viceversa literatur 5

Jahrbuch der Literaturen der Schweiz 5

Herausgeber Service de Presse Suisse

 304 Seiten, 13 Fotografien + 1 Faksimile, Pappband
CHF 34.; € 26.50
ISBN 978-3-85791-628-1
ISSN 1662-0380

 

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Die fünfte Ausgabe von Viceversa Literatur. Jahrbuch der Schweizer Literaturen ermöglicht erneut Begegnungen mit Gedichten, Erzählungen, Romanen, Essays, Reportagen, Tagebüchern und Autobiografien aus allen vier Landesteilen. Die Romandie ist mit Gaston Cherpillod und Catherine Safonoff vertreten. Aus dem Tessin überrascht uns Giorgio Orelli mit einem Abecedarium, während Claudia Quadri ihre Romane vorstellt. Angelika Overath berichtet von ihrer Arbeit als Schriftstellerin und Reporterin. Beat Mazenauer spricht mit Ernst Burren, und Pedro Lenz erzählt begeistert und begeisternd von seiner Lektüre des Mundartdichters.

Die Schweizer Übersetzerinnen und Übersetzer Irma Wehrli, Prisca Agustoni und Vahé Godel widmen ihre Carte blanche Dichtern aus Amerika, Brasilien und Armenien. Charles Lewinsky, Oscar Peer, Anna Ruchat und Philippe Rahmy wecken Interesse für noch unveröffentlichte Texte. Der Überblick über das «Literatur-Jahr 2010» umfasst Nachrichten aus dem literarischen Leben sowie wichtige Neuerscheinungen aus den vier Sprachregionen.

Die drei Ausgaben Viceversa Literatur, Viceversa Littérature und Viceversa Letteratura bilden
die Vielfalt der Literaturen der Schweiz ab. Viceversa kooperiert mit der Literaturwebsite www.culturactif.ch, der wichtigsten Plattform für die Gegenwartsliteraturen der Schweiz.

Viceversa im Internet: www.viceversaliteratur.ch

War der Slogan von 1968 «Das Private ist politisch», so könnte das Motto des Schweizer Jahrbuchs Viceversa «Das Lokale ist universell» lauten. Alle Autorinnen und Dichter, die Viceversa 5 vorstellt, leben im Spannungsfeld zwischen ihrem (manchmal sehr kleinen) Heimatort und dem Ausland, zwischen Regionalsprache und Weltliteratur.

Angelika Overath lernt Vallader, die Sprache des Bündner Bergdorfs Sent, wo sie mit ihrer Familie lebt, und lässt mit Hilfe des Übersetzungsprogramms ihres Computers «tinta» («Tinte») auf «cun distinta» («hochachtungsvoll») reimen, wenn sie nicht auf Deutsch in ihren Reportagen und Büchern ferne Welten und menschliche Grunderfahrungen wie Liebe und Tod erkundet. Knapp neunhundert Meter tiefer, in der nur wenig grösseren Gemeinde Oberdorf, lotet Ernst Burren in seinem Dialekt die Abgründe der conditio humana aus: Gerade indem er seinen Personen ihre ganz eigene Art zu sprechen zugesteht, gelingen ihm menschliche Porträts, in denen wir uns wiedererkennen.

Giorgio Orelli lässt miterleben, wie eine Misoxer Rotkreuzschwester und Mundartdichterin des frühen 20. Jahrhunderts dem grössten italie-nischen Dichter Dante Alighieri (der sechs Jahrhunderte vor ihr lebte) das Wasser reicht – in einem einzigen Gedicht, dank des Dialektworts «lipelòpa» für «Eidechse». Geografische Orte des Tessins erscheinen in den Romanen von Claudia Quadri verdichtet und zusammengerückt: Ihre Figuren begegnen einander auf kleinstem Raum, der Identität und Wurzeln bedeutet, aber auch das Verlangen nach Ausbruch und Veränderung weckt.

Gaston Cherpillods scharfe Analyse des Gesellschaftsgefälles erwächst aus seiner eigenen Erfahrung als Arbeitersohn in Lausanne, die er in eine einzigartige Kunstsprache giesst, derb und vornehm gedrechselt
zugleich. In verschiedenen Genres umschreibt die Genferin Catherine
Safonoff eine literarische Identität, indem sie Autobiografie und Fiktion vereint und aus dem ganz Persönlichen das menschliche Leben im Allgemeinen umkreist.

So schwirrt aus der so oft schon klein und eng genannten Schweiz, was sinnt, zwitschert, lamentiert, fragt, poltert und dröhnt in der ganzen Welt. Wie aber gelangen umgekehrt die Literaturen und Gedichte der weiten Welt zu uns? Drei Schweizer Übersetzer, die sich ans Grenzenüberschreiten wagen, stellen uns je einen Dichter ihrer Wahl vor: Vahé Godel die Armenierin Mariné Petrossian, Prisca Agustoni den Brasilianer Eustáquio Gorgone de Oliveira und Irma Wehrli den Amerikaner Robert Frost. «Poesie ist, was sich nicht übersetzen lässt», sagte der Letztgenannte, und Übersetzer sind die, welche es trotzdem tun, könnten die drei hinzufügen.

Auch die bisher unveröffentlichten Texte von Charles Lewinsky, Philippe Rahmy und Anna Ruchat verbinden Nahes und Entferntes: unsere Gegenwart mit der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs im Fall von Lewinsky und Rahmy, das schwierige Hin und Her zwischen den Generationen und den Geschlechtern in den von Anna Ruchat erzählten Reisen, Begegnungen und Besuchen.

Literarische Leuchtspuren legen sich nicht nur von der Schweiz in die Welt und umgekehrt, sie verweben sich auch innerhalb der Schweiz von einem Sprachgebiet ins nächste. Der letzte Teil dieses Jahrbuchs lässt Deutschschweizer Bücher entdecken, bespricht aber auch Neuerscheinungen aus der Romandie, dem Tessin und aus Romanischbünden. Ein Blick auf das zeitgenössische Literaturgeschehen der Schweiz, der Lust weckt auf mehr: «L’insieme più importante è il componimento che si sta scrivendo» («Am meisten zählt die Einheit des Werks, das man gerade schreibt»), erklärt Giorgio Orelli, oder, wie Ernst Burren sagt, «s nöchschte schpiu isch s wichtigschte».

 

Für die Redaktion
Ruth Gantert

Porträts
Angelika Overath | Von Christa Baumberger
Gaston Cherpillod | Von Jean-Louis Kuffer, mit Gedichten
von Antonio Rodriguez
Catherine Safonoff | Von Anne-Frédérique Schläpfer
Giorgio Orelli | Abecedarium, mit einer Einführung
von Yari Bernasconi
Claudia Quadri | Von Pierre Lepori
Ernst Burren | Von Beat Mazenauer und Pedro Lenz

Übersetzen
Carte blanche für Irma Wehrli
Carte blanche für Vahé Godel
Carte blanche für Prisca Agustoni

Inédits
Charles Lewinsky
Oscar Peer
Philippe Rahmy
Anna Ruchat

Das Literatur-Jahr 2010
Chronologie

Kurzkritiken, Deutschschweiz
Von Christa Baumberger, Ruth Gantert, Charles Linsmayer, Christine Lötscher, Beat Mazenauer, Daniel Rothenbühler und Bettina Spoerri

Kurzkritiken, Französische Schweiz
Von Francesco Biamonte, Christian Ciocca, Françoise Delorme, Céline Fontannaz, Elisabeth Jobin, Pierre Lepori, Anne Pitteloud, Marion Rosselet, Pierre Starobinski, Brigitte Steudler und Elisabeth Vust

Kurzkritiken, Italienische Schweiz
Von Yari Bernasconi,
Roberta Deambrosi, Pierre Lepori und Francesca Puddu
Kurzkritiken, Romanischbünden | Von Mevina Puorger

Medienecho
Ins Deutsche übersetzte Bücher aus der Schweiz im Jahr 2010

Viceversa Literatur und Überblick Feuxcroisés (19992006)
Die Redaktion Viceversa
 

Redaktion Viceversa

Ruth Gantert (rg) ist Projektleiterin von Viceversa und verantwortlich
für die deutsche Ausgabe von Viceversa. Sie arbeitet als Dozentin
für Französisch an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen.

Yari Bernasconi (yb) ist verantwortlich für die italienische Ausgabe
von Viceversa und doktoriert über Giorgio Orelli. Er ist Künstlerischer
Leiter des Service de Presse Suisse.

Marion Rosselet (mr) ist verantwortlich für die französische Ausgabe
von Viceversa und für die Literatur-Website culturactif.ch. Sie arbeitet bei den Éditions d’en bas.

Francesco Biamonte (fb) ist mitverantwortlich für die französische Ausgabe von Viceversa. Er war bis Ende 2010 Projektleiter von Viceversa, Geschäftsführer des Service de Presse Suisse und Verantwortlicher der Literatur-Website culturactif.ch. Seit Anfang 2011 ist er Musikredakteur beim RSR.

Christa Baumberger (cb) arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern und unterrichtet Literaturwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Céline Fontannaz (cf) lebt und arbeitet als Journalistin in Zürich.

Pierre Lepori (pl) lebt als Autor und Journalist in Lausanne, wo er die
Zeitschrift Hétérographe, revue des homolittératures ou pas: herausgibt.

Anne-Laure Pella hat mehrere Jahre in der Kulturvermittlung gearbeitet.
Sie forscht als wissenschaftliche Assistentin am Centre de traduction
littéraire der Universität Lausanne.

Arno Renken arbeitet als Oberassistent am Deutschen Seminar der Universität Lausanne und forscht im Bereich der Übersetzungswissenschaft.

Mathilde Vischer ist literarische Übersetzerin und Redakteurin der Revue
de Belles-Lettres. Sie arbeitet im Verlagswesen in Genf.

Mitarbeit Viceversa Literatur: Jörg Hüssy.

Übersetzerinnen und Übersetzer von Viceversa Literatur

Christa Baumberger, Ruth Gantert, Jörg Hüssy, Franziska Kristen,
Katja Meintel, Bettina Müller Renzoni, Claudia Müller, Barbara Sauser,
Yla M. von Dach, Irma Wehrli und Gabriela Zehnder.

Übersetzerinnen und Übersetzer von Viceversa Littérature

François Conod, Ursula Gaillard, Vahé Godel, Marion Graf, Marielle
Larré, Pierre Lepori, Camille Luscher, Yves Rosset, Christian Viredaz,
Véronique Volpato.

Übersetzerinnen und Übersetzer von Viceversa Letteratura

Prisca Agustoni, Yari Bernasconi, Walter Breitenmoser, Emanuela
Cavallaro, Sandra Clerc, Gabriella de’Grandi, Roberta Gado, Yari Moro,
Calogerino Oliva, Monica Pavani, Anna Pensa, Marcella Pult,
Antonella Vassena Brubacher.

Lektorat von Viceversa Literatur: Liliane Studer

Fotografinnen

Yvonne Böhler fotografierte Ernst Burren, Gaston Cherpillod, Vahé Godel, Giorgio Orelli, Angelika Overath, Oscar Peer, Claudia Quadri, Philippe Rahmy, Anna Ruchat, Catherine Safonoff und Irma Wehrli.

Jaqueline Fonseca fotografierte Prisca Agustoni und Palma Fiacco fotografierte Charles Lewinsky

Pressestimmen / Rezensionen

«‹Viceversa literatur 5› baut mit seinen Porträts von Ernst Burren, Gaston Cherpillod, Giorgio Orelli, Claudia Quadri und Catherine Safonoff sowie mit seinen Inédits von Charles Lewinsky, Oscar Peer, Philippe Rahmy und Anne Ruchat seinen Spannungsbogen genau zwischen diesen beiden Gedankenkernen auf in der Frage, wie sehr ein Text jener Sprache gehören muss, der er entsprungen ist.» Neue Zürcher Zeitung

«Als epochales Ereignis in Sachen Vermittlung und Übersetzung darf die Präsentation des deutsch, französisch und -italienisch -publizierten Jahrbuchs ‹Viceversa› verbucht werden, das künftig alljährlich -jede Sprachregion umfassend über das Literatur-ge-schehen in den drei anderen informiert.»  Der Bund

«Guardano dentro se stesse, nel cuore pulsante dei particolarismi linguistici e culturali da cui provengono, e in cui si alimentano. -Rivolgono il loro sguardo oltre i suoi antichi incerti confini, sulla straniante realtà del ventunesimo secolo che la assedia. Sono
le voci di una Svizzera che si racconta nelle lingue e nelle forme, narrative, poetiche, drammaturgiche, di cui si compone la sua -eterogenea letteratura. Una letteratura svizzera tutta da scoprire
e raccolta anche per l’annata 2009 in un volume, Viceversa 4.»  La Regione

«‹Viceversa›, das Jahrbuch der Literaturen der Schweiz, präsentiert auf informative und Neugier stiftende Weise die Literatur der anderen Sprachregionen der Schweiz. Fast schon guter Brauch -inzwischen, längst unentbehrlich, ist das Dossier zu Fragen der Übersetzung. Zu rühmen sind auch die Qualitäten als Nachschlage-werk: ‹Viceversa› bietet einen ausgezeichneten Überblick über
die literarischen  Neuerscheinungen mit Résumés, kurzen Besprechungen und Beispielen zur Rezeption in den Medien. Von einer wohltuenden Präzision.»  Neue Zürcher Zeitung

«En introduisant la fiction dans cette quatrième livraison, la
revue Viceversa Littérature varie les approches. Son but: donner chaque année un reflet le plus complet possible de la création -littéraire, dans les langues nationales et celles des étrangers qui ont choisi la Suisse. Elle paraît en français, en allemand et en -italien et fait la part belle aux traducteurs, sans lesquels la Suisse littéraire n’exis-terait pas.»  Le Temps

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