Nochmal tanzen
Maja Peter

Nochmal tanzen

Roman

176 Seiten, 12 x 19 cm, gebunden mit Schutzumschlag
März 2013
SFr. 29.80, 29.80 € / eBook sFr. 26.–
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978-3-85791-695-3

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Schlagworte

Alter Literatur
     

Alice hat ihre Tanzschule verkauft und sich in Pension geschickt. Sie verbringt ihre Tage mit Haushalt und Kaffeekränzchen und tauscht Mails mit ihrem ehemaligen Tanzpartner, der jetzt in Thailand lebt. Sie sitzt am Küchentisch und zeichnet, während ihr ein unbekannter «Alexander» übers Radio Musikwünsche erfüllt. Soll sie ihn anschreiben? Die Gymnasiastin Fleur steht vor der Berufswahl. Ihre Eltern sind getrennt, Mutter sucht eine neue Arbeit, Vater hat keine Zeit. Da lernt sie im Zug Alice kennen, die zu ihrem ersten Rendezvous mit Alexander fährt. Sie realisieren, dass sie sich guttun, die eine der anderen. Fleurs und Alices Leben beginnen sich langsam zu ändern. Lebendig und subtil zugleich erzählt Maja Peter vom Zusammenspannen zweier Generationen, vom Jungsein und Älterwerden, von Verlassenheit und Sehnsucht und von ganz weltlichen Wundern, für die nicht Heilige sorgen.

Maja Peter

Maja Peter wurde 1969 in Zürich geboren. Nach der Ausbildung zur Tänzerin am Opernhaus Zürich wurde sie Journalistin und arbeitete unter anderem bei der «Weltwoche», der «Sonntagszeitung» und bei der Kulturzeitschrift «Du» als Redaktorin. Mit 31 Jahren studierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste Kulturtheorie und begann, mit literarischen Formen zu experimentieren. Nach dem Studium arbeitete Maja Peter als Dramaturgin für zeitgenössisches Theater und Tanz am Zürcher Theater Neumarkt und in der freien Szene. In dieser Zeit wendete sie sich der Lyrik zu. Mit 37 Jahren wagte sie sich an Prosatexte heran. Dafür hat sie mehrere Auszeichnungen erhalten. «Eine Andere» ist ihr erstes Buch. Sie erhielt dafür 2010 den Studer-Ganz-Preis für das beste unveröffentlichte Prosadébut der Deutschschweiz. Maja Peter lebt in Zürich und Bern.

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Gehört der Po zum Bein ...

Gehört der Po zum Bein oder zum Rumpf? Alice legt den Zeichenstift ab, steht vom Küchentisch auf und stellt sich mit dem Rücken vor den Spiegel im Flur. Sie schafft es nicht, über die Schulter zu schauen. Früher konnte sie das. Sie streckt ein Bein nach hinten und dreht den Kopf so stark sie kann. Die Augen reichen noch immer nicht weit genug, dafür schmerzt der Nacken. Sie hätte es wissen müssen.Am Radio verstummt die Königin der Nacht, ein Dreivierteltakt setzt ein. Walzer gibt Schwung fürs Leben, hatte Alice früher zu ihren Schülerinnen und Schülern gesagt. Sie hebt die Arme, als würde jemand sie umfangen, macht Wiegeschritte. Rechts, links, rechts. Links, rechts, links. Geht das einmal nicht mehr, mag sie nicht mehr leben. Gibt es einen Tanz, der Schwung gibt zum Sterben?

Die Musik schwillt an, Alice schwingt mit. Der Walzer könnte der Wunsch dieses Alexanders sein. Dass er sich ihren Namen gemerkt hat. Wie sagte er noch? «Sie haben letzte Woche für Alice Maag eine Polka gespielt. Die hat mir so gut gefallen, dass ich sie noch einmal hören möchte.»

Ein Mann mit den gleichen Vorlieben. Einer, der sie nicht aus Gefälligkeit ins Konzert begleitet. Nicht wie Fritz, den klassische Musik langweilte. Kaum setzte das Orchester ein, drehte er sich nach den Zuschauerinnen und Zuschauern um, wechselte die Sitzposition, massierte sich die Hände. Alice geht wiegenden Schrittes in die Küche, stellt das Radio lauter. Trotzdem glaubte sie sich glücklich mit Fritz. Es war nicht seine Schuld, dass ihr das nicht genügte. Sie setzt sich, zeichnet der Tangotänzerin einen Rock, der Po und Beine bedeckt.

«Die Hörerin Alice Maag hat sich vor kurzem einen Walzer von Prokofjew gewünscht. Ich hoffe, ihr gefällt auch der aus dem Rosenkavalier.»

Alexander. Sie muss ihn kennenlernen. Sie könnte die Wunschkonzert-Moderatorin bitten, ihm einen Brief weiterzuleiten. Einem Fremden einen Brief schicken. Was soll sie schreiben? Ich habe mir immer einen Mann mit dem gleichen Musikgeschmack gewünscht. Ich bin neugierig, wie Sie aussehen. Oder: Da muss noch etwas kommen? Martin wüsste Rat. Sie sieht auf die Uhr. In Thailand ist es abends um neun, er wird noch wach sein.oder zum Rumpf? Alice legt den Zeichenstift ab, steht vom Küchentisch auf und stellt sich mit dem Rücken vor den Spiegel im Flur. Sie schafft es nicht, über die Schulter zu schauen. Früher konnte sie das. Sie streckt ein Bein nach hinten und dreht den Kopf so stark sie kann. Die Augen reichen noch immer nicht weit genug, dafür schmerzt der Nacken. Sie hätte es wissen müssen.

Am Radio verstummt die Königin der Nacht, ein Dreivierteltakt setzt ein. Walzer gibt Schwung fürs Leben, hatte Alice früher zu ihren Schülerinnen und Schülern gesagt. Sie hebt die Arme, als würde jemand sie umfangen, macht Wiegeschritte. Rechts, links, rechts. Links, rechts, links. Geht das einmal nicht mehr, mag sie nicht mehr leben. Gibt es einen Tanz, der Schwung gibt zum Sterben?

Die Musik schwillt an, Alice schwingt mit. Der Walzer könnte der Wunsch dieses Alexanders sein. Dass er sich ihren Namen gemerkt hat. Wie sagte er noch? «Sie haben letzte Woche für Alice Maag eine Polka gespielt. Die hat mir so gut gefallen, dass ich sie noch einmal hören möchte.»

Ein Mann mit den gleichen Vorlieben. Einer, der sie nicht aus Gefälligkeit ins Konzert begleitet. Nicht wie Fritz, den klassische Musik langweilte. Kaum setzte das Orchester ein, drehte er sich nach den Zuschauerinnen und Zuschauern um, wechselte die Sitzposition, massierte sich die Hände. Alice geht wiegenden Schrittes in die Küche, stellt das Radio lauter. Trotzdem glaubte sie sich glücklich mit Fritz. Es war nicht seine Schuld, dass ihr das nicht genügte. Sie setzt sich, zeichnet der Tangotänzerin einen Rock, der Po und Beine bedeckt.

«Die Hörerin Alice Maag hat sich vor kurzem einen Walzer von Prokofjew gewünscht. Ich hoffe, ihr gefällt auch der aus dem Rosenkavalier.»

Alexander. Sie muss ihn kennenlernen. Sie könnte die Wunschkonzert-Moderatorin bitten, ihm einen Brief weiterzuleiten. Einem Fremden einen Brief schicken. Was soll sie schreiben? Ich habe mir immer einen Mann mit dem gleichen Musikgeschmack gewünscht. Ich bin neugierig, wie Sie aussehen. Oder: Da muss noch etwas kommen? Martin wüsste Rat. Sie sieht auf die Uhr. In Thailand ist es abends um neun, er wird noch wach sein.

viceversa letteratura.ch, April 2013
SRF 3 Buchtipp, 11. April 2013
Heinrich Boxler, April 2013
Neue Zürcher Zeitung, 20. April 2013
SonntagsZeitung, 21. April 2013
WOZ Literatur, 2. Mai 2013
jetzt.de, Süddeutsche Zeitung, 6. Mai 2013
Tagblatt der Stadt Zürich, 8. Mai 2013
ekz Informationsdienste, Mai 2013
Literaturkurier vom 30. Mai 2013
gedankenspinner.de, August 2013
Buchmagazin.ch, 1. August 2013
Tages-Anzeiger, 14. August 2013
regio.ch, 19. September 2013
Schweiz am Sonntag, 06. Oktober 2013
St. Galler Tagblatt, 30. November 2013
Glattaler, 24. Januar 2014


«Ein kleiner, sehr schöner Kurzroman über die Freundschaft zwischen einer Schülerin und einer alten Tänzerin.» Süddeutsche Zeitung

«Mit sicherer Hand führt Maja Peter durch die Szenen dieses Romans, prallvoll mit Leben, nüchtern im Ton.» Neue Zürcher Zeitung

«Es ist die Selbstverständlichkeit, die diesen Text so gut macht. Maja Peter tastet nicht, sondern führt mit sicherer Schreibe durch das Buch und wagt sich an ein Thema, das in den letzen Jahren in den Medien überstrapaziert wurde: Liebe im Alter. Kitsch und Klischee umschifft sie dank ihrer Hauptfigur Alice, einer klugen und sensiblen Seniorin, die mit sich und der Welt im Reinen ist und zwar insofern, als dass sie fähig ist, ihre Probleme anzugehen.» SRF 3

«Ein ermutigendes Buch! Auf faszinierende, ruhige Weise zeigt Maja Peter in realistischer Weise auf, wozu ältere Menschen, die sich nicht verkriechen, fähig sind.» Heinrich Boxler

«Ein feiner Text gegen Kälte und Desillusionierung.» WochenZeitung

«Mit ihrem zweiten Roman ‹Nochmal tanzen› ist es ihr wiederum gelungen, eine intensive Geschichte zu erzählen, die bleibenden Eindruck hinterlässt. Weil sie mit wundersam altmodischer Ernsthaftigkeit die Unruhen des Lebens so unaufgeregt wie kraftvoll beschreibt.» Tagblatt der Stadt Zürich

«Ein grossartiges Buch mit aktuellem Realitätsbezug, dem viele Leser zu wünschen sind.» Deutsche Bibliotheksdienste ekz

«Ein wunderbares Buch über Jung und Alt - und über die Sehnsüchte, die alle Generationengrenzen überschreitet.» Literaturkurier/FAZ Literaturkalender

« ‹Nochmals tanzen› ist ein Plädoyer für eine Liebesbeziehung unter älteren Menschen und für ein Miteinander von Jung und AltAngehörige unterschiedlicher Generationen können voneinander lernen, sich ergänzen und sich gemeinsam für eine Sache stark machen. Maja Peter hat in ihrem Roman ein Beispiel gegeben, das für beide Seiten ein Gewinn sein kann und dem es sich zu folgen lohnt.» gedankenspinner.de

«Leichtfüssig kommt Maja Peters zweiter Roman «Nochmals tanzen» daher. Die Handlung zeigt trotzdem große Tiefe. Ein bezauberndes Buch.» Glattaler
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