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Arnold Spescha Zeiten leichtfüssigen Schritts Gedichte rätoromanisch und deutsch Herausgegeben und mit einem Nachwort von Mevina Puorger 2007, 160 Seiten, gebunden ISBN 978-3-85791-540-6 |
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«‹Lieder waren / meine feste Hand›, sagt der Dichter in seinem ersten Gedicht der vorliegenden Sammlung. Der Bilderwelt des musikalischen Klangs ist denn auch Erlebtes und Überdachtes anvertraut. Die Musik und ihre verbale Ausdrucksform können als Schutzpatronin über diese Poesie wachen. Es sind Gedichte, die in einem Gesamtkonzept eingebettet sind, welches die durchgehende Symmetrie des Werks darstellt. Äusserlich ist das ersichtlich an den Titeln der Gedichte; sie gehören alle der Musikterminologie an. Und so erfahren wir, beispielsweise in der Gedichtgruppe Akkorde, dass ein Akkord viele verschiedene Bedeutungsebenen hat, dass damit der Einklang des Menschen mit seinem Daheim gemeint sein kann, oder der Einklang mit seinem Lebensziel bezeichnet wird, dass damit aber auch ganz konkret traditionelle oder moderne Musikklänge, zugängliche oder verschlossenere Akkorde in der Musik beschrieben werden. All diesen Akkorden liegt das Übereinstimmen der Cordae, der Saiten, zugrunde.» Aus dem Nachwort von Mevina Puorger |
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Arnold Spescha, geboren 1941 in Pigniu/Panix, Bündner Oberland. Primarlehrer in Sevgein und Arosa. Romanistikstudium an den Universitäten Zürich, Aix-en-Provence und Perugia. Musikstudien. Gymnasiallehrer an der Bündner Kantonsschule Chur, verschiedene Lehraufträge für rätoromanische Linguistik und Literatur an den Universitäten Zürich und Fribourg. Dirigent bei der Militärmusik und der Stadtmusik Chur. Verfasst Lyrik und Prosa in Sursilvan. Verfasser der «Grammatica Sursilvana» und des «Vocabulari fundamental sursilvan». | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Inhalt
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Mevina Puorger Carmina Vitae: Zu den Gedichten von Arnold Spescha Lieder waren / meine feste Hand sagt der Dichter in seinem ersten Gedicht der vorliegenden Sammlung. Der Bilderwelt des musikalischen Klangs ist denn auch Erlebtes und Überdachtes anvertraut. Die Musik und ihre verbale Ausdrucksform können als Schutzpatronin von transponierter Realität über diese Poesie wachen. Es sind Gedichte, die in einem Gesamtkonzept eingebettet sind, welches auch strukturelles Zeichen ist und die durchgehende Symmetrie des Werks darstellt. Äusserlich ist das ersichtlich an den Titeln der Gedichte; sie gehören alle der Musikterminologie an. Und so erfahren wir, beispielsweise in der Gedichtgruppe Akkorde, dass ein Akkord eben viele verschiedene Bedeutungsebenen hat, dass damit der Einklang des Menschen mit seinem Daheim gemeint sein kann oder der Einklang mit seinem Lebensziel bezeichnet wird, dass damit aber auch ganz konkret traditionelle oder moderne Musikklänge, zugängliche oder verschlossenere Akkorde in der Musik beschrieben werden. All diesen Akkorden liegt das Übereinstimmen der Cordae, der Saiten zugrunde. Und die Saiten eines Saiteninstruments können aus Tierdarm, aus Pflanzenfasern, aus Draht oder aus Kunststoff sein. In Analogie dazu erzeugt je nach Bespannung der Verse der Klangkörper Gedicht verschiedene Töne der Poesie: in verkürzten Texten mit höherem Klang und erhöhter Spannung, in längeren Texten mit tieferem, mit weiterem und mehr erzählerischem Klang. Arnold Spescha vertraut seinen Gedichten viele Seiten seines Lebens an: Autobiografisches, erkennbar in Versen wie Wohlklang / in mir / (...) Ewiger / Klang / Weg nach / Haus, neben Reflexionen des Denkers und Musikers wie Dux / du bist / Wegweiser / und / Fanal. Der Autor wuchs in einem kleinen Ort in der bündnerischen Surselva, in Pigniu/Panix auf: Wie viele / verliess ich / mein Tal ... Der Vater Spescha war Dorflehrer und unterrichtete während vieler Jahre die Gesamtschule von Pigniu. Eine Zeit lang fand dieser Unterricht in der Stube eines Privathauses statt. Dieses Haus ist heute zweites Domizil und Ferienhaus der Familie Arnold Spescha. Während der Studienzeit an der Universität Zürich kehrte Arnold Spescha oft an diesen Ort zurück; von der Bahnstation im Tal, Rueun, stieg er häufig zu Fuss zu seinem Pigniu hinauf, zum wohligen Hauch und dem sanften Atmen / im Giebel. – In Zürich studierte er Romanistik und Musik – mit Auslandsemestern in Frankreich und Italien; eine linguistische Dissertation über den Wortschatz von Wind und Wetter der Gemeinde Pigniu beschloss sein Studium. Die Musik sollte den Romanisten und späteren Konrektor der Kantonsschule Chur fortan nebenamtlich begleiten; er war Dirigent von Blasmusikkorps, unter anderem der Churer Stadtmusik. Das genaue Einstudieren von Musik, das Überdenken der Interpretationsformen, die auswertenden Einträge in den Tagebüchern haben zur kondensierten Form der Lyrik Arnold Speschas geführt. Viel Kraft braucht(e) es, viel Disziplin, um den Weg / zu ebnen, bei so viel Vorhaben und so viel Erlebtem, das es zu bündeln galt. Arnold Spescha ist ein Autor mit grosser Willenskraft und ebensolcher Energie. Die Welt der Blasmusik, die den Romanisten und Mittelschullehrer begleitet hat, und die Erinnerung an die Berufszeit finden nun in dichterischer Form einen neuen Ausdruck und zusammenfassenden Rückblick: Neu erklingendes Amoroso der noch lodernden Glut wird Bild und zerwühlt das Herz, verweht die Asche der Zeit. Diese Gedichte werden hauptsächlich mit dem Begreifen der Musiktermini der Gedichttitel verständlich. (…) |
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Da capo Melodias Tuns da mia veta |
Da capo Lieder waren Und Klänge
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«Diese Gedichte, deren Überschriften an Vortragsanweisungen der Musik anlehnen, sind mitunter die interessantesten und schönsten im gelungenen und wohlstrukturierten Band. In beiden Sprachen ist den Gedichten eines gemein: ein erfrischend lebensbejahender Grundtenor. [...] Diese emotionale Kraft und die immer wiederkehrende Anbindung an das Leben, letztlich an ein schönes Leben, entspricht zwar vielleicht nicht ganz dem Trend der zeitgenössischen Lyrik, hat aber den Vorzug, dass sich alle interessierten Lesenden an den Gedichten Arnold Speschas erfreuen können.» Bündner Tagblatt |
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«Die deutschen Übersetzungen von Mevina Puorger und Franz Cavigelli zeugen von einer eingehenden Auseinandersetzung mit den Ausgangstexten, bewahren Klang- und Wortspiele, sind konzis und in sich stringent.» Neue Zürcher Zeitung |
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