Von Mäusen und Menschen
Mariella Mehr

Von Mäusen und Menschen

Über Wissenschaft, Gutachter und ihre Akten

Mit einem Nachwort von Thomas Emmenegger

gebunden, 56 Seiten
Oktober 2022
SFr. 22.–, 18.– € / eBook sFr. 20.–
sofort lieferbar
978-3-03926-028-7

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Mariella Mehrs Rede anlässlich der Ehrendoktorwürde

«Sehr geehrte Damen und Herren, vor Ihnen steht eine ‹verstimmbare, haltlose, geltungsbedürftige und moralisch schwachsinnige Psychopathin mit neuro­tischen Zügen und einem starken Hang zur Selbstüber­schätzung, was ihr Wunsch, Schriftstellerin zu wer­den, beweist. In Erwägung ihrer hereditären Belastung – die Probandin gehört zur dritten Generation einer degenerierten Vagantenfamilie – kann eine dauernde Einweisung in eine Psychiatrische Klinik nicht ausge­schlossen werden›.» Mit diesem Zitat aus einem psychiatrischen Gutachten über sich beginnt Mariella Mehrs Rede anlässlich der Ehrendoktorwürde der Universität Basel. Sie erzählt von ihren Gutachtern, einem, der nur so lange Schach mit ihr spielte, wie er gewann, oder einem, der seine Doktorarbeit abgeschrie­ben hatte. Sie erzählt von ihren Akten, die noch immer herumgereicht werden, auch privat, und sie fragt, was mit diesen Akten geschehen wird, wenn die Menschen­verachtung mal wieder Oberhand gewinnt. Und sie appelliert an die Wissenschaft, Verantwortung zu über­nehmen für ihre Begriffe, mit denen sie Menschen bezeichnet und zeichnet fürs Leben.

Mariella Mehr

Mariella Mehr, geboren 1947 in Zürich, wuchs in Heimen, bei Pflegeeltern, in Erziehungsanstalten auf und wurde ein Opfer des sogenannten «Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse». Die Universität Basel verlieh ihr die Ehrendoktorwürde für ihr publizistisches Engagement für unterdrückte Minderheiten. Zudem erhielt Mariella Mehr den Anna-Göldi-Menschenrechtspreis. Als Schriftstellerin wurde sie unter anderem mit dem Bündner Literaturpreis, dem Pro-Litteris-Preis und mit dem Anerkennungspreis der Stadt Zürich gewürdigt. Mariella Mehr starb am 5. September 2022.

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Thomas Emmenegger

Thomas Emmenegger

Thomas Emmenegger, geboren 1953 in Luzern, studierte Medizin in Basel. Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie in Triest, Rom, Neapel, Liestal. Langjährige internationale Mental Health Pilotprojekte mit der Triestiner Gruppe. In seinem Beruf ist er immer beides: Arzt und Social Entrepreneur.  Gründer von «Olinda», einem Kultur- und Sozialunternehmen, welches das Irrenhaus von Mailand zu einem großen Stadtteilprojekt umgestaltet und ehemaliger Leitender Arzt an der Kantonalen Psychiatrischen Klinik in Mendrisio, wo er ein offenes Behandlungskonzept mitaufbaute.

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Leseprobe

Börsenblatt, 06. September 2022
srf.ch, 06. September 2022
Tages-Anzeiger, 07. September 2022
Markt-Anzeiger, 07. September 2022
Luzerner Zeitung, 07. September 2022
Ref.ch, 07. September 2022
WOZ, 08. September 2022
NZZ, 08. September 2022
NZZ am Sonntag, 11.September 2022
WOZ, 15. September 2022
Annabelle, 15. Oktober 2022Schweizer Monat, Dezember 2022


«Mariella Mehr prägte nicht nur das Bild der Fahrenden hierzulande, sie hat auch eines der dunkelsten Kapitel in der jüngeren Geschichte unseres Landes ausgeleuchtet.» Marina S. Haq, Annabelle

 

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