Kindheit in der Schweiz. Erinnerungen

Kindheit in der Schweiz. Erinnerungen

Mit Texten von Fritz Bär, Fritz Brupbacher, Jeannot Bürgi, Erika Burkart, Maria Colombo, Anne Cuneo, Daniel de Roulet, Dorothee Degen-Zimmermann, Marie-Rose de Donno, Tony Ettlin, Martha Farner, Adeline Favre, Annette Frei, Friedrich Glauser, Ernst Halter, Evelyna Kottmann, Meral Kureyshi, Marcel Lévy, Niklaus Meienberg, Oscar Peer, Oskar Pfenninger, Charles Ferdinand Ramuz, Burkhard Reber, Urs Schaub, Otto Scherer, Joli Schubiger-Cedraschi, Jakob Senn, Charlotte L. Staehelin-Burckhardt, Dora Stettler, Paul Thürer, Aline Valangin, Laure Wyss, Emil Zopfi / Herausgegeben von Erwin Künzli / Mitherausgeber Patrizia Huber

1. Auflage, gebunden, 232 Seiten

November 2015
SFr. 29.50, 32.– € / E-Book SFr. 19.90
ISBN 978-3-85791-781-3

Sie waren Wunschkinder, aber manchmal auch ein Esser zu viel. Sie wohnten an der Zürcher Goldküste oder im Tessiner Dorf, im Walliser Bergtal, in der Stadt. Sie kamen als Kind in die Schweiz. Sie wuchsen auf in der Fabrikantenvilla, im Pfarrhaus, in der Bäckerei. Auf dem Bauernhof, in der Arbeitersiedlung, im Kinderheim. Sie wurden gehätschelt oder verdingt, gefördert oder übersehen, verwöhnt oder geschlagen. Vierunddreissig Autorinnen und Autoren erinnern sich an ihre Kindheit an ihrem Ort in der Schweiz. Neben bekannten Namen wie Charles-Ferdinand Ramuz, Laure Wyss, Oscar Peer oder Aline Valangin schreiben viele Nichtprominente, denen allen eines gemeinsam ist: Sie erzählen packend und anschaulich von Schule und Arbeit, Religion und Spiel, von Grosseltern und anderen wunderbaren wie wunderlichen Erwachsenen.

Fritz Bär
Bildrechte: Limmat Verlag
Fritz Bär, 1919 bis 2002, aufgewachsen in Obfelden ZH und Zug. Nach der Schulzeit Bauernknecht in der Westschweiz, Bäckereiausläufer in Winterthur, Bäckerlehre in Zürich, 1939 Rekrutenschule, 1941 Unteroffiziersschule. Heirat, Fabrikarbeiter in einer Spinnerei in Zug. Ab 1957 Gewerkschaftssekretär, später Gastwirt. 1968 Tod seiner ersten Frau, zweite Heirat 1972.
Jeannot Bürgi
Bildrechte: Andrea Bickel
Jeannot Bürgi, geboren 1939 in Zürich, wächst in Bürglen OW auf. Nach der Kunstgewerbeschule Luzern freier Bildhauer in Holland, ab den Achtzigerjahren in der Schweiz, in Frankreich und Griechenland. 1986 mit dem ersten Küsnachter Kulturpreis ausgezeichnet. Er starb 2011 im Kanton St. Gallen.
Erika Burkart
Erika Burkart, 1922 in Aarau geboren. Für ihr Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so mit dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, dem Johann-Peter-Hebel-Preis, dem Gottfried-Keller-Preis, dem Joseph Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und Literatur, Mainz, und dem Grossen Schillerpreis, den sie als erste Frau überhaupt erhielt. Sie starb im April 2010.
Maria Colombo
Bildrechte: Limmat Verlag
Maria Colombo, 1918 bis 1993, aufgewachsen in Pontresina, Kantonsschule und Lehrerseminar in Chur, Studium an der Universität Zürich, Tätigkeit als Journalistin, Sekretärin und Sachbearbeiterin. 1977 erschien Maria Colombos erstes Buch, «Die Borgeser sind da», 1984 das zweite, «Die Borgeserin». Sie starb 1993 nach langer Krankheit in Zollikon.
Anne Cuneo
Anne Cuneo (1936–2015), geboren in Paris kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Kind italienischer Eltern. Ihre Familie verlässt Frankreich 1940. Kindheit in Norditalien. Nach dem Tod ihres Vaters in den letzten Kriegstagen, lebt sie mehrere Jahre in katholischen Waisenheimen und Internaten in Italien und später in Lausanne in der Schweiz, wo sie die französische Sprache lernen und sich in die neue Umgebung einleben muss. Nach dieser schwierigen Zeit verbringt sie ein Jahr in England, in Plymouth und London, und entdeckt die angelsächsische Kultur. Sehr viel später schöpft sie aus der Erinnerung an diesen wichtigen Lebensabschnitt für ihren Roman «Station Victoria» (1989). Zurück in Lausanne arbeitet sie zunächst als Telefonistin und Sekretärin, studiert anschliessend an der Universität Lausanne Geschichte, Englisch und Italienisch, arbeitet in der Werbung, unterrichtet Sprachen und reist quer durch Europa.

Sie beschäftigte sich mit nahezu allen Möglichkeiten der Literatur, mit Journalismus und Übersetzungen. Ihr Werk, sehr oft autobiographisch, ist geprägt von der Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen. Sie bewunderte Breton, den Surrealismus, die Tradition der grossen amerikanischen Romane, und hat versucht all ihre Vorlieben in ihr Werk einzubringen. Beispiele für ihre ästhetischen Neigungen werden sichtbar in «Gravé au Diamant», «Mortelle Maladie», «Passage des Panoramas», «Hotel Venus». In «La Vermine» ist sie Fürsprecherin für Menschen, die am Rande leben, und mit ihrer Autobiographie «Portrait der Autorin als gewöhnlicher Frau» führt sie die Welt der Emigranten in die schweizer Literatur ein. Sie schildert den Einbruch einer Krankheit in «Eine Messerspitze Blau», nachdem sie eine schwere Krebserkrankung überwunden hatte. Als Essayistin zeichnete sie die Welt des Theaters und des Films, der sie sich verbunden fühlte: «Le Piano du Pauvre», «La Machine fantaisie», «Le Monde des Forains», «Benno Besson et Hamlet».

Nachdem sie während mehrerer Jahre vor allem für Theaterproduktionen gearbeitet und eigene und fremde Theaterstücke inszeniert und produziert hatte, beschäftigte sie sich später wiederum mit Literatur. Dabei stand ihre Biographie nicht mehr im Mittelpunkt des Schreibens. Sie fügte allerdings hinzu: «Ich empfinde, das, was ich erzähle immer noch als autobiographisch, allerdings vertieft und stärker verarbeitet, möglicherweise auch weniger anekdotisch geschildert.»

Ihre Hauptfiguren, mit denen sie sich zutiefst verbunden fühlte, drücken sich immer in der Ich-Form aus, zum Beispiel Francis Tregian in ihrem letzten Roman «Der Lauf des Flusses». Durch Francis Tregian erleben wir das Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts, die gekrönten Häupter, die Wirren und Kriege, die Künstler und die einfachen Menschen, aber auch die Ursprünge unserer Kultur.
Daniel de Roulet
Bildrechte: Ayşe Yavaş

Daniel de Roulet, geboren 1944, war Architekt und arbeitete als Informatiker in Genf. Seit 1997 Schriftsteller. Autor zahlreicher Romane, für die er in Frankreich mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde. Für sein Lebenswerk erhielt er 2019 den Grand Prix de Littérature der Kantone Bern und Jura (CiLi). Daniel de Roulet lebt in Genf.


Dorothee Degen-Zimmermann
Bildrechte: Martin Volken

Dorothee Degen-Zimmermann, geboren 1946 in Olten, ist ausgebildete Primarlehre­rin. Neben und nach der Fami­lienphase arbeitete sie als
Redaktorin, Übersetzerin und freie Journalistin. Sie lebt in Zürich.

Marie-Rose de Donno
Bildrechte: Limmat Verlag
Marie-Rose De Donno, geboren 1950 in Apulien. Sie kommt als Kind in den fünfziger Jahren in die Schweiz, arbeitet heute als Modeverkäuferin und lebt in Lausanne.
Tony Ettlin

Tony Ettlin, 1950 in Stans NW geboren, Jugend in der «Freien Republik Schmiedgasse», Stans, Verkehrsschule in Luzern, berufliche Tätigkeit bei der Swissair, Studium in Organisationspsychologie in Zürich, seit 1987 selbständiger Berater für Organisationsentwicklung. Tony Ettlin lebt in Uitikon ZH. 

Martha Farner
Bildrechte: Limmat Verlag
Martha Farner, geboren 1903 in Schwyz. Nach dem Tod ihres ersten Gatten bildete sie sich 1930 als Heimweberin aus und arbeitete anschliessend als Weblehrerin mit Bergbauernfrauen im Kanton Schwyz. Ende der siebziger Jahre begann sie mit der Aufzeichnung ihrer Erinnerungen. Martha Farner starb 1982.
Adeline Favre
Bildrechte: Limmat Verlag
Adeline Favre (1908–1983), geboren in St. Luc im Val d'Anniviers als achtes von vierzehn Kindern. Gegen den Willen ihrer Eltern besucht sie in Genf die Hebammenschule. Als kaum Zwanzigjährige kehrt sie ins Wallis zurück und arbeitet bis zu ihrer Pensionierung als Hebamme, anfangs in den Häusern der Familien, zuletzt im Spital von Sierre. 8000 Kinder haben mit ihrer Hilfe das Licht der Welt erblickt.
Friedrich Glauser
Bildrechte: Gotthard Schuh / Fotostiftung Schweiz
Friedrich Glauser, geboren 1896 in Wien als Sohn einer Österreicherin und eines Schweizers, führte ein rastloses Leben. Unzählige Orte und Stationen säumten seinen Weg, darunter Erziehungsheime, Gefängnisse und psychiatrische Kliniken. Friedrich Glauser lebte in Frankreich, Belgien und Italien, war lange Zeit morphiumsüchtig, verbrachte einige Jahre in der Fremdenlegion und nahm teil an der Dadaismus-Bewegung in Zürich. Er starb 1938 in Nervi bei Genua.
Ernst Halter
Bildrechte: Werner Erne

Geboren 1938 Zofingen (AG), Schweiz

1958–1966 Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte in Genf und Zürich

1962–1963: Aufenthalt in England

1967–1968: Redaktionsassistent bei der Kulturzeitschrift «du»

1968–1969: Lektor des Verlags Fretz & Wasmuth, Zürich

1970–1985: Cheflektor des Verlags Orell Füssli, Zürich

ab 1986/87: freischaffend als Schriftsteller, Publizist und Herausgeber, Redaktor, Lektor, Berater beim Offizin Verlag, Zürich, auf den Gebieten Volkskunde, Photographie, Kulturgeschichte, Kunst

Verheiratet mit der Lyrikerin und Schriftstellerin Erika Burkart.

Evelyna Kottmann
Bildrechte: Ayse Yavas
Evelyna Kottmann, 1961 in der Schweiz geboren. Clownin, Schauspielerin, Psychodramatikerin und Leiterin Themenzentriertes Theater legt mit «Kreuz Teufels Luder» ihr erstes, autobiografisch geprägtes Buch vor.
Meral Kureyshi
Bildrechte: Matthias Günter

Meral Kureyshi, geboren 1983 in Prizren, kam 1992 mit ihrer Familie in die Schweiz und lebt in Bern. Sie studierte Literatur und Germanistik und arbeitet als freie Autorin. Ihr erster Roman «Elefanten im Garten» war nominiert für den Schweizer Buchpreis, wurde mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. Ihr zweiter Roman «Fünf Jahreszeiten» wurde im Manuskript ausgezeichnet mit dem Literaturpreis «Das zweite Buch» der Marianne und Curt Dienemann-Stiftung. 2020 wurde sie zu den Tagen der Deutschsprachigen Literatur nach Klagenfurt eingeladen (Bachmannpreis). Für «Im Meer waren wir nie» erhielt sie 2025 einen Literaturpreis des Kantons Bern.

Porträt der Autorin von Alexander Sury im «Bund»: «Gedichte hat sie wie Luft eingeatmet»

Niklaus Meienberg
Bildrechte: Roland Gretler
Niklaus Meienberg (1940–1993), Historiker, Schriftsteller und Journalist. Er erfand die Reportage neu und dichtete ungeniert mit dem überlieferten Material europäischer Lyrik. Mit seinen Texten zur Zeitgeschichte war er ein grosser Streiter, dessen «Sprachgewalt» auch seine Feinde bewunderten. Wie kein zweiter hat sich Niklaus Meienberg der Öffentlichkeit ausgesetzt, seine ganze Person hat er in seine Texte eingebracht, und mit seiner ganzen Person ist er für sie eingestanden.
Oscar Peer
Bildrechte: Yvonne Böhler
Oscar Peer (1928–2013), geboren und im Unterengadin aufgewachsen, gehört zu den bedeutendsten rätoromanischen Autoren der Gegenwart. Eigentlich mit einer Lehre als Maschinenschlosser angefangen, drängte ihn sein Weg nach deren Abbruch zum Lehrerberuf. Nach dem Lehrerseminar in Chur begann er ein Studium der Romanistik, das er mit einer Dissertation zum surselvischen Schriftsteller Gian Fontana 1958 abschloss. Auch danach widmete sich Oscar Peer dem Rumantsch. Mit dem «Dicziunari rumantsch, ladin-tudais-ch» ist ein Basiswerk für die romanische Sprache entstanden. Viele Jahre unterrichtete er an Mittelschulen, daneben entstand kontinuierlich sein literarisches Werk.
Oskar Pfenninger
Bildrechte: Limmat Verlag
Oskar Pfenninger (1930–2019), geboren in Winterthur. Schauspiel-Akademie Zürich, Japan-Korrespondent von Radio DRS. Seit 1973 zahlreiche Veröffentlichungen von Gedichten, Erzählungen, Romanen und Hörspielen, zuletzt der Erzählband «Wo Scherben Glück bringen» (1990) und der Roman «Überfahrt» (1995). Im Limmat Verlag ist die autobiografische Erzählung «Vaters Liebe» über seine Kindheit im elterlichen Pfarrhaus erschienen.
Charles Ferdinand Ramuz
Bildrechte: KEYSTONE/ROGER VIOLLET/Gaston Paris

«Ich bin 1878 zur Welt gekommen, aber sagen Sie es nicht. Ich bin als Schweizer zur Welt gekommen, aber sagen Sie es nicht. Sagen Sie, dass ich im Pays-de-Vaud zur Welt gekommen bin, einem alten savoyischen Land – das heisst dem Languedoc, dem französischen Sprachraum zugehörig –, und an den Ufern der Rhone, unweit ihrer Quelle. Ich habe Altphilologie studiert; sagen sie es nicht. Sagen Sie, dass ich bestrebt war, kein Altphilologe zu sein, was ich im Grunde nicht bin, sondern ein Enkel von Winzern und Bauern, und es war mein Wunsch, ihnen Ausdruck zu geben. Doch ausdrücken heisst erweitern. Mein tiefstes Bedürfnis ist es, zu erweitern ... Ich bin ganz jung nach Paris gekommen; in Paris und wegen Paris habe ich mich kennen gelernt. Während zwölf Jahren habe ich jedes Jahr wenigstens einige Monate in Paris verbracht; und die Reisen von Paris heim und von daheim nach Paris sind meine einzigen Reisen geblieben! (Ausser jener, die ich aus Religion unternommen habe, der Rhone nach bis ans Meer, mein Meer.)»

Ramuz war mit Mitteilungen über seine Person äusserst sparsam. In seinem Tagebuch, das er vor der Veröffentlichung überarbeitete, findet man nur wenige Hinweise auf sein Privatleben. Sein umfangreicher Briefwechsel gibt nur Aufschluss über seine literarischen Projekte und über das kulturelle Leben der damaligen Westschweiz.

Ramuz wurde am 24. September 1878 in Lausanne geboren; sein Vater hatte ein Kolonialwarengeschäft und war später Weinhändler. Nach dem Collège classique besuchte Ramuz das Gymnasium und liess sich 1896 in der philosophischen Fakultät einschreiben. Ein Aufenthalt in Karlsruhe hinterliess wenig Erinnerungen, dafür den Entschluss, Dichter zu werden. Nicht ohne Schwierigkeiten erhielt er vom Vater die Erlaubnis, seine Studien in Paris fortzusetzen, um eine Doktorarbeit über den Dichter Maurice de Guérin zu schreiben. Daraus wurde nichts, dafür fand er sich in Paris als Dichter. Mehr als zehn Jahre verbrachte er – mit längeren Unterbrüchen – in Paris. Dort lernte er auch seine Frau kennen, die Malerin Cécile Cellier. Im Krieg lernte er Igor Strawinsky kennen; aus ihrer Zusammenarbeit entstand die «Histoire du Soldat».

Von 1926 an veröffentlichte der Pariser Verlag Grasset seine Werke. 1936 erhielt er den Grossen Preis der Schweizer Schillerstiftung. Ramuz starb am 23. Mai 1947 in Pully bei Lausanne.

Burkhard Reber
Bildrechte: Limmat Verlag
Burkhard Reber, geboren 1848 in Benzenschwil AG, Besuch der Bezirksschule Muri. Danach Apothekerlehre in Weinfelden, Fachstudien in Neuenburg, Strassburg und Zürich, dort 1877 Abschluss mit Staatsexamen. Leitet Apotheken in Aarau, Baden und Schaffhausen, 1879 erster Chefapotheker am Kantonsspital Genf, 1885 Eröffnung einer eigenen Apotheke in Genf. Vielfältige Sammeltätigkeit, insbesondere zur Pharmaziegeschichte, sowie zahlreiche Publikationen. 1913 Privatdozent an der Universität Genf. Reber erlangt europaweite Berühmtheit. Er stirbt 1926 in Genf.
Urs Schaub
Bildrechte: Yvonne Böhler
Urs Schaub, geboren 1951, arbeitete lange als Schauspielregisseur und war Schauspieldirektor in Darmstadt und Bern. Als Dozent arbeitete er an Theaterhochschulen in Zürich, Berlin und Salzburg. 2003–2008 leitete er das Theater- und Musikhaus Kaserne in Basel, 2006–2010 war er Kritiker im «Literaturclub» des Schweizer Fernsehens. Urs Schaub lebt in Basel.
Otto Scherer
Bildrechte: Limmat Verlag
Otto Scherer, 1939–2012. Lehre als Hochbauzeichner und Architekturstudium in Luzern. 1965–1970 eigenes Büro mit Partner in Rapperswil SG, seit 1970 als Projektleiter bei Metron Architektur AG in Brugg. 1980–1999 Professur an der Architekturabteilung der Fachhochschule Beider Basel.
Joli Schubiger-Cedraschi
Joli Schubiger-Cedraschi, geboren 1935 in Zürich. Mit vier Jahren kam sie zu ihrer Grossmutter ins Tessin, wo sie drei Jahre verbrachte. Als anerkannte Restauratorin arbeitete sie für Private und Museen. Joli Schubiger-Cedraschi lebt in Winterthur.
Jakob Senn
Bildrechte: Limmat Verlag
Jakob Senn (1824–1879), geboren in Fischenthal, Kanton Zürich. Nach dem Besuch der Primarschule Arbeit auf dem väterlichen Hof. Erste literarische Versuche mit zwanzig Jahren, Bekanntschaft mit dem Volksschriftsteller Jakob Stutz. 1856 angestellt in einem Zürcher Antiquariat, ab 1862 freier Schriftsteller, 1864 Heirat und Übersiedlung nach St.Gallen. 1867 Ausreise nach Südamerika, Rückkehr 1878, 1879 Freitod in der Limmat.
Charlotte L. Staehelin-Burckhardt
Charlotte Louise Staehelin-Burckhardt, 1877 bis 1918, aufgewachsen in Basel. Welschlandjahr in Colombier. Drei Aufenthalte bei ihrer in London verheirateten älteren Schwester. 1901 Heirat, Geburt dreier Kinder. 1906 bis 1910 auf Rigi Scheidegg — ihr Ehemann war Kurarzt —, 1912 in Bad Ragaz. Reise nach Nordafrika im Jahre 1913. Grippetod im Dezember 1918.
Dora Stettler
Bildrechte: Limmat Verlag
Dora Stettler (1927–2025). Geboren in Bern. Technische Zeichnerin während 36 Jahren bei Hasler AG und PTT. Nach der Pensionierung begann sie, ihre Geschichte als Verdingkind aufzuschreiben.
Paul Thürer
Bildrechte: Limmat Verlag
Paul Thürer, geboren 1878, wächst als Bauernsohn vor den Toren Churs auf. Kindheit und Jugend oszillieren zwischen dem bäuerlichen Alltag und dem kleinstädtischen Leben in der Kantonshauptstadt, wo er die Schulen besucht. Dank der Fürsprache seines Religionslehrers am Gymnasium darf Thürer reformierte Theologie studieren. Das Studium führt ihn an die Universitäten der Städte Basel, Heidelberg, Berlin, Zürich und Florenz, wobei ihn eine unglückliche Liebe immer wieder ins Engadin zieht.

1904 tritt er im hoch gelegenen Bündner Bergdorf Monstein seine erste Pfarrstelle an. Realistisch beschreibt er Eigenart und Dasein der Bauern, ohne das Dorfleben zu verklären: Zu hart sind die langen Winter, zu ungetrübt sein Einblick in Not und Kargheit des Alltags.

Bald ist er wieder verliebt. Seine oft halsbrecherischen Wanderungen zur lebenslustigen Wirtstochter in Filisur lassen sich bald nicht mehr vor den Einheimischen verheimlichen. Im Jahre 1906 heiratet er Nina Accola. Ins kollektive Gedächtnis eingegangen ist er als «Skipfarrer von Monstein», der den Skiunterricht in der Schule eingeführt hat.
Aline Valangin
Bildrechte: Limmat Verlag
Aline Valangin (1889–1986), aufgewachsen in Bern, Ausbildung zur Pianistin. Verheiratet mit dem Anwalt Wladimir Rosenbaum und in zweiter Ehe mit dem Pianisten Wladimir Vogel. Im Zürich der Dreissigerjahre führte sie in ihrem Haus einen Salon der künstlerischen Avantgarde, der zum Zufluchtsort für Emigranten wie Ignazio Silone oder Kurt Tucholsky wurde. Tätigkeit als Psychoanalytikerin, Publizistin und Schriftstellerin. Ab 1936 lebte sie im Tessin in Comologno im Onsernonetal und in Ascona.
Laure Wyss
Bildrechte: Ruth Vögtlin

Laure Wyss ist am 20. Juni 1913 in Biel/Bienne geboren und dort in die Schule gegangen. Nach der Matura (1932) Sprachstudium in Paris, Zürich, Berlin. Abschluss in Zürich, Lehrerinnenpatent für Deutsch und Französisch, Heirat. Die Kriegsjahre erlebt sie in Schweden und Davos. Sie übersetzt für den «Evangelischen Verlag», auf Anregung des Leiters Arthur Frey aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen Widerstandsschriften der skandinavischen Kirchen gegen die deutsche Besatzungsmacht.

1945 Scheidung und fortan in Zürich wohnhaft. 1946 –1948 Redaktorin beim «Schweizerischen Evangelischen Pressedienst». 1949 Geburt eines ausserehelichen Kindes und freie Journalistin. 1950—1962 als Redaktorin beim «Luzerner Tagblatt»; 1958—1967 Redaktorin beim Schweizer Fernsehen. Sie gestaltet das erste Programm für Frauen, später die Diskussionssendung «Unter uns». 1962 tritt Laure Wyss in die Redaktion des «Tages-Anzeigers» ein. 1970 Mitbegründerin des «Tages-Anzeiger Magazins». Seit ihrer Pensionierung 1976 als Schriftstellerin und freie Journalistin für Zeitungen und Radio tätig. Für ihre literarische Arbeit wird sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Werkjahr der Max-Frisch-Stiftung, dem Grossen Literaturpreis des Kantons Bern und der Goldenen Ehrenmedaille des Kantons Zürich. Laure Wyss starb am 21. August 2002 in Zürich.

 

Zur Biografie von Laure Wyss siehe auch:

Barbara Kopp: Laure Wyss. Leidenschaften einer Unangepassten

Ernst Buchmüller: Laure Wyss. Ein Schreibleben, DVD

Corina Caduff (Hg.): Laure Wyss: Schriftstellerin und Journalistin

Emil Zopfi
Bildrechte: Marco Volken

Emil Zopfi, geboren 1943, studierte nach einer Berufslehre Elektrotechnik und arbeitete als Computerfachmann und Erwachsenenbildner für Informatik und Sprache. Autor von Romanen, Hörspielen, Kinder- und Jugendbüchern. Er lebt heute als Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Kulturpreis des Kantons Glarus und dem Albert Mountain Award.


Erwin Künzli
Bildrechte: Ayse Yavas
Erwin Künzli, geboren 1956 in Willisau, studierte nach einer Berufslehre und Fernmatura Philosophie, Deutsche Literatur und Geschichte in Zürich, Paris und Berlin. Arbeitete 1994 bis 2002 als Dozent an der Theater Hochschule Zürich (heute ZHdK) und ab 1993 im Limmat Verlag, von 2001 bis 2026 als Mitglied der Geschäftsleitung. 

«Wunderbar!» Sonntagszeitung

«Wunderbare Kindheitserzählungen von 34 Autorinnen und Autoren.» Appenzeller Volksfreund

«‹Kindheit in der Schweiz› ist ein eindrücklicher Zeitzeuge einer für jeden Erwachsenen längst vergangenen und oft verherrlichten Zeit.» Tessiner Zeitung

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