Hasentexte
Endo Anaconda

Hasentexte

Mit Texten von Urban Gwerder / Mit Fotografien von Francesca Pfeffer

120 Seiten, gebunden, 30 Fotos // Nur noch letzte RESTEXEMPLARE aus dem Verlagsarchiv, bitte wenden Sie sich an den Verlag.
Januar 1999
vergriffen
978-3-85791-332-7

Schlagworte

Literatur Restexemplare
     

Nach sechs Tonträgern – und zum zehnjährigen Jubiläum – das Buch mit den Texten aller Songs von «Stiller Has: Endo Anacondas berndeutsche Lyrik zeichnet sich aus durch einen fulminanten Sprachwitz, eine eigenartige Beatitude und ein ungemein sensibles Gespür für Nuancen. Endo Anaconda, geboren 1955, Kindheit in Biel, Jugend in Kärnten, Ferien im Emmental, Politik und erste Bühnenerfahrung in Wien, Musik und Taxifahren in Bern. Zusammen mit Balts Nill = Stiller Has. Seit 1992 alljährlich Konzert-Tourneen; 1995 ausgezeichnet mit «Salzburger Stier» und «Deutscher Kleinkunstpreis».

«Texte voller expressiver Bilder, voll dadaistischem Sprachwitz, voll Spott, Poesie und Ironie.» WoZ

Ausgezeichnet als eines der schönsten Schweizer Bücher 1999!

Hasenspuren von der Sasse bis ans Meer

Wenn Stiller Has auftreten, stellen sie ihr Repertoire unmittelbar vorher in der Garderobe zusammen, abgestimmt auf Ort, Schwingung, Befindlichkeit – daher jedesmal anders. Dies der kurze meditative Moment, das Verhoffen vor dem Behoppeln und Betrommeln der Bühne. So ist auch dieses Songbuch – mit den gesammelten Texten aus zehn Jahren Stiller Has (1989–99) – statt chronologisch aufgebaut wie ein langes Konzert.

Fast alle Lieder schrieb der Songpoet Endo Anaconda, dessen berndeutsche (seltener wienerische oder deutsche) Lyrik in der Sprachlandschaft nicht nur der hiesigen Rockmusik herausragt. Sie wurden vorwiegend vertont durch sein Alter-Ego Balts Nill, dem filigranen Multi-Instrumentalisten, der idealen Ein-Mann-Band im Duo. Zusammen sind sie ein fulminanter Live-Act, ein Glücksfall – und davon leben diese Songs. Hase im Wind!Auf der Bühne ist Anaconda sein eigener vollbluesiger Maulheld und Sänger, Cantautore. Immer wieder zu einer anderen Geschichte zusammengestellt, manchmal auch verändert oder erweitert, ineinander verwoben mit improvisierten Intros, Anspielungen, Selbstzitaten, werden seine Songs «performed art», unwiederholbar in den Wind gespielt.

Hier versammelt die zugrundeliegenden Versionen davon, versehen mit eingedeutschten Kurzinhalten als Lese- und Höreinstieg für Andersdeutschsprachige (wie Meister Lampe), sowie ein paar erhellenden Anmerkungen und einem diskografischen Register.

Sit er alli da, Hase?
Go Hene go!

Urban Gwerder

Diskographie und Register

Diskographie und Register

Stiller Has (MC 1989, vergriffen)

Altstadt 10
temporär 32
schätzeli 62
zwöi feissi meitli 12
Komm in den Frühling 21
Mondmatros 118
Stiller Has 128
vatter la mi gah 98
Der Neue 70
wilde has 130

Der Wolf ist los (CD 1991, Sound Service 4298-2)

elvira 80
So vergeht die Zeit 78
dr Wolf isch los 28
arme böse wolf 52
ume früelig 18
i ha ke zyt 22
Erstickt der Kanari 90
Geh weida Bua 94
Ich wünsch dir 87

Landjäger (CD 1994, Sound Service 394-2)

gruusig 126
giele 44
hene 36
kolleg 38
landjeger 30
wienacht 92
intercity 24
garbage lady (Text Nill) 75
Wildschwein 76
du wosch mi nid (Text Nill/Anaconda) 58
z fuul 68
gäge d bärge 14
i schrybe dir es lied 82

Moudi (CD 1996, Sound Service 300396-2)aare 9

summer 84
käthi 42
so long, hasi 112
löcher 122
all-has 114
moudi 124
wilde has 131
mannli 66
ängle 139

Live auf Moudi Tour (CD 1996, Sound Service 310896-2, vergriffen)

ume früelig 18
mama 40
moudi 124
löcher 122
aare 9
zwöi feissi meitli 12
wäge dir 64
temporär 32
summer 84
wilde has 131

Chole (CD 1998, Sound Service 70398-2)

chole 16
fisch 60
rouch 100
tequila halleluja 120
125 ccm 104
wanderer 108
furt 50
mama 40
wölf 54
wäge dir 64

Bonus Tracks

O Herr 46
(CD-Sampler *15 Jahre Salzburger Stier+, ORF 579)

mittelwäg (unveröffentlicht) 106

ohr verlore 132
(Kinder-CD-Sampler *Ohrewürm 2+, Tudor 9128)

holedio (unveröffentlicht) 136

gäge d bärge

eine singt über ne abgstürzte alpeflug
u eine singt vo sym coifför
es het emal eine gäge ample aagsunge
dä singt scho lang nümm meh
s git lieder über blondi chind
es git lieder über tschäggeti chüe
s git lieder über casablanca
s git lieder über lützelflüe
u eine singt gärn über bärn
will bärn het er gärn u bärn u bärn u bärn
s git tuusigi wo nid chöi singe
aber si singe gliich

gäge d bärge, gäge d bärge
gäge d bärge, gäge d bärge
singeni aa
die tüe nume umestaa

eine wott nach memphis tennessee
der ander wott eifach nümm ufe hoger
es git e huufe lüt wo überhoupt no nie z bärn sy gsy
aber die hei ou gar nid nach bärn wölle choo
eine tuet als ob er gar nüt wett
s sy immer die, über die me gar nid redt
eine wett, es wär wien är’s gärn hätt
u eim längt es happy happy bett
i wott niene häre, i wott o nüt ha
i cha nume eis nid ha
u gäg das kämpfeni aa

gäge d bärge …

eine tröimt, är wär bi dir dy maa im boot
u eine tröimt, är zieht no mal sys grosse los
s git eine, dä tröimt, är syg sys läbe lang scho tot
u öpper tröimt sicher o vo bärn
eine tröimt, dass är en aff im urwald syg
schlächt tröimt me, we eim im troum die wält um d ohre flügt
aber es isch ja nume es chlyses tröimli gsii
u tröimli göh ja doch so schnäll verbii
s git schöni tröim, die wärde plötzlech wahr
u we si wahr sy, när sy si furchtbar
i ha nume ei troum, dä macht mer angscht und bang
quasi jedi nacht gsehn i der bärner alpekamm

gäge d bärge …

am morge bärge, am mittag bärge, am abe bärge
eiger, mönch u jungfrou
i cha se nümm ha

ängle

i ha viel z lang usem volle gschöpft
mit em tüüfel flöige gfrässe
bi usegschwumme imne see voll roti rose
ha ir nacht heimlech weihwasser gsoffe
drache gjagt u bäre gsammlet
heiligi chüe id pfanne ghoue
glück im spiel gha – päch ir liebi
ha luftschlösser u sandburge boue

aber es git ja ängle
ängle schwäbe über dir
we nüt meh louft gits geng no ängle
sie stöh diräkt näbe dir
u plötzlech
chunnt e so ne ängel derhär
aber der tüüfel
chunnt grad hindehär

ängle, ängle schwäbe über dir
ängle, sie stöh diräkt näbe dir

ha wölle myni seel verchoufe
der tüüfel isch fasch verreckt vor lache
ha ei schritt füre gmacht u zwe zrügg
bi ufegstige - abegfalle
frag myni alte bruune schue
dür wele dräck mir düre sy
me läbt vielecht nume 2 x
doch ächti helde stärbe nie

es git ja ängle …

wilde has

scho der lehrer i der schuel
het gseit i syg e wilde bueb
aer heig mi sächsmal scho vertopfet
i heig immer no nid gnue
i syg e wilde
i syg e wilde has u heig e wilde hasespass

u der pfarrer i der chilche
het gseit i syg e knilch
i mi syg der tüüfel gfahre
i gloubi nümm a osterhas
i syg e wilde …

für e zivilschutzgeneral
bi ni o nid ganz normal
ja är fürchti dass is miech
will i syg e wilde siech

alli hase müesse wägg
alli hase syge dräck
de hets meh platz für söi
u di söi gä ja der späck

i syg e wilde …

«Endlich kann der musikalische Notproviant für Überlebenskünstler auch nachgelesen werden: Der Limmat Verlag druckt in diesen Tagen gesammelte Texte von Endo Anaconda (und einige wenige von seinem Alter Ego Balts Nill). Ein Buch voll poetischer Anarchie, Fluchtfantasien, präsentem Witz und Wehmut auf dem Sprung. Auf 150 Seiten kann der Sprachmächtigkeit von Stiller Has nachgegangen werden. Und damit auch jenseits von Saane und Rhcin etwas geahnt wird, sind den berndeutschen Liedern kurze, hochdeutsche Kompressfassungen beigefügt. So tiefgründig regional-global, wie die kölsche Gruppe BAP einst war, und so eigenständig wie kein anderer Schweizer Cantautore.» Weltwoche

«Nicht in chronologischer Reihenfolge führt Anaconda, der auf seinen Tourneen jeden Auftritt anders gestaltet, die gesammelten Lieder auf, sondern wie ein Konzertprogramm: Diese Abfolge offenbart, wie frisch und unverbraucht neben den allerneusten Liedern auch seine ältesten Texte sind, in denen der gebürtige Wiener häufig virtuos zwischen Wienerisch, Hoch- und Berndeutsch hin und her switcht. Weiter verrät der ruhelose Has, der als ‹wildehas›, ‹allhas›, ‹stiller has› und ‹so long, hasi› durchs ganze Buch irrlichtert, wie grenzenlos Anacondas Universum ist. Dass sich das Duo weder durch den immer grösser werdenden Erfolg noch durch Auszeichnungen wie den ‹Salzburger Stier› zähmen lässt – auch das macht der Band sichtbar, der zu allen Texten auch eine hochdeutsche Kurzfassung liefert: Im unveröffentlichten meisterhaften Song ‹holedio› erliegt sogar der Sensenmann dem wortgewaltigen Endo Anaconda.» Der Bund

«Gerade das Stillsitzen liegt aber Anacondas Texten gar nicht; sie lauern, hüpfen, schlagen Haken, wandeln sich von Konzert zu Konzert, erscheinen immer wieder in anderem Kontext. Im Druck dagegen wirken manche Texte wie ein aus dem Moment entstandener witziger Spruch, den jemand in ein Geschirrhandtuch gestickt hat.
Dennoch kann das Buch zwei Zwecke erfüllen. Wenn man als ‹Stiller Has›-Fan Schiffbruch erlitten und das Salzwasser den Discman ruiniert hat, kann man auf der einsamen Insel immer noch das – sorgsam getrocknete – Buch lesen; vor allem aber ist es von Nutzen, wenn man ‹aare›, ‹hene› oder ‹chole› selber schmettern will, den Text aber nicht auswendig weiss. Die CD-Booklets bringen einen da nicht weiter. Sie sind so winzig gedruckt, dass man unmöglich vom Blatt singen und gleichzeitig im Spiegel kontrollieren kann, ob man die richtigen Hasen-Tapir-Bewegungen dazu macht. Mit dem Buch dagegen ist das gar kein Problem.» Neue Zürcher Zeitung
Captcha

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