Heisse Fäuste im Kalten Krieg
Rafael Lutz

Heisse Fäuste im Kalten Krieg

Antikommunistischer Krawall beim Bahnhof Zürich Enge 1957

Mit Texten von Ueli Mäder, Mario Gmür

132 Seiten, gebunden, 14 Fotografien s/w
Mai 2019
SFr. 29.–, 32.– €
sofort lieferbar
978-3-85791-861-2

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Ein Zwischenfall im Kalten Krieg und seine Hintergründe

Am 11. August 1957 stand an der Leuchtwand am Bahnhofplatz in Zürich zu lesen: «Die Schweizer Moskauwallfahrer kommen heute Abend um 22.25 in Zürich-Enge an. Wie wird sie die Zürcher Bevölkerung empfangen?» Gemeint war eine Gruppe von Schweizerinnen und Schweizern, die von den Weltfestspielen der Jugend und Studenten aus Moskau zurückkehrten. Gegen sie wurde schon im Vorfeld gehetzt, auch in den Medien. Und so erwarteten sie am Bahnhof Enge Hunderte von Demonstranten, um den «Landesverrätern» eine Lektion zu erteilen. Die Situation eskalierte, die Rückkehrer wurden angegriffen, verprügelt und mit Waffen bedroht.

Rafael Lutz hat dieses Ereignis – das in der Schweizer Geschichtsschreibung bisher höchstens eine Fussnote wert war – systematisch aufgearbeitet. Es steht sinnbildlich für den damals in der Schweiz herrschenden Antikommunismus, der Ausbruch der Gewalt zeugt von der stetig wachsenden Angst vor der totalitären Sowjetunion hinter dem Eisernen Vorhang und deren fünften Kolonnen im eigenen Land. Der Vorfall illustriert aber auch, wie der Kampf gegen dieses vermeintlich Böse immer mehr auf Kosten der Freiheit der eigenen Bevölkerung geführt wurde.

Rafael Lutz

Rafael Lutz

Rafael Lutz, geboren 1987, aufgewachsen im Kanton Schwyz. Studium der Sozialen Arbeit und Tätigkeit in mehreren sozialen Einrichtungen. Seit 2017 Redaktor beim «Töss thaler» und Studium der Soziologie an der Universität in Fribourg.

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Blick, 9. Juni 2019
Lokalinfo, 13. Juni 2019
Tages-Anzeiger, 12. August 2019
Infosperber, 27. August 2019
Workzeitung.ch, 30 August 2019
VPOD, September 2019
NZZ am Sonntag, 29. September 2019
NZZ am Sonntag, 6. Oktober 2019
P.S., 13. Dezember 2019


«Ein anschaulich geschriebenes und eindrücklich bebildertes Buch.»  NZZ am Sonntag

«Rafael Lutz beschreibt das Ereignis in einem Buch detailgetreu – aus einer linken Perspektive. Und geht der Frage nach: Wie konnte es so weit kommen?»  Blick

«Rafael Lutz hat ein Stück neuere Schweizer Geschichte dokumentiert, das kaum bekannt ist. Er tut es auf spannende Weise, bringt Zeitzeugen zu Wort und zeigt auf, wie einseitig die Deutschschweizer Presse berichtet hatte.»  Infosperber

«Eine vergessene Episode, die zu denken gibt: Hetze, Gewalt und Hassreden gegen Linke waren einst an der Tagesordnung, wie auch heute wieder, wenn die SVP ihre Gegner als Würmer darstellt.»  workzeitung.ch

«Ein Musterbeispiel einer Massenhysterie. Es zeigt auf, zu welchem Grad der Enthemmung sonst friedliche Bürger jederzeit und überall fähig sind, wenn man ihnen nur genügend einheizt, ihre Ängste schürt und ihnen geeignete Feindbilder zur Verfügung stellt. Das Buch zeigt ein erschreckendes Bild einer Schweiz, die in ihrem antikommunistischen Furor mehr als nur eine moralische Leitlinie zu überschreiten bereit war.»  NZZ am Sonntag

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