Derborence
Charles Ferdinand Ramuz

Derborence

Roman

Übersetzt von Hanno Helbling

200 Seiten, Leinen bedruckt
3. Aufl., März 2021
SFr. 28.–, 24.– € / eBook sFr. 19.90
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978-3-85791-439-3

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«Einer der grössten Erzähler Europas.» Die Zeit

Nach seiner Heirat mit Thérèse geht Antoine wie die anderen Männer des Dorfs auf die Alp Derborence. Dass seine Frau schwanger ist, weiss er nicht.

Dann begräbt ein gewaltiger Bergsturz Weiden, Tiere, Hütten und Menschen unter sich, keiner der Männer scheint überlebt zu haben. Im Dorf wird verängstigt gemunkelt, dass der Teufel seine Hand im Spiel habe und die unruhigen Toten ohne christliche Bestattung nun als Gespenster durch Derborence irrten …

Zwei Monate später taucht Antoine im Dorf auf. Er hat in einer halbzerstörten Berghütte überlebt und konnte sich befreien. Kaum erkennt ihn seine Frau Thérèse, das Dorf hält den abgemagerten und verwirrten Mann für einen Geist, einer schiesst auf ihn.

Aber Thérèse lässt sich davon nicht abschrecken. Als Antoine sich erneut in die Berge zurückzieht, folgt sie ihm, um ihn zu den Lebenden zurückzuholen.

«Einer der schönsten und gehaltvollsten Romane des Dichters Ramuz.» Schweizer Feuilletondienst

Charles Ferdinand  Ramuz
© KEYSTONE/ROGER VIOLLET/Gaston Paris

Charles Ferdinand Ramuz

«Ich bin 1878 zur Welt gekommen, aber sagen Sie es nicht. Ich bin als Schweizer zur Welt gekommen, aber sagen Sie es nicht. Sagen Sie, dass ich im Pays-de-Vaud zur Welt gekommen bin, einem alten savoyischen Land – das heißt dem Languedoc, dem französischen Sprachraum zugehörig –, und an den Ufern der Rhone, unweit ihrer Quelle. Ich habe Altphilologie studiert; sagen sie es nicht. Sagen Sie, dass ich bestrebt war, kein Altphilologe zu sein, was ich im Grunde nicht bin, sondern ein Enkel von Winzern und Bauern, und es war mein Wunsch, ihnen Ausdruck zu geben. Doch ausdrücken heißt erweitern. Mein tiefstes Bedürfnis ist es, zu erweitern ... Ich bin ganz jung nach Paris gekommen; in Paris und wegen Paris habe ich mich kennen gelernt. Während zwölf Jahren habe ich jedes Jahr wenigstens einige Monate in Paris verbracht; und die Reisen von Paris heim und von daheim nach Paris sind meine einzigen Reisen geblieben! (Außer jener, die ich aus Religion unternommen habe, der Rhone nach bis ans Meer, mein Meer.)»

Ramuz war mit Mitteilungen über seine Person äusserst sparsam. In seinem Tagebuch, das er vor der Veröffentlichung überarbeitete, findet man nur wenige Hinweise auf sein Privatleben. Sein umfangreicher Briefwechsel gibt nur Aufschluss über seine literarischen Projekte und über das kulturelle Leben der damaligen Westschweiz.

Ramuz wurde am 24. September 1878 in Lausanne geboren; sein Vater hatte ein Kolonialwarengeschäft und war später Weinhändler. Nach dem Collège classique besuchte Ramuz das Gymnasium und liess sich 1896 in der philosophischen Fakultät einschreiben. Ein Aufenthalt in Karlsruhe hinterliess wenig Erinnerungen, dafür den Entschluss, Dichter zu werden. Nicht ohne Schwierigkeiten erhielt er vom Vater die Erlaubnis, seine Studien in Paris fortzusetzen, um eine Doktorarbeit über den Dichter Maurice de Guérin zu schreiben. Daraus wurde nichts, dafür fand er sich in Paris als Dichter. Mehr als zehn Jahre verbrachte er – mit längeren Unterbrüchen – in Paris. Dort lernte er auch seine Frau kennen, die Malerin Cécile Cellier. Im Krieg lernte er Igor Strawinsky kennen; aus ihrer Zusammenarbeit entstand die «Histoire du Soldat».

Von 1926 an veröffentlichte der Pariser Verlag Grasset seine Werke. 1936 erhielt er den Grossen Preis der Schweizer Schillerstiftung. Ramuz starb am 23. Mai 1947 in Pully bei Lausanne.

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Hanno Helbling

Hanno Helbling

1930–2005, geboren in Zuoz, Engadin. Schulen und Studium in Zürich, Promotion in Geschichte, Deutscher Literatur und Vergleichender Literaturgeschichte 1953. Weitere Studien in Neapel, München, Rom bis 1956. Verlagslektor in Zürich bis 1958. Redaktor der Neuen Zürcher Zeitung von 1958 bis 1995; Leiter der Feuilletonredaktion von 1973 bis 1992. Seit 1994 in Rom.

Publikationen zur Geschichtstheorie, zu spätmittelalterlicher Geistesgeschichte und neuester Kirchengeschichte; Essays zu literarischen Themen. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; Ehrendoktor der Universität Freiburg.

Übersetzungen, vorwiegend lyrischer Texte, aus dem Französischen (Charles Ferdinand Ramuz, Benjamin Constant, Marcel Proust), Englischen (William Shakespeare, W. H. Auden) und Italienischen (Giacomo Leopardi, Eugenio Montale, Giuseppe Ungaretti, Giorgio Caproni, Mario Luzi, Dino Campana, Fabio Pusterla).

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Textauszug 1. Kapitel

Die Zeit, 12. April 2021
ekz Bibliotheksservice, 21. April 2021
Buchtipp Buchhandlung Caligramme, Mai 2021
feuilletonscout.com, 18. Juni 2021
SRF Literaturclub, 29. Juni 2021
trouvailleslitteraires.de
Book Gazette, 30. September 2021
Murmann Magazin, 6. Oktober 2021


«So ist ‹Derborence› nicht allein eine der schönsten und gehaltvollsten Erzählungen des Dichters Ramuz – es ist darüber hinaus auch ein Buch, das reich ist an vitalen und spirituellen Bezügen, die den Leser zum Innehalten und Nachdenken anzuregen vermögen.» Schweizer Feuilleton-Dienst

«In einer Sprache, die sich nicht an den Massstäben klassischer Literatur orientiert, sondern das Fühlen und Denken der Leute in der ihnen eigenen Weise zu beschreiben versucht, die sich also am ‹Volksmund› schult, erzählt Ramuz, wie Antoine in eine Welt zurückkehrt, in die er sich erst wieder zurückfinden muss.» St. Galler Tagblatt

«Am stärksten beeindrucken die Landschaftsbeschreibungen: Ramuz zählt zu den Schriftstellern, die es meisterhaft verstanden haben, die Natur und Naturstimmungen zu beschreiben.» Schul- und Gemeindebibliotheken Kt. Luzern

«Das Buch ist ein ergreifendes menschliches Dokument und zugleich eine reife literarische Leistung.» Brückenbauer

«Lesen Sie selber dieses stupend schöne und schön gemachte, in Leinen gebundene Buch.»  Die Zeit

«Dass dieser Stoff hervorragendes Material für einen Film bildet, leuchtet ein und geschah 1985 auch unter der Regie von Francis Reusser. Aus ihm hochklassige Literatur zu machen, bedarf größerer Kunst. C.F. Ramuz, mehrfach favorisierter Literaturnobelpreisträger und Gewinner des Großen Preises der Schweizer Schillerstiftung, gelingt auf knapp 200 Seiten dieses Kunststück. Ohne falsches Pathos, überbordender Action oder schwülstiger Liebesromanze schafft er stärkere Bilder als jeder Film es könnte.»  Barbara Hoppe, feuilletonscout

«Ramuz beschreibt eine archaische Welt mit Menschen, die den Naturgewalten ausgeliefert sind. Seine Sprache ist karg wie die Landschaft und volkstümlich wie die Menschen. Ein Blick in eine längst vergangene Welt.»  ekz Bibliotheksservice

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