Know-how am Kilimandscharo
Isolde Schaad

Know-how am Kilimandscharo

Verkehrsformen und Stammesverhalten von Schweizern

228 Seiten, 14 x 21 cm, Broschur
Januar 1984
SFr. 28.–, 28.– €
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978-3-85791-086-9

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Literatur
     
Zwanzig Jahre nach der formalpolitischen Unabhängigkeit von Kenya und Tansania sind dort die Eckpfeiler des Kolonialsystems, der Missionar, der Kolonialbeamte und der Siedler, abmontiert und ersetzt von jungen effizienten Kadern aus den Industrieländern, welche die vordem klaren Herrschaftsverhältnisse mit einem fortschrittlichen Wind verblasen. Das Gesicht der Macht ist immer noch weiss, nicht mehr von jener vornehmen Blässe der angelsächsischen Kolonialgesellschaft, sondern von internationalem Fitness-Braun. Innerhalb der kleinen Tranchen von Menschlichkeit, die der Norden dem Süden schenkt, verflüchtigt sich der Begriff hinter dem Horizont einer scheinbar aufgeklärten demokratischen Beziehung der Kulturen. Die Inhaber der Macht sind selber viel freundlicher als die Macht, die sie inhaben, sodass man die Macht selber gar nicht mehr sieht. Das Buch beschreibt und interpretiert die Verkehrsformen zwischen Schweizern und ihren schwarzen Partnern. In dem gutartigen, manchmal bornierten Grad von Unbewusstheit, entpuppt sich das, was es unter den Stichworten «Knowhowtransfer» und «Entwicklung» gut meint mit Afrika, als ein kulturelles Missverständis.

Isolde Schaad

Isolde Schaad, geboren 1944 in Schaffhausen, lebt seit 1967 in Zürich und gehört zu den namhaften Schweizer Autorinnen der 68er Generation. Ihre Spezialität ist die kritische Gesellschaftsbetrachtung, die sie mit Scharfsinn, Humor und hohem sprachlichen Können der nahen und fernen Umgebung widmet. Schon ihre Buchtitel zeugen davon: «Knowhow am Kilimandscharo», erschien 1984 und wurde vom heissen Eisen zum Ethnoklassiker. 1986 folgte die «Zürcher Constipation», 1989 «KüsschenTschüss», die beide zu helvetischen Bestsellern wurden. Es folgten «Body & Sofa», die Erzählungen aus der Kaufkraftklasse, 1994, «Mein Text so blau» 1997 (Buch des Jahres der Schweizer Schillerstiftung), der Roma «Keiner wars» 2001, sowie die Porträtsammlung «Vom Einen., Literatur und Geschlecht», 2004. Der Roman «Robinson und Julia», 2010, an Erzählkraft und literarischer Phantasie ein Höhepunkt in ihrem Schaffen, erfuhr ein beeindruckendes Presseecho und grosse Anerkennung von Leserschaft und Kennern von Schaads Werk. Auch hat die Autorin als Künstlerstochter von jeher der bildenden Kunst ihre Reverenz erwiesen; anrührend gehaltvoll geschah dies in der zusammen mit K. Unger und T. Grütter verfassten, 1980 erschienenen Monografie «Kunstmaler Werner Schaad (1905–1979)», eine Arbeit, die der Kunstgeschichte der Schweiz und des süddeutschen Raumes eine neue, soziologische Dimension erschloss.

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«Schreibt pointiert, polemisch, oft sarkastisch - aber ohne Häme. Mit Witz und Brillanz erzählt die Autorin ihre Geschichten, mit unbestechlichem Blick und begrifflicher Trennschärfe analysiert sie umfassend das Verhalten der Helfer, vom selbsternannten Wohltäter bis zum Entwicklungshilfeprofil, deren sprachlichen so gut wie kulinarischen Gepflogenheiten.» Neue Zürcher Zeitung

»Ein Lesevergnügen oder ein Ärgernis, je nachdem, für Entwicklungshelfer, Ethnologinnen, Afrikareisende, ein Minderheitenbuch also. Aber es ist gleichzeitig eines der seltenen Bücher, die ein eher nach trockener wissenschaftlicher Abhandlung riechendes Thema mit sprachlichem Witz und formaler Phantasie behandeln und sich kaum um die sonst allenthalben verordnete Ausgewogenheit kümmern.« Tages-Anzeiger

«Endlich ein paar lustvolle Bissen in der literarischen Betroffenheitswüste... Endlich was zum Beissen im breit und behäbig dahinfliessenden Brei anwaltschaftlichen Bücherwirkens... Endlich Freude am Lesen und eine Welt, die uns wirklich alle angeht: die Welt der edlen Waren. Denn Logo, Label und Styling erst machen den elenden Verbraucher zum Menschen, verleihen ihm Charakter und Profil.» Die Weltwoche, Zürich

«Hoch hinaus schwappt der Zeitgeist. Was Leben war, wird Lifestyle. Was Stil war, wird Mode – Welle für Welle rauscht sie übers Land. Ganz oben auf segelt Isolde Schaad in ihrem Beobachtungsboot. Sie peilt mit Hilfe der Kritischen Theorie auf die unseligen Wohlstandsinseln der High-Consumer.» Basler Zeitung

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