Limmat Verlag
  Die neuen Bücher im Herbst 2009
(als PDF)
 

Ein überraschender Roman, eine überraschende Figur

«Abgrundtief traurig und irrwitzig komisch.» Neue Zürcher Zeitung
 

Studer/Ganz-Preis 2008 für das beste Prosadebüt
Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2010
der
Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung
Werkjahr der Stadt Zürich
Mara Cassens Preis für den ersten Roman
des Literaturhauses Hamburg

«Ein glänzend erzähltes Psychogramm.» Die Welt

Roman Graf

Herr Blanc

Roman

220 Seiten, gebunden

sFr. 34.–, € 22.80

ISBN 978-3-85791-585-7

erschienen

 

Rd_tri.gif (202 Byte) Buchvernissage und Lesungen

Als junger Mann verlässt Herr Blanc am Ende des Studiums in Cambridge seine Freundin Heike, die, ohne dass er sich dessen bewusst wäre, seine große Liebe ist, mit der er glücklich werden könnte. Nach vielen einsamen Jahren in der Schweiz heiratet er Vreni, eine Vernunftehe. Als Herr Blanc kurz vor seiner Pensionierung steht, führt ihn das Schicksal nach Polen und zu Heike, die dort begraben liegt.

«Herr Blanc» ist das Psychogramm eines Sonderlings aus der gemäßigten Zone des Wohlstands; sein Leben wird in kleinen biographischen Einheiten in wahnwitziger Konzentriertheit erzählt. Man lächelt über diesen Herrn Blanc, doch seine Schwäche, sein Ernst, seine Persönlichkeit lassen plötzlich die Umwelt lächerlich erscheinen. Nach Heikes Tod ist für Herrn Blanc die vollkommene Liebe nur noch in der Utopie möglich. Am Ende seines Lebens macht er sich auf den Weg dorthin, er verlässt seine Wohnung, sein bisheriges Leben und den Roman.

Roman Grafs literarisches Debüt ist ein trauriger, skeptischer und zugleich leichter Roman mit einem eigenen, verhaltenen Humor. Er entwirft das Charakterporträt eines Menschen, den man mögen kann oder nicht, den man aber nicht wieder vergessen wird.

Roman Graf, 1978 in Winterthur geboren. Nach einer Lehre als Forstwart, längeren Aufenthalten in London und Grenoble und der Tätigkeit als Behindertenbetreuer studierte er einige Semester Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich und absolvierte von 2003 bis 2007 das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig. 2007 Artist in Residence in der Villa Decius, Krakau; Aufenthaltsstipendium im Edith-Stein-Haus, Breslau. Verschiedene Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Roman Graf lebt als Autor in Winterthur und in Leipzig.
www.romangraf.ch
 

Wenn die Ordnung auseinanderbricht

«Lakonisch, poetisch, sarkastisch und frech» Buchjournal zu «Lee Gustavo»
 

Sandra Hughes

Maus im Kopf

Roman

200 Seiten, gebunden

sFr. 32., € 21.50

ISBN 978-3-85791-584-0

erschienen

 

Rd_tri.gif (202 Byte) Buchvernissage

Finn Linder ist ein einfacher Mensch. Er lebt allein in einem kleinen Haus, Kreuzworträtsel sind seine Leidenschaft, und das Internet öffnet ihm Welten, zu denen er in der Realität nie Zugang hätte. Denn Finn Linder ist verklemmt, übergewichtig und auf Ordnung bedacht.

Aber da gibt es diese kleinen Störungen: fehlende Kartoffelchips im Küchenschrank, die einen nächtlichen Gang zum Lebensmittelgeschäft nötig machen, das Kratzen einer Maus, das ihn in seiner Konzentration am Bildschirm stört. Und dann die Kündigung, die ihn aus dem Alltagstrott wirft.

Finn Linders Leben gerät aus dem Takt. Heimgesucht von Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend, als er sich mit übermässigem Essen und Brechen über Wasser halten konnte, an Bruna, mit der er glücklich war, verfolgt von realen und irrealen Mächten, die ihm nach dem Leben trachten, bewegt er sich auf einen Abgrund zu. Um sich zu retten, schreckt Finn Linder vor nichts zurück.

Sandra Hughes, 1966 geboren und aufgewachsen in Luzern, Studium der Kunstwissenschaft an der Universität Basel. Kunstvermittlerin in den Kunsthäusern Zürich und Zug. Seit 1998 arbeitet sie bei den Museumsdiensten Basel. Ihr erster Roman «Lee Gustavo» ist 2006 im Limmat Verlag erschienen. Sandra Hughes lebt mit Mann und Sohn in Allschwil bei Basel.
 

Die bleibenden Bilder der Kindheit

«Der Glauser mit seinem gläsernen Herzen noch heute sieht man in diesen klaren, wahren Kern hinein» Vogue

 

«Der Limmat Verlag bietet mit seinen Best of-Glauser-Bänden wichtige Glauser-Ausgaben an.»  Die Weltwoche

 

Friedrich Glauser

Der Kleine

und andere Geschichten aus der Kindheit

130 Seiten, Pappband

sFr. 24.50, € 14.90

ISBN 978-3-85791-586-4

erschienen

Friedrich Glauser hat nicht nur autobiografische Erinnerungen an seine Kindheit in Wien aufgeschrieben, einzelne Episoden hat er gleich mehrmals in Erzählungen aufgenommen.

Seine Geschichten zeichnen ein sehr lebensnahes Bild einer Wiener Kindheit um 1900. Da ist ein gestrenger Vater, der seinen Sohn «abhärten» will fürs Leben. Da ist eine verständnisvolle Mutter, die stirbt, als er vier ist. Da gibt es warmherzige Dienstmädchen, intrigante Gouvernanten, einen Grossvater, der Goldgräber war, eine Stiefmutter, die nett ist und Geld hat und sich bald wieder scheiden lässt. Dass da Lehrer sind, die ihre Prügel nach elterlichem Einkommen der Schüler bemessen, nimmt der Sohn aus gutem Haus mit wachem Gerechtigkeitsempfinden wahr. Glausers Erzählungen sind ein bohrendes Suchen nach den Ursprüngen seines unsteten Lebens.

In gleicher Ausstattung bereits erschienen:

Friedrich Glauser

Beichte in der Nacht

und andere Geschichten von der Liebe

128 Seiten, Pappband

sFr. 24.50, € 14.90

ISBN 978-3-85791-557-4

Friedrich Glauser

Ich bin ein Dieb

und andere Kriminalgeschichten

136 Seiten, Pappband

sFr. 24.50, € 14.90

ISBN 978-3-85791-558-1

Friedrich Glauser wurde am 4. Februar 1896 in Wien geboren. Die Mutter war Österreicherin, der Vater Schweizer. Sein Leben war von Rastlosigkeit geprägt, unzählige Orte und Stationen säumten seinen Weg: Schulen in der Schweiz und in Österreich, Erziehungsheime, Gefängnisse und Psychiatrische Kliniken. Friedrich Glauser lebte in Frankreich, Belgien und Italien, war lange Zeit morphiumsüchtig, nahm teil an der Dadaismus-Bewegung in Zürich und verbrachte einige Jahre in der Fremdenlegion. Er starb am 8. Dezember1938 in Nervi bei Genua.
 

Die Schweiz: Nichts wie hin, nichts wie weg

«Dem Charme und dem Einfallsreichtum von de Roulets Porträtierkunst kann man sich nicht entziehen» Der Bund

«De Roulets Texte zeugen von einer starken Neugierde für das Bewusstsein, das dieses Land von sich selbst hat oder eben nicht hat; von einer grossen Kenntnis dessen intellektuellen Lebens; von einem Willen, den Rücken der Standbilder wie zum Beispiel Le Corbusier etwas anzukratzen. Die Bewunderung des Autors ist oftmals etwas bärbeissig, die Hagiographie nicht sein Ziel. Es sind die Spalten des Gletschers, die ihn anziehen, ja, die er sogar begründet! Der Leser jedenfalls fühlt sich eingeladen, neue Pfade zu beschreiten.»  Le Temps

«Die neue, delikate und eigenwillige Sammlung der Chroniken des Schweizer Schriftstellers Daniel de Roulet ist eine Reflexion über den ‹homo helveticus›, die Mythen, die ihn bilden und die Art und Weise, in der er sich verändert. Ein ebenso scharfer wie einfühlsamer Blick.»  L‘Hebdo

«Daniel de Roulets explosiver Essay, bestehend aus kurzen Texten, ist  sehr interessant, weil Daniel de Roulet nicht die ausgetrampelten Wege geht und nicht die x-te Version helvetischer Mittelmässigkeit nachschreibt.»  La Liberté

«De Roulet entwirft eine Porträtgalerie von Schweizern ausserhalb der Norm. Eine seiner Begabungen liegt im Illustrieren von höchst symbolischen Situationen.»  24 Heures

Rd_tri.gif (202 Byte) Besprechung auf Radio Suisse Romande (frz.)

Daniel de Roulet

Nach der Schweiz

27 Porträts zur Metamorphose eines Nationalgefühls

Aus dem Französischen von Maria Hoffmann-Dartevelle

Titel der Originalausgabe: «Un glacier dans le cœur. Vingt-six manières d’aimer un pays et d’en prendre congé»

200 Seiten, gebunden

sFr. 32.–, € 21.50

ISBN 978-3-85791-594-9

erschienen

Das Wort «Nostalgie» geht auf das berühmte Heimweh der Schweizer Reisläufer zurück. Seit jener Zeit hat sich die Schweiz vielfach gewandelt und ist nach einem halben Jahrhundert Sonderfall als normales Land in der globalisierten Welt angekommen. Wie sich die Gefühle zur Schweiz dabei verändert haben, spiegelt Daniel de Roulet in Biografien.

Vom heimwehkranken Londoner Schokoladenbaron aus dem Tessin, Carlo Gatti, über Ferdinand Hodler und Annemarie Schwarzenbach bis zu Noëlle Revaz und Peter Weber zeichnet Daniel de Roulet in sehr persönlicher Art die Beziehungen nach, die 27 ausgewählte Persönlichkeiten zur Schweiz hatten oder haben. Mal in kurzen, prägnanten Biografien, mal mit detailliertem Blick auf eine einzelne Episode versucht er zu ergründen, welche Metamorphosen die Liebe zur Schweiz in den letzten zweihundert Jahren durchgemacht hat. Es sind vorwiegend Künstlerporträts, denn die Kunst, so Daniel de Roulet, ist oft ein Seismograf dessen, was kommt. Bei allem Dissens ist es also ratsam, auf sie zu achten, wenn es um die Zukunft der «planetarischen Landschaft» Schweiz in der Globalität geht.
 

Daniel de Roulet, geboren 1944, war Architekt und arbeitete als Informatiker in Genf. Seit 1997 Schriftsteller. Autor mehrerer Romane, für die er in Frankreich mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde. Von Daniel de Roulet sind sieben Bücher im Limmat Verlag erschienen, zuletzt «Ein Sonntag in den Bergen». Er lebt in Frankreich. Foto Yvonne Böhler

Das eigene Ich als AG? und als Marke?

Für ein anderes Menschenbild und eine offene Zukunft

Jürg Jegge

Fit und fertig

Gegen das Kaputtsparen von Menschen und für eine offene Zukunft

224 Seiten, Pappband

sFr. 34.–, € 22.80

ISBN 978-3-85791-589-5

erschienen

 

Rd_tri.gif (202 Byte) Buchvernissage und Lesungen

Fit und flexibel soll der moderne Mensch sein, als Ich-AG bestehen im Markt, denn wer nicht strampelt, geht unter. Kreativ, konkurrenzfähig und angepasst muss er sein, der Arbeitsesel des Neoliberalismus.

In «Fit und fertig» zeigt Jürg Jegge auf, wie sich das neoliberale Denken und seine allmähliche Umsetzung in den letzten dreissig Jahren auf die verschiedensten Bereiche ausgewirkt haben: Schule, Gesundheitswesen, Medien, Sozialhilfe, wo man hinschaut, sind «neoliberale Fitnessprogramme» in Gang gesetzt worden, die zu mehr Konkurrenz, Leistungs- und Anpassungsdruck für die Menschen führen. Die Reichtumsschere öffnet sich, sozialer und psychischer Stress nimmt für alle Menschen zu.

Aber Jürg Jegge wäre nicht Jürg Jegge, ohne ein paar störrische Ideen vom Menschsein jenseits neoliberaler Vorstellungen zu formulieren. Auf erfrischende Art erinnert er daran, dass der Mensch nicht auf der Welt ist, um eine doppelte Buchhaltung zu führen.

Jürg Jegge, geboren 1943 in Zürich, war Lehrer, Liedermacher, Fernsehmoderator, Radiomitarbeiter. Seit 1985 leitet er den «Märtplatz» in Rorbas, -eine kleine, aber feine beruf-liche -Eingliederungsstätte für junge Menschen mit «Startschwierigkeiten». Bekannt geworden ist Jürg Jegge Ende der Siebzigerjahre mit dem Bestseller «Dummheit ist lernbar».

Von der Alpweide auf den Flugplatz

Das facettenreiche Bild vom Werden der modernen Schweiz in Fotografien der Sammlung Herzog

 

Landesmuseum Zürich
Sonderausstellung: Aufbruch in die Gegenwart
Die Schweiz in Fotografien 1840–1960
23. Oktober 2009–28. Februar 2010

SF «Kulturplatz» über die Sammlung Herzog:
 

 

Aufbruch in die Gegenwart

Die Schweiz in Fotografien 1840–1960

Herausgegeben von Dieter Bachmann und den Schweizerischen Landesmuseen

184 Seiten, 106 Fotografien, durchgehend 4-farbig, gebunden mit Fadenheftung, Grossformat
ISBN 978-3-85791-593-2
sFr. 48.–, € 31.80

ISBN 978-3-85791-593-2

erschienen

Die Sammlung Herzog im Landesmuseum Zürich dokumentiert auf einmalige Weise Wachsen und Werden der modernen Schweiz. Die wertvollen, grossteils raren Fotografien decken ein Jahrhundert ab, weisen auf die Ursprünge zurück, zeigen Schritt für Schritt, wie die Gegenwart sich formt. Die Foto-Auswahl des Bandes, der die Ausstellung des Landesmuseums begleitet und vertieft, wird so zu einem Schweizer Spiegel, der facettenreich, immer überraschend, manchmal nostalgisch und oft witzig ein kleines Universum abbildet, in dem das Private und das Öffentliche im Dialog sind. Diese Fotografien machen den Weg sichtbar, den das Land und seine Gesellschaft in ihrem ersten Jahrhundert von der Gründung des Bundesstaates bis zur Schweiz an der Schwelle zu Europa zurückgelegt hat.

Dieter Bachmann, 1940 in Basel -geboren, lebt als Autor in Umbrien und Zürich. 1988–1998 war er Chefredaktor der Zeitschrift «du». Im Limmat Verlag sind erschienen: «Il lungo addio Der lange Abschied. 138 Fotografien zur italienischen Emigration in die Schweiz», «Der Körper der Photographie. Eine Welterzählung in Aufnahmen der Sammlung Herzog» sowie der Reportagen- und Erzählband   «Im ganzen Land schön. Die Schweiz mit der Tageskarte».

Vom Wandern der Fotografien

Wie sich Bilder mit ihrer Präsentation und ihrer Umgebung verändern

 

 

Bilder, leicht verschoben

Zur Veränderung der Fotografie
in den Medien

Herausgegeben von Ulrich Binder
und Matthias Vogel

 Mit Bildern von Peter Ammon, René Burri, Werner Bischof, Theo Frey,  Herbert Matter, Martin Rütschi, Christian Schwager, Jules Spinatsch u.a.  und Textbeiträgen von Adrian Bättig, Ulrich Binder, Katri Burri, Sabine  Münzenmaier, Matthias Vogel.

184 Seiten, 323 Fotografien und Abbildungen, vierfarbig, Grossformat, Klappenbroschur mit Fadenheftung

sFr. 44.–, € 29.50

ISBN 978-3-85791-590-1

Oktober

Die Aufnahmetechnik der Fotografie legt ihre Bilder in Format, Farbe und Materialität nicht fest. Der detailtreue Blick auf die Welt verändert sich mit jeder neuen Präsentation: Ein Abzug auf Fotopapier unterscheidet sich vom Abdruck desselben Bildes in der Zeitung, im Fotobuch oder als Kunstpostkarte nicht nur in materieller Hinsicht, die jeweilige Umgebung prägt auch die rezeptive Einstellung. Insofern haftet jeder aktuellen Erscheinung einer Fotografie die Möglichkeitsform an – sie könnte immer auch ein wenig anders sein. Die verschiedenen Ansichten verdankt sie neben dem Fotografen den Druckern, Layouterinnen, Galeristinnen und Ausstellungsmachern und nicht zuletzt den materiell-technischen Möglichkeiten einer Zeit.


Sind Hersteller und Publikum vor allem am Motiv von Fotografien interessiert, konzentrieren sich die Autorinnen und Autoren dieses Buches auf die Veränderungen, die sich mit jedem neuen Auftritt ergeben und die notwendigerweise auch die Sinnschicht einer Fotografie erfassen.

Ulrich Binder, geboren 1958. Ausbildung zum Künstler in Luzern, Prag und Paris. Studium der Kunstgeschichte in Bern. Arbeitet als Kunstmaler, Publizist und Dozent u. a. an der Zürcher Hochschule der Künste. Mitverfasser und Herausgeber verschiedener Publikationen zu Fotografie, Kunst und Architektur.

Matthias Vogel, geboren 1955. Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturkritik in Zürich, München und Berlin, Forschungs- und Lehraufträge in Zürich, Paris, London, New Haven und New York. Dozent an der Universität Basel und an der Zürcher Hochschule der Künste.

Auf Fotoreportage in Afrika 1955

Wertvolle Zeitdokumente und Schlüssel zum Verständnis des afrikanischen Kontinents im 21. Jahrhundert

 

Fernand Perret

Transafrique – Bilder einer Fotomission

Herausgegeben von Paul Hugger
Mit Texten von Christine Rodeschini und Jürg Schneider

FotoSzeneSchweiz 6

ca. 140 Seiten, Texte deutsch und französisch, etwa 80 -Duplexfotos, Pappband

ca. sFr. 48.–, € 31.80

ISBN 978-3-85791-592-5

Erscheinungstermin unbestimmt

1955 brach der Berufsfotograf Fernand Perret von La Chaux-de-Fonds zu einer fünfmonatigen Reise durch den afrikanischen Kontinent von Algier zum Kap auf. Er begleitete seinen Schwager Henri Mercier, der Sekretär bei der «Mission Suisse dans l’Afrique du Sud» war, und den Schriftsteller Edmond Pidoux. Perrets Aufgabe war es, mit Foto und Film die Missionsarbeiten in Afrika zu dokumentieren. Entstanden sind Schwarz-Weiss-Fotografien von hohem künstlerischem und ästhetischem Wert, die eine grosse Ruhe ausstrahlen und immer auch von Perrets Faszination vom Menschen und seiner Kultur zeugen: Mit vorurteilslosem Blick, nahe dran und dennoch nie aufdringlich, zeigt er die Menschen bei ihren alltäglichen Verrichtungen, ihren Festen und Ritualen sowie das religiöse Leben. Doch auch das «moderne» Afrika mit seinen Fabriken und Handwerksbetrieben fand Eingang in seine Dokumentation. So liefern Perrets Fotografien ein eindrückliches Bild vom Leben der indigenen Bevölkerung Afrikas Mitte des 20. Jahrhunderts.

Fernand Perret, geboren 1915 in La Chaux-de-Fonds. Nach der Ausbildung zum Berufsfotografen in Bern macht er sich selbständig. Als einer der Ersten in der Region wendet er sich der Industriefotografie zu. Aufträge von den Uhrenfabriken der Region sowie den Verkehrsämtern der Kantone Wallis, Tessin und Neuenburg. 1947/1948 eidgenössische Meisterprüfung. Ab 1955 bereist er für das Département mis-sionnaire in Lausanne mehrmals Afrika, später für das Musée d’ethnographie in Neuenburg auch Bulgarien. 1985 übergibt Perret seinen Nachlass von 200 000 Negativen der Stadt La Chaux-de-Fonds, wo er 1995 stirbt.

Briefe von Ausgewanderten aus Nordamerika

«Tiefe Einblicke in Sozialgeschichte und Migrationserfahrung» International Migration Review

«Alles ist ganz anders hier»

Schweizer Auswandererberichte des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten

Herausgegeben von Leo Schelbert und Hedwig Rappolt

Das volkskundliche Taschenbuch 50

Überarbeitete Neuausgabe, 552 Seiten, 26 Illustrationen und Karten, Pappband

sFr. 54.–, € 35.80

ISBN 978-3-85791-582-6

erschienen

Während Jahrhunderten wanderten Europäer in das Gebiet der heutigen USA ein. «Alles ist ganz anders hier» dokumentiert, wie diese Einwanderer nach Hause berichtet haben. Für den Zeitraum von 1704 bis 1887 zeigen die Briefe, Journale und Berichte an die Angehörigen das Leben in der Neuen Welt sehr anschaulich und in seiner ganzen und auch widersprüchlichen Breite. Bauern, Täufer, Handelsleute, Pfarrer, Mönche, pietistische Klosterschwestern, Weinbauern, junge Männer, ganze Grossfamilien aus allen Teilen der Schweiz erzählen von harter Pionierarbeit, von Freiheit und Sklaverei, von Indianern und Goldsuchern, von Ortsgründungen wie Vevay und New Glarus, von Erfolg und Glück, von Elend und Tod.

«Die Berichte sind derart lebensnah und echt, dass man sie in einem Zuge zu Ende liest. Man ist gefesselt, schockiert, ergriffen oder belustigt oftmals alles miteinander.» Neue Zürcher Zeitung

Leo Schelbert, geboren 1929, war zuerst Gymnasiallehrer, dann studierte er in New York amerikanische Geschichte mit Schwerpunkt Einwanderung. 1966 Promotion an der Columbia Universität. Er lehrte von 1963 bis 1969 an der Rutgers Universität in Newark, New Jersey, und nach zwei Forschungsjahren in der Schweiz von 1971 bis 2003 an der Universität von Illinois in Chicago. Er ist Autor und Herausgeber verschiedener Bücher und zahlreicher Artikel und lebt mit seiner Familie in Evanston, Illinois.

Hedwig Rappolt, 1908–1994, war Übersetzerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in Connecticut.

 

Eine Amazone im Gefolge von Napoleon

«Eine fesselnde Lektüre» Neue Zürcher Zeitung

 

 

 

Regula Engel

Frau Oberst Engel

Memoiren einer Amazone aus Napoleonischer Zeit

200 Seiten, Pappband

sFr. 34.–, € 22.80

ISBN 978-3-85791-587-1

erschienen

Das Leben der Regula Engel kennen wir nur von ihr selbst: Im Alter von sechzig Jahren verfasste sie 1821 die «Lebensbeschreibung der Wittwe des Obrist Florian Engel». In dem Bericht führt sie uns an der Seite ihres Gatten, eines Schweizer Offiziers in napoleonischen Diensten, durch ganz Europa, an den Fuss der Pyramiden, in die Schlachten von Austerlitz und Waterloo, wo sie ihren Mann und zwei Söhne verliert und schliesslich selber in Offizierskleidung schwer verwundet ins Hospital gebracht wird.

Regula Engels Lebensbeschreibung ist einer der spannendsten autobio-grafischen Texte der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts, ein ergreifender und oft ergötzlicher Lebensbericht einer höchst vitalen und humorvollen «Frau aus dem Volk».

«Wann liest man schon einmal die Erinnerungen einer Frau, die in Schlachten zog, 21 Kinder zur Welt brachte und von Napoleon ‹meine kleine Schweizerin› genannt wurde?» Münchner Merkur
 

Regula Engel-Egli, 17611853, aufgewachsen in einem Zürcher Waisenhaus, heiratete mit siebzehn Jahren Florian Engel aus Langwies und zog mit dem Schweizer Offizier in Napoleons Diensten durch ganz Europa und Ägypten. Von ihren 21 Kindern sollen nach ihren eigenen Angaben zwei Söhne mit Napoleon nach St. Helena in die Verbannung gegangen sein. Nach dem Tod ihres Mannes reiste sie nach Nordamerika, um in New Orleans ihren sterbenden Sohn zu besuchen. Regula Engel starb verarmt mit 92 Jahren im Zürcher Predigerspital.

Frauenpolitik im 20. Jahrhundert

«Ich war sicher oft unbequem und habe mich dadurch kaum beliebt gemacht» Marie Boehlen

 

Marie Boehlen
10. Todestag: 30. November 2009

Liselotte Lüscher

Eine Frau macht Politik

Marie Boehlen 1911–1999

240 Seiten, 35 Fotos und Dokumente, Pappband

sFr. 34.–, € 22.80

ISBN 978-3-8579-591-8

erschienen

Es ist ein lebenslanger Kampf, den Marie Boehlen nicht nur für die Rechte der Frauen, sondern auch für ihre eigenen führt: Geboren 1911 in Riggisberg im Kanton Bern, arbeitet die Juristin als Jugendanwältin, präsidiert das bernische Aktionskomitee für die Einführung des Frauenstimmrechts und die SP-Frauen Schweiz. Als 1971 in der Schweiz das Frauenstimm- und -wahlrecht eingeführt wird, sitzt Marie Boehlen noch im gleichen Jahr für die SP im Berner Stadtrat, danach im Grossen Rat des Kantons Bern.

Wer war die oft schroff und distanziert wirkende Frau, die nicht davor zurückscheute, sich unbeliebt zu machen, und bis zu ihrem Tod 1999 aktiv blieb? Und wie beeinflusste sie die politische Entwicklung? Gestützt auf Marie Boehlens unveröffentlichte Lebensgeschichte, ihre Briefe und Artikel sowie Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zeichnet Liselotte Lüscher ein vielschichtiges Bild der unermüdlichen Frauenrechtlerin, die sich ganz einfach weigerte, an unveränderbare Realitäten zu glauben.
 

Liselotte Lüscher, geboren 1934, Erziehungswissenschaftlerin. -Sie arbeitete u. a. als Lehrerin, als Mitarbeiterin des Schulamts der Stadt Bern und als Lehrbeauftragte am Pädagogischen Institut der Universität Bern. Von 1993 bis 2008 war sie für die SP im Stadtrat von Bern, seit 2004 ist sie Mitglied der Kantonalen Kommission für Gleichstellungsfragen. Verfasserin des Buches «Geschichte der Schulreform in der Stadt Bern von 1968 bis 1988».

 

Wo Gottfried Keller und Lenin Zeitung lasen

Ein liberales Zentrum für Lektüre: die Museumsgesellschaft und das Literaturhaus Zürich

 

Thomas Ehrsam

Silentium!

Lesen und literarisches Leben in Zürich: Museumsgesellschaft und Literaturhaus

Mit einem Vorwort von Ulrich Pfister und Beiträgen von Richard Reich und Beatrice Stoll

208 Seiten, 44 Abbildungen, Pappband

sFr. 34.–, € 22.80

ISBN 978-3-85791-588-8

November

Mitten im liberalen Aufbruch Zürichs in den 1830er-Jahren gründeten gebildete Bürger und Professoren der jungen Universität die Museumsgesellschaft Zürich mit dem Ziel, eine «umfassende Lese-Anstalt» zu unterhalten. Eine Lesegesellschaft, wie es damals viele gab, doch die Museumsgesellschaft erwarb sich schnell einen Platz unter den bestdotierten und gastfreundlichsten Gesellschaften ihrer Art in Europa.

Thomas Ehrsam erzählt mit der Geschichte dieser Lesegesellschaft eine Geschichte des privaten Lesens des Bürgertums in der Stadt Zürich. In Friedens- wie in Kriegszeiten war sie ein Hort der liberalen Offenheit, was sich in der Anschaffungspolitik der Bibliothek ebenso spiegelt wie in der Aufnahme von Gästen und Emigranten. Joyce, Tucholsky, Lasker-Schüler und viele mehr lasen als Mitglied oder Gast in der Museumsgesellschaft. Die Tradition der Offenheit gilt auch für das vor zehn Jahren von der Museumsgesellschaft -gegründete Literaturhaus, zu dem Richard Reich einen Essay beisteuert.

Thomas Ehrsam, geboren 1954, ist Germanist und Bibliotheksleiter der Museumsgesellschaft Zürich. Er hat über Gottfried Benn promoviert und ist Herausgeber der Tagebücher Thea Sternheims (mit Regula Wyss) und des Briefwechsels Gottfried Benn  Thea Sternheim sowie (zusammen mit Kurt Horlacher und Margrit Puhan) von «Der weisse Fleck. Die Entdeckung des Kongo 1875–1908».
 

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