Wiener Walzer
Peter Höner

Wiener Walzer

Mord im Euronight 467

210 Seiten, 12 x 20 cm, gebunden mit Schutzumschlag
1. Aufl., September 2003
SFr. 29.80, 29.80 € / eBook sFr. 12.90
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978-3-85791-433-1

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Schlagworte

Krimi
     

«Willkommen zur letzten Fahrt.» In ihrem Schlafabteil des Euronight 467 «Wiener Walzer» sitzt die beliebte Fernsehmoderatorin der Reality-Show «Blick ins Herz» und hält einen Drohbrief in der Hand. Es ist nicht der erste seiner Art, doch jetzt scheint es ernst zu werden. Aber ist da nicht so ein Typ im Zug, der behauptet, Detektiv gewesen zu sein?

Tatsächlich ist Höners Detektiv Mettler aus Afrika zurück. Er sieht sich gezwungen, sein Leben als Privatermittler wieder aufzunehmen. Und schon gerät er in eine komplizierte Geschichte und zwischen zwei Frauen. Die Moderatorin ist so attraktiv wie überdreht, aber wird sie auch verfolgt? Und die Theaterautorin, charmant und scharfzüngig, reist sie wirklich nur zufällig im selben Schlafwagen? Ein paar Tage nach der Premiere ihres neuesten Stücks, in dem sie die Moderatorin so lächerlich gemacht hat? Theater wird doch nicht Reality? Oder doch?

Kaum jemand findet Schlaf im Wagon 302. Ungerührt gleitet der Zug durch die Nacht, Wien entgegen.

Peter Höner
© Anne Buergisser

Peter Höner

Peter Höner, geboren 1947 in Eupen, ­aufgewachsen in Belgien und der Schweiz, Schauspielstudium in Hamburg und Schauspieler u. a. in Basel, Bremen und ­Berlin. Seit 1981 freischaffender Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur, 1986–1990 ­Afrikaaufenthalt. Autor von Theaterstücken, Hörspielen und Büchern.

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«Ich brauche Ihre Hilfe» ...

«Ich brauche Ihre Hilfe», flüsterte sie. «Sie sind Detektiv. – Ich kann es mir gar nicht leisten, Ihnen nicht zu glauben. Ich sterbe vor Angst. – Jemand will mich umbringen.»

Er reagierte überhaupt nicht, schaute ihr in die Augen, zwischen zwei Lidschlägen in den Ausschnitt. Er war auf der Hut.

«Seit Wochen bekomme ich Drohbriefe.»

Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Sie sah es ihm an.

«Heute, heute Nacht, da soll es geschehen ... Sie sind Detektiv, Sie müssen mir helfen.»

Er schaute immer noch, als ob die Antwort auf ihrer Stirn zu lesen wäre. Dieser Blick, dann sagte er endlich:

«Ich glaube kaum, dass ich der richtige Mann bin.»

«Ich bezahle Sie.»

«Das meine ich nicht. Ich habe schon lange keine Lizenz mehr. Selbst wenn ich wollte, darf ich nicht für Sie arbeiten.»

Er schwieg, starrte vor sich auf den Boden, die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Mein Gott, was für ein Arschloch.

Sie stand auf. Wenn sie noch länger in der Hocke kauerte, schliefen ihr die Beine ein. Am liebsten würde sie den Typen wieder rausschmeißen. Gleich würde er den Hund zu sich locken, damit seine Hände eine Beschäftigung fänden.

«Ich bin Ihnen gerne behilflich. So gut ich kann, aber nicht als Detektiv – Ich habe zehn Jahre in Afrika gelebt und weiß nicht, ob ich als Spürnase noch zu gebrauchen bin.»

Er hob den Kopf und grinste, ein verschmitztes und irgendwie verschwörerisches Lächeln, das sie irritierte.

«Doch, doch», sagte sie schnell. «Es ist ja nur für eine Nacht.»

Mist, das war nicht gut. Er schielte auch schon wieder. Sie hätte ihm das alles schon im Speisewagen sagen sollen. Ohne den faden Beigeschmack einer Erotik, als ob sie in einem Lift stecken geblieben wären. Ach was, es kam doch schon gar nicht mehr darauf an.

«Ich habe Angst.»

Er nickte. Der Hund hockte vor ihm und wedelte mit dem Schwanz.
Der Bund
20 minuten, 14. Oktober 2003
Basler Zeitung, 6. Februar 2004
Der Standard, 3. Februar 2004
eurocity, 1/2004
Österreichischer Bibliotheksdienst, Februar 2004
Thurgauer Zeitung, 26. April 2004
Zürcher Oberländer/Anzeiger von Uster
Taxi, Magazin für Soziales und Kultur, Nr. 18


«Ein perfekt gemachter Krimi. Wer die Zeit mit einem unterhaltsamen, gut ausgeheckten Krimi totschlagen will, ist mit Peter Höners neuem Roman bestens bedient. Der Mechanismus stimmt, die Spannung steigt kontinuierlich, und die Handlung bleibt glaubwürdig.» Der Bund

«Ein sehr origineller, anspielungsreicher Krimi mit ein paar wirklich überraschenden Wendungen.» 20 minuten

«Nachdem Peter Höner in den bisherigen drei Mettler-Krimis seinen Protagonisten in Kenia ermitteln ließ, schickt er ihn nun auf Spurensuche zwischen Schlaf- und Speisewagen, wo es freilich nicht weniger wild zugeht. Geschickt hält der Autor den Nervenkitzel aufrecht, der durch das Wissen um die drohende Mordgefahr entsteht, und spart dabei nicht mit schriller Situationskomik.
Spätestens seit Agatha Christies Klassiker Mord im Orientexpress, auf den Höner auch ironisch Bezug nimmt, gilt Krimifreunden ein Zug als für besonders exquisite Spannung sorgender Tatort. Wie kurzweilig eine Bahnfahrt sein kann, lässt sich mit Wiener Walzer als leichte Reiselektüre im Gepäck gefahrlos eruieren.» Amazon.at-Redaktion

«Der Mord im Orientexpress erlebt eine Neuauflage. Jetzt heisst er Euronight und fährt von Zürich nach Wien. Die Mischung der Passagiere ist hochexplosiv. Eine Talk-Plappertante und eine Dramatikerin, die ein böses Stück über ebendieses windige Geschäft der TV-Prostitution geschrieben hat, sind einander nicht grün. Die Talkerin bekommt schon seit geraumer Weile Drohbriefe. Zeit, sich nach einem Beschützer umzuschauen. Sie findet ihn in Gestalt eines versoffenen Exdetektivs, der nach Jahrzehnten in Afrika nach Europa zurückkehrt. Ein amüsantes Spiel mit Fiktion und Realität, wobei der in Wien lebende Autor Peter Höner in seinem Wiener Walzer ruppige Monologe und recht kreative, gegen den Strich gebürstete Charaktere bevorzugt: ausbaufähig!» Der Standard, Wien

«Amüsanter Thriller der literarischen Art.» eurocity 1/2004

«Wenn man diesen Krimi liest, hat man schon von Anfang an unweigerlich Agatha Christies ‹Mord im Orientexpress› vor Augen, und das nicht grundlos, denn das große Vorbild spielt bei Höner auch eine tragende Rolle. Über den Verlauf der Geschichte wird jeder sehr überrascht sein! Ein spannend-humorvoller Lesegenuss! Sehr zu empfehlen!» Österreichischer Bibliothekswerk

«Peter Höner ist ein humorvoller Schreiber, der mit seinen Szenen das Publikum im Bodmanhaus immer wieder zum Lachen brachte. Schon wie die beiden Hauptfiguren sich gegenseitig sehen und wie sie aneinander vorbeidenken, ist höchst amüsant.» Thurgauer Zeitung

«Detektiv Mettler ist nach zehn Jahren aus Afrika zurück. Auf dem Weg zu seinem Sohn nach Wien sucht er eigentlich nur Ruhe, muss sich aber mit einer eingebildeten Moderatorin rumschlagen, die Drohbriefe erhält und glaubt, jede Minute ermordet zu werden. Höner schildert Reise und Geschehnisse raffiniert aus den Perspektiven dieser beiden Hauptpersonen. Und schafft es, selbst den Krimi-gewohntesten Leser zum Schluss mit gleich zwei unerwarteten Wendungen zu verblüffen. Ein Krimi-Kleinod.» Basler Zeitung
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