Hans Grünauer
Jakob Senn

Hans Grünauer

Roman

Mit einem Nachwort von Matthias Peter

320 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
August 2006
SFr. 38.50, 42.– € / eBook sFr. 14.80
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978-3-85791-507-9

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In seinem autobiografischen Roman schildert Jakob Senn mit umwerfendem Charme das Heranwachsen des Hans Grünauer, Bauernsohn und früh an den Webstuhl gesetzt fürs Auskommen der Familie. Seine Leidenschaft aber gilt den Textgeweben: Süchtig liest er jedes gedruckte Wort, das er auftreiben kann, und bald beginnt er selber zu schreiben, mangels Papier auf jede erdenkliche Unterlage von der Hemdmanschette bis zum Webstuhlrahmen. Der Roman endet mit dem Entschluss zum Leben als freier Schriftsteller.

Das Buch erschien erstmals 1888, postum herausgegeben von Otto Sutermeister, der es allerdings umtaufte in «Ein Kind des Volkes – Schweizerisches Lebensbild». Entgangen ist ihm die Gestaltung des Lebensberichtes als Bildungsroman nach dem Vorbild des «Grünen Heinrich» von Gottfried Keller – auf den der Originaltitel anspielt – und der freie Umgang mit den Fakten zu Gunsten der motivischen Geschlossenheit.

Jakob Senn
© Limmat Verlag

Jakob Senn

Jakob Senn (1824–1879), geboren in Fischenthal, Kanton Zürich. Nach dem Besuch der Primarschule Arbeit auf dem väterlichen Hof. Erste literarische Versuche mit zwanzig Jahren, Bekanntschaft mit dem Volksschriftsteller Jakob Stutz. 1856 angestellt in einem Zürcher Antiquariat, ab 1862 freier Schriftsteller, 1864 Heirat und Übersiedlung nach St.Gallen. 1867 Ausreise nach Südamerika, Rückkehr 1878, 1879 Freitod im Zürichsee.

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Unversehens, während jedermann fröhlich ...

Unversehens, während jedermann fröhlich und guter Dinge war, entstand Lärm vor dem Hause; es wurde an den Läden geschoben, gepoltert, anzügliche Äußerungen auf unsere ältere Kameradschaft ließen sich vernehmen, und bald darauf verlangte die Stentorstimme eines bekannten Wiesenthaler Brallmeiers Einlaß für sich und seine Genossen. Niemand war geneigt, zu entsprechen, Regula namentlich weigerte sich des bestimmtesten, die Türe noch andern zu öffnen. Da aber die Polterer immer hartnäckiger auf ihrer Forderung bestanden und die Anzüglichkeiten stets ärger wurden, so fanden sich meine Kameraden schließlich genötigt, den Strauß mit ihren Beleidigern zu wagen, obgleich sie sich auf eine bedeutende feindliche Übermacht gefaßt zu machen hatten; mir, dem Unschuldigsten, stellte man es frei, an dem Kampfe teil zu nehmen oder nicht; ich wollte nicht zurückbleiben, aber die Mädchen nahmen mein junges Leben in Schutz, und da doch auch während des Kampfes jemand von uns bei ihnen zurückbleiben müsse, so verlangten sie ausdrücklich, daß ich dableibe. Daß ich aber lieber mitgegangen wäre, ist gewißlich wahr.

Item, als es draußen mächtig quatschte und puffte zwischenein die Läden wie verhext auf- und niedergeschoben wurden, der alte Bauer unters Gadenfenster trat und mit strengem Wort Ruhe gebot, da löschte Regula das Licht aus, zog mich auf das Ofenbänklein und bat mich, den schönen langen Spruch, den ich auf der Scheiterbeige so schön und verständlich hergesagt, nochmals aufzusagen. Ich folgte gerne, denn nun wußte ich doch, wie ich mich mit den Mädchen unterhalten konnte. Beide setzten sich zu mir, so nämlich, daß ich zwischen beiden saß und wahrlich zur Zeit kein Frösteln verspürte. Während ich sprach, legte Regula wieder den Arm um meinen Nacken, ihr frischer Atem bestrich meine Stirn und ich fühlte durch den Rock das Pulsieren ihres Herzens an meiner Schulter. Elsbeth aber griff sachte, leise nach meiner Hand und drückte sie fortwährend warm und gelinde. Es ist unbeschreiblich, wie mir in dieser Lage zu Mute war, der ich erst jetzt bemerkte, daß mein poetisches Leibstück ganz ähnliche Situationen schilderte und daß meine Zuhörerinnen für die reellsten Schönheiten der fünffüßigen Verse ein richtiges Gefühl hatten.

Ich langte ziemlich atemlos am Ende des Stückes an, nachdem mir das Pathos schon eine Weile ausgegangen war. Beide Mädchen lehnten fest an mir, Regula hatte meine andere Hand ergriffen, ich saß völlig gefangen, keines sagte ein Wort und so war es nun feierlich still zwischen uns. Draußen aber tobte in einiger Entfernung noch der Kampf, zwischen erzürnten Stimmen hörte man das Krachen der Zäune und das Gebember zusammenschlagender Stackeln. Unser Schweigen dauerte vielleicht eine halbe Stunde lang, und die Gefangenschaft war mir jetzt, da ich schweigen durfte, ganz erträglich. Der Hauch der Mädchen dünkte mich balsamischer als Maienduft und ich drehte mein Gesicht expreß ein wenig gegen Regula, um den vollen Strom ihres Atems zu empfangen. Elsbeth aber, die schüchterne, schweigsame Elsbeth, legte in der schwarzen Finsternis ihren frischen Mund an meine Stirne und küßte mich fast unmerklich. Ich wußte nicht, was das war, ließ mir jedoch diese Art Zeitvertrieb gerne gefallen. Von Liebe zu einem der Mädchen, die beide einen halben Schuh höher gewachsen waren, als ich, war bei mir keine Idee und solches war vermutlich auch ihrerseits gegen mich der Fall, weshalb vielleicht sie mir gleich von Anfang die Hände gefangen nahmen und auch nicht das geringste taten, meine knabenhafte Befangenheit zu heben.

Der Volksdichter Jakob Senn (1824 – 1879)

Aus dem Nachwort

Wer an die Schweizer Literatur aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts denkt, dem fällt in erster Linie Jeremias Gotthelf, Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer ein. Im Schatten dieses Dreigestirns der Schweizer Nationaldichtung gedieh damals auch eine reiche Volksliteratur. Das Zürcher Oberland stellte mit Jakob Stutz (1801–1877) und Jakob Senn (1824–1879) gleich zwei ihrer bedeutendsten Vertreter. Dass die beiden befreundeten Autoren Werke von bleibendem Wert und überregionaler Bedeutung geschrieben haben, zeigen die jüngsten Neuauflagen. Zum 200. Geburtstag von Jakob Stutz gab der Huber Verlag in Frauenfeld 2001 dessen Autobiografie «Siebenmal sieben Jahre aus meinem Leben» neu heraus. Fünf Jahre später sorgt nun der Zürcher Limmat Verlag dafür, dass auch Jakob Senns Hauptwerk «Ein Kind des Volkes» wieder im Buchhandel greifbar ist. Wenn der Verlag die Neuauflage unter dem ursprünglichen Titel «Hans Grünauer» und dem Gattungsbegriff Roman erscheinen lässt, so trägt er der Senn-Forschung der letzten zwanzig Jahre Rechnung, die in dem vermeintlich authentischen «Lebensbild» einen «Entwicklungsroman: nach Stoff, geistigem Gehalt und literarischer Formkraft» erkannt hat.

Jakob Senns Roman wurde lange ins Genre der vor allem volkskundlich interessanten Autobiographien eingereiht. Dies ist mit seiner Rezeptionsgeschichte zu erklären. Geschrieben hat Jakob Senn «Hans Grünauer» im Winter 1862/63 in Zürich. Das Manuskript legte er im Sommer 1863 Gottfried Keller und im Winter 1864/65 dem St. Galler Stiftsarchivar Wilhelm Eugen von Gonzenbach zur Einsicht vor, bevor er es nach wiederholter Überarbeitung 1867 dem Aargauer Verleger Otto Sutermeister einhändigte. Dort blieb es neun Jahre über seinen Tod im März 1879 hinaus liegen, bis Sutermeister es 1888 als seine «unabweisbare Pflicht» ansah, das Werk im Dienst der «schweizerischen volkstümlichen Literatur», wie er im Vorwort der Erstausgabe schreibt, herauszugeben und der Öffentlichkeit unter dem veränderten Titel «Ein Kind des Volkes – Schweizerisches Lebensbild» zugänglich zu machen.

Im Vorwort zu den Neuauflagen von 1966 und 1971 im Zürcher Verlag Hans Rohr unterstrich Professor Richard Weiss, Ordinarius für Volkskunde an der Universität Zürich, nochmals den «bedeutenden dokumentarischen Wert» des Buches «für die Kulturgeschichte und Volkskunde des Zürcher Oberlandes vor der Mitte des 19. Jahrhunderts», anerkannte aber doch bereits auch dessen literarische Qualitäten, die es im Gegensatz zu Jakob Stutz' Autobiographie ganz klar als einen «Bildungsroman von Rang» ausweisen.

Jakob Senns Hauptwerk einer eingehenden Analyse zu unterziehen und seine literarische Struktur offenzulegen, blieb dem Germanisten Heinz Lippuner vorbehalten, der 1985 im Verlag Paul Haupt Bern die Abhandlung «Hans Grünauer – Ein Kind des Volkes? – Der Lebensroman des Jakob Senn» vorlegte.

Der Unterzeichnende schliesslich hat es sich zur Aufgabe gemacht, in «Jakob und Heinrich Senn – Zeitbilder der Schweiz aus dem 19. Jahrhundert», erschienen 2004 im Verlag Neue Zürcher Zeitung, Jakob Senns reale Biografie anhand der Tagebuch-Aufzeichnungen seines Bruders Heinrich Senn nachzuzeichnen und dem Roman zur Seite zu stellen.

Wahrheit und Dichtung

In einem Brief an Gottfried Keller hat Jakob Senn am 28. Juli 1863 über sein Hauptwerk bemerkt: Wie schon die autobiographische Form vermuthen lassen wird, enthält die Arbeit vorwiegend, ja wenn man will ausschliesslich, Selbsterlebtes. Liess ich mir nun sicherlich nicht beifallen, meine Erlebnisse für so ausserordentlich wichtig zu halten, dass sie an sich einer solchen Schilderung würdig wären, so dürfte ich doch voraussetzen, dass sie bei einigermassen gelungener Darstellung immerhin so interessant gefunden werden dürften, wie manche andere Erzeugnisse der belletristischen, vorzüglich der Dorfgeschichte verwandten Tagesliteratur. Sämtliche Daten sind in ihren Hauptzügen durchaus wahr, und wann es immer ebenso unterhaltend als belehrend erschien, das Ringen eines lediglich auf seine eigene Thätigkeit angewiesenen, nach einem höheren oder ferneren Ziele Strebenden mit seinen Erfolgen und Erfolglosigkeiten zu beobachten, zumal wenn letztere nicht durchweg und bis ans Ende die Oberhand behaupteten, so darf ich hoffen, dass meine Arbeit ihre Freunde finden werde. Ich bin Autodidakt im strengsten Sinne des Wortes, und ich ward es natürlich nicht etwa aus Originalitätssucht, sondern aus Mittellosigkeit; dass daher meine Bildungswege jedenfalls keine Blumenpfade waren, lässt sich denken. Das Nähere hierüber sagt Ihnen meine Arbeit (Kap. 4 und 6 etc.)

Dass sich Jakob Senn gleichwohl erlaubt hat, mit der Wahrheit dichterisch zu verfahren, darauf weist er selber im letzten Kapitel des Romans hin: Nie bemühte ich mich ängstlich, das einzelne festzuhalten oder durch abspannende Rückerinnerungen die Totalität der Erscheinungen in möglichst lückenloser Reihenfolge zu sichern; sondern wie die geschauten Bilder in bunter Regellosigkeit wiederkehrten, so freien Lauf liess ich auch dem Zuge meiner Gedanken, um sie erst je, wenn es die Umstände geboten, in die Riemen und Seile der Disziplin zu schirren. So blieb mir neben der Lust, der Phantasie die Zügel schiessen zu lassen, die Gewissheit, keine halb zu Tode dressierten Figuren in meine Darstellungen zu kriegen.

Dass Jakob Senn nie eine detailgetreue Autobiographie im Auge hatte, zeigt gleich zu Beginn des Romans der Eingriff in die tatsächlichen biografischen Fakten der Familie, die er einer Auswahl und Reduktion sowie Konzentration auf symbolträchtige Daten unterzieht. Der erste Eingriff betrifft den Vater. Im ersten Satz des Romans führt Jakob Senn ihn als das jüngste von dreizehn Kindern ein. In Wirklichkeit war Hans Jakob Senn das jüngste von zehn Kindern. In der eigenen Familie lässt Jakob Senn sodann von den insgesamt fünf Geschwister nur die mittleren drei Knaben das Erwachsenenalter erreichen, das jüngste hingegen bald nach der Geburt und das älteste mit dreizehn Jahren sterben. Die älteste Schwester Elisabetha starb tatsächlich mit knapp dreizehn Jahren. Die Jüngste Barbara aber wuchs mit ihren Brüdern Rudolf, Jakob und Heinrich im Enner-Lenzen und ab 1844 auf dem Einzelhof Leiacher auf und starb als Dreissigjährige nach unglücklicher Verheiratung im Kindbett. Die Halbschwester Elisabetha aus der zweiten Ehe des Vaters mit Anna Kägi verschweigt Jakob Senn ganz.

Die Struktur des Romans wird wesentlich von der Zahl Drei bestimmt: Drei etwas absonderliche Nachbarsleute (Peters Jakob, Kleinegli, Kathry) beeindrucken den heranwachsenden Knaben. Über drei Frauen (Susanna, die Kiltgang-Bekanntschaft Regula sowie die alte, heiratswillige Jungfer Bäbeli) findet der junge Mann zur Liebsten und Frau. Drei Dichterfreunde (Zellberger, Blume, Fidelius) begleiten den angehenden Schriftsteller mit ihrer Anteilnahme. In drei Bibliotheken (Apotheker Hagger, Kloster Bergwinkeln, Antiquariat Frommberger) findet er die Anregungen zur Lektüre und zum eigenen Schaffen. Drei Begegnungen im Bereich spirituell-religiöser Erfahrungen (Prophezeiung der «Hexe» Margritli, Lektüre Jung-Stillings, Gespräche mit der Matrone Veronika) bestimmen die schriftstellerische Produktivität.

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NZZ am Sonntag, 24. September 2006
Schaffhauser Nachrichten, 3. Oktober 2006
P.S., 5. Oktober 2006
WochenZeitung WoZ, 2. November 2006
DIE ZEIT, 7. Dezember 2007, Weihnachts-Literaturbeilage
P.S., 7. Dezember 2007, Buchbeilage
Tages-Anzeiger, 7. Dezember 2006
züritipp, 7. Dezember 2006
Neue Zürcher Zeitung, 8. Dezember 2006
Thurgauer Zeitung, 18. Dezember 2006
Luxemburger Tageblatt, Literaturbeilage, Januar 2007
Aargauer Zeitung, 10. Januar 2007
Heimatspiegel, Beilage von «Zürcher Oberländer» und «Anzeiger von Uster», Nr. 4, April 2007
Schweizer Monatshefte, Mai 2007
Stadtblatt Osnabrück, September 2007 (Nr. 344)
Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte, Band 10/2008

«Senns ganz und gar eigensinnige Sprache, farbig, direkt und doch von zarter Umständlichkeit, durchsetzt mit altfränkisch-kauzigen Wortschönheiten und Helvetizismen, schafft verblüffende Präsenz. (...) Einsam ist dieses Kind, wie James Joyces Stephen Dedalus, wie Jules Vallès' Jacques Vingtras oder der Junge in Thomas Bernhards Erinnerungsbuch Ein Kind. Und wie all diese wach und voller Lebensgier. Gedemütigt und willenstark, mitleidend auch. Zugleich aber mit kaltem Blick begabt. (...) Erinnerung, sagt Jean Paul, ist das Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. Schön bemerkt. Erinnerung aber ist auch die Hölle, aus der es kein Entkommen gibt. Von beidem erzählt dieses ungewöhnliche, kostbare Buch.» Die Zeit

«Die Geschichte des Bauernsohns, der als Weber die Familie ernähren soll, aber nichts als Schriftsteller sein will, vermag durch ihre Kraft und Anschaulichkeit sowie durch ihre Mischung aus Lokalkolorit und existenziellem Aufbegehren zu fesseln.» NZZ am Sonntag

«‹Hans Grünauer› – den Titel will Senn als Reverenz vor dem ‹Grünen Heinrich› verstanden wissen, und als Schutzumschlag hat der Verlag ein Bild von Kellers Hand gewählt – ist autobiografisch grundiert, literarisch gestaltet und weit mehr als ein bloss volkskundlich interessanter Rückblick. Sie ist zum Greifen, diese gut gewobene Geschichte vom wissbegierigen, Wort-ergebenen Webstuhl- Flüchtling, der nirgends hineinpasst, wenn er sich selbst nicht untreu werden will: eine formal zwar nicht vollendete, aber farbige, fühlbare Chronik.» Neue Zürcher Zeitung

«Warum der Volksdichter Jakob Senn (1824–1879) in der Schweizer Literatur nicht denselben Stellenwert hat wie Gottfried Keller oder Jeremias Gotthelf, ist nicht nachzuvollziehen.» Thurgauer Zeitung

«Sein autobiografischer Roman ist in keiner Weise reisserisch. Faszinierend ist viel mehr die Schilderung des Weges des jungen Jakob/Hans, der von klein auf entschlossen ist, sich nicht als Weber und Bauer durchs Leben zu schlagen. Sein Weg wird vielfach behindert, nicht einmal aus Bosheit, sondern eher aus Unverständnis darüber, dass jemand wie Senn/Grünauer aus dem ihm gesetzten Rahmen ausbrechen will.» Schaffhauser Nachrichten

«Es bleibt zu hoffen, dass dieser Sommernachtstraum in seiner Neuauflage eine breite Leserschaft findet und Jakob Senns literarisches Werk dauerhafte Würdigung erfährt.» Luxemburger Tageblatt

«Eine Stimme, die unüberhörbar die Schweizer Literatur des 19. Jahrhunderts bereichert.» Heimatspiegel

«Eindrücklich ist Senns Sprachkraft. Vom einfachen Bericht über Begebenheiten des Alltags oder die Reise nach Zürich, über die Schilderung seiner vom Oberländer Pietismus beeinflussen religiösen Initiation und des innigen Verhältnisses zum älteren Bruder Jakob (= Heinrich), bis zu ironischen und sarkastischen Charakterisierungen skurriler Persönlichkeiten verfügt er über zahlreiche Register und vermeidet es sorgsam, seine eigene Person in ein allzu helles Licht zu rücken. Wie etliche seiner Zeitgenossen, verwendet Senn gern Dialektausdrücke und –wendungen, doch gelingt es ihm, sie in der Figuren- wie in der Erzählerrede nicht bloss als folkloristisches Kolorit, sondern als Stilmttel einzusetzen. ‹Peters Jakob brachte die erste Nachricht von dieser Novität [Jakob Stutz' erste ‹Gemälde aus dem Volksleben›] zu uns und schalt den Verfasser scherzweise einen ‹Lekkersbub›, der die Leute ‹mordsdings› auszuschänzeln wisse.› – Nicht zuletzt deswegen hat Senns Lebensgeschichte auch nach fast anderthalb Jahrhunderten nichts an Reiz verloren.» Schweizer Monatshefte

«Ein kraftvoller, mit grossem Vergnügen zu lesender Bildungsroman...» Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte

«Was es bedeutet haben mag, in einen nassen und dunklen Webkeller gezwängt zu werden, zu einer Arbeit, bei der man sich wegen des Lärmes kaum unterhalten (...) kann und die von morgens um sechs bis abends um zehn dauert, wird in Senns Schilderungen mehr als anschaulich.» Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte

«Senn hat durchaus einen der bedeutenden Entwicklungsromane des 19. Jahrhunderts verfasst.» Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte
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