KüsschenTschüss
Isolde Schaad

KüsschenTschüss

Sprachbilder und Geschichten zur öffentlichen Psychohygiene

240 Seiten, Broschur
Januar 1989
SFr. 29.–, 29.– €
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978-3-85791-144-6

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Schlagworte

Literatur
     

Dieses Buch handelt vom Verschwinden der Öffentlichkeit und dem Auftritt von Szenen, die ihr eigenes Idiom ausführen, in die Politik oder in den Kulturbetrieb, ins Restaurant oder in die Zeitung. Sprachbilder und Geschichten zur öffentlichen Psychohygiene entstehen. Anno Achtundsechzig hat man alles schnell auf den Begriff gebracht, und die Misere war darin rhetorisch versorgt. Die Tabus wohnen weiterhin in den grossen Begriffen, die ihre Namen ändern, damit man sich nicht darum kümmern muss. Man führt Wörter aus wie Schmuck und bewaffnet sich mit Sprache, geht in Sprachmonturen aus. Ob an der Demonstration, an der Wahlveranstaltung oder in der Inseratenplantage: Menschen strampeln in ihrer Vernetzung und rücken öffentlich zusammen, um sich voneinander abzugrenzen – KüsschenTschüss.

Isolde Schaad

Isolde Schaad, geboren 1944 in Schaffhausen, lebt seit 1967 in Zürich und gehört zu den namhaften Schweizer Autorinnen der 68er Generation. Ihre Spezialität ist die kritische Gesellschaftsbetrachtung, die sie mit Scharfsinn, Humor und hohem sprachlichen Können der nahen und fernen Umgebung widmet. Schon ihre Buchtitel zeugen davon: «Knowhow am Kilimandscharo», erschien 1984 und wurde vom heissen Eisen zum Ethnoklassiker. 1986 folgte die «Zürcher Constipation», 1989 «KüsschenTschüss», die beide zu helvetischen Bestsellern wurden. «Body & Sofa», die Erzählungen aus der Kaufkraftklasse, 1994, «Mein Text so blau» 1997, dann der Roman  «Keiner wars» 2001, der den Schillerpreis der ZKB erhielt, sowie die Porträtsammlung «Vom Einen. Literatur und Geschlecht», 2004. Es folgten der Roman «Robinson & Julia», 2010, dann die Erzählungsbände «Am Äquator», 2014, sowie « Giacometti hinkt», 2019, von der Presse mit grosser Anerkennung bedacht.
Isolde Schaad hat neben ihrer schriftstellerischen Arbeit stets auch publizistisch gearbeitet, bis zum Millenium war sie für renommierte Zeitschriften im In- und Ausland tätig, Unter anderen für «Transatlantik», für das legendäre «Kursbuch», für «Geo», «literaturkonkret, die «Frauenoffensive», oder «Text und Kritik», herausgegeben von Heinz Ludwig Arnold. Ab 1974 bis in die Nullerjahre schrieb sie u.a. für das «Tages-Anzeiger-Magazin», die «NZZ am Wochenende», schwerpunktsmässig für die Wochenzeitung «Woz» und die Kulturzeitschrift «Du».
Von ihren Studienreisen nach Indien, Ostafrika und dem Nahen Osten stammen ihre lebendigen, mit dem ethnologischen  Blick geschärften Reportagen, Essays und Kolumnen, für die sie den Schweizerischen Journalistenpreis erhielt. Im Frühjahr 1997 war sie Gast der renommierten Washington University in St. Louis, Missouri. Zu dieser Zeit entstand auch eine Dissertation der amerikanischen Germanistin Julia Scheffer: «Die Sprache aus dem Bett reissen, feminist Satyre in the work of Elfriede Jelinek and Isolde Schaad» (Washington DC 2000).
Als Künstlerstochter hat Isolde Schaad ihrer Liebe zur Kunst in zahlreichen Künstlerinnenporträts Ausdruck verliehen, vor allem aber hat sie mit ihrer intensiven  kunstsoziologischen Studie über ihren Vater Werner Schaad (1905– 1979) «Wie der Kunstmaler sich in der Provinz einrichtet» (Schaffhausen 1980), der Schweizer Kunstgeschichte der Nachkriegsjahre einen wesentlichen Beitrag gestiftet, ganz im Sinne des von Paul Nizons entfachten «Diskurs in der Enge».
Isolde Schaad war immer auch gesellschaftspolitisch aktiv, sie ist Mitbegründerin der selbstverwalteten Genossenschaft Neuland in Zürich Wipkingen, in der sie noch heute lebt. Ihre mehrfach preisgekrönten Bücher erscheinen seit 1984 im Limmat Verlag. Im Frühjahr 2014 erhielt Isolde Schaad sie für ihr literarisches und publizistisches Schaffen die Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich.

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«Sie beobachtet so scharf, dass die Individuen zu Retortentypen werden, auf Jargon programmiert. Isolde Schaads Idiolekte-Sammlung ist beeindruckend, ihre Respektlosigkeiten sind erfrischend, ihre Formulierungen zuweilen so brillant, dass sie wie Laserstrahlen blanke Gerippe freilegen. Es verschlägt einem die Sprache; ihre Pfeile sausen so treffsicher durch den Kultur-, Medien-, Polit-, Werbe-, Schul- oder Restaurantbetrieb.» Hochparterre

«Sie beschreibt die aktuellen Posen der Menschen, und - was noch wichtiger ist - sie lässt sie reden, horcht sprachkritisch ihrem trendigen Slang nach, der aufreizend intim wirkt, aber jede persönliche Nähe bloss simuliert. So formulierungssüchtig wie ihre österreichische Kollegin ist sie gewiss, und den angeprangerten schicken Wortschaum kann sie mit Leichtigkeit selber erzeugen.» Neue Zürcher Zeitung
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