Unter Schweizer Schutz: Zeitzeugen berichten
Agnes Hirschi (Hg.), Charlotte Schallié (Hg.)

Unter Schweizer Schutz: Zeitzeugen berichten

Der Diplomat Carl Lutz rettete in Budapest während des Zweiten Weltkriegs Zehntausende Juden und Jüdinnen vor dem Holocaust

Übersetzt von Lis Künzli, Barbara Linner / Mitherausgeber Daniel von Aarburg, François Wisard, Noga Yarmar, Dahlia Beck, Daniel Teichman

Ca. 400 Seiten, etwa 130 Fotos, Dokumente und Abbildungen
ersch. September 2020
Ca. SFr. 48.–, 44.– €
zur Zeit nicht lieferbar
978-3-03926-000-3

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Selbstlos gegen die Unmenschlichkeit

Zwischen März 1944 und Januar 1945 leitete der Schweizer Diplomat Carl Lutz in Budapest eine umfangreiche Rettungs­aktion. Lutz und sein Rettungsteam haben schätzungsweise mehr als 50 000 Schutzbriefe ausgestellt und verfolgte Juden in 76 sogenannten Schweizer Schutzhäusern untergebracht und so Zehntausende von Jüdinnen und Juden vor Deporta­tionen, Erschiessungen und Todesmärschen bewahrt. Das Buch enthält Aufzeichnungen, Briefe, Vorträge und Ge­spräche von Überlebenden in Kanada, Ungarn, Israel, der Schweiz, Grossbritannien und den Vereinigten Staaten. Da­von leben fast die Hälfte in Israel und ein Viertel in den Vereinigten Staaten. Der Band zeigt die aussergewöhnliche
Reichweite und das Ausmass der humanitären Hilfe von Carl Lutz und erinnert an die humanitäre Grosstat. Lutz kämpf­te sein Leben lang um die staatliche Anerkennung seines Einsatzes, der von der offiziellen Schweiz als «Kompetenzüberschreitung» gewertet wurde.

«Für Carl Lutz war es wichtiger, ein Leben zu retten, als der institutionalisierten Ethik zu gehorchen.» Agnes Heller

Agnes Hirschi

Agnes Hirschi

Agnes Hirschi, geboren kurz vor Ausbruch des Zweiten Welt­krieges in London, Kindheit in Budapest. Die Belagerung der ungarischen Hauptstadt hat sie als sechs Jahre altes Mädchen erlebt, die letzten zwei Monate des Krieges zusammen mit der Familie Lutz und dreissig Personen im Luftschutzkeller. Nach dem Krieg heiratete Carl Lutz ihre Mut­ter, so kam sie in die Schweiz, wo sie seit 1949 lebt. Bis zu ihrer Pensio­nierung war sie als Journalistin in Bern tätig.

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Charlotte Schallié

Charlotte Schallié

Charlotte Schallié, geboren 1965 in Toronto, Kanada, aufgewachsen im Aargau. Studium der Geschichte und Germanistik an der Uni­versity of British Columbia in Vancouver, Kanada. Sie ist Professorin an der University of Victoria in Kanada und unterrichtet sowohl in der Germanistik wie auch in Holocaust Studies. Veröffentlichte u. a. «Heimdurchsuchungen. Deutschschweizer Literatur, Geschichtspolitik und Erinne­rungskultur seit 1965».

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Lis Künzli
© Bernard Bonnefon

Lis Künzli

Lis Künzli, geboren in Willisau, studierte Germanistik und Philosophie in Zürich und Berlin und lebt heute in Toulouse. Die Übersetzerin von Amin Maalouf, Atiq Rahimi, Camille Laurens, Pierre Bayard, Pascale Hugues, Marivaux, S. Corinna Bille u. a. wurde 2009 mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ausgezeichnet.

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Barbara Linner

Barbara Linner

Barbara Linner, geb. 1955 in München, studierte Judaistik, Orientalistik und südosteuropäische Geschichte. Sie ist Übersetzerin von u. a. Yiftach Ashkenazy, Assaf Gavron, Batya Gur, Judith Katzir, Jehoschua Kenaz, Etgar Keret, Joshua Sobol.

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