Frauen schwimmen … und schlagen Wellen

Frauen schwimmen … und schlagen Wellen

Der Damenschwimmclub St. Gallen

Mit Texten von Iris Blum / Herausgeber Damenschwimmclub St. Gallen

128 Seiten, 103 Abb., gebunden mit Schutzumschlag, mit 57 Duplex- und 45 s/w-Fotos und Dokumenten
Oktober 2010
SFr. 44.–, 44.– €
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978-3-85791-619-9

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Schwimmen macht gesund, gesellig und lebensfroh! Davon waren die «unbescholtenen Damen» überzeugt, die als Pionierinnen vor hundert Jahren den Damenschwimmclub St. Gallen gründeten. Die Ziele des Clubs waren «Schwimmübungen, Schau- und Wettschwimmen sowie gesellige Zusammenkünfte». In kurzen Texten und mit vielen Fotografien erzählt dieser Band Schwimmclub-Geschichten. Geschichten von der Hygiene- und Lebensreformbewegung, die zur Gründung von Volksbädern führten, von Sonnenbädern und Bikinis, von büffelgebeizten Gesichtern beim Reigenschwimmen, von Bodenseedurchquerungen oder vom Voksschwimmen "Quer durch Dreilinden". Und von den Fahrten des sogenannten «Sirup Clubs» in die Badeanstalt Altenrhein, wo Männer und Frauen schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbotenerweise gemeinsam badeten.

100 Jahre Damenschwimmclub St.Gallen
Von Heidi Hanselmann

St.Gallen 1910: Eine einzigartige Entwicklung einer Frauengeschichte
Von Brigitta Langenauer-Mettler

Ernährungsreformer und Sonnenanbeter:
Die Lebensreformbewegung

«Bäder bauen heisst Krankenhäuser sparen»:
Die Hygienebewegung

Wasser, Luft und Sonne:
Das Badeangebot rund um St.Gallen

«Der einfachste und billigste Wassersport»:
Das Schwimmen

Schwimmhilfen:
Von Schläuchen, Angeln und Gürteln

Ein- und Zweiteiler in der Bademode:
Von Pumphosen und Nylonbikinis

Frauen hier und Männer da:
Geschlechtertrennung in den Bädern

Unbescholtene Damen und schwimmlustige Herren:
Die Anfänge des Damenschwimmclubs St.Gallen

Reigenschwimmen – Figurenlegen – Synchronschwimmen:
Vom Männer- zum Frauensport

«Wir hatten nicht viel, aber alle h­atten gleichviel»:
Freundschaft und Geselligkeit im Damenschwimmclub
St.Gallen

DSC St.Gallen 1910–2010 – Quellen – Literatur

 
     
     

St.Gallen 1910: eine einzigartige Entwicklung einer Frauengeschichte

Wie war es damals, als Frauen schwimmen lernten, sich an Wettkämpfen beteiligten und Werbung für das Schwimmen machten?

Was für Hindernisse mussten sie überwinden, um dem Schwimmsport zu frönen?

Welche Badebekleidung war vorgeschrieben?

Solche Fragen und noch viele mehr stellten sich, als wir, Beatrice Künzle und ich, 1999 im Vereinsarchiv zu stöbern begannen. Wir entdeckten Fotoalben mit herrlichen Aufnahmen, die mit Datum, Ort und teilweise mit Bemerkungen beschriftet waren.

Um mehr über diese Zeit zu erfahren, lasen wir die noch vorhandenen Vereinsprotokolle, Berichte, suchten in der Kantonsbibliothek Vadiana in St.Gallen nach Zeitungsartikeln, besuchten Zeitzeuginnen zu Hause oder in Altersheimen und fragten uns bei Bekannten durch.

Immer wieder stiessen wir auf aussergewöhnliche, lustige, aber auch auf nachdenkliche Geschichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Fotos wurden lebendig, erzählten Geschichten, und die Idee, diese Ereignisse der Nachwelt zu erhalten, war geboren.

Auch an einen Selbstversuch, mit alten Badehosen aus dem Vereinsarchiv zu schwimmen, wagten wir uns. Meine Baumwollbadehose mit Rüschen und viel Stoff um 1900 blähte sich derart auf, dass ich ein schwimmender Ballon im Wasser war. Aus dem Wasser stieg ich dann mit klebendem Stoff am ganzen Körper. Meine Kollegin trug ein Wolltrikot-Wettkampfbadekleid aus den 1930er-Jahren. In trockenem und nassem Zustand kratzte die Wolle auf der Haut, und im Wasser wurde der Anzug so schwer (etwa 3,5 kg), dass wir die Schwimmleistungen unserer Vorgängerinnen zu bewundern begannen.

Mit einer kleinen Ausstellung im Jahr 2000 stellten wir erstmals die Geschichte des Damenschwimmclubs im Volksbad St.Gallen vor.

Nach einem Zeitungsbericht im St.Galler Tagblatt meldeten sich die Töchter der Gründerin Paula Schneider und übergaben uns zusätzliche Fotos und Trophäen aus der Gründerzeit.

Nun tauchten wir endgültig in die Vereinsgeschichte ein.

Begleitet wurden wir bei der Planung und Realisierung des Buches und der Ausstellung im Volksbad St.Gallen durch das Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz.

Sämtliche Fotos im Bildteil dieses Buches stammen aus dem Archiv des Damenschwimmclubs und von ehemaligen Mitgliedern.

Folgenden Personen möchte ich im Namen des Vereins für ihre Unterstützung danken (alphabethisch aufgelistet): Iris Blum – für die Texte aus Sicht einer Historikerin; Martha Bochsler-Bösiger und Margrith Moosberger-Bösiger – für die Fotos, Medaillen und Geschichten aus den Anfangszeiten ihrer Mutter Paula Bösiger-Schneider; Godi Früh – für die Fotos und Geschichte seiner Mutter Ida Früh-Tobler; Judith Hediger-Schmid, Vereinsmitglied – für das Herstellen von Schwimmhilfen; Maja Monegat, ehem. Präsidentin – für die Geschichten aus der Figurenlegezeit; Johannes Stieger – für die Gestaltung im Volksbad St.Gallen; Marina Widmer, Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz – für die Begleitung und Planung zum Jubiläum; Rolf Wirth – für den Zugang zu den Protokollen des Schwimmclubs St.Gallen.

Ein besonderer Dank geht an meine Vereinskolleginnen für die Mitarbeit bei der Realisierung: Regula Balmer, Angela Hug, Olga Koller, Beatrice Künzle, Mich le Germann und Marlies Würmli.

Auch an die bereits verstorbenen Personen möchten wir denken, die uns ihr Wissen weiter vermittelt haben: Willy Bühler, Chronist SC St.Gallen – für den Bericht zum 90-Jahrjubiläum; Paula Comps-Dintheer (1913–2003), ehemalige Wettschwimmerin – für ihre Erzählungen zu den Wettkämpfen; Klara Gübeli-Wecker (1911–2002), ehemalige Präsidentin – für das Vermitteln zu ehemaligen Vereinsmitgliedern; Erika Rawnsley-Gröber (1911–1999), langjähriges Vereinsmitglied – für ihre Erzählungen zum Figurenlegen und den Ausflügen.

Brigitta Langenauer-Mettler


Die Bilder sind urheberrechtlich geschützt.

DSC 1915 Frauenbad

Im Frauenweiher St. Gallen, 1915. Paula Schneider und Helen Grob im Ruderboot.

DSC 1931 Figuren

Dreitägiger Schwimmkurs im Volksbad St. Gallen, 1931. «E chli abverheiti Figure»

DSC 1911 Bodensee 1

Ausflug an den Bodensee, 1911

St. Galler Tagblatt, 22. Oktober 2010
DRS 1, WortOrt, 2. Dezember 2010

«Das Buch ist, finden wir, Anwärter auf die Auszeichnung ‹schönstes Cover des Jahres›.» Schweizer Buchhandel

«Sensationelle Fotos.» DRS 1

«Unter dem Motto ‹Grabe-wo-du-stehst› empfiehlt Sven Lindqvist, den Fokus ganz gezielt auf die Lokalgeschichte zu richten, um im gegenwärtigen Alltag die grossen Linien der Zeitgeschichte zu entdecken. Genau dies leistet das unter dem Titel ‹Frauen schwimmen... und schlagen Wellen› erschienene Buch, das auf 50 Text- und 60 Fotoseiten dem Bild des 20. Jahrhunderts neue Facetten abgewinnt. Zudem ist es ein Beispiel, wie man Vereinsgeschichte neu begreifen kann, wenn man ‹gräbt, wo man steht›.» St. Galler Tagblatt

Bilder aus diesem Buch sind auch als Postkarten erschienen.

Wann Was Wo
23. Jan. 18
19:30 Uhr
Mächtig geheim
Lesung mit Iris Blum
Bibliothek Speicher
9042 Trogen
28. Jan. 18
14:00 Uhr
Die Abtei Thelema – Ausstellung
Führung mit Iris Blum
Appenzeller Volkskunde-Museum Stein Dorf
9063 Stein
16. Febr. 18
20:00 Uhr
Mächtig geheim
Lesung und Gespräch mit Iris Blum
Kulturhaus Rose
9063 Stein
09. März 18
19:30 Uhr
Mächtig geheim
Lesung und Diskussion mit Iris Blum
Fondazione Monte Verità
6612 Ascona
 
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