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Stefan Ineichen Zürich 1933–1945 152 Schauplätze 432 Seiten, 187 s/wFotos, 17 Karten, Pappband ISBN 9783857915833 |
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Die Zeit zwischen der Machtergreifung der nsdap und dem Zusammenbruch des Dritten Reichs prägte auch die Geschichte der Stadt Zürich, durch Eingemeindungen auf Neujahr 1934 eben zu einer Grossstadt geworden. «Zürich 1933–1945» vergegenwärtigt anhand von 152 Schauplätzen das Leben einer mitteleuropäischen Stadt, die vom Krieg verschont blieb. Die Streifzüge durch das Zürich der Vorkriegs und Kriegszeit rufen politische Auseinandersetzungen in Erinnerung, stellen Plätze vor, wo Flüchtlinge versorgt und versteckt wurden, begleiten ans Seeufer, wo 1939 die Landesausstellung stattfand. Sie führen zu den Ausgabestellen der Rationierungskarten, in Cafés, wo der Schwarzhandel blühte, und in einen Wald, der für den Kartoffelanbau gerodet wurde. Sie führen zu Filmstudios und Cabarets, zum Haus, wo Lale Andersen, die Sängerin der «Lili Marleen», zu ihrem Namen kam, in Jazzlokale und in das Hotel im Niederdorf, wo «s’Guggerzytli» komponiert wurde. |
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Inhalt Schauplätze und Spuren einer nahen, fernen Zeit 1–10 Bellevue–Opernhaus 1
Holzhackerplatz 11–18 Limmat Süd 11
Geheimdienst im Odeon 19–31 Rämistrasse–Walche 19
Oprecht: Buchhandlung, Verlag und Hilfe 32–39 Altstadt 32
Zähringerstrasse 40–50 Bahnhofstrasse 40
GlobusInsel 51–59 Sihlporte–Stauffacher 51
Lanigiro Hot Players im Grand Café Sihlporte 60–71 Helvetiaplatz–Casa d’Italia 60
Ralph Benatzky träumt im Kino Apollo 72–79 Langstrasse 72
Damenmäntel zwischen Kosmos und Forum 80–88 Limmat abwärts 80
Kunstgewerbe 89–94 Wiedikon 89
Schmiede Wiedikon: vom Dorfkern zum städtischen Nebenzentrum 95–101 Goldbrunnenplatz–Friesenberg 95
Licht in der Finsternis 102–106 Üetliberg 102
Üetliberg 107–115 Seeufer Enge 107
Kongresshaus 116–120 Utoquai–Zürichhorn 116
Utoquai 121–130 Oerlikon und Umgebung 121
Brunnenhoflied 131–134 Seebach 131
Tramhäuschen, Vorstadtpark und Froschkönig 135–152 Weitere Quartiere 135
Gloggevärsli Zeittafel 417 |
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ZÜRICH 1933–1945 Schauplätze und Spuren einer nahen, fernen Zeit Die politischen, gesellschaftlichen und militärischen Umwälzungen, die den europäischen Kontinent im Zeitraum zwischen der Machtübernahme der Nationalsozialistischen Partei in Deutschland und dem Zusammenbruch des Dritten Reiches erfassten, prägten auch die Geschichte der Stadt Zürich in einem Ausmass, das eine gesonderte Betrachtung der Periode von 1933 bis 1945 rechtfertigt. «Zürich 1933–1945» versucht, das Leben in der Stadt, die durch die auf Neujahr 1934 vollzogene Eingemeindung zu einer schweizerischen Grossstadt wurde, anhand von 152 Schauplätzen zu vergegenwärtigen, zeigt Spuren, die jene Zeit in Zürich hinterlassen hat, und lokalisiert Ereignisse, die im heutigen Stadtbild nicht mehr ablesbar sind. Die Spurensuche führt zu den Orten der politischen Auseinandersetzung in der polarisierten Stadt der frühen Dreissigerjahre, als die rechtsextreme «Nationale Front» Morgenluft witterte und sich mit den bürgerlichen Parteien zu einem «Vaterländischen Block» zusammenschloss, die Sozialdemokratische Partei bei den städtischen Wahlen im September 1933 jedoch ihren historischen Sieg feiern konnte. Sie führt ans Seeufer, wo 1939 die Landesausstellung stattfand, die wie ein Scharnier die Vorkriegs mit der Kriegszeit verbindet und eine nationale Synthese suchte zwischen Stadt und Land, Rotem Zürich und Landidörfli, Tradition und Moderne, Folklore und Industrie. Am Stadtrand ebenso wie im Zentrum zeugen Bunker und Befestigungsbauten noch heute von den Vorbereitungen auf einen militärischen Konflikt während des Zweiten Weltkriegs, als zeitweise mehr als ein Siebtel der schweizerischen Bevölkerung zur Verteidigung mobilisiert war. In Affoltern erinnert ein Gedenkstein an einen Piloten der Schweizer Luftwaffe, der irrtümlicherweise von amerikanischen Fliegern vom Himmel geholt wurde. Bomben, die für deutsche Städte bestimmt waren, richteten vereinzelt auch in Zürich Schaden an. Die Streifzüge durch Zürich führen zu Wohnhäusern in Arbeiter und Villenquartieren, die legalen und illegalen Flüchtlingen als Unterkunft dienten. Das 1939 eröffnete Gemeindehaus der Israelitischen Cultusgemeinde, wo täglich Hunderte von Emigranten verpflegt wurden, ist einer der wenigen baulichen Zeugen im Kontext der Flüchtlingsbetreuung in der Stadt Zürich, wo 1942 – im Hallenstadion – Bundesrat von Steiger in einer Ansprache vor engagierten Christen davor warnte, das vermeintlich volle Rettungsboot zu überladen. Bellevue, Walche, Schimmel und Rosengartenstrasse verdanken ihr Gesicht den städtebaulichen Aktivitäten vor allem der Vorkriegszeit, und noch in den letzten Kriegsjahren setzte mit einer regen Wohnbautätigkeit, teilweise in Zonen umgenutzter Industrieareale, der Bauboom der Nachkriegszeit ein. Innerhalb weniger Jahre wandelte sich, wie sich auf Spaziergängen durch die Stadt nachvollziehen lässt, die Architektursprache markant: Wurden in der ersten Hälfte der Dreissigerjahre mit Kunstgewerbeschule, Theresienkirche und Neubühl öffentliche Gebäude und Wohnhäuser als moderne, offene und helle Kuben errichtet, so geben sich die holzverbrämten, biederen Heimatstilbauten der Kriegszeit traditionsverbunden und in sich gekehrt. Auch die bildende Kunst hat zwischen 1933 und 1945 Spuren hinterlassen, etwa Augusto Giacomettis Glasfenster mit Bugatti und Flabkanone in der Wasserkirche, Ernst Morgenthalers Wandbilder von Soldaten, Turnern und Serviertöchtern im Victoriahaus, den Bilderzyklus von 1942 in der Kantine des Wohlfahrtshauses der Oerliker BührleFabrik, Franz Fischers Geher, der als männlicher Akt im frisch eingemeindeten Oerlikon einen Skandal auslöste, und Hermann Hallers Waldmanndenkmal, das, bei seiner Einweihung umstritten, längst zum PostkartenZürich gehört. Die Spurensuche führt nicht nur zu Schauspielhaus und Oper, sondern auch zu den Stätten der Unterhaltungs und Alltagskultur, zu Volkstheater und Cabaret. Im Metropol trat die Sängerin der Lili Marleen auf, noch bevor sie sich Lale Andersen nannte – ein Name, den sie sich im Gespräch mit Freunden in ihrer Wohnung an der Promenadengasse zulegte, bevor sie nach Deutschland zurückkehren musste. Zürich war vor und während der Kriegszeit eine Hochburg der Ländlermusik und des Schweizer Schlagers, eine Stadt mit Cafés, wo Swing und HotJazzOrchester spielten. Die ersten grossen Schweizer Filme wurden in Zürich produziert, in Studios an der Sihlporte, der Weinbergstrasse und am Utoquai gedreht und in Kinos am Bellevue oder an der Stauffacherstrasse uraufgeführt. Das Landgasthaus aus dem legendären Wachtmeister Studer stand in Seebach. Noch heute rege benutzte Sportanlagen sind in den Dreissiger
und frühen Vierzigerjahren entstanden, so das Freibad Allenmoos und das mit
einer innovativen Wärmepumpe ausgestattete Hallenbad City, das Hallenstadion
und das Sihlhölzli. Kleinere und grössere Parkanlagen zeugen vom hohen
Stellenwert, der den städtischen Freiräumen auch damals zugeschrieben wurde,
ebenso Grünzüge in Wollishofen und zwischen Siedlung und Waldrand am
Üetliberghang. Auch wenn die Spurensuche breit angelegt ist, so werden einige gewichtige Themenfelder nur am Rande gestreift. So der Transfer von Vermögenswerten aus Deutschland vor und während der Kriegszeit, da dieser im letzten Jahrzehnt ausgiebig diskutiert und untersucht wurde. Auch die Wege bekannter Autoren, die sich auf der Flucht mindesstens zeitweise in Zürich aufhielten, werden kaum verfolgt, da mehrere aktuelle Publikationen greifbar sind. Die 152 vorgestellten Schauplätze aus der Zeit von 1933 bis 1945 werden geografisch gruppiert und auf sechzehn Ausschnitten aus dem Stadtplan zusammengefasst und lokalisiert. Ein Übersichtsplan zeigt, wo sich weitere, im Stadtgebiet verstreute Schauplätze und Zeitspuren befinden. Jeder der 152 Texte ist mit einer Nummer versehen. Diese Nummern von 1 bis 152 – und nicht Seitenzahlen – finden auch bei Verweisen auf andere Textstellen und im Personenregister Verwendung. |
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9 VERDUNKELUNG: BLAULICHT, ANGST UND ZAUBER
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«Eine ideale Vorbereitungslektüre für eine Stadtwanderung mit klarer Gliederung: Die 152 Schauplätze verteilen sich auf 17 Kapitel, denen immer eine Karte als Kompass vorausgeht. Ein Verweissystem führt den Leser lustvoll kreuz und quer durchs ganze Buch und sorgt dafür, dass Unbekanntes bekannt wird.» Tages-Anzeiger |
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«152 Schauplätze nimmt der Autor Stefan Ineichen unter die Lupe, Orte, an denen die Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges Spuren hinterlassen hat. Seine anschaulich wiedergegebenen Streifzüge führen ihn zu Wohnhäusern in Arbeiter- und Villenquartiere, in denen illegale Flüchtlinge unterkamen, ins Schauspielhaus und ins Cabaret – und in Sportanlagen wie das Hallenbad City, die in jener Zeit entstanden sind. Das Buch lädt ein zum Schmökern und Verweilen, das geschickte System von Verweisen macht die Lektüre zusätzlich spannend – und quasi im Vorbeigehen kann man erst noch sein Wissen über die Stadt Zürich aufbessern.» P.S. Die linke Zürcher Zeitung «Manches dürfte auch Kennern der Zürcher Geschichte neu sein, etwa das einstige Kameradschaftshaus der Nationalsozialisten in Höngg, das heute noch steht – oder das Fliegerdenkmal in Affoltern, das an den Abschuss eines Schweizer Piloten (in einer deutschen Messerschmidt) erinnert. Ein dichtes Netz von Orten, Personen und Ereignissen – unterstützt durch ein ausgeklügeltes Verweissystem und nützliche Ereignis- und Personenverzeichnisse – lässt die Kriegszeit auch für Leute erfahrbar werden, die später geboren worden sind. Dabei wird einem bewusst, wie vieles, was damals geschah, weit über die Zeit hinausweist und Zürich zum Teil bis heute mitprägt.» Neue Zürcher Zeitung «Ein informatives, unterhaltsames und anregendes Buch – nicht nur für Schweizer.» Damals «Eine spannende Zeitreise.» Quartierecho «‹Zürich 1933–1945› von Stefan Ineichen holt die Vergangenheit in die Gegenwart. Die detaillierten Beschreibungen Ineichens zeugen von einer gründlichen Recherche. ‹Zürich 1933–1945› ist auf alle Fälle ein ‹Must-Have› für alle , die sich für die Geschichte Zürichs interessieren. Und für alle anderen gilt: es ist ein Buch zum Schmökern.» Lokalinfo «Stefan Ineichen präsentiert uns einen Schatz: eine riesige Materialfülle mit Dokumenten und Schilderungen von Zeitzeugen zu 152 Schauplätzen Zürichs. Was das umfassende Werk auszeichnet, sind die zahlreichen Querverbindungen: Wikipedia in Buchform. Eine Entdeckung!» Grünzeit – Zeitschrift für den Lebensraum Zürich «Eine kurze Reise an den Limmatplatz und man ist 75 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt.» Höngger |
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