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Meinrad Inglin Seine Welt in Bildern Herausgegeben von Schoeck-Grüebler, Elisabeth
2005, 176 Seiten., Leinen sFr. 28.–, € 23.– ISBN 978-3-85791-670-0
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| Die Landschaft, in die
hinein Meinrad Inglin vor hundert Jahren geboren wurde, spielt in seinem
Werk eine zentrale Rolle. Während sich die Beziehung zu seinem Heimatort
Schwyz schwierig und spannungsvoll gestaltete und erst spät in eine Art
gegenseitiger distanzierter Achtung mündete, erwies sich die unberührte
Umgebung, die «Wildnis», von Anfang an als Zufluchtsort und
«Traumlandschaft». Diese «graue March» zwischen Talboden und Gletscher,
zwischen Vegetation und Kristall, zwischen dem Zeitlichen und dem Ewigen
entspricht Inglins eigener Grenzsituation in besonderem Masse. Der geborene
Aussenseiter, der exemplarisch «Eigenrichtige» gehört gleichzeitig dazu,
stammt aus einer Familie, «die von Anfang an, soweit man einen Anfang
kannte, eingeboren und in der Gemeinschaft ihrer Talgenossen mitten in einer
Welt der Unfreiheit hier frei gewesen» war. Mit den etablierten Formen, die diese Gemeinschaft inzwischen angenommen hat, kann Inglin freilich wenig anfangen. Er versagt «auf den gebahnten Pfaden», weigert sich, im bürgerlichen Sinne «etwas zu werden» und kehrt dreimal als Gescheiterter nach Schwyz zurück – aus einer Uhrmacherlehre, nach einem Versuch als Kellner und ohne Studienabschluss. Bei seiner Tante Abegg, die ihn und seinen Bruder schon nach dem frühen Tod der Eltern aufgenommen hat, findet er Unterkunft im «Grund», etwas ausserhalb von Schwyz, wo er bis zu seinem Lebensende wohnen wird: augenfällig am Rande der Gesellschaft, am Übergang der zivilisierten Welt ins mythische Hinterland, einmal mehr an einer «Torschwelle», wie es ihm gemäss ist. Der vorliegende Band möchte einen Einblick in die Voraussetzungen des umfangreichen Werks geben. Im Bildteil enthält er nicht nur Ansichten von Schwyz und seiner Umgebung, sondern auch einen Querschnitt durch Inglins eigene Fotoalben, der sich – wie die Kommentartexte deutlich machen – gleichermassen auf Leben und Werk bezieht, und darüber hinaus verschiedenste Dokumente, die einen Einblick in Inglins Arbeitsweise erlauben. Die zahlreichen Werkproben zeigen, was der Dichter aus diesem Material gestaltet hat, und möchten zu ausführlicher Lektüre anregen. Elisabeth Schoeck-Grüebler, 1944, geboren und aufgewachsen in Zürich. Studium der Germanistik in Zürich und Wien, ursprünglich mit Berufsziel Dramaturgie; daneben Lehrtätigkeit an verschiedenen Zürcher Mittelschulen. 1975 Heirat nach Brunnen. Literarische und wissenschaftliche Arbeiten, soweit das die sieben Kinder zulassen. Ihre jahrelange intensive Beschäftigung mit Inglin begann mit der Mitarbeit an der von ihrem Mann betreuten Gesamtausgabe der Werke im Ammann Verlag. Publikationen: Requiem für einen Baum (1988), Spielplatz mit Aussicht (1990), Der Urnersee im Wandel der Zeit (Schwyzer Heft, 1991), Othmar Schoeck, Post nach Brunnen (1991). |
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