Lisas Lächeln
Anne Cuneo

Lisas Lächeln

Marie Machiavellis dritter Fall

Übersetzt von Erich Liebi

290 Seiten, 12 x 20 cm, gebunden mit Schutzumschlag
1. Aufl., September 2003
SFr. 36.–, 36.– €
vergriffen
Originalausgabe: «Le Sourire de Lisa», Bernard Campiche Editeur, 2001
978-3-85791-422-5

Schlagworte

Krimi
     

Ist es möglich, dass ein neunjähriger Junge getötet hat und sich in keiner Weise mehr daran erinnern kann? Ja, sagen die Richter und die Anwälte und die Familie des Knaben. Ja, sagt auch die Familie der getöteten Lisa May, der eine grosse Karriere als Tänzerin vorausgesagt worden war.

Zwanzig Jahre später wendet sich Yves, der angebliche Täter, an Marie Machiavelli mit der Bitte, den Fall neu aufzurollen. Nur wenn die Wahrheit ans Licht kommt, kann er sein verlorenes Selbstbewusstsein zurückgewinnen und eine Perspektive für sein Leben sehen. Die Detektivin lacht ihn erst mal aus, denn wie nur soll sie nach so vielen Jahren eine Untersuchung durchführen können? Mit Hilfe der treuen Sekretärin Sophie und des Inspektors Leon macht sie sich trotzdem an die Arbeit …

«Anne Cuneo hat mit leichter Hand in Marie eine Schweizer Kriminalistin geschaffen, die als grosse Sympathieträgerin ihre Fälle locker, spritzig, jedoch sehr effizient über die Bühne bringt.» Tagesspiegel, Berlin

Anne Cuneo
© Olivia Heussler

Anne Cuneo

Anne Cuneo (1936–2015), geboren in Paris kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Kind italienischer Eltern. Ihre Familie verlässt Frankreich 1940. Kindheit in Norditalien. Nach dem Tod ihres Vaters in den letzten Kriegstagen, lebt sie mehrere Jahre in katholischen Waisenheimen und Internaten in Italien und später in Lausanne in der Schweiz, wo sie die französische Sprache lernen und sich in die neue Umgebung einleben muss. Nach dieser schwierigen Zeit verbringt sie ein Jahr in England, in Plymouth und London, und entdeckt die angelsächsische Kultur. Sehr viel später schöpft sie aus der Erinnerung an diesen wichtigen Lebensabschnitt für ihren Roman «Station Victoria» (1989). Zurück in Lausanne arbeitet sie zunächst als Telefonistin und Sekretärin, studiert anschliessend an der Universität Lausanne Geschichte, Englisch und Italienisch, arbeitet in der Werbung, unterrichtet Sprachen und reist quer durch Europa.

Sie beschäftigte sich mit nahezu allen Möglichkeiten der Literatur, mit Journalismus und Übersetzungen. Ihr Werk, sehr oft autobiographisch, ist geprägt von der Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen. Sie bewunderte Breton, den Surrealismus, die Tradition der grossen amerikanischen Romane, und hat versucht all ihre Vorlieben in ihr Werk einzubringen. Beispiele für ihre ästhetischen Neigungen werden sichtbar in «Gravé au Diamant», «Mortelle  Maladie», «Passage des Panoramas», «Hotel Venus». In «La Vermine» ist sie Fürsprecherin für Menschen, die am Rande leben, und mit ihrer Autobiographie «Portrait der Autorin als gewöhnlicher Frau» führt sie die Welt der Emigranten in die schweizer Literatur ein. Sie schildert den Einbruch einer Krankheit in «Eine Messerspitze Blau», nachdem sie eine schwere Krebserkrankung überwunden hatte. Als Essayistin zeichnete sie die Welt des Theaters und des Films, der sie sich verbunden fühlte: «Le Piano du Pauvre», «La Machine fantaisie», «Le Monde des Forains», «Benno Besson et Hamlet».

Nachdem sie während mehrerer Jahre vor allem für Theaterproduktionen gearbeitet und eigene und fremde Theaterstücke inszeniert und produziert hatte, beschäftigte sie sich später wiederum mit Literatur. Dabei stand ihre Biographie nicht mehr im Mittelpunkt des Schreibens. Sie fügte allerdings hinzu: «Ich empfinde, das, was ich erzähle immer noch als autobiographisch, allerdings vertieft und stärker verarbeitet, möglicherweise auch weniger anekdotisch geschildert.»

Ihre Hauptfiguren, mit denen sie sich zutiefst verbunden fühlte, drücken sich immer in der Ich-Form aus, zum Beispiel Francis Tregian in ihrem letzten Roman «Der Lauf des Flusses». Durch Francis Tregian erleben wir das Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts, die gekrönten Häupter, die Wirren und Kriege, die Künstler und die einfachen Menschen, aber auch die Ursprünge unserer Kultur.

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Erich Liebi

Erich Liebi

1944 im Aargau als Kleinbauernsohn geboren. Berufslehre Gemeindeverwaltung, Gemeindeschreiber. Wechsel in den Journalismus: «Badener Tagblatt», Tagesschau des Schweizer Fernsehens. Freiberufliche Tätigkeiten für Film, Theater, Übersetzungen. Reiseleitung in China. Chefredaktor einer Fachzeitschrift für Kommunikation. Seit 1996 freiberuflicher Autor, Publizist und Übersetzer. Lebt seit dreissig Jahren in Zürich.

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Facts 43/2003
Basler Zeitung, 6. Februar 2004
Bücherschau 1/2000
Krampfader, Kasseler Frauenzeitschrift, 1/2004
freundin 10/2004

«Anne Cuneo hat mit «Lisas Lächeln» einen kurzweiligen Krimi verfasst. Der Plot kommt zügig voran, nicht zuletzt dank der geradlinigen Art von Marie Machiavelli. Die hartnäckige Ermittlerin gibt mal die Wadenbeisserin, mal die Seelsorgerin. Immer aber löst sie ihre Fälle schneidig – mit Hilfe der treuen Sekretärin Sophie und dem schrulligen Inspektor Léon.» Facts

«Anne Cuneos Buch «Lisas Lächeln» hätten die SBB subventionieren sollen. Denn Maria Machiavelli, die unerschrockene Detektivin, die hier ihren dritten Fall löst, verbringt einen Grossteil der Geschichte in der Bahn, beim Pendeln zwischen ihrem Wohnort Lausanne und Solothurn, Yverdon und Basel, wo die Geschichte im bezaubernden Setting der Herbstmesse auf dem Riesenrad ihren Anfang nimmt.
Ein Freund trägt der Detektivin auf, einen zwanzig Jahre alten Mord aufzuklären. Der Beschuldigte, ein damals neunjähriger Junge, soll endlich entlastet seiner Zukunft ins Gesicht blicken können. Der Westschweizer Autorin gelingt es, ein wahres Spinnennetz an Verflechtungen auszubreiten und zum Schluss wieder zu einem Strang zusammenzubinden. Die Geschichte um die schöne Lisa May, die zwanzig Jahre zuvor in den malerischen Rebbergen am Genfersee durch einen Gewehrschuss ihren Tod gefunden hatte, fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile. Echt kriminell.» Basler Zeitung

«Die Kommissarin ist die Heldin dieses Romans und erzählt die Geschichte in einer höchst sympathischen, humorvollen Ichform. ... Es ist aufregend mitzuverfolgen, wie dieser Fall nach zwanzig Jahren wieder ins Rollen kommt und letztendlich aufgeklärt wird. Dabei sticht die Autorin mitten in der schweizerischen gutbürgerlichen Gesellschaft in ein Wespennest und ist plötzlich mit der Tragik von geschlagenen und missbrauchten Frauen und Mädchen konfrontiert. So gesehen ist dieser Roman auch ein sozialkritischer Beitrag im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Eine überaus empfehlenswerte, spannende Lektüre, die noch dazu verlockt, andere Bücher von Anne Cuneo zu lesen.» Bücherschau, Wien

«Ein grandios spannendes Buch, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte.» freundin

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