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Susanne Perren Diese Walliser! Zwölf Porträts Mit Beiträgen von Elisabeth Joris und Luzius Theler sowie einem Vorwort von Judith Stamm Fotografien von Bernhard Lochmatter
2011, 200 Seiten, 49 Fotos, Pappband ISBN 978-3-85791-651-9
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| Die erste Kampfkuh von Oswald
Andres machte eine Schwalbe. Alfons Blumenthal ging den Lebtag lang auf die
Pirsch. Vor allem vor und nach der Jagdsaison. Erika Stucky musste zuerst
nach San Francisco ziehen, um den Walliser Jodel zu finden. Wieder im
Wallis, wars für die Einheimischen wie für sie ein Schock. Inzwischen ist
ihr schriller Jodel Kult.
Woher wir kommen, wohin wir gehen: Eigen ist den Wallisern ihr ausgeprägter Sinn für das kulturelle Erbe. Während die einen die Traditionen noch verkörpern, interpretieren die andern diese auf ihre Art. Die zwölf Porträts wiederspiegeln jene Facetten des Wallis, welche den Landstrich zu dem machen, was er ist: eine traditionell gewachsene, kantige, schroffe, konturierte, geografisch wie kulturell eigensinnige Weltgegend. |
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Susanne Perren,
geboren 1969 in St. Niklaus VS. Die Journalistin BR lebt als freie Autorin
und PR-Fachfrau in Luzern. Sie berät und betreut vorwiegend Institutionen
aus den Bereichen Öffentlicher Verkehr und Tourismus sowie Unternehmen aus
der Konsumgüterindustrie. Im Limmat Verlag ist von ihr «Rosenkranz
und Fasnachtstanz. Walliser Frauenleben – dreizehn
Porträts» lieferbar.
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| Elisabeth Joris, geboren
1946 in Visp. Freischaffende Historikerin. Lebt in Zürich. Spezialistin für
Frauen-, Geschlechterund Alltagsgeschichte. Mitautorin zahlreicher
Publikationen, u. a. «Frauengeschichte(n)»
oder «Kunststück Familie»,
beide Limmat Verlag. Luzius Theler, geboren 1948 in Ausserberg. Redaktor und ehemaliger stv. Chefredaktor des Walliser Boten. Schrieb und schreibt regelmässig für Zeitungen und Zeitschriften in der Deutschschweiz: früher «Weltwoche» und «Bilanz», seit vielen Jahren für die «Neue Zürcher Zeitung» und gelegentlich für die «Neue Zürcher Zeitung am Sonntag». Von Luzius Theler sind im Limmat Verlag Beiträge in «Rosenkranz und Fasnachtstanz. Walliser Frauenleben – dreizehn Porträts» erschienen. Lebt in Ausserberg. Bernhard Lochmatter, geboren 1954 in Brig. Freischaffender Grafiker und Fotograf in Ried-Brig. Absolvierte den Vorkurs und die Fachklasse für Grafik an der Schule für Gestaltung, Bern. Diverse Gruppen- und Einzelausstellungen u. a. in der Galerie zur Matze, Brig, im Kultur- und Kongresszentrum Visp oder in der Galerie zur Schützenlaube, Visp. Im Limmat Verlag hat Bernhard Lochmatter für «Rosenkranz und Fasnachtstanz. Walliser Frauenleben – dreizehn Porträts» fotografiert. |
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Inhalt Alte Zöpfe? Der König der Königinnen Rilkes Wort und Chappaz’ Hand Scharf im Schuss Backen mit Elsa Der Dichter, die Berge und der Strom … Was geschieht, wenn Bräuche nicht mehr gebraucht werden? Bubble-Town oder das ferne Zwinkern von Theodor Diesen einen Baum noch Alpwärts im Hoch Kristalle und klare Wörter Leben mit verlorenen Wörtern Himmelwärts gebaut |
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Scharf im Schuss Alfons
Blumenthal, St. Niklaus Diese Geschichte dürften Sie eigentlich gar nicht lesen. Ihr Inhalt touchiert verbotenes Terrain. Mitwissende machen sich mitschuldig – es sei denn, die eine oder andere Episode sei bereits verjährt. Die Autorin selber benötigte im Anschluss an die Gespräche einen ordentlichen Schnaps. Den es selbstverständlich in dem wandelbaren Keller gab, und nicht nur den. Man hat mich vor Alfons Blumenthal, 74, gewarnt. Unergründlich sei er, unerschrocken, bewaffnet (allerdings!), ein äusserst eigentümlicher Zeitgenosse. Die Pessimisten – es gibt welche, die können das wirklich perfekt, schwarzmalen –, prophezeiten mir, der «Fons» dürfe eh nichts erzählen. Von wegen! Alfons «Fons» Blumenthal hat sich in seinem Leben ganz andere Sachen getraut. Das bisschen Erzählen bringt so einen nicht aus der Façon. Nichts kennt er besser als das verborgene Vergnügen, und davon zu berichten scheint ihn sogar, wie sich im Verlaufe des Gesprächs zeigte, zu amüsieren. Auf dem Kirchenplatz von St. Niklaus weist mir ein älterer Mann, vom Leben gekrümmt, kurz angebunden, den Weg zum Blumenthal-Haus. «Der ist gefährlich», nickt er zur Talstrasse hin. «Sehen Sie das hohe Haus an der Strasse? Es gehört ihm.» Im Treppenhaus steht ein Herr in Schlarpen auf einer Leiter und hantiert an einer Lampe. Dunkle, sportliche Hose, ein weich fallendes Strickjacket mit sportlichem Karohemd darunter, spitzbärtig mit buschigem Haar und freundlichen Augen. Er steigt von der Leiter, die Glühbirne wollte nicht mehr, sei’s drum, jetzt leuchtet eine neue, und es gibt weiss Gott zu tun für sie: Hirschgeweihe, Auszeichnungen, Jagdmedaillen, Fotos von strammen Männern in grünen Röcken tapezieren die Wände. «Ich bin der ‹Fons› oder ‹z’Blüemi›», grinst er verschmitzt, kramt einen Kamm aus dem Hosensack, glättet das wilde Haar, soweit es geht, über die Stirn zur Seite und reicht uns die Hand. Das also ist der vielzitierte Alfons, «Fons», «Blüemi » Blumenthal, der bekannte Wilderer. Drinnen im Wohn- Esszimmer hat er einen Stuhl am Kopf des Eichentisches bereits in Erzählposition geschoben. Er serviert Tee und Kaffee, seine Frau verabschiedet sich. Das ist er, der seinen Lebtag lang zur Jagd ging, vor allem ausserhalb der offiziellen Jagdsaison. Der gleich zu Beginn provoziert, er sei ein «Blagghund», ein listiger Mann, der sich mit Hintertüren auskennt. Er blinzelt. Diese Rolle scheint ihm zu gefallen. Über Alfons Blumenthal sind viele Episoden aus dem Tal hinaus gereicht worden. Etwa, wie er ab und an seine Kollegen zum Narren hielt. Eines Jahres während der offiziellen Jagdzeit, das Jagdglück war ihm einmal mehr holder als andern, monierten die glücklosen Jäger, schon wieder lande der «Blüemi» einen Treffer. Er verstecke sich doch nur und knalle ihnen alles ab. «Denen helfe ich ab», habe er sich gedacht. Sein Sohn, der bei der Air Zermatt arbeitet, beschaffte ihm auf Geheiss einen rot-orangen Arbeitsoverall. Anderntags streunte er in diesem leuchtenden Tenü durch den Wald. Seine engeren Freunde befürchteten, er spinne definitiv, Alfons Blumenthal aber lachte: «Dann sehen sie, wo ich bin.» Dass er auch aus der Entfernung besser traf, hat viel mit seinem Gewehr zu tun, welches er als Feinmechaniker «ein bisschen fit gemacht habe», wie er das nennt. Und mit seinem Gespür für das Wild. Was Wunder, verbrachte er doch phasenweise mehr Zeit im Wald als im Bett. |
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| Pressestimmen / Rezensionen | |||
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| «Das mit Fotografien passend illustrierte Bändchen liest sich leicht und bietet dennoch eine respektable Fülle von oft verblüffenden Informationen. Gleich die erste der mit viel Empathie geschriebenen Miniaturen ist ein kleines Meisterwerk.» Neue Zürcher Zeitung | |||
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