| Limmat Verlag | ||||
| Die neuen Bücher im Herbst 2009
(als PDF) |
||||
|
Ein überraschender Roman, eine überraschende Figur |
||||
|
«Abgrundtief traurig und irrwitzig komisch.»
Neue Zürcher Zeitung Studer/Ganz-Preis 2008
für das beste Prosadebüt «Ein glänzend erzähltes Psychogramm.» Die Welt |
![]() |
Roman Graf Roman 220 Seiten, gebunden sFr. 34.–, € 22.80 ISBN 978-3-85791-585-7 erschienen
|
||
|
Als junger Mann verlässt Herr Blanc am Ende des Studiums in Cambridge seine Freundin Heike, die, ohne dass er sich dessen bewusst wäre, seine große Liebe ist, mit der er glücklich werden könnte. Nach vielen einsamen Jahren in der Schweiz heiratet er Vreni, eine Vernunftehe. Als Herr Blanc kurz vor seiner Pensionierung steht, führt ihn das Schicksal nach Polen und zu Heike, die dort begraben liegt. «Herr Blanc» ist das Psychogramm eines Sonderlings aus der gemäßigten Zone des Wohlstands; sein Leben wird in kleinen biographischen Einheiten in wahnwitziger Konzentriertheit erzählt. Man lächelt über diesen Herrn Blanc, doch seine Schwäche, sein Ernst, seine Persönlichkeit lassen plötzlich die Umwelt lächerlich erscheinen. Nach Heikes Tod ist für Herrn Blanc die vollkommene Liebe nur noch in der Utopie möglich. Am Ende seines Lebens macht er sich auf den Weg dorthin, er verlässt seine Wohnung, sein bisheriges Leben und den Roman. Roman Grafs literarisches Debüt ist ein trauriger, skeptischer und zugleich leichter Roman mit einem eigenen, verhaltenen Humor. Er entwirft das Charakterporträt eines Menschen, den man mögen kann oder nicht, den man aber nicht wieder vergessen wird. |
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Wenn die Ordnung auseinanderbricht |
||||
|
«Lakonisch, poetisch, sarkastisch und frech»
Buchjournal zu «Lee Gustavo» |
![]() |
Sandra Hughes Roman 200 Seiten, gebunden sFr. 32.–, € 21.50 ISBN 978-3-85791-584-0 erschienen
|
||
|
Finn Linder ist ein einfacher Mensch. Er lebt allein in einem kleinen Haus, Kreuzworträtsel sind seine Leidenschaft, und das Internet öffnet ihm Welten, zu denen er in der Realität nie Zugang hätte. Denn Finn Linder ist verklemmt, übergewichtig und auf Ordnung bedacht. Aber da gibt es diese kleinen Störungen: fehlende Kartoffelchips im Küchenschrank, die einen nächtlichen Gang zum Lebensmittelgeschäft nötig machen, das Kratzen einer Maus, das ihn in seiner Konzentration am Bildschirm stört. Und dann die Kündigung, die ihn aus dem Alltagstrott wirft. Finn Linders Leben gerät aus dem Takt. Heimgesucht von Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend, als er sich mit übermässigem Essen und Brechen über Wasser halten konnte, an Bruna, mit der er glücklich war, verfolgt von realen und irrealen Mächten, die ihm nach dem Leben trachten, bewegt er sich auf einen Abgrund zu. Um sich zu retten, schreckt Finn Linder vor nichts zurück. |
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Die bleibenden Bilder der Kindheit |
||||
|
«Der Glauser mit seinem gläsernen Herzen – noch heute sieht man in diesen klaren, wahren Kern hinein» Vogue
«Der Limmat Verlag bietet mit seinen ‹Best of›-Glauser-Bänden wichtige Glauser-Ausgaben an.» Die Weltwoche
|
![]() |
Friedrich Glauser und andere Geschichten aus der Kindheit 130 Seiten, Pappband sFr. 24.50, € 14.90 ISBN 978-3-85791-586-4 erschienen |
||
|
Friedrich Glauser hat nicht nur autobiografische Erinnerungen an seine Kindheit in Wien aufgeschrieben, einzelne Episoden hat er gleich mehrmals in Erzählungen aufgenommen. Seine Geschichten zeichnen ein sehr lebensnahes Bild einer Wiener Kindheit um 1900. Da ist ein gestrenger Vater, der seinen Sohn «abhärten» will fürs Leben. Da ist eine verständnisvolle Mutter, die stirbt, als er vier ist. Da gibt es warmherzige Dienstmädchen, intrigante Gouvernanten, einen Grossvater, der Goldgräber war, eine Stiefmutter, die nett ist und Geld hat und sich bald wieder scheiden lässt. Dass da Lehrer sind, die ihre Prügel nach elterlichem Einkommen der Schüler bemessen, nimmt der Sohn aus gutem Haus mit wachem Gerechtigkeitsempfinden wahr. Glausers Erzählungen sind ein bohrendes Suchen nach den Ursprüngen seines unsteten Lebens. |
||||
|
In gleicher Ausstattung bereits erschienen: |
||||
![]() Friedrich Glauser und andere Geschichten von der Liebe 128 Seiten, Pappband sFr. 24.50, € 14.90 ISBN 978-3-85791-557-4 |
Friedrich Glauser und andere Kriminalgeschichten 136 Seiten, Pappband sFr. 24.50, € 14.90 ISBN 978-3-85791-558-1 |
|||
|
|
||||
|
|
||||
|
Die Schweiz: Nichts wie hin, nichts wie weg |
||||
|
«Dem Charme und dem Einfallsreichtum von de Roulets Porträtierkunst kann man sich nicht entziehen» Der Bund «De Roulets Texte zeugen von einer starken Neugierde für das Bewusstsein, das dieses Land von sich selbst hat oder eben nicht hat; von einer grossen Kenntnis dessen intellektuellen Lebens; von einem Willen, den Rücken der Standbilder – wie zum Beispiel Le Corbusier– etwas anzukratzen. Die Bewunderung des Autors ist oftmals etwas bärbeissig, die Hagiographie nicht sein Ziel. Es sind die Spalten des Gletschers, die ihn anziehen, ja, die er sogar begründet! Der Leser jedenfalls fühlt sich eingeladen, neue Pfade zu beschreiten.» Le Temps «Die neue, delikate und eigenwillige Sammlung der Chroniken des Schweizer Schriftstellers Daniel de Roulet ist eine Reflexion über den ‹homo helveticus›, die Mythen, die ihn bilden und die Art und Weise, in der er sich verändert. Ein ebenso scharfer wie einfühlsamer Blick.» L‘Hebdo «Daniel de Roulets explosiver Essay, bestehend aus kurzen Texten, ist sehr interessant, weil Daniel de Roulet nicht die ausgetrampelten Wege geht und nicht die x-te Version helvetischer Mittelmässigkeit nachschreibt.» La Liberté «De Roulet entwirft eine Porträtgalerie von Schweizern ausserhalb der Norm. Eine seiner Begabungen liegt im Illustrieren von höchst symbolischen Situationen.» 24 Heures
|
![]() |
Daniel de Roulet 27 Porträts zur Metamorphose eines Nationalgefühls Aus dem Französischen von Maria Hoffmann-Dartevelle Titel der Originalausgabe: «Un glacier dans le cœur. Vingt-six manières d’aimer un pays et d’en prendre congé» 200 Seiten, gebunden sFr. 32.–, € 21.50 ISBN 978-3-85791-594-9 erschienen |
||
|
Das Wort «Nostalgie» geht auf das berühmte Heimweh der Schweizer Reisläufer zurück. Seit jener Zeit hat sich die Schweiz vielfach gewandelt und ist nach einem halben Jahrhundert Sonderfall als normales Land in der globalisierten Welt angekommen. Wie sich die Gefühle zur Schweiz dabei verändert haben, spiegelt Daniel de Roulet in Biografien. Vom heimwehkranken Londoner Schokoladenbaron aus dem Tessin,
Carlo Gatti, über Ferdinand Hodler und Annemarie Schwarzenbach bis zu Noëlle
Revaz und Peter Weber zeichnet Daniel de Roulet in sehr persönlicher Art die
Beziehungen nach, die 27 ausgewählte Persönlichkeiten zur Schweiz hatten
oder haben. Mal in kurzen, prägnanten Biografien, mal mit detailliertem
Blick auf eine einzelne Episode versucht er zu ergründen, welche
Metamorphosen die Liebe zur Schweiz in den letzten zweihundert Jahren
durchgemacht hat. Es sind vorwiegend Künstlerporträts, denn die Kunst, so
Daniel de Roulet, ist oft ein Seismograf dessen, was kommt. Bei allem
Dissens ist es also ratsam, auf sie zu achten, wenn es um die Zukunft der
«planetarischen Landschaft» Schweiz in der Globalität geht. |
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Das eigene Ich als AG? und als Marke? |
||||
|
Für ein anderes Menschenbild und eine offene Zukunft |
![]() |
Jürg Jegge Gegen das Kaputtsparen von Menschen und für eine offene Zukunft 224 Seiten, Pappband sFr. 34.–, € 22.80 ISBN 978-3-85791-589-5 erschienen
|
||
|
Fit und flexibel soll der moderne Mensch sein, als Ich-AG bestehen im Markt, denn wer nicht strampelt, geht unter. Kreativ, konkurrenzfähig und angepasst muss er sein, der Arbeitsesel des Neoliberalismus. In «Fit und fertig» zeigt Jürg Jegge auf, wie sich das neoliberale Denken und seine allmähliche Umsetzung in den letzten dreissig Jahren auf die verschiedensten Bereiche ausgewirkt haben: Schule, Gesundheitswesen, Medien, Sozialhilfe, wo man hinschaut, sind «neoliberale Fitnessprogramme» in Gang gesetzt worden, die zu mehr Konkurrenz, Leistungs- und Anpassungsdruck für die Menschen führen. Die Reichtumsschere öffnet sich, sozialer und psychischer Stress nimmt für alle Menschen zu. Aber Jürg Jegge wäre nicht Jürg Jegge, ohne ein paar störrische Ideen vom Menschsein jenseits neoliberaler Vorstellungen zu formulieren. Auf erfrischende Art erinnert er daran, dass der Mensch nicht auf der Welt ist, um eine doppelte Buchhaltung zu führen. |
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Von der Alpweide auf den Flugplatz |
||||
|
Das facettenreiche Bild vom Werden der modernen Schweiz in Fotografien der Sammlung Herzog
Landesmuseum Zürich
SF «Kulturplatz»
über die Sammlung Herzog:
|
![]() |
Die Schweiz in Fotografien 1840–1960 Herausgegeben von Dieter Bachmann und den Schweizerischen Landesmuseen 184 Seiten, 106 Fotografien,
durchgehend 4-farbig, gebunden mit Fadenheftung,
Grossformat ISBN 978-3-85791-593-2 erschienen |
||
|
Die Sammlung Herzog im Landesmuseum Zürich dokumentiert auf einmalige Weise Wachsen und Werden der modernen Schweiz. Die wertvollen, grossteils raren Fotografien decken ein Jahrhundert ab, weisen auf die Ursprünge zurück, zeigen Schritt für Schritt, wie die Gegenwart sich formt. Die Foto-Auswahl des Bandes, der die Ausstellung des Landesmuseums begleitet und vertieft, wird so zu einem Schweizer Spiegel, der facettenreich, immer überraschend, manchmal nostalgisch und oft witzig ein kleines Universum abbildet, in dem das Private und das Öffentliche im Dialog sind. Diese Fotografien machen den Weg sichtbar, den das Land und seine Gesellschaft in ihrem ersten Jahrhundert von der Gründung des Bundesstaates bis zur Schweiz an der Schwelle zu Europa zurückgelegt hat. |
||||
|
Dieter Bachmann, 1940 in Basel -geboren, lebt als Autor in Umbrien und Zürich. 1988–1998 war er Chefredaktor der Zeitschrift «du». Im Limmat Verlag sind erschienen: «Il lungo addio – Der lange Abschied. 138 Fotografien zur italienischen Emigration in die Schweiz», «Der Körper der Photographie. Eine Welterzählung in Aufnahmen der Sammlung Herzog» sowie der Reportagen- und Erzählband – «Im ganzen Land schön. Die Schweiz mit der Tageskarte». |
||||
|
|
||||
|
Vom Wandern der Fotografien |
||||
|
Wie sich Bilder mit ihrer Präsentation und ihrer Umgebung verändern
|
![]() |
Zur Veränderung der Fotografie
Herausgegeben von Ulrich Binder Mit Bildern von Peter Ammon, René Burri, Werner Bischof, Theo Frey, Herbert Matter, Martin Rütschi, Christian Schwager, Jules Spinatsch u.a. und Textbeiträgen von Adrian Bättig, Ulrich Binder, Katri Burri, Sabine Münzenmaier, Matthias Vogel. 184 Seiten, 323 Fotografien und Abbildungen, vierfarbig, Grossformat, Klappenbroschur mit Fadenheftung sFr. 44.–, € 29.50 ISBN 978-3-85791-590-1 Oktober |
||
|
Die Aufnahmetechnik der Fotografie legt ihre Bilder in Format, Farbe und Materialität nicht fest. Der detailtreue Blick auf die Welt verändert sich mit jeder neuen Präsentation: Ein Abzug auf Fotopapier unterscheidet sich vom Abdruck desselben Bildes in der Zeitung, im Fotobuch oder als Kunstpostkarte nicht nur in materieller Hinsicht, die jeweilige Umgebung prägt auch die rezeptive Einstellung. Insofern haftet jeder aktuellen Erscheinung einer Fotografie die Möglichkeitsform an – sie könnte immer auch ein wenig anders sein. Die verschiedenen Ansichten verdankt sie neben dem Fotografen den Druckern, Layouterinnen, Galeristinnen und Ausstellungsmachern und nicht zuletzt den materiell-technischen Möglichkeiten einer Zeit.
|
||||
|
Ulrich Binder, geboren 1958. Ausbildung zum Künstler in Luzern, Prag
und Paris. Studium der Kunstgeschichte in Bern. Arbeitet als Kunstmaler,
Publizist und Dozent u. a. an der Zürcher Hochschule der Künste.
Mitverfasser und Herausgeber verschiedener Publikationen zu Fotografie,
Kunst und Architektur. Matthias Vogel, geboren 1955. Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturkritik in Zürich, München und Berlin, Forschungs- und Lehraufträge in Zürich, Paris, London, New Haven und New York. Dozent an der Universität Basel und an der Zürcher Hochschule der Künste. |
||||
|
|
||||
|
Auf Fotoreportage in Afrika 1955 |
||||
|
Wertvolle Zeitdokumente und Schlüssel zum Verständnis des afrikanischen Kontinents im 21. Jahrhundert
|
![]() |
Fernand Perret Transafrique – Bilder einer Fotomission Herausgegeben von Paul Hugger FotoSzeneSchweiz 6 ca. 140 Seiten, Texte deutsch und französisch, etwa 80 -Duplexfotos, Pappband ca. sFr. 48.–, € 31.80 ISBN 978-3-85791-592-5 Erscheinungstermin unbestimmt |
||
|
1955 brach der Berufsfotograf Fernand Perret von La Chaux-de-Fonds zu einer fünfmonatigen Reise durch den afrikanischen Kontinent von Algier zum Kap auf. Er begleitete seinen Schwager Henri Mercier, der Sekretär bei der «Mission Suisse dans l’Afrique du Sud» war, und den Schriftsteller Edmond Pidoux. Perrets Aufgabe war es, mit Foto und Film die Missionsarbeiten in Afrika zu dokumentieren. Entstanden sind Schwarz-Weiss-Fotografien von hohem künstlerischem und ästhetischem Wert, die eine grosse Ruhe ausstrahlen und immer auch von Perrets Faszination vom Menschen und seiner Kultur zeugen: Mit vorurteilslosem Blick, nahe dran und dennoch nie aufdringlich, zeigt er die Menschen bei ihren alltäglichen Verrichtungen, ihren Festen und Ritualen sowie das religiöse Leben. Doch auch das «moderne» Afrika mit seinen Fabriken und Handwerksbetrieben fand Eingang in seine Dokumentation. So liefern Perrets Fotografien ein eindrückliches Bild vom Leben der indigenen Bevölkerung Afrikas Mitte des 20. Jahrhunderts. |
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Briefe von Ausgewanderten aus Nordamerika |
||||
|
«Tiefe Einblicke in Sozialgeschichte und Migrationserfahrung» International Migration Review |
![]() |
Schweizer Auswandererberichte des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten Herausgegeben von Leo Schelbert und Hedwig Rappolt Das volkskundliche Taschenbuch 50 Überarbeitete Neuausgabe, 552 Seiten, 26 Illustrationen und Karten, Pappband sFr. 54.–, € 35.80 ISBN 978-3-85791-582-6 erschienen |
||
|
Während Jahrhunderten wanderten Europäer in das Gebiet der heutigen USA ein. «Alles ist ganz anders hier» dokumentiert, wie diese Einwanderer nach Hause berichtet haben. Für den Zeitraum von 1704 bis 1887 zeigen die Briefe, Journale und Berichte an die Angehörigen das Leben in der Neuen Welt sehr anschaulich und in seiner ganzen und auch widersprüchlichen Breite. Bauern, Täufer, Handelsleute, Pfarrer, Mönche, pietistische Klosterschwestern, Weinbauern, junge Männer, ganze Grossfamilien aus allen Teilen der Schweiz erzählen von harter Pionierarbeit, von Freiheit und Sklaverei, von Indianern und Goldsuchern, von Ortsgründungen wie Vevay und New Glarus, von Erfolg und Glück, von Elend und Tod. «Die Berichte sind derart lebensnah und echt, dass man sie in einem Zuge zu Ende liest. Man ist gefesselt, schockiert, ergriffen oder belustigt – oftmals alles miteinander.» Neue Zürcher Zeitung |
||||
|
Hedwig Rappolt, 1908–1994, war Übersetzerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in Connecticut.
|
||||
|
|
||||
|
Eine Amazone im Gefolge von Napoleon |
||||
|
«Eine fesselnde Lektüre» Neue Zürcher Zeitung
|
Regula Engel Memoiren einer Amazone aus Napoleonischer Zeit 200 Seiten, Pappband sFr. 34.–, € 22.80 ISBN 978-3-85791-587-1 erschienen |
|||
|
Das Leben der Regula Engel kennen wir nur von ihr selbst: Im Alter von sechzig Jahren verfasste sie 1821 die «Lebensbeschreibung der Wittwe des Obrist Florian Engel». In dem Bericht führt sie uns an der Seite ihres Gatten, eines Schweizer Offiziers in napoleonischen Diensten, durch ganz Europa, an den Fuss der Pyramiden, in die Schlachten von Austerlitz und Waterloo, wo sie ihren Mann und zwei Söhne verliert und schliesslich selber – in Offizierskleidung – schwer verwundet ins Hospital gebracht wird. Regula Engels Lebensbeschreibung ist einer der spannendsten autobio-grafischen Texte der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts, ein ergreifender und oft ergötzlicher Lebensbericht einer höchst vitalen und humorvollen «Frau aus dem Volk». «Wann liest man schon einmal die Erinnerungen einer Frau,
die in Schlachten zog, 21 Kinder zur Welt brachte und von Napoleon ‹meine
kleine Schweizerin› genannt wurde?» Münchner Merkur |
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Frauenpolitik im 20. Jahrhundert |
||||
|
«Ich war sicher oft unbequem und habe mich dadurch kaum beliebt gemacht» Marie Boehlen
Marie
Boehlen |
![]() |
Liselotte Lüscher Marie Boehlen 1911–1999 240 Seiten, 35 Fotos und Dokumente, Pappband sFr. 34.–, € 22.80 ISBN 978-3-8579-591-8 erschienen |
||
|
Es ist ein lebenslanger Kampf, den Marie Boehlen nicht nur für die Rechte der Frauen, sondern auch für ihre eigenen führt: Geboren 1911 in Riggisberg im Kanton Bern, arbeitet die Juristin als Jugendanwältin, präsidiert das bernische Aktionskomitee für die Einführung des Frauenstimmrechts und die SP-Frauen Schweiz. Als 1971 in der Schweiz das Frauenstimm- und -wahlrecht eingeführt wird, sitzt Marie Boehlen noch im gleichen Jahr für die SP im Berner Stadtrat, danach im Grossen Rat des Kantons Bern. Wer war die oft schroff und distanziert wirkende Frau, die
nicht davor zurückscheute, sich unbeliebt zu machen, und bis zu ihrem Tod
1999 aktiv blieb? Und wie beeinflusste sie die politische Entwicklung?
Gestützt auf Marie Boehlens unveröffentlichte Lebensgeschichte, ihre Briefe
und Artikel sowie Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zeichnet
Liselotte Lüscher ein vielschichtiges Bild der unermüdlichen
Frauenrechtlerin, die sich ganz einfach weigerte, an unveränderbare
Realitäten zu glauben. |
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
Wo Gottfried Keller und Lenin Zeitung lasen |
||||
|
Ein liberales Zentrum für Lektüre: die Museumsgesellschaft und das Literaturhaus Zürich
|
|
Thomas Ehrsam Lesen und literarisches Leben in Zürich: Museumsgesellschaft und Literaturhaus Mit einem Vorwort von Ulrich Pfister und Beiträgen von Richard Reich und Beatrice Stoll 208 Seiten, 44 Abbildungen, Pappband sFr. 34.–, € 22.80 ISBN 978-3-85791-588-8 November |
||
|
Mitten im liberalen Aufbruch Zürichs in den 1830er-Jahren gründeten gebildete Bürger und Professoren der jungen Universität die Museumsgesellschaft Zürich mit dem Ziel, eine «umfassende Lese-Anstalt» zu unterhalten. Eine Lesegesellschaft, wie es damals viele gab, doch die Museumsgesellschaft erwarb sich schnell einen Platz unter den bestdotierten und gastfreundlichsten Gesellschaften ihrer Art in Europa. Thomas Ehrsam erzählt mit der Geschichte dieser Lesegesellschaft eine Geschichte des privaten Lesens des Bürgertums in der Stadt Zürich. In Friedens- wie in Kriegszeiten war sie ein Hort der liberalen Offenheit, was sich in der Anschaffungspolitik der Bibliothek ebenso spiegelt wie in der Aufnahme von Gästen und Emigranten. Joyce, Tucholsky, Lasker-Schüler und viele mehr lasen als Mitglied oder Gast in der Museumsgesellschaft. Die Tradition der Offenheit gilt auch für das vor zehn Jahren von der Museumsgesellschaft -gegründete Literaturhaus, zu dem Richard Reich einen Essay beisteuert. |
||||
|
|
||||
|
© Limmat Verlag |