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«Alles ist ganz anders hier» Schweizer Auswandererberichte des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten Herausgegeben von Leo Schelbert und Hedwig Rappolt Das volkskundliche Taschenbuch 50 Überarbeitete Neuausgabe 2009 552 Seiten, 26 Illustrationen und Karten, Pappband ISBN 978-3-85791-582-6 |
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Aus Sursee und Aarau, aus Bern und Gelterkinden, aus Zwei-simmen, Zürich, Hallau, Teufen … es gibt kaum einen Ort in der Schweiz, aus dem nicht Menschen nach «Amerika» aufgebrochen wären. Manchmal aus Unternehmungslust, manchmal von Behörden ‹entsorgt›, aber meist aus Not haben diese Menschen ihr Glück im Gebiet der heutigen USA gesucht. «Alles ist ganz anders hier» dokumentiert, wie diese Ein-wan-derer nach Hause berichtet haben. Für den Zeitraum von 1704 bis 1887 zeigen die Briefe, Journale und Berichte an die Angehörigen das Leben in der Neuen Welt sehr anschaulich und in seiner ganzen und auch widersprüchlichen Breite. Bauern, Täufer, Handels-leute, Pfarrer, Mönche, pietistische Klosterschwestern, Wein-bauern, junge Männer, ganze Grossfamilien aus allen Teilen der Schweiz erzählen von harter Pionierarbeit, von Freiheit und Sklaverei, von Indianern und Goldsuchern, von Ortsgründungen wie New Glarus und Sankt Meinrad, von Erfolg und Glück, von Elend und Tod. «Die Berichte sind derart lebensnah und echt, dass man sie in einem Zuge zu Ende liest. Man ist gefesselt, schockiert, ergriffen oder belustigt – oftmals alles miteinander.» Neue Zürcher Zeitung |
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Vorwort zur Neuausgabe Vorwort zur Erstausgabe Auswandererberichte als historische ZeugnisseERSTER TEIL: BERICHTE AUS DEM 18. JAHRHUNDERT I. Auswanderung als Unternehmertum Franz Ludwig Michel, Maryland, 20. Mai 1704
II. Nachrichten aus New Bern, North Carolina Hans Rüegsegger, North Carolina, 7. April 1711 III. Für und wider Purrysburg, South Carolina Andreas Klaffter, South Carolina, 8. Juli 1733
IV. Wegzug ins Neue Land Heinrich Näf, London, 30. September 1734 V. South Carolina, bemängelt und gepriesen Hans Ulrich Giezendanner, South Carolina, 23. April 1737 VI. Drei Unterstützungsgesuche aus South Carolina Pierre Rodolph May, South Carolina, 29. November 1737
VII. Pennsylvania im Urteil von Frauen Esther Werndli, Pennsylvania, 24. November 1736 Esther Werndli, Pennsylvania, 4. Dezember 1737 Anna Thommen, Pennsylvania, 12. Oktober 1743 Barbara Börlin, Pennsylvania, 1. November 1740 Barbara Börlin, Pennsylvania, 20. Oktober 1748
VIII. Pennsylvania im Urteil von Männern Durs Thommen, Pennsylvania, 20. Oktober 1736 Durs Thommen, Pennsylvania, 3. Oktober 1737 7 Hans Georg Gerster, Pennsylvania, 20. Dezember 1737 Hans Georg Gerster, Pennsylvania, 4. November 1740 Nicht gezeichnet, Pennsylvania, 1752 Nicht gezeichnet, Pennsylvania, 1752 Johannes Hänner, Pennsylvania, 23. August 1769
IX. Zwei Rückkehrer aus South Carolina Hans Trachsler, Zürich [1738] Hieronymus d’Annone, Bericht über Hans Gasser, Basel, 23. August 1756
ZWEITER TEIL: BERICHTE AUS DEM 19. JAHRHUNDERT
I. Die Überfahrt: Vier Berichte Nicht gezeichnet, von Der Helder, Niederlande, nach Pennsylvania, 1806 Matthias Dürst, von Diesbach, Schweiz, in die Niederlande, 1845 Nicht gezeichnet, von Le Havre, Frankreich, nach Missouri, 1848 Samuel Mori, von Bern nach Kentucky, 1885
II. Weinbauern am Ohio Jean Jacques Dufour, Jr., Kentucky, 1799 Jean Jacques Dufour, Sr., Kentucky, 13. Januar 1801 Jean François Dufour, Indiana, 1810 L. Gex Obousier, Indiana, 31. Januar 1815 Nicht gezeichnet, Indiana, 22. Mai 1825
III. Handels- und Berufsleute Ein Finanzmann Guillaume Merle d’Aubigné, South Carolina, 8.–20. November 1816 Guillaume Merle d’Aubigné, South Carolina, 4. Dezember 1816 Guillaume Merle d’Aubigné, South Carolina und Georgia, 1816–1817 Ein geschulter Berichterstatter Arnold Howard, Maryland und Ohio, 1825 Ein Apotheker Nicht gezeichnet, Missouri, ohne Datum Nicht gezeichnet, Missouri, 29. April 1849 Nicht gezeichnet, Missouri, 20.–22. Mai 1849 Nicht gezeichnet, Missouri, 20. Juli–16. August 1849 Ein Handelsmann-Gehilfe «Auguste Lenz», Texas, 1875–1877
IV. Bauern im Mittleren Westen Salomon Köpfli, Illinois, 11. Dezember 1831 Salomon Köpfli, Illinois, 13. Mai 1833 David Niederhäuser, Ohio, 15. Januar 1834 David Niederhäuser, Ohio, 25. Januar 1835 Peter Sprünger, Indiana, 2. April 1860
V. Einwanderer religiöser Ausrichtung Ein reformierter Pfarrer Wilhelm Streißguth, Wisconsin, 2. September 1850 Ein Pietist Niklaus Frankhauser, Ohio, 29. März 1852 8 Ein Taufgesinnter Abraham Ramseier, Indiana, 12. Februar 1853 Benediktiner-Mönche Ulrich Christen und Beda O’Connor, Indiana, 27. Februar 1853 Martin Marty, Indiana, 1. Januar 1861 Ein Mormone Bartholomäus Kellenberger, Utah, 1873–1880
VI. Tessiner im Fernen Westen Giovanni Monti, Nebraska Territory [Wyoming], 25. April 1857 Antonio Beda, California, 8. Mai 1879 Caterina Sciaroni, California, · 27. Dezember 1882 Elvenia Cadlolo, California, 21. April 1906
VII. Auf der Suche nach Gold, Kupfer und Silber Gustav Schlaefly, California, 5. und 7. Juni 1850 J. St., California, 12. Januar 1851 Frank Bieler, Michigan, 19. Februar 1858 Traugott Hagenbuch, Arizona, Frühjahr 1887
Quellen |
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«Wer das Glück hat, findet Gold; wer keins hat, der kann an dieser Stelle vor Hunger sterben.» J. St., California Kalifornien, am Fettaflus an der Sautfork in Strengthaun23 den 12. Janner 1851 Liebe Eltern und Geschwister! Der Brief, welchen ich Euch am 19. Mai 1850 geschrieben habe, und in dem ich Euch einen Theil meiner Reise und meine Ankunft in den Goldminen meldete, hoffe ich, werde richtig in Eure Hande gekommen sein. Den 25. Mai nahmen unserer 7 Mann ein Stück von 170 Schritt lang vom Flusse in Empfang. Unsere Aufgabe war nun, das Wasser des Flusses abzuleiten und das Flusbett auszubeuten, weswegen wir auch 7000 Quadratfus Dielen sagten und daraus einen Kanal, hier Flum [flume] genannt, anzufertigen suchten. Diesen Kanal machten wir 10 Fus breit und 10 Fus tief, was uns eine Arbeit vom 25. Mai bis 10. August verursachte, bis wir das Wasser in unserm Flum hatten. Mit dieser so mühsamen Arbeit aber hatten wir doch wenig ausgerichtet, denn noch stand das Wasser im Flusbett so tief, das wir wenig Erspriesliches hervorbringen konnten. Oben und unten an unserem Standort fanden wir sehr wenig Gold. Diese Arbeit wurde uns endlich so zur Last, das unserer vier die Ranzen schnallten und eine Reise von 100 Meilen ins Gebirge vornahmen. Auf dieser Reise überschritt ich Mitte August die höchsten Gebirge Kaliforniens, die noch mit Schnee und Eis bedeckt waren. Nach einer mühsamen Reise kamen wir glücklich am Hapsgenbach an, genannt von einem Mann, Namens Hapsgen , welcher 3 Wochen vorher zuerst dahin kam und ihm sogleich den Namen gab. Noch nie war diese Gegend von Weisen bereist. Dieser Bach war durch seinen Goldreichtum schon berühmt, was auch uns dahin zog. Wer das Glück hat, findet Gold; wer keins hat, der kann an dieser Stelle vor Hunger sterben! Wir brachten drei Tage hier zu. Am ersten Tage fanden wir nichts; am zweiten Tage fanden wir aber in Zeit von zwei Stunden für 102 Thaler Gold und am dritten gab es wieder nichts. Nun musten wir den Bach verlassen, weil wir keine Lebensmittel mehr hatten und keine erhalten konnten. Fünfzehn Meilen musten wir wieder zuruck, bevor wir nur unsern Hunger stillen konnten. (…) 23 Der Feather River (Rio de las Plumas) wird durch drei Arme: North, Middle und South Fork bei Oroville gebildet; Strengtown ist wohl eine jener ephemeren Siedlungen, die mit der Erschopfung der Goldminen ebenso rasch verschwanden, wie sie entstanden waren; vgl. dana, The Sacramento (Anm. 21), S. 125. |
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«Die Berichte sind derart lebensnah und echt, dass man sie in einem Zuge zu Ende liest. Man ist gefesselt, schockiert, ergriffen oder belustigt – oftmals alles miteinander.» Neue Zürcher Zeitung «In allem bringt einem die Lektüre des vorliegenden Buches unmittelbar und lebensnah einen nachhaltigen Eindruck von den unzähligen Auswandererschicksalen; man erfährt Geschichte für einmal gewissermassen von der Basis der direkt Betroffenen her. Was sonst in Geschichtsbüchern nur zahlenmässig als «Ein- oder Auswanderströme» erscheint, beginnt hier plötzlich in einzelnen Personen zu reden, sich – zum Teil ungelenk und mit zahlreichen Fehlern – zu artikulieren. Quellenbände wie dieser, von denen es leider viel zu wenige gibt, ersetzen zwar das Geschichtsbuch nicht, aber sie sind mehr als eine Ergänzung dazu.» Vaterland «Die Lektüre der in dem Band versammelten Auswandererberichte ist ein heilsames Mittel gegen die Gefahr eines neuen nationalen Starrsinns.» Neue Zürcher Zeitung «Die persönlichen und packenden Berichte sind auch für Laien aufschlussreich.» Tages-Anzeiger Der umfangreiche Band bietet vieles: dem interessierten Laien eine Lektüre, die ihn fesseln und ergreifen wird, dem Historiker jeglicher Richtung eine Fülle von zeitgenössischen Dokumenten, dem Volkskundler und Ethnologen aber wichtige Einsichten in das Phänomen der Auswanderung, der Entwurzelung, der Integration, des Kulturkontakts und -konflikts, um nur einige Stichworte zu nennen. Die Texte sind vorzüglich aufgeschlüsselt, ein Personen- und ein Ortsregister erlauben eine rasche Orientierung, und einige zeitgenössische Abbildungen bieten eine Einstimmung. Angesichts der Bedeutung der Auswanderung (vor allem nach den Staaten) für die Kultur- und Sozialgeschichte unseres Landes kann ich nur hoffen, dass möglichst breite Kreise diese Publikation beachten und verwenden werden. Schweiz. Archiv f. Volkskunde «Achtzig Dokumente, die sich lesen wie ein Abenteuerroman inszenierter Realitäten.» Schweizer Monatshefte |
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