Die Welt als Wille & Wahn
Niklaus Meienberg

Die Welt als Wille & Wahn

Elemente zur Naturgeschichte eines Clans

232 Seiten, 16 x 24 cm, Broschur, zahlr. Dok. u. Fotos
März 2005
SFr. 34.80, 34.80 €
sofort lieferbar
978-3-85791-128-6

per Post bestellen

Schlagworte

Literatur
     
Was ist das: ein Clan? Kann man sich ein solches Gebilde als Jumbofamilie vorstellen? Oder als Mehrstufenrakete? (Erste und zweite Stufe: 19. Jahrhundert). Oder als Tausendfüssler (Tatzelwurm), der siegesgewiss durchs Jahrhundert knirscht? (Stark gepanzert, und mit kleinen Sehschlitzen, wie ein Tank?) Jede und Jeder gehört zu einem Clan, hat Grossvater/Grossmutter um Stammbaum, meist auch Onkels, Tanten, Cousinen, Neffen und Nichten. Aber wenn der Clan Wille-von Bismark  heisst, und später Rieters, Scharzenbachs, von Weizäckers, von Erlachs  angekoppelt werden, dann sind die Macht- und Reichtumsverhältnisse anders als bei Müllers und Meiers und Meienbergs. Dann wird die Clan-Geschichte zur Schweizer Geschichte, oder auch zur deutschen.
Niklaus Meienberg
© Roland Gretler

Niklaus Meienberg

Niklaus Meienberg (1940–1993), Historiker, Schriftsteller und Journalist. Er erfand die Reportage neu und dichtete ungeniert mit dem überlieferten Material europäischer Lyrik. Mit seinen Texten zur Zeitgeschichte war er ein grosser Streiter, dessen «Sprachgewalt» auch seine Feinde bewunderten. Wie kein zweiter hat sich Niklaus Meienberg der Öffentlichkeit ausgesetzt, seine ganze Person hat er in seine Texte eingebracht, und mit seiner ganzen Person ist er für sie eingestanden.

mehr...

«Niklaus Meienberg ist ein akademisch gebildeter Historiker. Er durchforscht mit Vorliebe geschichtliche Gebiete, die der zünftige Historiker, aus was für Gründen auch immer, beiseite lässt, die aber zum Gesamtbild der ‹histoire totale› gehören. Sein echtes Mitleid gehört den Schwachen, den im Leben zu kurz gekommenen, den unters Rad geratenen Menschen. Bei seiner Arbeit verachtet er den historischen Kleinkram, den ‹Schutt› und wendet sich dem Interessanten in der Vergangenheit zu, womit er weite Leserkreise zu fesseln vermag. Er ist ein ausgesprochen deskriptives und narratives Talent, verfügt über eine ungewöhnliche Sprachkraft, über einen eigenen Stil, den er mit seiner Ironie und Polemik zu einer unverwechselbaren persönlichen Ausdrucksweise ausgebildet hat.» Edgar Bonjour

«Niklaus Meienbergs Buch erregt Aufsehen, und bei den Eidgenossen hat es Empörung ausgelöst. Zu viele möchten nicht daran erinnert werden, wie unverblümt der rechte Polterer und sein Generalstabchef verlangten, unter Kaiser Wilhelms Fahne gegen Frankreich und Italien in den Krieg zu ziehen. Was aber selbst heute einige Schweizer Armeeführer nicht hindert, Willes Porträt in ihre Amtsstuben zu hängen. Darüber, dass die Sympathien der Schweizer Armeespitze, aber auch führender Politiker bis hin zu Ministern im Ersten Weltkrieg nicht eben unparteilich verteilt waren, möchten heute viele in der Schweiz ebenso gern hinwegsehen wie über die wirtschaftliche Kollaboration mit Hitler und die Judenabweisung an den Grenzen im Zweiten Weltkrieg. Solche Tabus werden in aller Regel respektiert; auch von Schweizer Journalisten, die sich zu innenpolitischen Fragen meist erschreckend obrigkeitshörig, zaudernd äussern. In solcher Landschaft muss ein Niklaus Meienberg quer liegen. Seine parteilichkeit ist erfrischend. Sein Paradethema sind die kleinen Leute, die Unterdrückung der Armen durch die Reichen.» Frankfurter Rundschau

«Wieviel aristokratischen Geist und wieviel feudales Gehabe erträgt die direkte Demokratie? Stets von neuem stellt sich diese Frage bei der Lektüre von Niklaus Meienbergs neuestem Buch "Die Welt als Wille & Wahn. Elemente zur Naturgeschichte eines Clans". In jahrelanger Arbeit spürte der Autor der Geschichte der Familie Wille, einem weitverzweigten Familienclan, nach. Bereits dessen Erstabdruck in der ‹Weltwoche› im letzten Sommer hat ein reges Interesse erweckt, meist zustimmend, seltener nur ablehnend. (…)
Meienberg schreibt mit persönlicher Anteilnahme und nicht frei von Süffisanz, in gewohnter sprachlicher Prägnanz. Doch nie versucht er dies zu verhehlen oder zu kaschieren, er bleibt stets wahrhaftig, wenn auch nicht sklavisch exakt. Sein Verdienst ist es, dass er einen wichtigen Abschnitt der Schweizer Geschichte des 20.Jahrhunderts neu aufgerollt hat, in seiner unprätentiösen, unakademischen, dafür kraftvollen Weise, welche gerade auch jene breiten Bevölkerungsschichten verstehen, die den General noch immer nur verharmlosend als ‹Schnapswilli› kennen, jene Schichten also, vor den ebendieser Wille und sein Clan so sehr sich fürchtete.» Neue Luzerner Zeitung
Captcha

Ihre Meinung ist uns wichtig. Bitte nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und teilen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Buch mit. Alle Rückmeldungen werden auch an die Autoren und Autorinnen weitergeleitet. Herzlichen Dank.