Niklaus Meienberg

Die Erweiterung der Pupillen beim Eintritt ins Hochgebirge

Poesie 1966—1981

1981, 180 Seiten, broschiert

ISBN 3-85791-028-3

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Kurze Inhaltsangabe

Degoûtiert
von der Politik
kriech ich in die Poesie
zurück

Politik mein Schätzchen
wir müssen auseinandergehn
tschau tschau alte Sau

Schmelz & Schmerz (dosiertI)

ist in
& Innerlichkeit & Verschwiegenheit & leid (dosiert)

Textprobe

Gelandet durch Zufall
in diesem Nichtland
Wo die Spitzbäuche die Rundköpfe bespitzeln
abgesondert
auf diesen fleissigen Fleck
diesen sauren Landstrich
Hominid
Unter Hominiden

Rd_tri.gif (202 Byte) Niklaus Meienberg liest Ode an die Schweizerische Bankgesellschaft (RealAudio)

Stimmen

Kurz und bestens: ich mag manche dieser Gedichte. Ich mag den bald verhaltenen, bald bänkelsängerischen Ton dieser Poesie. Ich mag auch ihre Aggressivität, die sich mit der Lust an Sprachformen, Wortfügungen, Wortspielen, mit der Freude am Zitieren («Klauen» sagt Meienberg), in quicklebendigen Kunstgebilden äussert. Das Wort «Kunst» ist - trotz aller Wildheit - am Platze, denn Meienberg entpuppt sich in diesem Buch als ein für schweizerische Verhältnisse unheimlich aufrichtiger, ungebremster Mensch, aber auch als gewitzter «poeta doctus». So kann ich vor diesem Buch ebenfalls nur wieder warnen und es denen empfehlen, deren Neugier durch Warnungen erregt wird. Kurt Marti

Den Titel seines Gedichtbandes hat Niklaus Meienberg einer Dissertation aus dem Jahre I948 entnommen. Oder Meienberg hat den Titel, wie er selber sagt, «umgetopft«. Diese Vorgehen zeigt bereits Meienbergs Methode auf. Collage, «konkrete», Poesie, Pamphlet in einem: Meienbergs Gedichtband ist voller Einfälle, witzig und frech, provozierend, unverschämt, manchmal obszön, verächtlich aber eigentlich immer aufgestellt und angriffig.   Basler Zeitung

Seine Gedichte? Gewiss, das gilt für viele, nicht für alle. Verse müssten, schreibt Meienberg, «nicht immer Eigengebräu sein», sie könnten auch von jemandem stammen, der das, was man sagen wollte, so gut formuliert und mir derart aus dem Herzen spricht, dass ich den anderen reden lasse., Dagegen ist nichts einzuwenden. Nur hat Meienberg darauf verzichtet, die Namen der betreffenden Autoren unter jene geklauten Dichtungen zu setzen. Hier wird die Sache, sagen wir, kriminell. Man hüte sich, Meienbergs Experiment nachzuahmen. Denn Betrug bleibt Betrug. Marcel Reich-Ranicki, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 
 

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