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Isolde Schaad Robinson und Julia … und kein Liebestod Roman 364 Seiten, gebunden ISBN 978-3-85791-600-7 |
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Als es noch Mann und Frau gab Sind wir denn die, für die man uns hält? Nur noch verbrauchte Ideengestalten? Fragt Eva am Frauenabend. Und Julia sagt leider und reckt sich. Es ist also höchste Zeit aufzu brechen. Auch Bonnie, als Gangsterbraut erschöpft, möchte endlich selbst bestimmt arbeiten. Und was tun die Männer in diesem erotischen Entwicklungsroman, der Theorie und Praxis in heißer Hin gabe verquickt? Sie heißen Jean-Paul und Bauer Josef Clever, sind Denker und Banker und fallen aus ihren Führerkabinen weich oder hart. Isolde Schaad erzählt in einem sprachmächtigen Sog, wie die Heldinnen von einst zu Berufsfrauen von heute werden. Mit hinreißender Komik und unverfrorener Lust an der Erotik wird geschildert, wie aus der Urmutter aller Frauengeschichte eine Eva Müller wird, ja, Müller, überzeugend und einmalig wie alle. Als Restauratorin, Videokünstlerin und Modell von Lukas Cranach, dem Schönheitsspezialisten der Stunde, der sie diskret liftet und streckt. «… blitzgescheit und wunderbar poetisch.» Buchjournal |
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Personen Eva die erste, Gastgeberin, Kundschafterin, nachmals Müller Eva, Restauratorin, Videokünstlerin
Julia Kapulett Studentin der Biochemie, später Forschungsassistentin der Firma Wassman Viscose Worldtrade
Bonifatia Elizabeth Parker genannt Bonnie, Callgirl im Bundeshaußervice, arbeitet unter dem Decknamen Brigitte Orbit
Simone de Beauvoir Philosophin, Pionierin der autonomen Frauenbewegung
Adam erster Mann und Langzeitgefährte von Eva, nachmals Müller Adam, Möbeldesigner, Werkbundmitglied, Gewerkschaftsvorstand
Jean-Paul Sartre bedeutender Denker und politischer Kopf seiner Zeit
Derek Surrey Winston Robinson Umweltprofessor in Berkeley, Cal., UNO-Beauftragter für Regenwaldschutz
Bauer Josef Clever Investmentbanker, Ex-Chef der Deutschen Bank
Carla Lou Salomé Fonté genannt Claps, Wohngenossin, Entwicklungshelferin in Chiapas, Mexico
Ferner wichtige Statisten und Handlungsbefugte wie Lukas Cranach der Ältere, bedeutender deutscher Maler der Reformationszeit; Kuni, seine Jüngste; Vernon Friday, Tour-Operator; Eugenia Emilie Kapulett von Herdenberg von Röhrenschneid; Sheila aus Beirut, Untermieterin; Judith Butler, Genderspezialistin; Salman Rushdie, Schriftsteller und a.m. |
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Inhalt 1 (erstes Buch) Eva
Erstens • Zweitens • Drittens
2 (zweites Buch) Julia und Josef Erstens • Zweitens Julia und Robinson Erstens • Zweitens • Drittens Adam und Eva und Erstens • Zweitens • Drittens Eva und Claps Erstens • Zweitens • Drittens • Viertens Claps, Sheila, Eva, Claps, Eva, Claps, Sheila … Erstens • Zweitens • Drittens Eva Claps Eva und Adam Claps und Adam Adam und Claps Claps und Adam … … und Eva … und Adam … und Claps Eva. Adam. Claps. Erstens • Zweitens • Drittens • Viertens • Fünftens Claps
3 (drittes Buch) Eva Müller und Adam Meier Lukas C. und Albrecht D. Eva und Kuni Eva und Josef Bonnie & Clyde
4 ( viertes Buch) Bauer Josef Clever Julia ohne Josef … … und ohne Robinson Josef Bauer und Eva Müller Erstens • Zweitens • Drittens • Viertens Johnny und Bonnie
5 (fünftes Buch) Claps und Adam und Eva Erstens • Zweitens • Drittens • Viertens Eva und Beauvoir Eva und der Mann von drüben Eva von Rodenfeld Henkel Erstens • Zweitens • Drittens Carla Lou Salomé Fonté Erstens • Zweitens • Drittens Eva, die erste Erstens • Zweitens • Drittens Eva und Derek Eva und die anderen Eva, die Muse |
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– Ich muss fort –, sagte sie, als wir uns gegen Abend zufällig trafen. Zufällig? Ich wusste es besser. Der knappe Satz blieb haften und hallte nach wie jährlich die Streetparade. Aber anders als das Technobumbum, das unsere Stadt im August heimsucht, enthielt er mehr als die Botschaft Wir-sind-wieder- da. Erst dachte ich, das sagt sie, weil sie zum Bleiben aufgefordert werden will, aber Julia war keine, die Komplimente heischte. Vielleicht kam alles anders als geplant, weil sich in jenem Jahr alles zur Unzeit ereignete. Das Wetter spielte verrückt, wie man zu sagen pflegt, obschon ich diese Redensart für fahrlässig halte, für das Klein- und Hübschreden des Klimaschocks, der uns eines Tages aus dem Planeten kippen wird. –– Schleunigst verschwinden.– Ingrimm, nicht getarnte Selbstbehauptung sprach aus ihr an jenem Abend, der alles auslöste, als wir uns vor der Apotheke begegneten. Ich las eben die Notfalldienstzeiten von der Eingangstür ab, als sie herauskam, und ich bemerkte, dass sie von meinem Auftauchen irritiert war. Sie schien zu fürchten, ich hätte den Schriftzug auf der Packung gelesen, die sie eben in ihrer Handtasche verschwinden ließ. – Mein Asthma ist wieder akut –, murmelte sie, als hätte ich eine Erklärung verlangt. Es war Samstagabend, sieben Uhr, ich erinnere mich genau, weil die Kirchenglocken heftig über uns herzufallen begannen und ein schweres Gottesgeschütz auf uns eindrosch, sodass wir einen Schritt zurücktraten, um uns zögernd ins Gesicht zu blicken. Und was war in diesen hochgemuten Zügen eingraviert? Männer, wilde Tiere, die ihr die Flammen eurer schnöden Wut im Purpurquell aus euren Adern löscht, stand unsichtbar über ihren Augenbrauen, und ich ergänzte bei mir: Denn Schönheit, die der Lust sich streng enthält, bringt um ihr Erb die ungeborene Welt. Ich sah jedoch davon ab, mich als Insiderin ihres berüchtigten Dramas anzubiedern, sintemal davon nur ein Verfasser von zweifelhafter Identität existiert, der Julia seit fünfhundert Jahren mit Schmach belädt. Sind wir denn die, für die man uns hält? Ich näherte mich beklommen, denn der Abstand zwischen uns war im Freien weit größer als am Frauenabend, wo man die Personalien und deren Rüstzeug an der Garderobe abgab. Ich war als Eva, die erste, zur Gastgeberin erkoren worden und war entschlossen, lediglich Vornamen zu bewirten, die mir ebenbürtig schienen, selbst wenn sie zu Berühmtheiten unterschiedlicher Qualität gehörten; nun erforderte gerade Julia schwesterlichen Beistand, weil sie als elendiglich missbrauchte Ideengestalt zu uns kam. Jetzt geht sie mit Rückgrat, dachte ich, dank unserer Arbeit an ihrem höchstpersönlichen Update. Wie geblendet stand ich da und wartete, bis man sein eigen Wort wieder verstand. Nun erhob sich ihre Stimme. – Ich muss dir etwas zeigen. – Ich zauderte, denn ich misstraute ihrem Interesse an mir als Person. – In meinem Garten droben in Fluntern geschieht etwas Erstaunliches, komm mit – |
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«Isolde Schaad hat Witz und Biss beim Schreiben, einen gnadenlosen Blick und eine scharfe Zunge. Die Autorin verfolgt das Schicksal ihrer Geschlechtsgenossinnen mit einer Mischung aus Empathie und analytisch-selbstironischer Distanz.» Tages-Anzeiger «Doch Isolde Schaads intensiver Text geht über die originelle Gesellschaftskritik mit dem deprimierenden Fazit hinaus, dass der Geschlechterkrieg nicht auszurotten und die Frauen ewige Verliererinnen sind. Das sperrige, brillante Figurenskizzenkabinett einer eckigen und kantigen Autorin, deren göttliches Werkzeug eine im deutschsprachigen Raum einzigartige Sprache mit einmaligem Tonfall ist, mündet in eine totale Hingabe zum Leben, eine Robinsonade für die Julia von morgen.» WochenZeitung WoZ «Entstanden ist ein vielschichtiges und vielstimmiges Buch, das anhaltenden Lesegenuss bereitet: Erheiternd, dem ironisch-lakonischen Blick der Autorin auf die Gesellschaft und deren Moral zu folgen, ganz schön schräg die zuweilen gedanklichen Abwege und sonstigen Umwege der drei neu erschaffenen Heldinnen. Und was die Frauenfiguren darüber hinaus auszeichnet: Sie sind allesamt ausgestattet mit klugem Kopf, sinnlich und humorvoll und – ganz dem (erotischen) Leben ergeben.» Programmzeitung «Es ist anspielungsreiche, gehobene Unterhaltungsliteratur, die eine oft vergnügliche und erotische Tour d’horizon durch die Kulturgeschichte bietet.» Schaffhauser Nachrichten «Der Text ist ein einfallsreiches Spiel mit Sprache und Figuren und ein blitzgescheites und witziges Plädoyer für die Erotik und das weibliche Selbstbewusstsein. Schaad schreibt Sätze, die man sich gern ins Merkbuch notiert.» 20Minuten «Fröhliche Dekonstruktion und spielerische Selbstironie, ‹Robinson und Julia› sprüht vor Einfällen. Die Zeiten wirbeln wild durcheinander, erfundene Figuren begegnen ‹realen› Personen, und kein Säulenheiliger des Intellekts und keine Ikone des Feminismus ist vor dem beissenden Spott der Autorin sicher. Dieses Logbuch eines munteren Liebesreigens schert sich um keine Konvention.» Neue Zürcher Zeitung «Schaads Buch ist verwirrend respektlos und anbetend zugleich, witzig, schnell, scharf. Es trägt die Handschrift einer belesenen, vielgereisten, klugen, erosbereiten Feministin. Immer wieder gelingt ihr im Reigen der frech-bösen Kolumnenaufschwünge und Kolportagen der kluge Aphorismus und der frische Blick oder die überraschende Synästesie, wenn das Wort ‹liiert› einen Geschmack hat von ‹verdorbener Mayonnaise› oder eine Frau sich im schwülen Bett fühlt wie ‹überlaufende Milch›.» NZZ am Sonntag «Isolde Schaad, begabt mit dem hyperrealen und schonungslosen Blick einer Reporterin, gelingt bestes Milieukolorit zwischen der Zürcher Sprüngli-Welt und den Silhouetten von Rio.» NZZ am Sonntag «Es ist anspielungsreiche, gehobene Unterhaltungsliteratur, die eine oft vergnügliche und erotische Tour d’horizon durch die Kulturgeschichte bietet.» Schaffhauser Nachrichten «Es ist ein sprachliches Kunstwerk. Eine Collage aus verschiedenen Erzählperspektiven, aus Fiktion und Realität und aus verschachtelten Satzgefügen.» Mittelland-Zeitung «Ein köstliches Buch mit Tiefgang! Mit dem neuesten Roman ‹Robinson und Julia› beweist Isolde Schaad, dass sie nicht nur eine aussergewöhnliche Stilistin, sondern eine Meistern der kleveren Ironie ist und es versteht, sie mit Hintersinn und Esprit zu paaren.» art-tv |
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