Miló
Alberto Nessi

Miló

Erzählungen

Übersetzt von Maja Pflug

232 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Februar 2016
SFr. 34.50, 34.50 € / eBook sFr. 29.80
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978-3-85791-786-8

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SCHWEIZER GRAND PRIX LITERATUR 2016

In diesem Erzählband versammelt Alberto Nessi Geschichten von Menschen aus dem Grenzraum Schweiz-Italien. Er erzählt von einfachen Menschen im Aostatal, die während des Zweiten Weltkriegs in den Un­tergrund gehen und ihr Leben riskieren, von Männern, die gegen die Faschisten kämpfen, Masten sprengen, von Frauen, die Nachrichten und Lebensmittel in die Berge bringen. Aber er erzählt auch vom armen Samenhändler Roberto Donetta aus dem Bleniotal und seiner Leidenschaft, der Fotografie. Und er erzählt von Menschen von heute, vom alten Mann, der Pa­pier­schlösser baut und nicht begreift, warum sein Sohn Hitler bewundert, von der illegalen Senegalesin, die zur Überraschung des Einwohneramts zurück nach Dakar geht, von alten Tessinern, die nie den Schatten ihres Kirchturms verlassen haben, oder vom angehenden Schriftsteller, der Hermann Hesse einen Füllfederhalter stiehlt.

«Es wäre nötig, dass hinter der Tür eines jeden glücklichen Menschen jemand steht, der ihn durch das Klopfen mit einem Hämmerchen ständig daran erinnert, dass es unglückliche Menschen gibt», schrieb Anton Čechov. Das tut Alberto Nessi: Auf eine anmutige und feinsinnige Art erinnert er uns daran, dass die Welt voller vergänglicher Wesen ist, die den Zeitraum eines Tages ausfüllen und das zarte Licht der Glühwürmchen in sich tragen, welche in unserer stockfinsteren Zeit die Kraft der Sonne besitzen.

Alberto Nessi

Alberto Nessi, geboren 1940 in Mendrisio, studierte an der Universität Freiburg Literaturwissenschaft und Philosophie. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er unterrichtete italienische Literatur in Mendrisio, schrieb für Zeitungen und verfasste Hörspiele. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Schweizer Grand Prix Literatur für sein Lebenswerk. Alberto Nessi lebt in Bruzella. Im Limmat Verlag sind von ihm lieferbar: «Nächste Woche, vielleicht», «Terra matta», «Schattenblüten», «Die Wohnwagenfrau», «Mit zärtlichem Wahnsinn / Con tenera follia» und «Abendzug».

Wie wird man Schriftsteller?
Ein biografischer Bericht von Alberto Nessi
Neue Zürcher Zeitung

Grand Prix Literatur
Laudatio

 

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Maja Pflug
© Georg Pflug

Maja Pflug

Geboren in Bad Kissingen, Übersetzerausbildung in München, Florenz und London, übersetzt seit über dreissig Jahren italienische Literatur ins Deutsche, u.a. P.P. Pasolini, Cesare Pavese, Natalia Ginzburg, Fabrizia Ramondino, Rosetta Loy, Alberto Nessi, Anna Felder, Giovanni Orelli und Anna Ruchat. Als Autorin veröffentlichte sie 1995 «Natalia Ginzburg. Eine Biographie», die auch ins Italienische übersetzt wurde. Sie lebt in München und Rom. Sie wurde 1987 mit dem Premio Montecchio, 1999 mit dem Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis und 2007 mit dem Jane Scatcherd-Preis ausgezeichnet. 2011 erhält sie für ihr Lebenswerk den Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis:

«Maja Pflug ist eine der verdientesten Übersetzerinnen aus dem Italienischen. Als deutsche Stimme von Natalia Ginzburg, Cesare Pavese und Fabrizia Ramondino hat sie große literarische Vielfalt und stilistisches Können bewiesen. Wie breit ihr Repertoire ist, zeigt sich auch in ihren Übertragungen von Giovanni Orelli, Alberto Nessi, Rosetta Loy und Cesarina Vighy. Ihre prägnante Übertragung von Fabrizia Ramondino Alltagsfresko La Via (Arche 2010) macht die untergründige Schlitzohrigkeit des Helden ebenso spürbar wie seine Trauer um den Wandel Italiens. Cesare Paveses Roman Die einsamen Frauen (Claassen 2008) gewann in Pflugs Neuübersetzung eine kühle Schärfe.» (Begründung der Jury)

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Neue Zürcher Zeitung 19. Februar 2016
Berner Zeitung, 19. Februar 2016
Neue Luzerner Zeitung, 1. März 2016
Tages-Anzeiger, 23. März 2016
NZZ am Sonntag, 24. April 2016
WOZ, 21. April 2016
buchreport.express, 21. April 2016
BuchMarkt, Highlights der unabhängigen Verlage, Frühjahr 2016
Erich Hackl, Juni 2016
Telegramme, Juni 2016
Erich Hackl, 18 Juni 2016
Neue Zürcher Zeitung, 09. Juli 2016
Tessiner Zeitung, 23. September 2016 (Abdruck)
P.S., 7. Oktober 2016
Tessiner Zeitung, 10. März 2017
Tessiner Zeitung, Sommer 2016 (Interview)
Anzeiger, 7. Juni 2017
Neue Zürcher Zeitung, 17. Juli 2017 (Beitrag von Alberto Nessi)


«In Nessis Porträts von Partisanen und Partisaninnen, Deserteueren, kleinen Dieben, papierlosen Flüchtlingen, Emigranten, aber auch ganz einfach alten Menschen fasziniert deren widerständige Lebenskraft. Aber es ist immer eine Irritation dabei. Nessis Figuren bleiben auch ihm unnahbar, nur in Momentaufnahmen zugänglich. Umgekehrt schützt ihn solche Distanz vor falschen Tönen.» Neue Zürcher Zeitung

«Alberto Nessi ist wie die Schriftstellerfigur in Antonio Tabucchis Erzählung ein leidenschaftlicher Sammler wahrer Begebenheiten, die er danach zu Papier bringt. Auch in seinem letzten Buch, Miló, verwandelt er individuelle Lebensgeschichten in bemerkenswerte literarische Werke und bezeugt so erneut sein ausserordentliches Einfühlungsvermögen und seine Fähigkeit, Menschen zuzuhören.» Laudatio Grand Prix Literatur

«‹Miló› heisst nach ihm der Erzählband, der eben im Limmat- Verlag erschienen ist.. Darin kreisst Nessi um jene karge Tessiner Gebirgsregion, wo früher Waren geschmuggelt wurden und heute Menschen- Flüchtlinge, ‹dazu bestimmt zu verdunsten wie ein Benzinfleck an der Sonne›.» Berner Zeitung

«Da steigern rhapsodische Gedichte wie Dramatik des Geschehens, während aus lyrischen Bildern Magie entsteht.» NZZ am Sonntag

«Alberto Nessi wechselt in seinen Geschichten zwischen Gegenwart und Vergangenheit, er erzählt lyrisch, aber ohne Pathos von Partisanen und Widerstandskämpfern aus der Region, von Schmugglern und Flüchtlingen, von alten Menschen, die auf den Tod warten oder sich ihrer Leidenschaft hingeben.» Tages-Anzeiger

«Nessi ist ein viel zu genauer Beobachter, und er schreibt in einer assoziativen, wunderbar schwerelosen Sprache.» WOZ

«Alberto Nessi übt, schreibend, Gerechtigkeit: Indem er Spuren legt, die uns zu denen führen, die keine Spuren hinterlassen haben.» Erich Hackl

«Schwankend zwischen Hoffen und Trauer, Widerstand und Resignation.» Neue Luzerner Zeitung

«Alberto Nessis Geheimnis liegt in seinem Vermögen, die Protagonisten seiner Werke voll Wärme und doch Sentimentalität zu schildern, in einfachen, dabei farbigen und vor Sehnsucht flirrenden Sätzen.» Erick Hackl

«Beim Lesen der sprachlich feinen Geschichten entstehen Bilder, welche die Welt von damals beschreiben. Die Texte sind tröstlich und vom Glauben geprägt, trotz allem nicht aufzugeben. Der Schweizer Literaturpreis wurde dem Autor zu Recht zugesprochen.»  P.S.

«Auf eine feinsinnige Art erinnert er uns daran, dass die Welt voller vergänglicher Wesen ist, die das Licht der Glühwürmchen in sich tragen und nur eine kurze Zeit lang leuchten, in unserer stockfinsteren Zeit aber die Kraft der Sonne besitzen.»  Tessiner Zeitung

«Mit seinen Geschichten aus dem Aostatal setzt er Freiheitskämpfern ein Denkmal.»  Anzeiger

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