In welchen Zeiten leben wir!
Ute Kröger, Peter Exinger

In welchen Zeiten leben wir!

Das Schauspielhaus Zürich 1938-1998

420 Seiten, 27 x 18 cm, Leinen, mit ca. 300 Fotos und 150 Dokumenten, Grossformat
September 1998
SFr. 68.–, 72.– €
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978-3-85791-322-8

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Theater Zürich Stadt
     
Nach dem »Anschluss« Österreichs wird das Schauspielhaus Zürich 1938 unvermittelt zu einer der letzten freien Bühnen des deutschsprachigen Theaters. Sein engagiertes Ensemble aus Emigranten und Schweizern spielt antifaschistisches Theater und bringt Uraufführungen von Exilautoren wie Bertolt Brecht. Nach dem Krieg wird der Spielplan, der auch Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch an das Haus bindet, zum Vorbild für die deutschsprachigen Theater. Die Theaterlandschaft ›normalisiert‹ sich allmählich, das Schauspielhaus wird von der deutschsprachigen Bühne zu einer von vielen in Deutschland und Österreich. Seine Geschichte ist ein exemplarisches Stück deutscher Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts.

Ute Kröger

Ute Kröger, Studium der Germanistik, Philosophie, Geschichte, Doktorat; neben arbeitsreichen Familienfreuden Lehrtätigkeit an Gymnasien und in der Erwachsenenbildung in Deutschland; wissenschaftliche und publizistische Arbeiten. Lebt als freie Publizistin in Kilchberg. Im Limmat Verlag sind lieferbar: «‹In welchen Zeiten leben wir!› Das Schauspielhaus Zürich 1938–1998» (Co-Autorin), «‹Zürich, du mein blaues Wunder›. Literarische Streifzüge durch eine europäische Kulturstadt», «‹Wie ich leben soll, weiss ich noch nicht›. Erika Mann zwischen ‹Pfeffermühle› und ‹Firma Mann›», «‹Nirgends Sünde, nirgends Laster›. Zürich inspiriert Literaten» sowie «Gottfried Semper. Seine Zürcher Jahre 1855–1871».

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Peter Exinger

Peter Exinger

Peter Exinger, geboren 1967 in Wien, Studium der Theaterwissenschaft und Publizistik an der Universität Wien. Dissertation über Ferdinand Rieser und das Schauspielhaus Zürich (1886—1951). Lebt in Uster/Zürich.

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Geleitwort von Peter Löffler

»In welchen Zeiten leben wir!« — Vorwort der Autoren

Vom Amüsierbetrieb zum politisch umstrittenen Schauspielhaus — Vorgeschichte bis 1938

Tingeltangel
Der Pfauen geht ans Stadttheater
Der Pfauen in Untermiete
Auftritt der Gebrüder Rieser

Vom »jüdisch-marxistisch-bolschewistischen« Schauspielhaus zum Schweizerischen Kunstinstitut
Direktion Oskar Wälterlin 1938—1945

Eine »Schweizerische Lösung« für das Schauspielhaus
»Das in Fahrt bringen, was das Schweizer Theater werden soll«
1939/45: Spielraum der Demokratie und Bewahrung deutscher Kultur


Zwischen Weltoffenheit und künstlerischen Reduit — mit Kontinuität in die Restauration — Direktion
Oskar Wälterlin 1945—1961

1945: Über die Grenzen
Perspektive für das Schauspielhaus?
Glanz und Elend

Beharrliches Bewahren
Direktion Kurt Hirschfeld 1961—1964

Personelle Kontinuität
Neubau? Subventionen?
Kontinuität als Programm des Hauses

Stars statt Ideen — der unaufhaltsame Weg ins Theaterelend
Direktion Leopold Lindtberg 1965—1968

Skepsis und Unmut statt Direktor-Bonus
Der Zürcher Literaturstreit: Kulturpolitische Unruhen werfen ihre Schatten voraus
Biografie - und beinahe ein neuer Direktor
Biografie - ein Debakel
Mißtönendes Ende

Unglückliche Saison
Direktion Teo Otto / Erwin Parker / Otto Weissert 1968/69

Widrigkeiten, schier unüberwindliche Schwierigkeiten
Sisyphus Erwin Parker

Stein des Anstoßes
Direktion Peter Löffler 1969/70

Die Ära Löffler - vor Beginn gescheitert
»Verpolitisierung der Kunst«
Schade um das Experiment?
Bilanz: Schade für diese Stadt!

Aufschwung durch Bewährtes
Direktion Harry Buckwitz 1970—1977

Die Startbedingungen unter dem Einfluss politischer Verwerfungen
Was heißt in Zürich Kulturrevolution?
Von Buckwitz zu Buckwitz
Das Schauspielhaus anerkennt die DDR
Gar Dank?

Exkurs: Baugeschichte 1938—1978

Bührles »Blutgeld«
Schauspielhaus oder Corso? - Die neue Besitzerin
Und nun? Überlegungen in den 50er Jahren
Gewinner und Verlierer: Projekt Utzon
Bewahren

Burgtheater — unter »Zürcher Bedingungen«
Direktion Gerhard Klingenberg 1977—1982

»Zürcher Bedingungen«
Die Politik überrollt das Theater
Programm für Zürich

Aller Tage Abend im Schauspielhaus
Direktion Gerd Heinz 1982—1989

»Konzept« und Umsetzung
Kritikermeinung
Jubiläum, Schluss- und Höhepunkt

Theater in Zürich — wozu?
Direktion Achim Benning 1989—1992

Rahmenbedingung der künstlerischen Arbeit: Geld!
Rahmenbedingung der künstlerischen Arbeit: kultur-politisches Klima
Schnelles Ende in einer kulturpolitischen Sahelzone

Vom Interim zur Ära — Doppeldirektion
Direktion Gerd Leo Kuck / Marcel Müller 1992—1999

Neue Verhältnisse
Städtische Kulturpolitik - geistiges Klima
Fazit

Ins nächste Jahrtausend — Ausblick
Marthalers »poetische Schweinereien«

Anhang

Frequenzen und Auslastung: Zahlen
Quellennachweise
Namenregister zum Text
Namenregister zu den Bildern
Stückregister zum Text
Stückregister zu den Bildern
Zürcher Oberländer / Anzeiger von Uster, 16. Oktober 1998
Le Temps, 31. Oktober 1998
Sonntags-Blick, 1. November 1998
Tagblatt der Stadt Zürich, 18. November 1998
Tages-Anzeiger, 25. November 1998
Der Landbote, 28. November 1998
TheaterZeitung, Dezember 1998
Neue Zürcher Zeitung, 15. Dezember 1998

«Zum Geleit kommt gleich eine Warnung: Dies sei «kein lustiges Buch». Peter Löffler, einst Intendant des Hauses, leitet so die umfassend recherchierte, reich bebilderte Geschichte des Zürcher Schauspielhauses ein, dessen Autoren Ute Kröger und Peter Exinger erstmals die Archive des Theaters zur Verfügung standen. Von den Jahren 1938 bis 1998 spannt sich der Bogen: vom Tingeltangel zur berühmten antifaschistischen Bühne während des Kriegs, zum umstrittenen Theater Anfang der siebziger Jahre bis heute. Nachzulesen ist, wie Kunst und Politik einander bedingen und widerstreiten, auf den Brettern wie in den Gremien des Hauses und der Stadt. Lustig muss das nicht sein, aber spannend, sprich: im Wortsinn aufregend.» Die Weltwoche

«Irgendwo zwischen bürokratischen Spitzfindigkeiten und lustvoller Kreativität spielt sich der Alltag in einem Theater ab. Die wechselvolle und mitunter stürmische Geschichte des Zürcher Schauspielhauses dokumentiert ein opulent gestalteter Text-Bild-Band, in dem fern jedweder Verklärung und dank kluger Analyse die Jahre von 1938 bis 1998 wie im Flug vorbeiziehen.» Schweizer Illustrierte

«Ein kleines Forscher-MärchenDa lernen sich zwei «Fremde» im Stadtarchiv Zürich kennen, eine Deutsche und ein Österreicher, und finden sich in ihrem leidenschaftlichen Interesse für das Schauspielhaus Zürich. Für beide ist es unfassbar, dass sich bis jetzt niemand an das so reichhaltige Material herangemacht hat. Und weil sie, Ute Kröger, aus purer Neugier schon einen Haufen Material gesammelt hat und er, Peter Exinger, an einer Dissertation über Ferdinand sitzt, ergibt sich eins aus dem andern, beide recherchieren, schreiben und redigieren im Pingpong-System, und da naht das Jahr 1998 und die Neue Schauspiel AG wird sechzig. Und alles ist bereit für ein Buch, ein grosses, das bis in die Gegenwart reicht. Aber was sich anhört wie ein kleines Forscher-Märchen, ist in Wahrheit auch ein trauriges Kapitel über die Schwierigkeit, hierzulande mit Theatergeschichtsschreibung Interesse zu wecken. Denn das Buch ist nicht, wie man denken könnte, von der Neuen Schauspiel AG in Auftrag gegeben und finanziert worden. Die jahrelange Arbeit hat, ausser Unkosten, den Autoren nichts eingebracht.
Dennoch geht das Märchen noch ein bisschen weiter: Dank einem Tip von Urs Bircher wandten sich die beiden an den Limmat Verlag, und dieser erklärte sich bereit, das Buch herauszubringen.» Tobias Hoffmann, Der Landbote
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