La Lupa
Silvana Schmid

La Lupa

Die Stimme der Wölfin. Mit Fotografien von Gitty Darugar

Mit Fotografien von Gitty Darugar

112 Seiten, gebunden, 12 vierfarbige Fotografien
März 2011
SFr. 29.50, 32.– €
sofort lieferbar
978-3-85791-632-8

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La Lupa – geboren als Maryli Marconi ganz hinten im Val Onsernone und über den Gotthard in den deutschen Sprachraum gewandert: Ihre gewaltige Naturstimme füllt ohne Mikrofon jeden Raum, bis die Seelen schwingen.

Das lange Onsernonetal endet an der Grenze. Aus Italien kamen über die Felsen die Schmuggler und gelegentlich ein Wolf. Grenzen müssen überwunden werden, das hat La Lupa früh gelernt. Und so sprengt der unverfrorene deutsch-italienische Mix ihrer Programme kulturelle Barrieren, verknüpft Lieder, Gedichte, Zitate, Arien, Canzoni und saftige Schnulzen – sinnstiftend, anspruchsvoll und mit höchster Präzision.

La Lupa hat Silvana Schmid ihre lange Reise über den Gotthard erzählt. Von der kleinen Meri, die auf der Mauer der Kirche von Comologno turnt, über die Braut in Weiss, Maryli Herz-Marconi, bis zur prachtvoll kostümierten Performerin La Lupa, die Zürichs Strassen in ihre tägliche Bühne verwandelt, brillant dokumentiert durch die Pariser Fotografin Gitty Darugar.

Silvana Schmid
© Gitty Darugar

Silvana Schmid

Silvana Schmid, aufgewachsen in Kilchberg bei Zürich, Lugano und Rio de Janeiro. Film-Übersetzerin, Redaktorin bei «annabelle», Mitbegründerin des Zürcher Journalistenteams «Presseladen», Tessiner Korrespondentin verschiedener Zeitungen und Pressechefin des Filmfestivals Locarno. Chefredaktorin der «Tessiner Zeitung». Publikationen: «Das rote Bologna» (zusammen mit Max Jäggi und Roger Müller), «Freiheit heilt. Bericht über die demokratische Psychiatrie in Italien» und «Loplops Geheimnis. Max Ernst und Leonora Carrington in Südfrankreich».

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Gitty Darugar

Gitty Darugar

Gitty Darugar, geboren in Teheran, war Schauspielerin am Schillertheater in Berlin und als Gitty Djamal in vielen Rollen auf der Bühne, in Film und Fernsehen zu sehen. Arbeitet seit 1984 als Fotografin in Paris und Lugano.

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Vorwort

Im August 2008, während des Filmfestivals, nahm mich die Pariser Fotografin Gitty Darugar mit in die Casa Rusca in Locarno, zu La Lupas Programm «Che fortuna essere felici». Ich war erst vor kurzem, nach fünfzehn Jahren in der Provence, ins Tessin zurückgekehrt – La Lupa kannte ich nur vom Hörensagen.

Ich war skeptisch – eine Sängerin aus dem Onsernonetal, La Montanara und so? Ich bin kein Fan von Volksmusik, schon gar nicht von Tessiner Folklore,doch was ich an jenem Abend zu hören und zu sehen bekam, begeisterte mich: Ein gewagter, raffiniert aufgebauter zweisprachiger Mix von literarisch-musikalischen Leckerbissen von Montale bis Marcuse, präsentiert mit grosser Präzision von einer mitreissenden Stimme, einfühlsam begleitet vom klassischen Gitarristen und Komponisten Walther Giger.

Am Tag danach begegneten wir uns zufällig an der Bushaltestelle in Locarno, La Lupa im vollen Ornat, üppig, sinnlich, farbenfroh. Noch bevor ich sie wieder erkannte, stutzte ich. Stand Fellini auf dem Festivalprogramm? War sie aus einem

Film von der grossen Leinwand aufs Pflaster der Piazza hinabgestiegen? Wir begrüssten uns wie alte Bekannte, sie sei auf dem Weg nach Corbella im Onsernonetal, wo sie aufgewachsen sei, erklärte sie mir.

Unsere nächste – wieder rein zufällige – Begegnung fand kurz danach in Zürich beim Paradeplatz statt. Auffallend, wie selbstverständlich sie sich in die Kulisse des neuen, so genussfreudig und kosmopolitisch gewordenen Zürich einfügte. «Ciao Lupa!», tönte es von allen Seiten. Wie sie das bloss geschafft habe, fragte ich sie, den langen Weg von Corbella in die Zürcher Szene? Das wolle sie mir gern erzählen, antwortete sie. Und so entstand unser Projekt. Nicht eine Biografie sollte es werden,eher eine Wegbeschreibung in Etappen. Und mit vielen Fotos von La Lupa am Ziel: auf der Bühne ihres Lebens oltre Gottardo.

So machten wir uns an die Arbeit. Gitty Darugar begann La Lupa mit der Fotokamera zu begleiten,und La Lupa besuchte mich während der folgendenzwei Jahre alle paar Monate in Locarno,

manchmal mit längeren Unterbrechungen. Zwischen ihren Besuchen verarbeitete ich, was sie mir berichtet hatte, zu einem neuen Kapitel. Und sie kam wieder, um zu lesen, was ich geschrieben hatte, um gelegentliche Missverständnisse zu korrigieren und um mir eine weitere Zehnjahresetappe zu erzählen. Pünktlich stand sie jeweils vor meiner Tür, gut gelaunt, gut dokumentiert und immer prächtig anzuschauen. Sie las mir meinen Text vor, las laut und gefühlvoll. Wenn das Gelesene sie berührte, weinte sie, wenn es sie amüsierte, lachte sie schallend. Und wenn sie von ihrer Arbeit erzählte, kam es vor, dass sie zur Illustration ein paar Strophen sang. Dann verwandelte sich meine Wohnung in eine Bühne und unsere Arbeit in ein Fest. Grazie,Lupa!

Locarno, im Januar 2011
Rhiiblatt, 1. April 2011
NZZ am Sonntag, Bücher am Sonntag, 3. April 2011
Altstadt Kurier, Mai 2011

«Silvana Schmid erzählt in literarischer Sprache die Lebensgeschichte der ‹Wölfin›, einer Frau mit einer Stimme ‹roh wie ein ungeschliffener Granit›. Ein wunderbares Buch mit üppig-sinnlichen Bildern, in Szene gesetzt von der Pariser Fotografin Gitty Darugar.» NZZ am Sonntag

«In kurzem, bündigem Stil gelang der Autorin Silvana Schmid nicht nur ein Frauenleben feinfühlig aufzuzeigen, sondern auch die Wandlung der Gesellschaft hüben und drüber des Gotthards und deren Einfluss auf Kulturschaffende anzudeuten.» Rhiiblatt

«Mit Humor und gekonnter Akzentuierung zeichnet die Autorin Silvana Schmid den Weg der Wölfin auf. Die Wandlungen dieser Frau werden immer in Zusammenhang mit den jeweiligen gesellschaftlichen Umständen gestellt.» Altstadt Kurier
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