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Friedrich Glauser Gourrama Roman Herausgegeben und mit einem Nachwort von Bernhard Echte unter Mitarbeit von Mario Haldemann 488 Seiten, Leinenband
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Sein «Schmerzenskind» hat Glauser den Roman genannt, hatte er ihn doch trotz mehrmaliger Umarbeitung bei keinem Verlag unterbringen können. Als sich schliesslich im Jahre 1937 die Möglichkeit bot, den Text in der Zeitung «ABC» zu veröffentlichen, musste er zurechtgestutzt, das heisst um 70 Seiten gekürzt werden; dieser Massnahme fielen bedeutsame Passagen des Romans zum Opfer: Beispielsweise wurde eine Figur, die in verschiedenen Erinnerungssequenzen auftritt, völlig eliminiert. In keiner der bis heute erschienen Buchausgaben wurden diese Streichungen rückgängig gemacht. Die Edition des Limmat Verlags legt Gourrama demnach erstmals in seiner ursprünglichen und originalen Form vor. Die unvergleichliche Art dieses Buches wird damit erst eigentlich sichtbar: sein Reichtum an unvoreingenommener Beobachtung, seine aussergewöhnliche Erzählkunst und seine zutiefst menschliche Haltung. Denn letztlich ist es keine geringere Frage, als was der Mensch sei, die sich Glauser an Hand eines kleinen Legionspostens in Marokko vorlegt. Seine Antwort fällt nie abstrakt aus, nirgends wird moralisch geurteilt oder psychologisch schematisiert. Vielmehr gibt Glauser seinen Figuren, und seien sie vom Schicksal noch so beschädigt, ihre eigene menschliche Würde zurück. |
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Zur Edition Als die einzige Sache, zu der er stehen könne, hat Glauser seinen Legionsroman bezeichnet – um im nächsten Moment wieder daran zu zweifeln. Verfasst in einer Zeit, da er sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs als Gärtner durchschlug, war Gourrama das Werk, mit dem Glauser zentrale Erfahrungen seines Lebens verarbeiten und sich als Autor beweisen wollte. Doch niemand mochte den Roman zunächst drucken. Als er acht Jahre nach seiner Entstehung schliesslich in der Zeitschrift ABC erschien, musste er um 70 Seiten gekürzt werden. Ausserdem begann Glauser, den die Zeit in der Legion nie losliess, ganze Teile des Werks neu zu schreiben. Denn letztlich ging es ihm in der Schilderung jenes entlegenen Postens im südlichen Marokko um keine geringere Frage, als was der Mensch sei und was ihn umtreibe. Die Edition des Limmat Verlags legt »Gourrama« erstmals in seiner originalen Form vor. Das Unvergleichliche dieses Buches wird dadurch erst sichtbar: sein Reichtum an unvoreingenommener Beobachtung, seine aussergewöhnliche Erzählkunst und seine zutiefst menschliche Haltung. «Wieso finden Sie den Legionsroman dichterisch? Ich habe so
einen Horror vor dem Wort, denn alle Bücher, die schlecht konstruiert und
salopp geschrieben sind, nennen die Bonzen dichterisch.» F. G. an Josef
Halperin, 19. Februar 1936 |
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«Ich habe Gourrama irgendwann beim Trödler gefunden, selten hat mich ein Buch so begeistert, und ich würde immer noch behaupten, es sei der beste Roman, der in der Schweiz in diesem Jahrhundert geschrieben wurde.» Peter Bichsel, WochenZeitung «Es ist ein Roman, der seine Kraft aus der Erzählung seelischer Zustände gewinnt, die sich in einer unglaublich dichten Atmosphäre im fernen Nordafrika abspielen. Es ist ein Roman, der glänzend geschrieben ist und in die Welt der Legionäre einführt. Ein moderner Roman in der Tradition Prousts, aber wirklichkeitsnäher und nicht so psychologisierend wie der grosse französische Meister. Wer Glauser nicht kennt, sollte jetzt anfangen ihn zu lesen.» Deutsche Welle «Gleich einem genialen Regisseur arrangiert und beleuchtet Glauser seine Akteure auf der winzigen Bühne des Postens. Unausweichliche Beziehungen, schwer zu durchschauen, laufen quer durch die Truppe. Wie, mit welchen Anwandlungen die Leute von einer Stunde zur andern gelangen, wie die Attacken von Durst, Hunger, Aggression, plötzlichem Begehren aufflammmen und wieder zusammensinken … das ist mit so hinreissender Kunst der atmosphärischen Gestaltung beschworen, dass man glaubt, die Menschen in ihrer nacktesten Existenz wahrzunehmen.» NZZ «‹Gourrama›, gefügt aus einer Reihe dichter psychologischer Momentaufnahmen und hochpoetischer Erzählplateaus, reflektiert die Unwägbarkeit des Schicksals.» Westdeutsche Allgemeine «Auf ganz unpathetische Weise hat Friedrich Glauser mit ‹Gourrama› seinen Rang in der Weltliteratur unterstrichen.» Rheinischer Merkur «In seinem militärischen Mikrokosmos, der die ausweglosen Bühnensituationen eines Samuel Beckett vorausnimmt, schildert Glauser als einer der ersten Schweizer Autoren das moderne Gefühl der Entfremdung in einem entmenschlichten Kollektiv. Und den menschlichen Aggressionshaushalt beschreibt er nicht weniger gekonnt als die damals noch junge Wissenschaft der Tiefenpsychologie.» Berner Zeitung «… eine unpathetische Geschichte des stumpfsinnigen Legionsalltags. Glauser zeichnet nicht nur ein unprätentiöses Selbstporträt in der Figur des Korporals Lös, sondern es gelingt ihm auch, dem genretypischen Romanpersonal vom armen Schwein bis zum zynischen Sadisten Körper und Charakter zu verleihen.» Tages-Anzeiger «Glauser erweist sich in ‹Gourrama› als Meister in der Beschwörung und Schilderung von Atmosphären. ‹Gourrama› kommt mühelos ohne dramatische Steigerung der Handlung und auch ohne poinitierten Schluss aus. Der grosse Reiz des Romans liegt gerade in der sensiblen Beschreibung der Monotonie und Trostlosigkeit des Legionslebens.» SF2-TXT «Glauser verfolgt unbeirrt jede Regung seiner Figuren, bleibt ihnen so dicht auf den Fersen, dass der Mensch in seiner nackten Existenz zum Vorschein kommt.» Badisches Tagblatt |
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