Mitgeteilt
Annette Boutellier

Mitgeteilt

24 Lebensgeschichten von Frauen aus Basel-Stadt und Baselland

Mit Texten von Katharina Tanner, Corina Lanfranchi, Gabrielle Alioth

312 Seiten, gebunden, 33 s/w-Fotografien
1. Auflage, Mai 2008
vergriffen
978-3-85791-550-5
     

Herkunft, Erfahrungen, Ansichten, Berufe und Berufungen trennen sie; was sie verbindet, ist eine Gegend. Jede ist ihren Weg gegangen – 24 Frauen aus den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft erzählen aus ihrem Leben, von ihrer Jugend, ihrer Arbeit, ihren Männern, Kindern, von ihren Erfolgen und Niederlagen, ihren Sorgen und dem, was sie glücklich machte.
Gabrielle Alioth, Corina Lanfranchi und Katharina Tanner haben mit den Frauen Gespräche geführt, Annette Boutellier hat sie fotografiert. Aus Wort und Bild entstehen die Porträts von 24 einzigartigen Leben, in denen sich auch die Geschichte der beiden Halbkantone im letzten Jahrhundert spiegelt.
«Mitgeteilt» fügt sich in die Reihe mit Frauenlebensgeschichtenbänden
aus den Kantonen Luzern, St. Gallen, Wallis, Glarus und Zug, die im Limmat Verlag erschienen sind.

Annette Boutellier

Annette Boutellier

Annette Boutellier, geboren 1966 in Appenzell, aufgewachsen in Bern. Studium der klinischen Heilpädagogik an der Universität Fribourg, Sozialpädagogin in einer Aussenwohngruppe für Jugendliche der Kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik Neuhaus. Autodidaktische Ausbildung zur Fotografin und Assistenz bei verschiedenen Ausstellungen und Publikationen für Balthasar Burkhard. Absolventin des Lehrgangs Pressefotografie am Medienausbildungszentrum in Luzern. Lebt und arbeitet als freischaffende Fotografin in Bern.

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Vorwort

Rösly Schindel-Erb, 1916, Riehen von Gabrielle Alioth

Marta Galambos-Jaszay, 1926, Arlesheim von Katharina Tanner

Trudi Hartmann, 1938, Basel von Corina Lanfranchi

Elisabeth Ando-Hanhart, 1945, Therwil von Gabrielle Alioth

Ida Rickenbacher-Schaub, 1925, Wenslingen von Katharina Tanner

Christine Peter-Thurneysen, 1931, Basel von Corina Lanfranchi

Rosmarie Zuber, 1942 und Yvonne Zuber, 1945, Arisdorf von Corina Lanfranchi

Margaretha Amstutz, 1923, Basel von Corina Lanfranchi

Bethli Weitnauer-Berner, 1936, Oltingen von Gabrielle Alioth

Salome Linder-von Tscharner, 1925, Basel von Gabrielle Alioth

Alice Leber-Gfeller, 1939, Sissach von Gabrielle Alioth

Elisabeth Jenni-Chatton, 1926, Basel von Katharina Tanner

Inger Heinzer, 1930, Arlesheim von Katharina Tanner

Monique Bürgin-Maag, 1930, Pratteln von Corina Lanfranchi

Marianne Mall-Haefeli, 1923, Basel von Gabrielle Alioth

Virginia Boscardin-Rossi, 1928, Birsfelden von Corina Lanfranchi

Madeleine Perler Schmidlin, 1940, Laufen von Katharina Tanner

Magdalena Hürlimann-Sturm, 1935, Riehen von Katharina Tanner

Veronika Burckhardt-Henrici, 1928, Basel von Gabrielle Alioth

Margrit Gysin, 1949, Liestal von Corina Lanfranchi

Verena Grieder, 1945, Basel von Katharina Tanner

Katia Guth-Dreyfus, 1926, Basel von Gabrielle Alioth

Ursula Geiger-Kutter, 1919, Tenniken von Katharina Tanner

Helli Stehle, 1907, Basel von Corina Lanfranchi

Glossar

Vorwort

Mehr als über ihr Land definieren sich die Schweizerinnen und Schweizer bekanntlich über ihren Kanton, über Gemeinde, Dorf oder Quartier, in dem sie sich heimisch fühlen. Das Regionale prägt unsere Mentalität, unterscheidet uns von anderen – so das gängige Selbstverständnis, das am Rand der Schweiz, namentlich an den Grenzen zu Deutschland und Frankreich, vielleicht noch etwas vehementer vertreten wird als in zentraleren Gebieten.

Im vorliegenden Band erzählen vierundzwanzig Frauen aus Basel und dem Baselland von ihrem Leben – und teilen damit auch ein Stück Orts- und Zeitgeschichte mit. Wir haben uns dabei um eine möglichst repräsentative Auswahl bemüht. Es sind Hausfrauen, Lehrerinnen, Serviertöchter, es sind Mütter und Kinderlose, Gattinnen und Alleinstehende. Im Spannungsfeld zwischen Stadt und Land, familiären Verhältnissen, Ausbildungswegen und individuellen Träumen finden sich Übereinstimmungen wie auch Gegensätze. Es ist ein Blick auf das «normale» Frauenleben – oft im Hintergrund –, das bei genauem Anschauen so normal nicht ist.

Jedes Leben ist einzigartig, und wir Autorinnen haben uns zum Ziel gesetzt, der Einzigartigkeit unserer Porträtierten gerecht zu werden. Wir sind weder mit Vorstellungen noch mit einem Fragenkatalog an unsere Gesprächspartnerinnen herangetreten, sondern mit offenen Ohren. Wir haben die Frauen erzählen lassen, was sie uns erzählen wollten, wie sie es erzählen wollten, haben versucht, inhaltlich, aber auch stilistisch ihre Einmaligkeit in Worte zu fassen, im Wissen darum, dass die Art und Weise, in der die Frauen ihre Geschichten erzählten – oder nicht erzählten –, Teil ihrer Geschichte ist. So sind aus den sich oft über Monate hinziehenden Gesprächen und Diskussionen vierundzwanzig sehr unterschiedliche, durch die Vorgaben der Frauen selbst geformte Porträts entstanden, die – so hoffen wir – in ihrer Vielfalt und Widersprüchlichkeit den Leserinnen und Lesern dieses Buches erlauben, sich selbst ein Bild über das Leben der Frauen in beiden Basel zu machen.

Manche der Frauen haben uns im Verlauf unserer Begegnungen ihr uneingeschränktes Vertrauen geschenkt, uns an ihren persönlichsten Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen, andere haben uns ein Bild von sich entworfen, Aspekte ihres Lebens ausgewählt, die sie preisgeben wollten. Wir haben die Texte mit den Frauen besprochen, und die vorliegende Version ist die von ihnen gutgeheissene. Ab und zu wurde etwas, das sie uns erzählt haben und das wir gerne geschrieben hätten, auf ihren Wunsch wieder gestrichen. Aber es kann und soll in dieser Sammlung nicht darum gehen, die Schicksale der Frauen auf medienwirksame Schlaglichter zu reduzieren oder sie gar zu entblössen – und auch Auslassungen legen Zeugnis ab.

Zwei der porträtierten Frauen haben zum Schluss ihre Teilnahme an unserem Projekt ganz verweigert. Konfrontiert mit dem fertigen Text schien der Angehörigen einer alten Basler Familie die Darstellung ihres Lebens zu privat und bedeutungslos, um in den Band aufgenommen zu werden. So ist uns die Geschichte einer Patrizierin, die mit viel Witz und Wärme von ihrer Kindheit in selbstverständlichem Wohlstand und ihrem privilegierten Dasein erzählte, verloren gegangen. Während der inzwischen Verstorbenen die literarische Verbrämung der von ihr beschriebenen Wirklichkeit fehlte, war es wohl just die durch die schriftliche Umsetzung entstandene Fremdartigkeit des Vertrauten, die die zweite Frau, eine Glätterin aus Liestal, bewog, ihr Porträt zurückzuziehen. Die beiden Absagen verdeutlichten uns, wie gross der Schritt vom mündlichen Mitteilen zur Veröffentlichung ist.

Die Eindrücke und Erfahrungen, die wir während der Arbeit an diesem Buch sammeln durften, reichen weit über Regionales hinaus ins menschlich Wesentliche hinein. Das ist das Verdienst unserer Gesprächspartnerinnen, ihnen gilt unser Dank.

Gabrielle Alioth, Annette Boutellier, Corina Lanfranchi, Katharina Tanner
Basler Zeitung
Mittellandzeitung / Basel-landschaftliche Zeitung, 16. Mai 2008
Muttenzer Zeitung und Prattler Anzeiger, 16. Mai 2008
Riehener Zeitung, 30. Mai 2008
Programmzeitung Basel, Juli/August
Frauenrat Basel Stadt
sektor erziehung, 4/2008

«‹Wir wollten keine abgenudelten Geschichten, sondern Erzählungen aus dem Alltag von Frauen, die bisher noch nicht an der Öffentlichkeit waren›, sagt Katharina Tanner. Entstanden sind 24 berührende, teils tragische, aber auch sehr humorvoll erzählte Geschichten, die Zugezogene viel über Stadt, Land und Leute verraten und Alteingesessenen einen anderen Blick auf ihre Heimat ermöglichen.» Basler Zeitung

«Es ist interessant zu lesen, was zwei Dutzend Baslerinnen quer durchs 20. Jahrhundert hindurch tun; die Texte lassen sie dabei selber zu Wort kommen, folgen ihren Erzählungen bloss aufmerksam (bis zu den ‹authentischen Miststöcken›) und verankern das Erzählte dabei in der konkreten Gegenwart, wie sie auf den grossen, schönen Porträts von Annette Boutellier auch beinahe programmatisch festgehalten ist.» Basellandschaftliche Zeitung

«Die jüngste der Gesprächspartnerinnen ist 59 Jahre alt, die Älteste kam 1907 zur Welt. So unterschiedlich die Biografien auch sein mögen, die drei Gemeinsamkeiten sind mächtige Faktoren. Sie machen das Buch zu einer Fundgrube für Regional- und Frauengeschichte, ohne selbst Schwerpunkte setzen zu wollen. Sichtbar wird dies am Inhaltsverzeichnis, wo nur Namen und Geburtsdaten als Kapitelüberschriften stehen. Wer Inhalte will, muss lesen. Und so taucht man denn in vielfältige Welten ein.
‹Mitgeteilt› erzählt von Lieblingslebenszeiten, Alter, Tod und Verlusten, grossen Lieben, alten Wunden und späten Wunscherfüllungen – und von der oft nicht ganz einfachen Aufgabe, die Rolle als Frau zu finden.» Programmzeitung

«Es ist interessant zu lesen, was zwei Dutzend Baslerinnen quer durchs 20. Jahrhundert hindurch tun; die Texte lassen sie dabei selber zu Wort kommen, folgen ihren Erzählungen bloss aufmerksam (bis zu den ‹authentischen Miststöcken›) und verankern das Erzählte dabei in der konkreten Gegenwart, wie sie auf den grossen, schönen Porträts von Annette Boutellier auch beinahe programmatisch festgehalten ist.» Mittellandzeitung

«Die Autorinnen haben es mit den sorgfältig geführten Gesprächen fertig gebracht, der Einzigartigkeit jeder Frau gerecht zu werden. Obwohl sich die Gespräche und Diskussionen zum Teil über Monate hinzogen,folgt man als Leserin so gespannt dem Erzählen, als sässe man unmittelbar dabei.
Dazu ein Tipp: Legen Sie das Buch nach jedem Portrait auf die Seite, lassen Sie es wirken und decken Sie nicht mit der nächsten Geschichte die vorige zu.
Und nicht nur die Geschichten faszinieren, auch die Beschreibung der Örtlichkeiten, wie sie vor fünfzig und mehr Jahren ausgesehen haben, lassen einen staunen und schmunzeln.» Frauenrat Basel-Stadt

«Ein solches Buch gehört auch in die Schule. Eine schnörkellose Sprache, das beinahe hautnahe Erleben privaten Glücks und Unglückes, die Widerspiegelung historischer Ereignisse im Leben der Einzelnen und eine Prise Lokalkolorit könnten sich den Weg in die Herzen einer jungen Leserschaft bahnen.» sektor erziehung

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