoche machen wird. Die Autoren zeigen auf, inwiefern das europäische Mitwirken an der Sklaverei von Afrikanern auch Länder betraf, die selbst keine Sklavenhandelsnationen waren.» Dodou Diène, UNO-Kommission für Menschenrechte |
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| Thomas David ist Assistenzprofessor am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Lausanne. Bouda Etemad ist Professor für Neue Geschichte an den Universitäten Lausanne und Genf. Janick Marina Schaufelbuehl ist promovierte Historikerin und arbeitet an der Universität Lausanne. | |||
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Über die Beteiligung von Schweizern am transatlantischen Sklavenhandel Die Schweizer und die Sklaverei in Amerika Die schweizerische Bewegung gegen Sklaverei und Sklavenhandel Anhang |
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Die Idee, ein Buch über die Schweiz und den Sklavenhandel zu schreiben, mag auf den ersten Blick unsinnig erscheinen. Alle wissen doch, dass die Schweiz nie eine Sklavenhandelsflotte oder Kolonien mit Zuckerplantagen in der Karibik oder auf dem amerikanischen Kontinent besessen hat. Zudem wurde die Schweiz zu einem Zeitpunkt Bundesstaat, als der transatlantische Sklavenhandel mit Schwarzen und die Sklaverei in Europa und Amerika kurz vor der Abschaffung standen. Folglich kann sich die Schweiz als Staat von dieser Frage in keiner Weise betroffen fühlen. Trotzdem nimmt die offizielle Schweiz heute Stellung zu diesen Themen. Im März 2001 veröffentlichte die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus ein Memorandum, in dem sie erklärte, dass «die Schweiz den Sklavenhandel, die Sklaverei und den Kolonialismus als historische Manifestationen, die […] einem die betroffenen Menschen und Völker zutiefst verletzenden und schädigenden rassischen Menschenbild angehören, verurteilen kann und muss». Die Kommission ist zudem der Ansicht, dass «die vergangenen, bis heute nachwirkenden Folgen dieser historischen Ereignisse und insbesondere ihr Anteil am wirtschaftlichen Entwicklungsrückstand der betroffenen Länder und an der verzögerten politischen und sozialen Umstrukturierung anerkannt werden müssen». Aus diesem Grund unterstützt sie «das Prinzip einer Wiedergutmachung [Y], bekräftigt aber die ihrer Ansicht nach vorrangige Bedeutung einer öffentlichen moralischen Anerkennung des durch Sklavenhan‑del, Sklaverei und Kolonialismus verursachten Unrechts durch die Schweiz». Wenige Monate später unterzeichnete die Schweiz die Erklärung von Durban zum Abschluss der dritten Weltkonferenz gegen Rassismus, die im September 2001 in Südafrika stattfand. Hier zwei interessante Ausschnitte aus diesem Text, auf den sich die Schweiz und die anderen 162 an der Konferenz teilnehmenden Ländern geeinigt hatten. In Paragraph 13 heisst es: «Wir erkennen […] ferner an, dass Sklaverei und Sklavenhandel ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind.» In Paragraph 158 (des Aktionsprogramms) hält die Konferenz fest, «dass diese historischen Ungerechtigkeiten unleugbar zu Armut, Unterentwicklung, Marginalisierung, sozialer Ausgrenzung, wirtschaftlicher Ungleichheit, Instabilität und Unsicherheit beigetragen haben, wovon viele Menschen in verschiedenen Teilen der Welt betroffen sind […]. Die Konferenz erkennt die Notwendigkeit an, im Rahmen einer neuen […] Partnerschaft Programme für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieser [afrikanischen, vom Sklavenhandel betroffenen] Gesellschaften und der Diaspora […] auszuarbeiten […].» Der beschlossene Wortlaut lässt, wie man sieht, die Tür offen für ein öffentliches Schuldbekenntnis und stellt Möglichkeiten einer verstärkten Entwicklungshilfe, einer besseren Eingliederung in die westlichen Märkte und der Schuldenstreichung, wenn auch keine Wiedergutmachung in Aussicht. Die westlichen Staaten und mit ihnen die Schweiz scheinen bereit, das Unrecht anzuerkennen, das dem afrikanischen Kontinent angetan wurde, und Formen der Wiedergutmachung für die Vergangenheit zu erwägen, sind aber nicht besonders erpicht darauf, mit ihrem Reuebekenntnis rechtlichen Schritten Vorschub zu leisten. «Wir sind bereit, uns unserer Vergangenheit zu stellen, doch das Ziel von Durban ist nicht, Experten‑ und Juristenkammern zusätzliche Fälle aufzuhalsen, indem wir sie beauftragen, die durch Kolonisierung und Handel verursachten Schäden zu beziffern», meinte etwa Charles Josselin, der nach Südafrika entsandte französische Minister für Entwicklungszusammenarbeit. Der Vertreter der Schweiz in Durban, Jean‑Daniel Vigny, betonte in Reaktion auf die Entschädigungsforderungen, die von afrikanischer Seite an Länder gestellt werden, die vom Handel mit Schwarzen profitiert haben, eine solche Forderung stelle für die Schweiz kein besonderes Problem dar, da «wir mit Sklaverei, dem Sklavenhandel und dem Kolonialismus nichts zu tun haben». Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus liess im März 2002 an einer nationalen Konferenz zum Thema «Die Schatten der Vergangenheit und die Last der Bilder. Rassismus gegen Schwarze in der Schweiz» ähnliche Töne vernehmen. Sie verurteilte den Sklavenhandel und unterstützte das Prinzip der Entschädigung, betonte bei dieser Gelegenheit aber, dass «die Schweiz keine Kolonialmacht war und sich auch nicht an der Sklaverei in Afrika beteiligt hat». (…) |
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«David, Etemad und Schaufelbuehl hüten sich davor, ihr eigenes moralisches Empfinden in die Vergangenheit zu projizieren und die Schweizer Beteiligung am Sklavenhandel als moralisch verabscheuungswürdig zu charakterisieren. Vielmehr zeigen sie, dass Schweizer auch einen gewissen Anteil am Wandel hatten, der in der moralischen und rechtlichen Wertung der Sklaverei seit der Zeit, da diese eine universelle Praxis war, eingetreten ist. Laut den Autoren waren es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts erst Einzelne und aufklärerisch gesinnte Intellektuellenzirkel, die sich gegen die Sklaverei wandten.» Neue Zürcher Zeitung «Eine wissenschaftliche, jedoch leicht lesbare Studie.» Neue Zürcher Zeitung am Sonntag «Eine fundierte Quellenstudie.» Frankfurter Rundschau «Die sachliche Sprache zur Beschreibung eines emotional aufgeladenen Themas trifft den Leser mit ungewöhnlicher Härte. Eine der vielen Qualitäten dieses Buches.» Norbayerischer Kurier «Mit ihrer Arbeit liefern die Verfasser einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu der anhaltenden Debatte um einen kausalen Nexus zwischen dem auf unfreier Arbeit aufgebauten Plantagensystem Amerikas und dem Wachstum des europäischen Industrie- und Finanzkapitalismus.» H-Soz-u-Kult «Insgesamt stellt das Buch eine gelungene Synthese der vielschichtigen schweizerischen Beteiligung am transatlantischen System der Sklaverei dar. Es verbindet in überzeugender Weise exemplarische qualitative Ausführungen mit Ansätzen quantitativer Makroanalyse, prosopographischer Untersuchung von Netzwerken und mentalitätsgeschichtlichen Überlegungen.» Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte «The courage of the author to embrace great risks while researching should serve as a good example to researchers in other European countries, such as in Austria, in their attempts to debunk the myth that ‹we-did-not-have-any-slaves-and-colonies›.» The African Courier |
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