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Fabio Pusterla Bocksten Gedichte Italienisch und Deutsch Übersetzt von Jacqueline Aerne Mit einem Vorwort von Andreas Isenschmid und einem Nachwort von Der Tipp von Barbara Villiger-Heilig im Literaturclub SF vom 5. April
sFr. 38.00, € 28.50 ISBN 978-3-85791-612-0 |
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| Protagonist der
Gedichtsammlung ist ein Mann, der «Bockstenmannen», der 1936, sechshundert
Jahre nach seinem Tod, in einem schwedischen Torfmoor gefunden wurde. Drei
Pfähle in seiner Brust deuten auf eine rituelle Tötung hin.
Mit dieser Gestalt nimmt Pusterla eine verdrängte und vergrabene Vergangenheit auf und setzt sich dem unsicheren Boden der Dunkelheit aus. Ort des Dialogs mit dem Toten ist ein Sumpfgebiet in der Nähe des Meeres, dort, wo sich die Grenzen zwischen Wasser und Land auflösen. Aufgerufen werden Bilder einer prähistorischen Welt, als würde sich die Dichtung aus geologischem Material konstituieren. Die Aufmerksamkeit gilt dem Erdboden, dem Mineralischen: den Sedimenten der Geschichte, der Natur als Deponie der Geschichte. Dennoch findet die Dichtung Pusterlas ihre Sinnbilder im Alltagsleben, in den Dingen ohne Geschichte, im Versuch, Vergessenes und Abwesendes zu restituieren. Eine radikale, schonungslose, menschliche Poesie. |
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| Sono il catrame, le
materie oleose, sono l’acido acetico in potenza. Sono torba, una terra rinsecchita, un passato nerastro da infiammare. Sono l’onda salmastra solamente movimento minuscolo del mare. |
Ich bin der Teer, das
Erdpech, ich bin die Essigsäure in Potenz. Ich bin Torf, verdorrter Boden, abbrennbare schwarze Vergangenheit. Ich bin nur die Salzwelle, eine winzige Bewegung des Meeres. |
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| «Der Bocksten-Mann ist
Schimäre und zugleich Mensch: ermordet vor Jahrhunderten und im Moor für die
Erinnerung konserviert. Seine Welt ist die Erde, eine real spürbare
Topografie also, die nur sporadisch von verirrten Lichtern erhellt wird. Mit
ihrer biegsamen, klaren Diktion bringt Pusterlas Lyrik diese elementare
Unterwelt poetisch zum Leuchten.» Mittelland-Zeitung «Syntaktisch fein gewoben, sind die Texte von bezwingender Klarheit, bergen auf semantischer Ebene, den oft beschworenen Gesteinsformationen ähnlich, eine grosse Dichte. Wer innehält, entwickelt ein Auge und ein Ohr für behutsame Schwingungen.» NZZ |
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