viceversa

Jahrbuch der Literaturen der Schweiz

Herausgeber Service de Presse Suisse

 

Die drei Ausgaben Viceversa Literatur, Viceversa Littérature und Viceversa Letteratura bilden das Jahrbuch der Literaturen der Schweiz. Viceversa kooperiert mit der Literaturwebsite www.culturactif.ch, der wichtigsten Plattform für die Gegenwartsliteraturen der Schweiz.
Die drei Ausgaben Viceversa Literatur, Viceversa Littérature und Viceversa Letteratura stellen AutorInnen aus den anderen Landesteilen und Sprachen der Schweiz vor. Die Autorendossiers werden in den Buchausgaben deshalb in der Übersetzung veröffentlicht. Die Originaltexte sowie weitere ausgewählte Übersetzungen können auf culturactif.ch abgerufen werden.

Viceversa Letteratura | Viceversa Littérature | Viceversa Literatur!

Vor acht Jahren erschien erstmals ein Jahrbuch der Literaturen der Schweiz: Feuxcroisés. Das redaktionelle Konzept war neu; es hatte zum Ziel, in der Romandie die Literaturen der anderen Sprachregionen der Schweiz bekannt zu machen. Auf Französisch präsentierte es die Literaturen der deutschen, rätoromanischen und der italienischen Schweiz. Bald erklangen auch die Stimmen der Migration, und einen besonderen Platz erhielt von Anfang an die literarische Übersetzung.

Als wichtiges Referenzorgan für den Austausch zwischen den Kulturen und als überaus nützliches Arbeitsinstrument fand Feuxcroisés in der ganzen Schweiz Anerkennung bei Fachleuten und in den Medien. Dennoch ist die Ausstrahlung über die Fachkreise hinaus klein geblieben, und dies, obwohl sich das Jahrbuch – trotz seines anspruchsvollen Inhalts – hütete, einen akademischen Ton anzuschlagen.

Das vom unermüdlichen Leser Jean-Luc Badoux entworfene Projekt erwies sich in den von Engstirnigkeit und Misstrauen gefärbten Neunzigerjahren als wertvoll. Reale oder vermutete Spaltungstendenzen zwischen den schweizerischen Sprachgemeinschaften wurden besonders von den Westschweizer Medien aufgegriffen. Ausserdem fand der Krieg in Jugoslawien seinen Widerhall in der Schweiz, die zahlreiche Flüchtlinge aufnahm. Die Vermittlung der Landessprachen in den Deutschschweizer Schulen sollte bald in Frage gestellt werden. Und zwar von Kreisen, die vom einzigartigen kulturellen Wert dieser «Willensnation», gegründet auf der Vereinigung verschiedener Kulturen und Sprachgemeinschaften, nur wenig Kenntnis haben.

Trotz dieser politischen Dimension war Feuxcroisés von Anfang an und grundsätzlich ein literarisches Projekt. Die Leserschaft hat in jeder Ausgabe die Vielfalt der Literaturen dieses kleinen Landes ermessen können. In acht Jahren und mehr als 2400 veröffentlichten Seiten sind über siebzig Autoren und Autorinnen vorgestellt worden. Manche von ihnen waren in ihrer Sprachregion bereits bekannt, in der frankophonen Welt blieben sie noch zu entdecken. Feuxcroisés hat den unterschiedlichsten Schreibweisen eine Plattform geboten: der vitalen Deutschschweizer Literaturszene wie auch der neu aufblühenden Literatur der italienischen Schweiz, dem einmaligen kulturellen Leben in Romanischbünden ebenso wie Beiträgen von Autoren aus Lateinamerika, Osteuropa und Russland É

Immer wieder haben die Deutschschweizer und Tessiner Medien die Einzigartigkeit von Feuxcroisés hervorgehoben. Es wurde auch bedauert, dass weder die Deutschschweiz – ungeachtet ihrer Grösse – noch die italienische Schweiz – als Minderheit – ein entsprechendes Publikationsorgan hervorgebracht haben. Diese Lücke wird nun gefüllt: Die erste Nummer von Viceversa tritt die Nachfolge von Feuxcroisés an. Von jetzt an erscheint Viceversa Letteratura, Viceversa Littérature und Viceversa Literatur jedes Jahr in drei eigenständigen Ausgaben auf Italienisch, Französisch und Deutsch. Das Projekt stützt sich auf die Erfahrungen von Feuxcroisés und untersteht derselben Organisation, dem Service de Presse Suisse (SPS): Der Name klingt offiziell, und doch ist es eine kleine Organisation. Der SPS wurde 1943 aus Sorge um den nationalen Zusammenhalt gegründet. Bis heute bewahrt er stolz seine Unabhängigkeit, wird dabei jedoch substanziell vom Bundesamt für Kultur unterstützt. Mit Viceversa führt der SPS seine Kernaufgabe weiter: das literarische Schaffen der Schweiz bekannt zu machen, den kulturellen Dialog zu fördern und ganz allgemein das Interesse für die Literaturen der Schweiz über die Sprachgrenzen hinweg zu wecken. In diesem Sinne stellen wir in jeder Ausgabe nur Autorinnen und Autoren aus den jeweils anderen Sprachregionen vor. Deutschschweizer Autoren werden also im französischen und italienischen Jahrbuch präsentiert, nicht aber im deutschsprachigen, damit genug Platz für die anderen Stimmen bleibt. Im Gegensatz dazu beleuchtet eine Rubrik jeweils einen thematischen Schwerpunkt, der für alle Sprach- und Kulturregionen der Schweiz von Interesse ist.

Im zweiten Teil der Nummer lassen wir das Literatur-Jahr in jeder Sprachregion Revue passieren. Um Viceversa als Arbeitsinstrument zu vervollständigen, sind diese Übersichten in allen Nummern enthalten. Weitere Autoren-Porträts können auf der Website des SPS in der Originalsprache konsultiert werden: www.culturactif.ch. Die dreisprachige Website (französisch – deutsch – italienisch) hat sich in den letzten Jahren als wichtigste Plattform für das literarische Schaffen in der Schweiz profiliert.

Viceversa mit seinem aussergewöhnlichen editorischen Konzept bedeutete eine Horizonterweiterung für die Redaktion. Wir freuen uns, diese Nummer nun Ihrem aufmerksamen Blick anzuvertrauen.

Francesco Biamonte

Redaktion Viceversa

Christa Baumberger (verantwortlich Viceversa Literatur), Francesco Biamonte (Projektleitung Viceversa), Aline Delacrétaz, Pierre Lepori (verantwortlich Viceversa Letteratura), Anne-Laure Pella, Arno Renken, Odile Cornuz (verantwortlich Viceversa Littérature).

Übersetzerinnen und Übersetzer von Viceversa Literatur

Jacqueline Aerne, Bernhard von Arx, Christoph Ferber, Annette Kappeler, Andreas Münzner, Maja Pflug, Susanne Spahni, Andrea Spingler, Beat Steinmann, Pia Todorović, Barbara Traber, Irma Wehrli, Mürra Zabel, Daniel Zahno

Viceversa im Internet: www.culturactif.ch/viceversa

viceversa Literatur 5 | 2010

Porträts


Übersetzen

 


Inédits

 

viceversa Literatur 4 | 2010

Porträts

Christian Haller | Von Christa Baumberger
Fleur Jaeggy | Von Erica Durante
Jacques Chessex | Von Martin Zingg, Pierre Lepori, Florian Préclaire und Stefan Zweifel
Anne-Lise Grobéty | Von Valérie Cossy
Arno Camenisch | Von Chasper Pult
Martin Suter | Von Sandrine Fabbri, mit drei literarischen Beiträgen von Joseph Incardona, Tommaso Soldini und Peter Zeindler

Übersetzen

Machida Kô | Von Thomas Eggenberg
Josip Sever | Von Dubravko Pušek
Bergadis | Von Gilles Decorvet

Inédits

Michail Schischkin
Mary-Laure Zoss
Leopoldo Lonati
Melinda Nadj Abonji
viceversa Literatur 3 | 2009

Porträts

Rafik ben Salah | Von Jean-Michel Olivier
Rose-Marie Pagnard | Von Aline Delacrétaz
Frédéric Pajak | Von Christophe Gallaz

Übersetzen

Jürg Laederach | Von Martin Zingg

Fokus

Literatur in der italienischen Schweiz: Realitäten und Visionen

viceversa Literatur 2 | 2008

Porträts

Madeleine Santschi | von Sylviane Dupuis
Epître/Epistel für Madeleine Santschi | von Michel Butor
Philippe Jaccottet | von Pierre Lepori
Jean-Luc Benoziglio | von Aline Delacrétaz
Alberto Nessi | von Isabelle Rüf
Agota Kristof | von Marie-Thérèse Lathion und Erica Durante

Übersetzen

Valère Novarina und Leopold von Verschuer | von Anne Fournier
Christoph Ferber | von Walter Breitenmoser

Thema

Literaturkritik

viceversa Literatur 1 | 2007

Porträts

Pascale Kramer | von Aline Delacrétaz und Pierre Lepori
Maurice Chappaz | von Jean-Louis Kuffer
Vic Hendry | von Renzo Caduff
Corinne Desarzens | von Elisabeth Vust
Aurelio Buletti | von Nathalie Vuillemin
Grisélidis Réal | von Francesco Biamonte

Fokus

Junge Lyrik aus der italienischen Schweiz: eine Begegnung
von Yari Bernasconi und Pierre Lepori
Poesie/Peripherie | von Fabio Pusterla

Übersetzen

Gerda Scheffel/Robert Pinget | von Jean Kaempfer
Friedrich Glauser | von Christa Baumberger

Thema

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