Beat Portmann

Durst

 

2008, 288 Seiten, Pappband
sFr. 34.50; € 21.50

ISBN 978-3-85791-561-1

Rd_tri.gif (202 Byte) Tatortschweiz

 

 

Rd_tri.gif (202 Byte) Alles still

Rd_tri.gif (202 Byte) Zum Buch Rd_tri.gif (202 Byte) Text Rd_tri.gif (202 Byte) Stimmen

Kurze Inhaltsangabe

Der serbische Reiseunternehmer Zoran Slavković wird in anonymen Briefen mit Ivo-Andrić-Zitaten bedroht. Er beauftragt einen jungen, abgebrannten Schriftsteller, der sich als Detektiv ausgibt, mit der Suche nach dem Verfasser. Doch bevor dieser die Ermittlungen aufnehmen kann, ist Slavković auch schon tot, hingerichtet nach angekündigter osmanischer Art. Seine Witwe will, dass der vermeintliche Detektiv weitermacht. Die Spurensuche führt ihn bald ins Drogen- und Rotlichtmilieu und in Geldwäscherkreise der guten Schweizer Gesellschaft. Zusätzlich kommt ihm eine Frau in die Quere, von der er aber bald mehr möchte, als er sich selber eingesteht.

Während Rechtspolitiker Unterschriften für die Initiative «Einbürgerungen vors Volk» sammeln und in Frankreich die Fussballweltmeisterschaft anläuft, gerät der Schriftstellerdetektiv immer tiefer in die unvergangene Vergangenheit des Bosnienkrieges.

Beat Portmann, geboren 1976 in Luzern. Vorkurs an der Jazzabteilung der Musikhochschule Luzern, lebt als freier Autor und Singer/Songwriter in Luzern. Er wurde mit einem Werkpreis des Kantons und der Stadt Luzern ausgezeichnet. «Durst» ist sein erster Roman, dessen Fortsetzung folgt in «Alles still».

 

Textprobe

Ich öffnete den ersten Umschlag. Die Zeilen waren am Computer geschrieben worden, trotzdem konnte ich kein Wort lesen. Der Text war in kyrillischer Schrift verfasst. Ich sah auch die anderen Briefe durch. Dasselbe Bild. Ich legte sie hin und blickte auf.

«Was steht da drin?»

«Dass sie mich töten wollen!»

«Wer?»

«Wenn ich das wüsste, wäre ich nicht mit Ihnen hier!»

Slavković steckte sich eine weitere Zigarette an; ich folgte seinem Beispiel. Er gab mir Feuer.

«Warum gehen Sie nicht zur Polizei?»

Er sah mich an, als wäre ich nicht ganz normal. «Polizei nicht gut. Machen immer Probleme. Sind alles Rassisten, verstehen Sie?»

Ich nickte. «Haben Sie einen Verdacht?»

Er stiess den Rauch durch die Nase aus. «Schwierig. Ich habe viele Neider hier, weil ich viel Erfolg habe.»

«Aber es müsste einer Ihrer Landsleute sein, der Ihre Sprache spricht.»

«Sicher! Vielleicht ein Türkenschwein.»

«Wie bitte?»

«Sie wissen, was ich meine: Ein Moslem – Kosovare, oder ein Bosniake.»

«Wie kommen Sie darauf?»

«Weil sie die Serben hassen, besonders, wenn sie Erfolg haben!»

«Und Sie glauben, weil Sie ein erfolgreiches Reisebüro führen, wollen diese Leute Sie einschüchtern?»

«Warum wissen Sie das vom Reisebüro?»

Ich blies den Rauch gemächlich in den Lichtkegel. «Nachforschungen …»

Slavković verzog sein feistes Gesicht zu so was wie einem Grinsen. «Sie sind gut. Sie sind der richtige Mann für mich.»

Erneut griff er in seinen Sakko und holte ein weiteres Couvert hervor. Er legte es auf den Tisch.

«Sie finden heraus, wer die Briefe geschrieben hat. Wenn Sie wissen wer, Sie bekommen den Rest von dem Geld. Hier meine Telefonnummer.» Er notierte eine Zahlenreihe auf das Couvert und schob es mir zu. Dann gab er seiner Stimme einen bedrohlichen Unterton: «Aber wenn Sie den Schweinehund nicht finden, geben Sie alles Geld zurück!» Er drückte mir die Hand und stand auf.

Ich war überrascht, wie klein er war. Er war beinahe breiter als hoch. Er klapste mir auf die rechte Schulter und verliess den Raum. Dabei gab er der Barfrau ein Zeichen. Sie nickte und notierte sich was.

Ich ging mit der halbvollen Tulpe an die Theke und sah mich um. Das Paar war verschwunden. Sonst waren keine neue Gäste gekommen.

Ich fragte die Frau, die in einer Illustrierten blätterte, ob es hier dienstags immer so ruhig sei.

«Die Leute kommen erst später, so gegen neun Uhr», sagte sie, ohne von ihrem bunten Magazin aufzusehen.

Ich trank aus und wollte bezahlen.

Das gehe aufs Haus, sagte sie.

«Sie wollen sagen, auf Herrn Slavkovićs Rechnung?»

Sie runzelte die Stirn. «Mhm, schon möglich …»

Ich verliess das «Bahnhöfli» direkt durch die Tür auf der Hinterseite des Gebäudes.

Zu Hause öffnete ich das Couvert. Zweitausend Franken war Slavković die Identität des anonymen Verfassers wert.

Pressestimmen

Rd_tri.gif (202 Byte) BoKAS - Bonner Krimi Archiv KRIMI-TIPP August 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) news vom 4. September 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) Schweizer Feuilletondienst vom 15. September 2008
Rd_tri.gif (202 Byte)
Radio 3fach.ch, 24. 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) Coopzeitung vom 16. September 2008
Rd_tri.gif (202 Byte)
Der Landbote, 15.September 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) Neue Luzerner Zeitung vom 8. Oktober 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) P.S., 27. November 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) Brigitte Nr. 26, 3. Dezember 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) Schweizer Illustrierte Nr. 1, 19.Dezember 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) P.S. (Die linke Zürcher Zeitung), 5. Februar 2009
Rd_tri.gif (202 Byte) ekz-Informationsdienst 51/2008
Rd_tri.gif (202 Byte) Ticket Buchversand Nr.31, September 2008
Rd_tri.gif (202 Byte) wortreich.de, 23. Juni 2008
 

«Dem Luzerner Autor und Musiker ist mit seinem Erstling ein flüssig erzählter, packender Krimi gelungen.» News

«‹Durst› ist ein politisch virulenter Krimi, der einige überraschende Wendungen bereit hält. Der Hobby-Privatdetektiv braucht zwar nebst vielen Bieren auch einiges Glück, damit seine Bluffs gelingen, aber darauf kommt es erst in zweiter Linie an. Der Roman zeichnet vor allem interessante ‹Jugo›-Figuren, die differenzierter erscheinen, als es sich Schweizer Demokraten vorstellen können. Und zum Schluss löst er den Fall mit einer verblüffenden Volte.» Schweizer Feuilletondienst

«Der Luzerner Beat Portmann hat mit seinem Erstling ‹Durst› einen Krimi geschrieben, der durch seine schnörkellose und atemlose Sprache besticht. Spannung pur!» Coop-Zeitung

«Für das winterliche Kribbeln im Bauch. Hochpolitisch.» Brigitte

«Die soziale Tristesse von Emmenbrücke entwickelt ihren ganz eigenen Reiz.» Schweizer Illustrierte

«Besonders an der Geschichte ist der Tatort. Es ist Emmenbrücke. Ein politisch und sozial brisanter Ort wird kritisch beleuchtet.» P.S.

«Es ist eine sehr intelligent geschriebene Kriminalgeschichte, die absolut lesenswert ist, schon aufgrund des Protagonisten, der von der ersten Seite an gefällt weil er eben kein abgebrühter Typ ist, sondern sich manchmal naiv, manchmal schlitzohrig vortastet, bis er den Fall aufgeklärt hat. Dabei kann sich der Leser gut mit ihm identifizieren und er wird deswegen zum Sympathieträger im Buch. Ich persönlich wollte «Durst» kaum aus der Hand legen und besonders überrascht war ich, als ich nach dem Lesen im Einband des Buches entdeckt habe, dass Beat Portmann Jahrgang 1976 ist. Ich hatte mir wohl aufgrund des versierten und sensiblen Umgangs mit der Einbürgerungs- und Kriegsproblematik einen älteren Autor vorgestellt. Besonders clever fand ich, dass der Protagonist im Buch kein einziges Mal mit seinem Namen angesprochen wird, was die Dimension von Wahrheit und Fiktion verschiebt und man geneigt ist, den Autor selbst für den Protagonisten zu halten. Das hat mich ein wenig an den Schreibstil und die wiederkehrenden Motive in den Erzählungen Paul Austers erinnert. Hut ab vor diesem Erstlingsroman, der absolut lesenswert ist, auch, oder gerade, für Leser die sonst nicht gerne Kriminalgeschichten lesen.» wortreich.de

«Ein spannender Politkrimi aus der Schweizer Gegenwart.» Ticket Buchversand
 

 

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