«Nirgends Sünde - nirgends Laster»
Ute Kröger

«Nirgends Sünde - nirgends Laster»

Zürich inspiriert Literaten

Mit Texten von Meinrad Inglin, Niklaus Meienberg, Friedrich Glauser, Hugo Ball, Johannes R. Becher, Claus Bremer, Max Brod, Elias Canetti, Paul Celan, Walter Matthias Diggelmann, Alfred Döblin, Friedrich Dürrenmatt, Kasimir Edschmid, Nanny von Escher, Robert Faesi, Max Frisch, Manuel Gasser, Johann Wolfgang Goethe, Kurt Guggenheim, Alexander Xaver Gwerder, Max Herrmann-Neisse, David Hess, Peter Hille, Hans Rudolf Hilty, Rudolf Jakob Humm, James Joyce, Franz Kafka, Ossip Kalenter, Gottfried Keller, Egon Erwin Kisch, Alfred Henschke (Klabund), Friedrich Gottlieb Klopstock, Arnold Kübler, Meinrad Lienert, Hugo Loetscher, Klaus Mann, Thomas Mann, Conrad Ferdinand Meyer, Oskar Panizza, Joachim Ringelnatz, Max Rychner, Salomon Schinz, Barbara Schulthess, Mario Soldati, Tom Stoppard, Fridolin Tschudi, Grete von Urbanitzky, Wagner Richard, Walser Robert, Waser Maria, Paul Wehrli, Ernst Zahn, Albin Zollinger

624 Seiten, 16 x 24 cm, gebunden mit Schutzumschlag, 375 Fotografien / Abbildungen / Dokumente
November 2012
SFr. 68.–, 72.– €
sofort lieferbar
978-3-85791-644-1

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Egon Erwin Kisch besuchte das «Zürcher Zuchthaus», Hans-Rudolf Hilty den Flughafen Kloten und Franz Kafka die Bahnhofstrasse. Hugo Balls Flammetti fischt frühmorgens bei der Fleischhalle, Hugo Loetschers Kranzflechterin feiert den Allerheiligenumsatz auf dem Döltschihof, Klaus Manns berühmte Familie bevölkert Zürich in seinen Emigrantenroman «Der Vulkan». Zürich als Schauplatz von Literatur, literarische Texte über Zürich: berühmte und vergessene, brilliante und kuriose aus allen Zeiten, Ausschnitte aus Romanen, Erzählungen, Erinnerungen, Gedichte … Von Oskar Panizza bis Max Frisch, von Maria Waser bis Nelly Sachs, Goethe, Tom Stoppard, Robert Walser, Richard Wagner … alle haben Zürich literarisch verewigt. Die konkret erstehenden Orte zwischen Fiktion und Wirklichkeit werden reich illustriert durch – viele noch nie veröffentlichte – zeitgenössische Bilder, und Bildlegenden erzählen die Geschichte der Orte. So entsteht ein faszinierendes literarisches Porträt eines Raums mit historischer Tiefendimension.

Ute Kröger

Ute Kröger, Studium der Germanistik, Philosophie, Geschichte, Doktorat; neben arbeitsreichen Familienfreuden Lehrtätigkeit an Gymnasien und in der Erwachsenenbildung in Deutschland; wissenschaftliche und publizistische Arbeiten. Lebt als freie Publizistin in Kilchberg. Im Limmat Verlag sind lieferbar: «‹In welchen Zeiten leben wir!› Das Schauspielhaus Zürich 1938–1998» (Co-Autorin), «‹Zürich, du mein blaues Wunder›. Literarische Streifzüge durch eine europäische Kulturstadt», «‹Wie ich leben soll, weiss ich noch nicht›. Erika Mann zwischen ‹Pfeffermühle› und ‹Firma Mann›», «‹Nirgends Sünde, nirgends Laster›. Zürich inspiriert Literaten» sowie «Gottfried Semper. Seine Zürcher Jahre 1855–1871».

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Vorwort


um 800 Meinrad Lienert Grundstein für die Wasserkirche
Kaiser Karl der Grosse, die Schlange und der Hirsch

um 1650 Conrad Ferdinand Meyer Liebesabenteuer auf der Au
Der Schuss von der Kanzel

um 1700 Maria Waser Nur fort aus dem Krähennest
Die Geschichte der Anna Waser

1750 Friedrich Gottlieb Klopstock Liebeleien auf dem See
Der Zürcher See

1774 Salomon Schinz Aufgeklärte Botanik
Die Reise auf den Uetliberg

1775 Johann Wolfgang Goethe Skandal um Nackte im Sihlwald
Dichtung und Wahrheit

1788 Barbara Schulthess Vernunft bekämpft Sehnsucht
Brief an Goethe

um 1790 Robert Faesi Revoluzzer im Lindenhof
Stadt der Väter

um 1815 David Hess Ferien von Zwingli
Die Badenfahrt

vor 1830 Gottfried Keller Bürgersinn vs. Originalgenie
Herr Jacques und sein Pate

1837 Kasimir Edschmid «Ach», sagte ich, «Büchner ist tot.»
Wenn es Rosen sind, werden sie blühen

um 1850 Gottfried Keller «Unser See bildet scheinbar ein weites ovales Becken»
Der grüne Heinrich

1858 Gottfried Keller «Er loh herein vom röm'schen Reich»
Ufenau

1858 Richard Wagner Skandal auf Zürichs grünem Hügel
Mein Leben

1870 Conrad Ferdinand Meyer Stille Liebe am See

Zwei Segel

1882 Conrad Ferdinand Meyer Das Kirchlein von Kilchberg
Requiem

1898 Oskar Panizza «Der letzte Venus-Berg auf deutschadministrativer Erde»
Vreneli's Gärtli

1899 Robert Walser Blosse Schönheit Greifensee
Der Greifensee

1889 Peter Hille Letzte Begegnung im Pfauen
Im Pfauen

1899 Nanny von Escher Die Schlacht von Zürich
Inschrift des Schlachtendenkmals am Zürichberg

1901 Kurt Guggenheim Skandal im Stadthaus
Alles in Allem

1902 Paul Wehrli Bandenkrieg um Klosterholz
Martin Wendel

1912 Ernst Zahn Heiratsstiftende Zürcher Leckerli
Ein Zürcher Märchen

1911 Max Brod – Franz Kafka Kellerzimmer geschlossen – Bordelle versteckt
Reiseaufzeichnungen

1915 Hugo Ball Fischen für die Kunst
Flametti oder Vom Dandysmus der Armen

1916 Friedrich Glauser Kunst gegen Krieg
Dada

1916 Klabund Ich darf im Arm der Freiheit fröhlich schlafen
Ode an Zürich

1917 Tom Stoppard Dada wirr in der Zentralbibliothek
Travesties

1917 Grete von Urbanitzky Unter Revolutionären und Schiebern
Eine Frau erlebt die Welt

1918 James Joyce Traumatischer Anfall
Bahnhofstrasse

1918 Meinrad Inglin Truppen am Helvetiaplatz
Schweizerspiegel

1919 Elias Canetti «Du streckst zu viel auf.»
Die gerettete Zunge

1923 Thomas Mann Adrian Leverkühn an der Genferstrasse
Doktor Faustus

1925 Joachim Ringelnatz Nirgends Sünde – nirgends Laster
Zürich

1925 Egon Erwin Kisch Verbrechen am Verbrecher
Zürcher Zuchthaus

um 1930 Hugo Loetscher Allerheiligengelage im Döltschihof
Die Kranzflechterin

um 1933 Klaus Mann «Emigrantenkreise»
Der Vulkan

um 1933 Alfred Döblin Depression kommt von der Sünde
Babylonische Wandrung oder Hochmut kommt vor dem Fall

1933 Johannes R. Becher «Längere Zeit ist hier auch Genosse Lenin gewesen»
Zürich

1934 Max Herrmann-Neisse Die Unruhe des Emigranten
Wiederkehr nach Zürich

1942 Albin Zollinger Zwischen Resignation und Eifer
Bohnenblust oder Die Erzieher

1943 Friedrich Dürrenmatt Daheim in Babylon
Querfahrt

Ende der 1940er-Jahre Arnold Kübler Vom Schreiben im Bahnhofbuffet
Babette, herzlichen Gruss

1951 Max Rychner «Grössre Geschicke als deins wirren die Welt»
An Zürich

1950er-Jahre Mario Soldati Glockenzauber und Sternenseele
Die Glocken von Zürich

1952 Alexander Xaver Gwerder «Grau, transparent und besinnunglos»
Morgen in Aussersihl

1955 Ossip Kalenter Blauer Himmel. Blauer See.
Zürcher Frühlingsbild

1959 Hans Rudolf Hilty «Fürchte dich nicht»
Flughafen Kloten, Depart

1963 Paul Celan Schwierige Begegnungen
Zürich, Zum Storchen

1962 Rudolf Jakob Humm Geheimes Laster?
Die Nelke oder Freut euch des Lebens

1960er-Jahre Walter Matthias Diggelmann Liebe auf Leben und Tod
Der Stammgast

1966 Fridolin Tschudi Lärm und Krach im Hallenstadion
Sechstagerennen

1965 Max Frisch Tod, ausprobiert
Zürich-Transit. Skizze eines Films

1970er-Jahre Claus Bremer «Aller Reichtum rührt von der Ungerechtigkeit her»
Zwei Piktogramme

1970er-Jahre Manuel Gasser «Kronenhalle»-Wirtin plaudert aus der Schule
Manuel Gassers Köchel-Verzeichnis

1992 Niklaus Meienberg Viel Glück beim Spazierengehen in Zürich!
Der souveräne Körper – ein veräusserliches Menschenrecht

 

Die Autorin

Benutzte Literatur

Textnachweise

Bildnachweise

Namensregister

Flametti oder Vom Dandysmus der Armen

«Das Wasser floss graugrün und undurchsichtig. Die Möwen strichen sehr niedrig und zischten über die Brücken hinweg. An der Häuserfront der Schiff¬lände öffnete sich ein Fenster, und eine junge Frau sah nach dem Wetter.

‹Salü!› rief Flametti hinüber.

Sie lachte und schloss das Fenster.»

Hugo Ball, Flametti oder Vom Dandysmus der Armen
Tagblatt der Stadt Zürich, 5. Dezember 2012
Tages-Anzeiger, 7. Dezember 2012
Neue Zürcher Zeitung, 20. Dezember 2012
Sonntagszeitung, 6. Januar 2013
Club-Ticket Nr. 49, März 2013

Zürich und die Literaten – [...] eine Liebesgeschichte, die in Europa ihresgleichen sucht.» Tagblatt der Stadt Zürich

«Zürcher Literaturgeschichten gibt es einige. Was Ute Kröger aber hier vorlegt, gab es so noch nicht: Eine Sammlung von O-Tönen ... Unbedingt braucht jeder leidenschaftliche Zürcher dieses Buch, denn neben herrlichen Lesepassagen bietet es eine Fülle von alten Ansichten, Stichen und Fotos, jeweils passend zum Text ... Schmökern und entdecken kann man in diesem Band ohne Ende ...» Tages-Anzeiger

«Ein Buch voller Sinnlichkeit!» Neue Zürcher Zeitung

«In diesem opulenten Band mit vielen wunderbaren Abbildungen sind die Stimmen von Einheimischen und Fremden zu Zürich versammelt.» Club-Ticket

Bilder aus diesem Buch sind auch als Postkarten erschienen.

Wann Was Wo
10.6.2017 - 20.8.2017 Frischs Fiche und andere Geschichten aus dem Kalten Krieg
Ausstellung
Museum Strauhof
8001 Zürich
28. Juni 17
18:00 Uhr
Gottfried Honegger und die ETH: Volume 18, Computer Art und Max Frisch
Führung
Max-Frisch-Archiv
8092 Zürich
 
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