Fabio Pusterla

Bocksten

Gedichte Italienisch und Deutsch

Übersetzt von Jacqueline Aerne

Mit einem Vorwort von Andreas Isenschmid und einem Nachwort von
Jacqueline Aerne

Der Tipp von Barbara Villiger-Heilig im Literaturclub SF vom 5. April


2010, 168 Seiten, gebunden

sFr. 38.00,  € 28.50

ISBN 978-3-85791-612-0

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Kurze Inhaltsangabe

Protagonist der Gedichtsammlung ist ein Mann, der «Bockstenmannen», der 1936, sechshundert Jahre nach seinem Tod, in einem schwedischen Torfmoor gefunden wurde. Drei Pfähle in seiner Brust deuten auf eine rituelle Tötung hin.

Mit dieser Gestalt nimmt Pusterla eine verdrängte und vergrabene Vergangenheit auf und setzt sich dem unsicheren Boden der Dunkelheit aus.

Ort des Dialogs mit dem Toten ist ein Sumpfgebiet in der Nähe des Meeres, dort, wo sich die Grenzen zwischen Wasser und Land auflösen. Aufgerufen werden Bilder einer prähistorischen Welt, als würde sich die Dichtung aus geologischem Material konstituieren. Die Aufmerksamkeit gilt dem Erdboden, dem Mineralischen: den Sedimenten der Geschichte, der Natur als Deponie der Geschichte. Dennoch findet die Dichtung Pusterlas ihre Sinnbilder im Alltagsleben, in den Dingen ohne Geschichte, im Versuch, Vergessenes und Abwesendes zu restituieren.

Eine radikale, schonungslose, menschliche Poesie.

Gedicht

Sono il catrame, le materie oleose,
sono l’acido acetico in potenza.
Sono torba, una terra rinsecchita,
un passato nerastro da infiammare.
Sono l’onda salmastra solamente
movimento minuscolo del mare.
Ich bin der Teer, das Erdpech,
ich bin die Essigsäure in Potenz.
Ich bin Torf, verdorrter Boden,
abbrennbare schwarze Vergangenheit.
Ich bin nur die Salzwelle,
eine winzige Bewegung des Meeres.

Pressestimmen / Rezensionen

Link DRS 2, Passage 2, 10. Dezember 2010
Link Neue Zuger Zeitung, 17. Feb. 2011
Link Mittellandzeitung, 11. Feb. 2011
Link Der Landbote, 3. Feb. 2011
Link Zürichsee-Zeitung, 3. Feb. 2011
Link Schweizer Fernsehen, Literaturclub, 5. April 2011, Buchtipp von Barbara Villiger-Heilig
Link Neue Zürcher Zeitung, 27. Oktober 2011
«Der Bocksten-Mann ist Schimäre und zugleich Mensch: ermordet vor Jahrhunderten und im Moor für die Erinnerung konserviert. Seine Welt ist die Erde, eine real spürbare Topografie also, die nur sporadisch von verirrten Lichtern erhellt wird. Mit ihrer biegsamen, klaren Diktion bringt Pusterlas Lyrik diese elementare Unterwelt poetisch zum Leuchten.» Mittelland-Zeitung

«Syntaktisch fein gewoben, sind die Texte von bezwingender Klarheit, bergen auf semantischer Ebene, den oft beschworenen Gesteinsformationen ähnlich, eine grosse Dichte. Wer innehält, entwickelt ein Auge und ein Ohr für behutsame Schwingungen.» NZZ

 

 

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