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Emil Zopfi Spurlos
2007, 220 Seiten, gebunden Bergführerin Andrea Stamms zweiter Fall Nomination für den Deutschen Krimipreis «Der Glauser» 2008 Andrea Stamms erster Fall: Steinschlag Andrea Stamms dritter Fall: Finale |
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Spurlos verschwindet ein Mann in den Bergen. Andrea Stamm hat ihn zum letzten Mal gesehen, nachdem sie ihm seinen letzten Wunsch, ihn auf den Berg zu begleiten, erfüllt hatte. Für die Bergführerin könnte es heikel werden, wenn der Verband seine Drohung, sie auszuschliessen, wahrmacht. Andrea begibt sich auf die Suche – ohne Erfolg. Sie begegnet dem einsamen Jungen Magnus, der durch die Berge streift und vom Meer träumt. Und sie erhält Unterstützung beim Arzt Daniel Meyer, der ebenfalls auf Spurensuche geht. Die «gute alte Zeit» findet er im Bergdorf nicht mehr, dafür einen korrupten Gemeindeverwalter und Mobilfunkantennen im Glockenturm. Machen sie wirklich die Menschen krank, wie Anita, die krebskranke Wirtin und Künstlerin behauptet? Daniel Meyer sucht nach Erklärungen für das Unerklärbare – und nach seiner grossen Liebe. Nach «Die Wand der Sila» und «Steinschlag» ist «Spurlos» der dritte Band der Sila-Reihe und der zweite mit der Bergführerin Andrea Stamm. «Steinschlag» wurde 2005 von Judith Kennel verfilmt. |
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Ein Stein fiel, hoch über ihm in der Wand. Magnus erschrak, duckte sich hinter einem Block. Seine Knie zitterten. Vorsichtig hob er den Kopf, zog den Feldstecher aus dem Futteral, stützte die Ellbogen auf und suchte den Berg ab. Eine Gestalt glitt wie eine Spinne am seidenen Faden durch die Felswand in die Tiefe. Metall klirrte, als sie sich anklinkte, am Seil zog. Es löste sich, kringelte über Absätze und Stufen, Steine rieselten herab. Dann hüpfte die Spinne wieder weg vom Fels, schwebte in die Tiefe, landete in einer Scharte des Grates, der von der Wand gegen das Joch zog. Eine Frau in gelber Windjacke. Leicht setzte sie über die Zacken und Türme des Grates hinweg. Ein Tanz über dem Abgrund. Magnus stockte der Atem. Sonnenlicht fiel unvermittelt durch ein Wolkenloch, die gelbe Jacke leuchtete auf. Dann verschwand sie hinter einer Kante. Magnus suchte mit dem Feldstecher den Grat ab, glaubte, sie sei gestürzt. Da schwang sie sich über die Kante, direkt über ihm. Er hörte ihren Atem, das Klirren der Karabinerhaken an ihrem Gürtel. Er zog den Kopf ein, schob den Feldstecher ins Futteral. Gelegentlich hatte er Bergsteiger beobachtet, wenn er durch die Gegend streifte. Keiner bewegte sich so leicht und so sicher wie die kleine Frau. Wie eine Artistin im Zirkus, den er mit seiner Mutter besucht hat, unten in Pratt. Mit einem Sprung setzte sie über eine Scharte, balancierte mit ausgebreiteten Armen auf der Gratschneide, hüpfte über Zacken hinweg, als spiele sie Himmel und Hölle. |
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| «Zopfis packende Fabulierlust bestätigt sich
nicht nur am Berg. Er verflicht ebenso gekonnt wie unterhaltsam mehrere
Handlungsstränge und entwickelt seine Figuren auf überzeugende Art.» Neue
Zürcher Zeitung
«Wie Zopfi mit einfachsten sprachlichen Mitteln die ungemütliche Stimmung eines vom Tourismus beelckten Bergdorfs oder einer heruntergekommenen Alphütte, aber auch die Faszination des Klettersprot, die Ängste und die rauschhaften Freiheitsgefühle bei schwierigem Aufstieg vermittelt, das macht ihm so schnell keiner nach.» Basler Zeitung «Ein spannender und ebenso schlichter, sinnlicher Roman.»
Biel-Benkemer
«Mit dem Kriminalroman ‹Spurlos› legt der Alpinist und Schriftsteller Emil
Zopfi einen spannenden Fall vor. Charaktere und Stimmungn in den Bergen kann
Zopfi meisterhaft beschreiben, denn der Alpinist, der immer noch im 8.
Schwierigkeitsgrad klettert, weiss, wovon er spricht. So schnell steigt ihm
da keiner nach.» Der Landbote «Geschickt verwebt Zopfi die verschiedenen Stränge in 73 Szenenfolgen zu
einem starken Bergseil.» SBD. bibliotheksservice
«Eine Mischung aus Flüchtlingspolitik, Technikkritik und
Immobilienspekulation, garniert mit einer Liebesgeschichte und erzählt vor
einer Bergkulisse: Das klingt nach einem Roman, der simple Klischees
bedient. Emil Zopfi entgeht dieser Falle. Erstens kennt der Autor die
Bergwelt zu gut, er kann mit detailreichen Schilderungen Spuren hineinlegen,
die mehrdeutig bleiben. Ob das Verlorene ‹die gute alte Zeit› war, steht bei
Zopfi stets in Frage. Ausserdem ist der Romn raffiniert aus drei
Perspektiven erzählt: Andres, Magnus und Daniel, wobei sich diese
gelegentlich treffen. Ob für immer, bleibt offen.» St. Galler Tagblatt |
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