Lascar
Laure Wyss

Lascar

Mit Illustrationen von Klaus Born

96 Seiten, gebunden, // Für von der Autorin signierte Exemplare wenden Sie sich bitte an den Verlag.
Januar 1994
sofort lieferbar
978-3-85791-222-1

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Literatur Restexemplare
     
«Zugegeben, diese Sammlung von Texten unterscheidet sich von dem, was ich früher publizierte. Und vielleicht ist es schon eine Frage der eigenen Jahreszahl, dass ich mir ihre Veröffentlichung erlaube.»

Was so halb entschuldigend klingt, darf getrost ironisch gelesen werden: Laure Wyss' lyrische Prosa besitzt eine geschmeidige Kraft, die den Dingen an ihr Innerstes rührt. Der Abschied vom Kind, ein alter Eukalyptusbaum, eine Tramfahrt oder der Tote am Strand — in allem leuchtet die leise und doch beharrlich gestellte Frage nach der eigentlichen condition humaine auf. Was sind wir? Wozu sind wir? Und wohin gehen wir? Bewältigung des Daseins, Natur und Tod sind vor allem die Themen, die als wehmütige Klagegesänge oder auch als schelmisch-zärtliche Liebeserklärungen in immer neuen Facetten wiederkehren. Die Autorin nähert sich ihnen mit dem Urvertrauen in die Sprache, sie zu fassen:

«Nein, Buchstaben sind tauglich
setz sie zusammen
such ihren Sinn neu
nimm ihn genau
bezeichne was da ist
und was erlebt wurde
und grausam erlitten
gestern und morgen und heute.»
Laure Wyss
© Ruth Vögtlin

Laure Wyss

Laure Wyss ist am 20. Juni 1913 in Biel/Bienne geboren und dort in die Schule gegangen. Nach der Matura (1932) Sprachstudium in Paris, Zürich, Berlin. Abschluss in Zürich, Lehrerinnenpatent für Deutsch und Französisch, Heirat. Die Kriegsjahre erlebt sie in Schweden und Davos. Sie übersetzt für den «Evangelischen Verlag», auf Anregung des Leiters Arthur Frey aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen Widerstandsschriften der skandinavischen Kirchen gegen die deutsche Besatzungsmacht.

1945 Scheidung und fortan in Zürich wohnhaft. 1946 –1948 Redaktorin beim «Schweizerischen Evangelischen Pressedienst». 1949 Geburt eines ausserehelichen Kindes und freie Journalistin. 1950—1962 als Redaktorin beim «Luzerner Tagblatt»; 1958—1967 Redaktorin beim Schweizer Fernsehen. Sie gestaltet das erste Programm für Frauen, später die Diskussionssendung «Unter uns». 1962 tritt Laure Wyss in die Redaktion des «Tages-Anzeigers» ein. 1970 Mitbegründerin des «Tages-Anzeiger Magazins». Seit ihrer Pensionierung 1976 als Schriftstellerin und freie Journalistin für Zeitungen und Radio tätig. Für ihre literarische Arbeit wird sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Werkjahr der Max-Frisch-Stiftung, dem Grossen Literaturpreis des Kantons Bern und der Goldenen Ehrenmedaille des Kantons Zürich. Laure Wyss starb am 21. August 2002 in Zürich.

 

Zur Biografie von Laure Wyss siehe auch:

Barbara Kopp: Laure Wyss. Leidenschaften einer Unangepassten

Ernst Buchmüller: Laure Wyss. Ein Schreibleben, DVD

Corina Caduff (Hg.): Laure Wyss: Schriftstellerin und Journalistin

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«Untergänge, Übergänge ― Vergänglichkeit: Laure Wyss thematisiert die existentielle Heimatlosigkeit gerade auch im vermeintlich Sicheren, Gewohnten der Alltagswelt.» Tages-Anzeiger

«Dass Laure Wyss jetzt den journalistischen Texten und Erzählungen lyrische Prosa folgen lässt, ist kein Gegensatz, sondern Konsequenz ihrer Arbeit, genau das zu beschreiben, was ist, hier und jetzt, für jede und jeden.» Emanzipation, Bern

«Ein wunderschön gemachtes, schmales Buch, dessen Aufmachung durchaus seinen Teil zum sinnlichen Erleben der Texte beiträgt.» Zürcher Oberländer

«Das Engagement der Journalistin Laure Wyss war immer wieder gekennzeichnet durch eine Neigung zur Literatur, zur Fiktion, zum Erzählen. So gelassen (gewissenlos heiter sozusagen) wie in Lascar hat Laure Wyss der Neigung noch nie Auslauf gelassen. Die stärksten ihrer Texte beschwören private Erinnerungen und Träume, halten flüchtige Lebenseindrücke und -augenblicke fest. Oder sie sind Klagen über die Verluste und die verpassten Gelegenheiten auch eines reichen Lebens. Die Klage bleibt leise. So leise, wie das Pathos der Sätze, die insistieren auf dem, was gewesen ist und was bleibt: Das Lichtdurchflutete eines Einnachtens im Norden; oder, am Ende eines Sommers, die Erinnerung an die Gespräche, die untrennbar mit ihm verbunden sind.» Basler Zeitung
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