Niklaus Meienberg

Reportagen

 

Ausgewählt von Marianne Fehr, Erwin Künzli und Jürg Zimmerli

2000, 2 Bände à 416 und 480  Seiten, broschiert

Band 1 ISBN 3-85791-344-4
Band 2 ISBN 3-85791-345-2

Rd_tri.gif (202 Byte) Niklaus Meienberg Rd_tri.gif (202 Byte) Zum Buch Rd_tri.gif (202 Byte) Editorische Notiz Rd_tri.gif (202 Byte) Stimmen

Kurze Inhaltsangabe

«Meienbergs literarisch-journalistische Reportagen haben im deutschsprachigen Raum ästhetisch neue Standards gesetzt.» taz

Sie machten Furore, die Reportagen Meienbergs, erregten Aufsehen, wurden viel gelesen und diskutiert. Sie waren genau recherchiert, dramaturgisch sorgfältig gebaut und brillant geschrieben, ihr streitlustiges Engagement fuhr wie ein frischer Wind in den prätentiös-bildungsbürgerlichen Mief der Feuilletons.

Die Neuzusammenstellung der bisher verstreuten Texte bringt Überraschendes zum Vorschein, über die aktuellen Anlässe hinaus ergeben sich Zusammenhänge: Ob zur Geschichte der Schweiz, ihrem Verhalten im Zweiten Weltkrieg, ob zum Schreiben oder zur Politik, es gilt einen virtuosen Schriftsteller und einen ausserordentlich wachen Zeitzeugen neu kennen zu lernen. Auch persönlich: Erstmals liegen die autobiographischen Texte gesammelt und chronologisch geordnet vor.

Inhalt Band 1

Schreiben

  • Wer will unter die Journalisten?

  • Leichenrede für den Journalisten Peter Frey oder Plädoyer für ein verschollenes métier

  • Von unserem Pariser Korrespondenten (statt eines Vorworts)

  • Auf einem fremden STERN, 1983

  • Schwirrigkeiten des Bluck mit der Wirklklichkeit

  • Eine Adventsansprache, gehalten vor den Mitgliedern des Art Directors Club Zürich, der Dachorganisation für Reklamiker, am 12. Dezember ’88

  • Positiv denken! Utopien schenken!

  • Mut zur Feigheit

  • Zürich–Sarajevo

  • Gefühle beim Öffnen der täglichen Post und Hinweis auf das «Interstellar Gas Experiment»

  • St. Galler Diskurs bei der Preisübergabe

Lesen

  • Da taar me nöd

  • Ein Werkstattbesuch bei zwei hiesigen Subrealisten

  • Inglins Spiegelungen

  • Vom Heidi, seiner Reinheit und seinem Gebrauchswert

  • Sartre und sein kreativer Hass auf alle Apparate

  • Joy Joint Joyce Choice Rejoice

  • Auskünfte von Karola & Ernst Bloch betr. ihre Asylanten-Zeit in der Schweiz, nebst ein paar anderen Erwägungen

  • Überwachen & Bestrafen (I)

  • Des Philosophen Grabesstimme

Forschen

  • Quellen und wie man sie zum Sprudeln bringt

  • Die beste Zigarette seines Lebens

  • Hptm. Hackhofers mirakulöse Kartonschachtel

  • Zahl nünt, du bist nünt scholdig

  • Die Schonfrist

  • Bonsoir, Herr Bonjour

  • Bonjour Monsieur

  • Vorwärts zur gedächtnisfreien Gesellschaft!

  • Eidg. Judenhass (Fragmente)

  • 1798 – Vorschläge für ein Jubiläum

  • Die Schweiz als Schnickschnack & Mummenschanz

  • Die Schweiz als Staats-Splitter

Das eigene Leben

  • Aufenthalt in St.Gallen (670 m ü.M.)

  • Wach auf du schönes Vögelein

  • O du weisse Arche am Rande des Gebirges! (1133 m ü.M.)

  • 250 West 57th Street

  • Memoiren eines Chauffeurs

  • Die Enttäuschung des Fichierten über seine Fiche

  • Diese bestürzende, gewaltsame, abrupte Lust

  • Der souveräne Körper – ein veräusserliches Menschenrecht

Inhalt Band 2

Grosse Tiere

  • Einen schön durchlauchten Geburtstag für S. Durchlaucht

  • O wê, der babest ist ze junc/Hilf, herre, diner Kristenheit

  • Gespräche mit Broger und Eindrücke aus den Voralpen

  • Sprechstunde bei Dr. Hansweh Kopp

  • In Hüttwilen

  • Jagdgespräch unter Tieren

  • Ein gravierender Fall

  • Offener Brief an den frisch verstorbenen Charles De Gaulle

  • Der traditionelle Neujahrsempfang

  • Sexaloiten

  • Der restaurierte Palast

  • Denn alles Fleisch vergeht wie Gras

  • Apocalypse now im Berner Oberland

Kleine Leute

  • Jo Siffert (1936–1971)

  • Fritzli und das Boxen

  • Bleiben Sie am Apparat, Madame Soleil wird Ihnen antworten

  • Herr Engel in Seengen (Aargau) und seine Akkumulation

  • Frau Arnold reist nach Amerika, 1912

  • Die Aufhebung der Gegensätze im Schosse des Volkes

  • Überwachen & Bestrafen (II)

  • Der Garagefriedensbruch oder les mots et les choses

  • 4.12.79 alte Kirche Wollishofen

Reisen

  • Blochen in Assen, und auch sonst

  • Châteaux en Espagne

  • Liverpool

  • Rue Ferdinand Duval, Paris 4e

  • Ratten

  • Die Rue de Juifs ist stiller geworden

  • Die Fische von der Rue Saint-Antoine (auf dem Trockenen)

  • Das Judengerücht von Amiens

  • Ein langer Streik in der Bretagne

  • You are now entering Benjamin Franklin Village

  • Im Strudel von Algier

  • Wargasm on Constitution Avenue

 

Im eigenen Land

  • Zug, sein Charme und seine Zuzüger

  • Zurick Zurick horror picture show

  • Bodenseelandschaft

  • Perlen ist ein Dorf, das ganz der Fabrik gehört

  • Vom Ozon und seinen Verwaltern

  • Vielleicht sind wir morgen schon bleich u. tot

  • Plädoyer für ein Übergangs-Objekt, d.h. für die Wieder-Einführung der Kavallerie

  • Die Kapellbrücke: Ein rentabler Brand in Luzern

Editorische Notiz
Nachweis

Editorische Notiz

Diese Neuausgabe der Reportagen legt etwas über die Hälfte der Meienberg-Texte vor. Sie hat mehrere Gründe: Zum einen wäre Niklaus Meienberg am 11. Mai 2000 sechzig Jahre alt geworden. Zum zweiten soll der jüngeren Generation, die ihn nur noch dem Namen nach kennt, ein leichterer Zugang zu seinem Werk geschaffen werden. Wer schon viel von Meienberg gelesen hat, konnte in den letzten Jahren verfolgen, wie die Schweiz nach und nach Tatsachen zur Kenntnis nehmen musste, auf die er immer wieder und mit Nachdruck hingewiesen hat. Viele haben seine Stimme vermisst in den Debatten, denn er polemisierte gerne und provozierte Reaktionen, die manchmal an Hysterie grenzten, und löste heftige Diskussionen aus. Aber Meienberg war vor allem ein leidenschaftlicher Schreiber, der immer wieder von Menschen, Orten und Ereignissen fasziniert wurde und über diese mit einem hohen Anspruch an Sprache und Form berichtete. Als homme de lettre hat er nicht zwischen Literatur und Journalismus unterschieden, sondern Texte hervorgebracht, deren literarische Qualitäten über das Entschwinden der konkreten Anlässe hinaus bleibenden Lesegenuss bieten. Er reiht sich damit in die Tradition eines Heine oder Tucholsky ein.

Ein weiterer Grund für diese Ausgabe liegt in der bisherigen Erscheinungsform der Texte. Sie sind zwischen 1975 und 1993 jeweils mehr oder weniger chronologisch in Buchform herausgegeben worden, wurden dabei aber immer wieder mit weiter zurückliegenden Artikel ergänzt. Das hat zu einer gewissen Unzugänglichkeit des Werks geführt, weil kaum jemand weiss, was wo zu finden ist. Auch geben die schönen Buchtitel wie «Der wissenschaftliche Spazierstock» oder «Weh unser guter Kaspar ist tot.» und so weiter keinerlei Aufschluss über den Inhalt: Nach wie vor erreichen den Verlag Anfragen, wo bloss der «Heidi»-Artikel oder die Geschichte mit der Bloodhound-Rakete nachzulesen sei. Die thematische Zusammenstellung erleichtert den Zugang zu ihnen.

Der vierte Grund ist ein pragmatischer: Gewisse Texte sind nicht mehr erhältlich. Das betrifft die Beiträge aus dem Band «Vielleicht sind wir morgen schon bleich u. tot», der vergriffen ist, und die beiden Geschichten «Jagdgespräch unter Tieren» sowie «Die Kapellbrücke: Ein rentabler Brand in Luzern», Meienbergs letzter Text, die nie in eine Buchausgabe aufgenommen wurden.

Der vielleicht wichtigste Grund aber liegt darin, Meienbergs Werk im öffentlichen Bewusstsein präsent zu halten. Durch die thematische Gliederung seiner Texte kommen überraschende Bezüge zum Vorschein und es entstehen Zusammenhänge über die aktuellen Anlässe hinaus. Der Schriftsteller und Mensch Meienberg gewinnt auf eine Weise Konturen, seine Themen werden sichtbar, wie es in den bisherigen Ausgaben nicht der Fall sein konnte. Nach der Biografie von Marianne Fehr ist es jetzt möglich, sich dem Schriftsteller und Journalisten auch anhand seiner Werke neu zu nähern.

Natürlich ist die Auswahl subjektiv. Weggelassen haben wir vor allem Texte, die sich zu sehr am tagesaktuellen Geschehen orientierten oder die wir nicht als seine besten betrachten. Wir versuchten auch zu vermeiden, einen säuberlich verpackten und etikettierten Meienberg zu präsentieren. Deshalb haben wir nur wenige Zwischentitel gesetzt und die «Kategorisierung» so offen wie möglich gehalten. Wichtig ist uns einzig, dass Meienberg gelesen wird.

 

Stimmen zum Buch / Rezensionen

Rd_tri.gif (202 Byte) SonntagsZeitung vom 7. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) Tages-Anzeiger vom 10. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) Basler Zeitung vom 11. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) Berner Zeitung vom 11. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) St. Galler Tagblatt vom 11. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) Die Südostschweiz vom 20. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) forum vom 14./21 Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) Neue Zürcher Zeitung vom 30. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) Die Zeit vom 31. Mai 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) Badische Zeitung vom 18. Juli 2000
Rd_tri.gif (202 Byte) APA vom 29. August 2000

Rd_tri.gif (202 Byte) vgl. auch allgemeine Beiträge zu Meienbergs 60. Geburtstag

Stimmen

«Moral» war für Meienberg kein Plastikwort, sondern etwas, das es zu verteidigen galt. Nicht nur deshalb verdienen seine Gesellschaftsbilder eine neue Lektüre. Metropol

«Meienberg veröffentlichte 14 Bücher, in erster Linie Reportagensammlungen und Gedichte. Sieben Jahre nach seinem Tod hat seine Biographin Marianne Fehr für den Züricher Limmat Verlag noch einmal Reportagen in einer zweibändigen Ausgabe zusammengestellt.

Die Texte sind teilweise viele Jahre alt (die ältesten mehr als ein Vierteljahrhundert), und haben doch nichts verloren. Literarische Produkte müssen, wenn sie gut sind, auch über die Zeit und Stimmung hinaus bestehen, in der sie verfasst wurden. Aber journalistische?

Bei Niklaus Meienberg, schrieb sein Freund Christoph Kuhn, mache die Unterscheidung zwischen Journalismus und Literatur keinen Sinn. Meienberg habe sich als Journalist verstanden, sich aber gleichzeitig – gerade bei journalistischen Auftragsarbeiten – seine eigenen Gesetze geschaffen, die wenig bis nichts mit denen des Auftraggebers zu tun hatten.» Süddeutsche Zeitung

«Meienberg lesen!» Literatur im Netz

SonntagZeitung vom 7. Mai 2000

Guerillero mit Kopf und Schreibmaschine

Offener Brief eines jungen deutschen Journalisen an Niklaus Meienberg, dessen Reportagen und Essays neu aufgelegt wurden

Da Sie sich 1993 umbrachten und ich die Stadt Zürich erst 1996 zum ersten Mal besuchte, kennen Sie mich nicht, und ich weiss auch nur recht wenig über Sie: Ich weiss, dass Sie bis zu Ihrem Tod ein berühmter Schweizer Publizist waren, dessen Essays und Reportagen regelmässig dieses kleine Land erschütterten. Ich weiss, dass Sie als Anarchist und Frauenfeind verrufen waren, und ich weiss ebenfalls, dass Sie mal ein Jahr lang für das Hamburger Magazin «Stern» arbeiteten. Wie Sie zu Lebzeiten aussahen, ob Sie also beispielsweise einen Bart trugen oder an Sonntagen mit einem Hut auf dem Kopf am Zürisee spazieren gingen, weiss ich nicht.

Das sind keine besonders guten Gründe, Ihnen, dem Toten, in sein Reich einen Brief zu schicken, doch der Auftrag der SonntagsZeitung, anlässlich der Veröffentlichung Ihrer gesammelten Reportagen beim Limmat-Verlag einen Aufsatz über Ihr Werk zu schreiben - nur über Meienbergs Werk, nicht über die Person, wie der Redaktor betonte -, reizte mich, denn nach dem Selbstmord eines Künstlers ist das, was er zu Lebzeiten geschaffen hat, das Einzige, was zählt: Es ist sein Testament, sein Grabstein, und darüber, wie hübsch dieser Grabstein heute noch ist, soll ich nun entscheiden, indem ich Ihre Geschichten lese. Sollte Sie die Tatsache stören, dass ich noch relativ jung bin, gerade mal dreissig, während Sie in diesem Monat Ihren sechzigsten Geburtstag feiern würden, seien Sie beruhigt: Ich habe auch Karl Marx, Buddy Holly und Robespierre schon Briefe geschrieben, die sind alle noch älter - Sie befinden sich also in guter Gesellschaft, Herr Meienberg.
Es sind zwei sehr hübsche Bücher, die da im Limmat Verlag herausgekommen sind: Eins ist gelb, das andere blau, insgesamt sind sie knapp 900 Seiten dick, tatsächlich eine Art Werk also, das den Leser an Ihr Schaffen zwischen 1975 und 1993 erinnern soll - an Ihre Texte für die «Weltwoche», die kurzzeitig mit Ihnen brach; an Ihre Reportagen für den «Tages- Anzeiger», der Ihnen mal fünfzehn Jahre lang das Schreiben verbot; an die autobiografischen Kurzgeschichten über Ihr Leben in St. Gallen, New York, Hamburg, Paris und Zürich. Etwa die Hälfte Ihrer gesamten Texte ist in den zwei Bänden versammelt, auf biografische Anmerkungen oder ein Vorwort wurde verzichtet, dafür sind die Artikel gegliedert in Kapitel, die «Grosse Tiere», «Reisen», «Schreiben», «Im eigenen Land», «Forschen» und «Das eigene Leben» heissen, was den Zugang zur Thematik erleichtern soll.

Der Hass auf Heuchlerei und Eigennutz der Mächtigen

Gleich am Anfang von Band 1, Herr Meienberg, befinden sich zwei Texte, zu denen ich Ihnen gratulieren möchte: Ihr Artikel «Wer will unter die Journalisten?» von 1972 beschreibt die Trostlosigkeit der Journalistenexistenz sehr schön, fast wie eine russische Fabel. Wer liest, wie der junge Schreiber zerrieben wird zwischen seinem Selbstanspruch und den Zwängen und Reglementierungen der Redaktion und des Verlegers, macht sich keine Illusionen über den Journalismus mehr - man will sofort Selbstmord begehen, wie Sie das getan haben. Noch besser gefällt mir Ihr Bericht über die Hauspolitik des «Sterns», das Hitlertagebuch-Desaster und die Würdelosigkeiten des damaligen Chefredaktors Peter Koch: In dem Text «Auf einem anderen <Stern>» schildern sie Koch als genau den Wurm, der er war, und alles Weitere gilt auch heute noch für den «Stern».

Schon in diesen Texten ist drin, was die Hauptvorzüge Ihrer Arbeit ausmachte: der Hass auf Heuchlerei und Eigennutz der Mächtigen und der dazugehörende Mut, diesen Hass auf die Macht auch zu veröffentlichen, wofür Sie selbst ja viel Hass haben einstecken müssen, von Verlegern wie vom Publikum. Ebenso drin, in den früheren Texten mehr als in den späteren, ist eine charmante Mischung aus Leidenschaft und Naivität - über Zustände, die von Zynikern schon als nicht mehr erwähnenswert eingestuft werden, wie zum Beispiel die Situation der Zeitung «Oslobodenje» während des Kriegs in Sarajevo, konnten Sie, Herr Meienberg, sich noch sehr schön aufregen; dafür mein Kompliment!
Neben Ihren Kampfschriften gefallen mir besonders die Reportagen aus Ihrer Zeit im Ausland: «You are now entering Benjamin Franklin Village», «Bleiben Sie am Apparat, Frau Soleil wird Ihnen helfen», «Ein langer Streik in der Bretagne» und «Das Judengerücht von Amiens» - diese Geschichten sind klar und knapp geschrieben, geben nicht mit Kunstfertigkeit an und verärgern den Leser nicht mit unnötigen Ausflügen in die Theorie. Auch heute noch würde ich solche Geschichten gern öfter lesen, Herr Meienberg!

Sie haben sehr viel geschrieben, ein regelrechter Schreibwahn muss es gewesen sein, sonst kommen nicht so viele Seiten zusammen; da ist es nur natürlich, dass es auch ein paar Texte von Ihnen gibt, mit denen ich weniger anfangen kann: Zum Schwyzerdütsch, das Sie oft verwendeten, kann ich nichts sagen, denn davon verstehe ich nichts; doch bin ich der Meinung, dass Sie es, besonders in Ihren Ansprachen und Kulturkritiken, manchmal etwas mit der Assoziation und den Adjektiven übertrieben: Der Abscheu vor der Werbewelt in ihrer Adventsansprache 1988 vor dem Art Directors Club Zürich ist ja verständlich, doch Ihr Inferno an Worterfindungen gleich zu Beginn («Zeitgeistsurfer, Marketingmakler, Psycho-Directors, Gesamtverantworter, subtile Spezialisten der Sinngebung, Semantiker des rasenden Konsumismus, fleissige Versprüher der creativsten und creatifigsten . . . etc. etc.») berauscht sich zu sehr an sich selbst, rückt Sie in die Nähe so langweiliger Dinge wie Kapitalismuskritik um der Kapitalismuskritik willen und macht Ihre Rede redundant. Auch mit Ihrem «Jagdgespräch unter Tieren», einer Ihrer berühmtesten Geschichten, kann ich nicht so viel anfangen, sie ist mir zu manieriert: Ausserdem glaube ich nicht daran, dass Tiere sich über Politik unterhalten, aber das ist vielleicht Geschmackssache.
Stilfragen aber sind eigentlich unwichtig bei Ihnen, Herr Meienberg, denn wie ich es sehe, ging es Ihnen zeit Ihres Lebens darum, ein Seelen- und Sittenbild der Schweiz zu liefern: das Bild eines Landes, dessen Enge immer Konfrontation zwischen Kritik und Kunst garantierte, weil sich Kritik und Kunst täglich auf der Strasse treffen - diesem Kampf, Herr Meienberg, sind Sie nie aus dem Weg gegangen. Das Bild eines Landes, das seinen Antisemitismus der letzten zwei Jahrhunderte gern verleugnet und sich oft hinter seiner «Neutralität» versteckte. Das Bild eines Landes, das zerrissen ist zwischen dem Anspruch auf Weltrang, Modernität und Hochkultur, während vielerorts noch Katholizismus, Korruption und Barock herrschen, deren Ziel die Art Reinheit ist, die Sie in Ihrer Geschichte «Vom Heidi» so wunderbar analysierten.

Es gibt keinen Schweizer Publizisten, der mit Ihnen vergleichbar wäre

Auf all diese Dinge haben Sie immer wieder hingewiesen, Herr Meienberg; Ihr Ziel war es, die Schweiz so zu erkennen und zu durchdringen, wie der Schriftsteller Thomas Bernhard es mit Österreich gemacht hat, und oft ist es Ihnen gelungen: Während Bernhard mit seinen Romanen wie ein Feldherr agierte, gingen Sie mit Ihren Artikeln wie ein Guerillakrieger gegen die verdeckten Narben der Schweiz vor - bewaffnet mit nicht viel mehr als Ihrem Kopf und einer Schreibmaschine. Bestimmt haben Sie auch gern mal eine Zigarre geraucht.

Ich bekomme jetzt langsam ein Bild von Ihnen vor meinen Augen, Herr Meienberg: In meiner Vorstellung waren Sie ein Mensch in der Revolte, so, wie Camus und eben nicht Sartre ihn beschrieb; ein Aufklärer und Rationalist im Sinne Descartes', dessen Texte zu seinen besten Zeiten so leuchten wie die Lieder des Sängers Bob Dylan, der auch gerne mal ein paar Gläser trinkt.

Aus diesen Gründen, Herr Meienberg, und weil es im Augenblick keinen Schweizer Publizisten gibt, der in Mut und Moral mit Ihnen vergleichbar wäre, werde ich bei meinem nächsten Besuch in Zürich Ihnen zu Ehren Blumen in den Zürisee werfen.

Nelken, denke ich, wären ganz passend. Ja, Nelken würden Ihnen bestimmt gefallen, Herr Meienberg, denn die Nelke ist die Blume der Revolution.

Marc Fischer
© SonntagsZeitung

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Tages-Anzeiger vom 10. Mai 2000

Die Reportagen in zwei Bänden und auf einer CD

Niemand konnte Niklaus Meienberg gegenüber gleichgültig bleiben. Der ungemütliche Intellektuelle und Journalist polarisierte mit seinen Reportagen die Öffentlichkeit. Von den einen wurde er als Nestbeschmutzer beschimpft, die andern bewunderten ihn für seinen Mut und seine Ausdauer in der Aufklärung dunkler Flecken in der Schweizer Geschichte. Vieles, was wir in den letzten Jahren darüber zu lesen bekamen, hatte Meienberg schon lange vorher geschrieben. Er war eine kritische Instanz, deren Stimme zum aktuellen politischen Geschehen immer interessierte, einer, der seinen Standpunkt mit spitzer Feder, bissiger Ironie und ohne Rücksichten mit einer sprachlichen Schärfe und der ihm eigenen Klangfarbe zwischen urtümlicher Mundart und Mehrsprachigkeit vertrat. Sogar seine Feinde mussten seinem ungestümen Sprachtemperament Respekt zollen.

Um diesen wortgewaltigen Schreiber zu würdigen und um die Stille zu durchbrechen, die sich nach seinem Selbstmord 1993 über ihn legte, haben der Limmat Verlag und Kein & Aber ein erfreuliches Unternehmen auf den Weg gebracht - Texte von Meienberg in Schrift und Ton. Die Neuausgabe der Reportagen macht einen grossen Teil der bekannten journalistischen Arbeiten zugänglich und bringt eine thematische Ordnung in das bisher eher unsystematisch publizierte Werk.

(...)

Yasmine Inauen
© TA-Media AG

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Basler Zeitung vom 11. Mai 2000

Immerfort drehende Denkmaschine

Der sprachliche Feuerwerker Niklaus Meienberg wäre heute 60 geworden

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Seit der herausragenden Biografie von Marianne Fehr («Meienberg. Lebensgeschichte eines Schweizer Journalisten», Limmat Verlag 1999) weiss man Bescheid über das zwiespältige Leben Meienbergs, der sich buchstäblich aufrieb zwischen Depressionen, Selbstüberschätzung und einer selbstzerstörerischen Art, mit Freunden und Freundinnen, Kollegen und Kolleginnen umzugehen. Am Schluss wurde er einsam und krank, verachtete sich selbst und brachte sich am 24. 9. 1993 um. Er litt unter der intellektuellen Dumpfheit im Lande, mangelnder Anerkennung, dem 14 Jahre dauernden Schreibverbot beim «Tages-Anzeiger» und einer zuweilen bösartigen Kritik, die sich anschickte, im Zusammenhang mit seinen Gedichten von «terroristischer Gewalttätigkeit» (NZZ 19. 3. 1993) zu phantasieren.

Wenn man seine Texte heute liest - egal ob jene über Paris und Zug oder jene über Fabrikbesuche, Jo Siffert, André Malraux oder Michel Foucault, über den er schon schrieb, als diesen nur wenige kannten -, stellt man schnell fest, wie frisch sie geblieben sind, auch wenn sich die äusseren Verhältnisse völlig geändert haben. Der Paris-Besucher kann das überprüfen mit dem Text «4, rue de Thann, Paris 17e», einer kleinen Archäologie des Alltags eines NZZ-Korrespondenten, der hier mit Dienerin und Butler ausgesprochen standesgemäss residierte. Eine solche Überlebensdauer ist für Texte, in denen Pathos, Sarkasmus und Satire den Ton bestimmen, alles andere als selbstverständlich. Diese Stilmittel sind schnell verderblich, wenn sie handwerklich nicht perfekt beherrscht werden. Darin brachte es die «immerfort drehende Denkmaschine» - so Meienberg über sich selbst - zur Meisterschaft.
Wie sehr dessen Stimme in der schweizerischen Publizistik fehlt, wird man daran ermessen können, was man alles über Meienbergs Geburtsort St. Gallen - «heimatlich gebleichte kreuzbleich schielende Mumie / in der Wolle gefärbte in der Sitter gegerbte / feldgrau trommelnde Leiche Vaterstadt» - leider endgültig nicht zu lesen bekommt, wenn der dortige Fussballclub die Fussballmeisterschaft gewonnen haben wird.

Rudolf Walther
© Basler Zeitung

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Berner Zeitung vom 11. Mai 2000

Meienberg - «schön gemacht, aber erschwinglich»

Zum Jubiläum erscheint eine Auswahl von Meienbergs besten Reportagen. Zwei Texte sind neu zu entdecken.

Im Frühling 1993 drängte Niklaus Meienberg bei seinem Verlag auf die Neuausgabe seiner Bücher. «Schön gemacht, aber erschwinglich» wünschte er sie sich, nämlich im Taschenformat und am liebsten im Schuber. Zum doppelten Jubiläum - 25 Jahre Limmat Verlag und 60 Jahre Meienberg - liegt nun eine sorgfältige zweibändige Auswahl von Meienbergs Reportagen vor.

Geordnet nach Themen sind darin die wichtigsten und besten Texte versammelt, die Meienberg zwischen 1970 und 1993 geschrieben hat. Neben Meienbergs Überlegungen zu Journalismus und Geschichtsschreibung werden auch zwei Texte greifbar gemacht, die bislang noch nicht in Buchform erschienen sind.

Neu zu entdecken gibt es das «Jagdgespräch unter Tieren», ein Hörspiel, das er 1978 für die satirische Radiosendung «Faktenordner» anfertigte. Darin plaudern ein Reh und ein Wildschwein über ihren Jäger, den damaligen NZZ-Chefredaktor Fred Luchsinger. Diesen witzigen Dialog montierte Meienberg mit O-Tönen aus Luchsingers Umfeld. Wenn ein Jagdkumpan die Pirsch zur Gelegenheit verklärt, bei der die hohen Direktoren mit dem Volk zusammenkommen, bestätigt sich Meienbergs Maxime, dass die Realität die Fiktion übersteigt.

In der Nachschrift zu den Hintergründen, weshalb das Schweizer Radio diesen Beitrag nicht ausstrahlte, scheinen die hysterischen Reaktionen auf, die Meienbergs Texte oft hervorriefen. Schmunzeln lässt dann allerdings die List, mit der er doch noch einen Ausschnitt in den Äther zu bringen vermochte.

Etwas anderes zeigt der Bericht über den Brand der Kapellbrücke in Luzern. Diese letzte Reportage, die einen Monat vor seinem Tod erschienen war, ist ein solider, fast schon klassischer Meienberg-Text. Anhand der knappen Schilderung, wie Verkehrsdirektor Kurt H. Illi vor der verkohlten Brücke posiert und für eine Fotogafin mühsam ein paar Tränchen herausdrückt, stellt Meienberg die Geschäftstüchtigkeit einer ganzen Industrie bloss.

Mit dem typischen Sinn fürs Detail, den Dialekteinsprengseln und der historische Rückblende führt die Luzern-Reportage nochmals alle Qualitäten von Meienbergs Schreibens vor. Die darin eingeflochtene Medienschelte und das obligate böse Wort gegen den NZZ-Chefredaktor (diesmal Hugo Bütler) illustrieren aber auch, wie stark Meienberg an seinen Stil gebunden blieb und wie wenig sich seine Texte im Lauf von zwanzig Jahre verändert haben.

Reto Caluori
© Berner Zeitung

 

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St. Galler Tagblatt vom 11. Mai 2000

Diese bestürzende Leselust

Niklaus Meienberg zum 60. - Zwei Bände Reportagen und eine CD

Heute wäre Niklaus Meienberg 60 Jahre alt geworden. Eine zweibändige Sammlung seiner Reportagen und eine CD erscheinen aus diesem Anlass: Einladung zum Wiederlesen.

Die Lücke, die Meienbergs Tod 1993 in die schweizerische Publizistik gerissen hat, wird je länger, je spürbarer. Man hörte zu gern, was er geschrieben, wie er gewettert und gesiracht hätte gegen die Blocherisierung der Innenpolitik rechts oder die Ratlosigkeit der Genossen links; wie er sich umgetan hätte im Privatfernseh-Sumpf, im Minenfeld der Grossfusionen oder auch etwa, 25 Jahre nach seinem durchlauchten Geburtstagsartikel, im Fürstentum der Treu- und Untreuhänder.

Keiner in Sicht, der wie er die Bärenkrallen wetzt und mehr als das: der die Wortmacht besitzt, Wut und Widerstand in sprachliche Kunststücke zu formen. So muss man sich an ihn selber halten und erhält dazu neue Gelegenheit: Der Limmat Verlag hat eine zweibändige Auswahl aus Meienbergs Reportagen herausgegeben, 900 Seiten zu volkstümlichem Preis mit dem Ziel, «Meienbergs Werk im öffentlichen Bewusstsein präsent zu halten».

Fakten und Ressentiments

Die Lektüre wird zum nostalgischen Gang durch die jüngere helvetische Vergangenheit, begleitet von vehementer Leselust und anschwellendem Neid auf die journalistische Hartnäckigkeit und Eigenwilligkeit des N.M. Zum Beispiel «Dreizack»: Meienbergs Manöverkritik von 1986 ist durchsetzt mit fragwürdigen Hieben gegen die Medienkollegen in Feldgrau, aber gesättigt mit genauer Beobachtung und hinterlistiger Sprachkritik. Zum Beispiel «Zug, sein Charme und seine Zuzüger»: Meienberg geht mitten hinein, besichtigt Topografie, Ökonomie und Pathologie der Stadt, mischt Fakten, Anschauung, Anekdoten und Ressentiments zu jener unnachahmlichen und gewiss anfechtbaren Mixtur, die keiner beherrschte wie er. Oder zum Beispiel Joyce, vielmehr «Joy Joint Joyce Choice Rejoice»: ein Wortgewitter in des Meisters Manier, mit allerhand Bissigkeiten gegen «Zurick», Meienbergs dritte Wahlheimat, die er mehr auf der Latte hatte als seine erste, st.-gallische. Oder schliesslich die Adventsansprache vor den Zürcher «Reklamikern», dem Art Directors Club, im Jahr 1988: Der Redner nimmt kein Blatt vor den Mund, geisselt die Auswüchse der «happy Reklamewelt», deren «verhurte Pseudoästhetik» und ihr Abfärben auf die Medien und Redaktionen. Ein unerbittlicher, beleidigender - aber auch ein prophetischer Text. Das Herausgeber-Trio hat seine Auswahl thematisch gegliedert. Die Chronologie der bisherigen Publikationen geht so verloren, dafür wird die Wiederkehr Meienberg'scher Obsessionen deutlicher - etwa in der Zusammenschau seiner armeekritischen Beiträge oder der autobiografischen Berichte im Kapitel «Das eigene Leben». Im Reader fehlen allerdings die grossen historischen Arbeiten, jene über den «Landesverräter Ernst S.», den Hitlerattentäter Bavaud sowie «Die Welt als Wille und Wahn»: seine Meisterstücke.

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Peter Surber
© St. Galler Tagblatt

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Die Südostschweiz vom 20. Mai 2000

Ein Plädoyer für die Reportage

Zum 60. Geburtstag von Niklaus Meienberg sind ausgewählte Texte erschienen

Dieses Jahr wäre der 1993 verstorbene Niklaus Meienberg sechzig geworden. Aus diesem Anlass bringt der Limmat-Verlag eine ausgezeichnete Auswahl von seinen Reportagen heraus. Dazu erscheint eine CD mit einer Meienberg-Lesung von Mathias Gnädinger.

Die Reportage gilt allgemein als die vergänglichste literarische Form; sie ist kaum über die Aktualität hinaus wirksam. Dennoch gibt es Ausnahmen wie Georg Forster mit seinen «Ansichten vom Niederrhein» oder die Reportagen, die der rasende Reporter Ernst Egon Kisch in Berlin geschrieben hat. Innerhalb der Schweizer Literatur kommt Niklaus Meienberg ein ähnlicher Stellenwert zu.

Von barocker Kraft

In dem Lyrikband «Geschichte des Liebens und des Liebäugelns» hat Meienberg 1992 seine literarische Kraft auf traditionellem Gebiet bewiesen. Wie kein anderer schöpft er aus dem poetischen Volksvermögen. Mal trivial, mal taktlos, ohne Scheuklappen demonstriert Meienberg dabei aussergewöhnliches Feingefühl.
Dieser sprachliche Reichtum, die den Spott von Karl Kraus mit barocker Bilderfülle mischt, prägt den Stil der Reportagen und verleiht ihnen eine ganz und gar eigenständige Qualität. In der nun vorliegenden Auswahl lassen sich die Meienbergschen Glanzstücke thematisch locker geordnet wieder lesen.

Glanzstücke der Reportage

Auch wenn die tagesaktuellen Bezüge zwangsläufig verblasst sind, haben Texte wie das beinahe sprichwörtliche «Da taar me nöd», die «Adventsansprache» vor den Zürcher Reklamikern, «Apocalypse now im Berner Oberland», «Zug, sein Charme und seine Zuzüger» oder «Vielleicht sind wir morgen schon bleich und tot» kaum etwas von ihrer satirischen Kraft und Eindringlichkeit verloren.

Verletzlich unter dem Harnisch

Dies bewirkt vor allem die Sprache. Meienberg erscheint als ein geharnischter Reiter mit spitzer Feder. Er ist kompromisslos, giftig, unverblümt, unerbittlich, zugleich aber auch bewundernswert virtuos in seinen rhetorischen Mitteln, insbesondere dem Gebrauch dialektaler Wendungen. Vor allem Letzteres hat ihm bis heute keiner nachgemacht.
Unter diesem Panzer der pointierten und brillanten Angriffigkeit verbirgt sich allerdings eine tiefe Verletzlichkeit. Davon zeugt zum Beispiel «Wargasm on Constitution Avenue» über den Golfkrieg. Hierin wird eine tiefe Niedergeschlagenheit spürbar: «Wozu noch schreiben? Alles ist gelaufen.» Zum anderen machen Berichte aus dem eigenen Leben betroffen, allen voran «Der souveräne Körper - ein veräusserliches Menschenrecht», eine bestürzende Reaktion auf einen nächtlichen Überfall im September 1992. Er raubte dem Riesen Meienberg den «angstfreien Organismus», impfte ihm Angst ein.

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Beat Mazenauer
© Die Südostschweiz

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