Laure Wyss – Ein Schreibleben

Ein Film von Ernst Buchmüller

Video 53 Minuten
ISBN 3-85791-339-8

 

vergriffen

 

Laure Wyss 

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An der Buchmesse 1998


In der Küche in Mornac


In Mornac am Meer


I n Stockholm

Der Bund vom 22. Oktober 1999

«Schreibleben»

Ernst Buchmüller legt ein eindrückliches Filmporträt der Journalistin und Autorin Laure Wyss vor.

Was einen am stärksten berührt, ist der Charme, die Ausstrahlungskraft dieser Frau, die direkt, ungekünstelt, unverkrampft ihr Leben erzählt und die dennoch in jedem Augenblick ihre Würde wahrt und in keiner Weise mit ihrem Alter kokettiert.

Ob das ganz junge Bieler Mädchen auf den eingestreuten Fotos, ob die Frau um die fünfzig, sechzig in den TV-Sendungen der Gründerzeit, ob die Sechsundachtzigjährige in den eigentlichen Gesprächsszenen: immer ist dieses Gesicht von einer lebendigen, intensiven Schönheit, die sich nicht an kosmetischen, sondern an geistigen, seelischen Kategorien misst. Und was der Film von Ernst Buchmüller an Erzählerischem letztlich leistet, ist ganz einfach das: die Neugierde zu befriedigen, die dieses schöne alte Gesicht in uns auslöst, zu zeigen, was dahinter steht, was für ein bewegtes, reiches, aktives Leben in diesen markanten Zügen seine Spuren hinterlassen hat.

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Laure Wyss erzählt unprätentiös, ihre eigentlichen Leistungen eher herabmindernd als ins Licht setzend, und doch gewinnt der Bericht gerade dadurch seine Glaubwürdigkeit und Authentizität. So ist nirgends explizit von ihrem «linken» Engagement die Rede, aber beiläufig erzählt sie einmal, wie sie schon als Studentin in Paris alle Strophen der «Marseillaise» auswendig singen konnte. Und für Berlin 1935/36, für ihr Studium in Hitlers Reichshauptstadt, sucht sie keine Rechtfertigungen, sondern erzählt nur ganz nebenbei, wie sie, ohne wirklich Talent dafür zu haben, bei einem jüdischen Musiker Cellostunden nahm, nachdem dieser aus rassistischen Gründen ein berühmtes Streichquartett hatte verlassen müssen.

Buchmüller und sein hervorragendes Kamerateam geben der Porträtierung einen sanft-belebten, ruhigen Rhythmus und kontrapunktieren und illustrieren das Erzählte virtuos mit bildhaften Elementen: mit dem Wogen des Atlantiks z. B., den ins Monumentale vergrösserten Tastaturen von Schreibmaschinen, den Fingern, die darauf tippen, den charaktervollen alten Händen - und immer wieder mit diesem eindrucksvollen Gesicht, aus dem die Kraft einer wachen, intelligenten, wahrhaft emanzipierten, auch durch das Alter nicht gebeugten Frau und Schriftstellerin herausleuchtet.

Charles Linsmayer
© Der Bund

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