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Roman Graf Zur Irrfahrt verführtGedichte 2010, 88 Seiten, gebunden
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Ein ertrunkenes Kind, nach dem gesucht wird. Die Ungewissheit, ob im Zug eine Bombe mitfährt. Und wer weint um eine Heimat? Nach dem mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Romandebüt «Herr Blanc» liegt nun von Roman Graf ein erster Gedichtband vor: feine, zeitlose Gedichte, die berühren; dunkle Verse voller Klarheit, die an Wert gewinnen durch ihre überall spürbare visuelle und klangliche Dimension. Das Abgründige, Unerhörte findet Ausdruck in durchdachten, heterogenen Formen. Wohl komponiert, geht durch den Band eine Bewegung, und er erhält eine Offenheit, die immer neue Entdeckungen ermöglicht. Im Zentrum des Buches finden sich Roman Grafs Nachdichtungen der griechischen Dichterin Sappho, auszugsweise publiziert in der Literaturzeitschrift «Akzente». «Eine grosse Sprach- und Bildgenauigkeit, eine überall spürbare Lust am Klang» Martin Zingg |
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Roman Graf
wurde 1978 in Winterthur geboren. Nach einer Lehre als Forstwart arbeitete
er als Behindertenbetreuer, Journalist und Strassenverkäufer. Studium am
Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seine Gedichte sind in
Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen, unter anderem in
«Akzente», «Entwürfe», im «Jahrbuch der Lyrik» und im «Poet». Für seinen
Roman «Herr Blanc» erhielt er 2008 den
Studer/Ganz- Preis, 2009 den Mara-Cassens-Preis und 2010 den Förderpreis zum
Bremer Literaturpreis. Roman Graf lebt in Berlin. |
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Neuer Tag Nacht |
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«Roman Graf versteht sich auf die Umsetzung kleinster Wahrnehmungen in eine dichte, poetische Sprache ebenso wie auf den Umgang mit der Tradition: Seine Sappho-Nachdichtungen beweisen es. Für eilige, flüchtige Textkonsumenten sind diese enigmatischen Texte nichts; neugierige, geneigte Leser dagegen werden reich beschenkt.» NZZ am Sonntag «Die Form einer inneren Widerborstigkeit, die dem Geschriebenen einen doppelten Boden einzieht, zeigt sich nun auch in Roman Grafs Gedichtband «Zur Irrfahrt verführt». Er demonstriert darin einen souveränen Umgang mit unterschiedlichen lyrischen Stilfiguren; auch das Spektrum der Motive ist vom Naturgedicht bis zur postmodernen Selbstreferenz überraschend weit gespannt. Konstant gelingt es ihm, mit sprachlichen Mitteln mehrere Spannungsbögen in die Gedichte einzubauen, die das Gravitätische elegant mildern, bisweilen gar ironisch brechen.» Neue Zürcher Zeitung «Ein Fundstück!» Der Standard, Wien «So unterschiedlich die Einflüsse sind, so reizvoll pendelt sich Grafs Lyrik zwischen diversen Stilen, zwischen Romantik und Postmoderne ein.» Der Bund «Roman Grafs Gedichtband kennt alle Eröffnungen, die notwendig sind, um im Schach- wie Sprachspiel zu bestehen. Kaum ein Wort, das nicht beim Wort genommen würde, kein Zitieren, das nicht wüsste, was es tut. ... Grafs Lakonie kennt nicht nur die Lust am Absturz von Sinn, sondern auch die Trauer darüber. Zerfall, Verdruss, Vergänglichkeit kehren wieder, und eben das potenziert und provoziert die poetische Gegenrede. ... Wer solche Gedichte macht wie Roman Graf, kann auch abstürzen; aber nur wer das in Kauf nimmt, kann solche Gedichte machen.» Schweizer Monatshefte «Mond weg, Plejaden weg. Was tun? Der Schlussvers des Bandes verrät es: ‹Er wirft seine Lichter empor.› Wer im Dunkeln wacht, für den gilt: ‹Ich muss jetzt selbst erschaffen.› Ein ‹Taschenweltall› muss her. Zu erleuchten – drum rauf damit an den Himmel! auf das Papier! – nur durch ein aus Gedichten konstelliertes Siebengestirn.» Tages-Anzeiger «Gezielt setzt Graf die Sprache ein, um das Gefühl der Vergeblichkeit in ironische Wortmusik umzumünzen.So im Gedicht ‹Spaziergang›, wo die Aussicht auf einen Lohn für die Mühe sogleich auf eine Weise eingeschränkt wird, die an einen Tanzrhythmus erinnert: ‹Dein Lohn kommt von oben / Wenn es oben einen gibt.› Das ist lapidar, präzis und erst noch mit Humor gesagt.» Der Landbote «Die Gedichte von Roman Graf sind wortkarge Inventur-Gedichte, extrem verschlossene Selbstvergewisserungen, die ein Ich zeigen auf seinem Weg der Selbsterschaffung. Sie inventarisieren Zeit. (...) Roman Grafs Gedichte ziehen der Mitteilungsfreude die Diskretion vor, die knappe Fügung, das Innehalten vor dem wort, die Verschwiegenheit.» Volltext |
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© Limmat Verlag |